Ellen Berg: Alles Tofu, oder was?

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Ellen Berg: Alles Tofu, oder was?
Verlag
ET (D)
2015
Ausgabe
Taschenbuch
ISBN-13
9783746631288

Informationen zum Buch

Seiten
334

Sonstiges

Originalsprache
deutsch
Erster Satz
"Interessant", sagte Paul.

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Handlungsort

Handlungsorte
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Für Dana kommt’s dicke: Erst lässt sie ihr Freund Paul nach einem völlig verunglückten romantischen Dinner sitzen. Dann zieht ihr nörgeliger Vater bei ihr ein und raubt ihr den letzten Nerv. Auch ihr Plan, die Gäste ihres kleinen Bistros mit veganer Kost zu beglücken, schlägt fehl, selbst ihr Koch Hung Tai hält Danas Essen für einen Anschlag auf den guten Geschmack. Allein ihr Stammgast Philipp lässt sich nicht abschrecken und stochert sich tapfer durch Tofu-Algen-Ragout und Seitan-Schnitzel. Zugleich nehmen die Schikanen der fiesen Maklerin Müller-Mertens überhand, die es auf das Haus mit Danas Restaurant abgesehen hat. Doch dann entdeckt Dana die besänftigende Wirkung eines veganen Liebesmenüs und beschließt, um ihre Existenz zu kämpfen. Dabei erweist sich ausgerechnet ihr fleischliebender Vater als große Unterstützung. Womit Dana jedoch am allerwenigsten gerechnet hat: Ganz unverhofft steht ihr Herz in Flammen.

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Sehr unterhaltsam

Inhalt:

Dana konnte sich mit ihrem veganen Restaurant einen großen Traum erfüllen. Doch es droht alles den Bach hinunterzugehen: Ihr Freund verlässt sie; das Haus, in dem sie lebt und arbeitet, soll abgerissen werden; ihre Familie versteht ihre vegane Lebensweise nicht und in ihr Restaurant kommt kaum noch ein Gast.

Meine Meinung:

Wie man es von Ellen Berg gewohnt ist, vergeht kaum eine Seite mit Lachanfall. Das Buch ist sehr witzig geschrieben - und das auf eine Art, die weder Veganer noch "Allesesser" beleidigt. Natürlich dreht sich viel um die vegane Lebensweise mit ihren Vor- und Nachteilen. Es wird jedoch niemand schlecht dargestellt, noch wird Partei für eine Seite ergriffen. Ich denke, bei dieser Thematik ist das ein ganz wichtiger Punkt.

Das Buch enthält einen witzigen Spruch nach dem anderen. Vor allem die Weisheiten des asiatischen Kochs in seinem gebrochenen Deutsch sind teilweise zum Zerkugeln.

Trotz des vielen Humors behandelt das Buch sehr ernste und wichtige Themen: Freundschaft, Familienzusammenhalt, Erziehung sind nur einige der Punkte, die angesprochen werden. Man kann sich vorstellen, ein Kind vegan aufzuziehen, obwohl die Großeltern Fleisch und Zucker lieben, ist gar nicht so einfach. Doch das Buch zeigt, auch wenn man sich nicht in allen Punkten einig ist, hält man in schwierigen Zeiten zusammen und alle Seiten gehen einen kleinen Kompromiss ein. Und natürlich gibt es auch eine nette Liebesgeschichte, die ohne Kitsch auskommt.

Für mich gibt es hier klare 5 Punkte!

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(Aktualisiert: 04 Juli 2015)

#1 Rezensent
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Die ideale Sommerlektüre, wenn man sich nicht zu sehr von Dana nerven lässt

Dana ist Mitte dreißig, alleinerziehende Mutter und seitdem sie von einer Tierschutzgruppe nachts in einer Hühnerfarm geschleust wurde außerdem auch noch Veganerin. Voller Enthusiasmus betreibt sie das vegane Bistro Paradies und sorgt dafür, dass auch Tochter Nini keine tierischen Produkte zu sich nimmt (geschweige denn Zucker und sonstige Übel dieser Welt). Ihr Leben wird so richtig turbulent, als ihr Freund Paul sie nach einem missglückten Abendessen verlässt, ihr die Immobiliengesellschaft Pro Domo GmbH sowohl Bistro als auch Wohnung kurzfristig kündigt und zu allem Unglück auch noch ihr Vater in Danas Wohnung einzieht.

Was nun folgt ist ein astreines, komödiantisches Bühnenstück mit turbulenten Szenen, die manchmal etwas angestrengt wirken. Ellen Berg bedient so viele Stereotype bei Veganern, dass ich mich frage, ob ihre Recherchegrundlage Facebook war (die Veganer dort haben erfahrungsgemäß mit den "echten" nicht zwingend viel zu tun): Veganer essen überwiegend Tofu und belehren alle anderen bei jeder sich bietenden Gelegenheit.

Entsprechend anstrengend empfand ich Hauptdarstellerin Dana auch, die auch ihrer kleinen Tochter immer wieder mit der Moralkeule kommt. Merkwürdig ist, dass Nini Süßigkeiten nicht nur der Gesundheit wegen nicht essen darf, sondern weil Dana der Meinung zu sein scheint, dass es keine veganen Süßigkeiten gibt. Liebe Dana (oder liebe Ellen Berg): Es gibt jede Menge davon. Sogar veganes Eis. Und wirklich: Mit ihren ewigen Vorhaltungen ist Dana sehr anstrengend. Einen Kaffee lehnt sie zum Beispiel ab mit den Worten

"Ich trinke keinen Latte diabolo."
Der Anwalt zog die Nase kraus. "Was soll das denn sein?"
"Ein Heißgetränk aus Kaffeebohnen, an denen die Tränen ausgebeuteter Indios kleben. Vom schädlichen Milcheiweiß ganz zu schweigen."

Doch Dana ist nicht die einzige Stereotype. Es treten ebenso auf: Ein schmieriger, gutaussehender (und von sich selbst überzeugter) Anwalt, die intrigante Femme Fatale, der sympathische Retter in der Not, der Hacker (der einen Bioladen betreibt) und der asiatische Koch, der so oft Weisheiten versprüht, dass ich den Eindruck hatte, er sei aus einem Glückskeks geschlüpft.

Ich bin mir unsicher, welche Idee Helen Berg beim Schreiben des Romans verfolgte. Wollte sie sich lustig machen über die vegane Lebensweise? Wollte sie Menschen zum Nachdenken bringen? Oder wollte sie einfach nur ganz ohne Hintergedanken unterhalten?

Ich bin mir auch unsicher, was sie erreicht hat. Ich als Veganerin war oft genervt von der Platitüden schwingenden Dana und ihre kleine Tochter tat mir mit dem asketischen Leben sogar leid. Andererseits habe ich mich trotzdem gut unterhalten. Jedenfalls nachdem ich mich entschieden habe, die Geschichte als das zu nehmen, was sie ist: Als völlig überspitzte Darstellung einer jungen Mutter, die sich sturköpfig durch ihr Leben kämpft, die riesige Hindernisse überwinden muss und für die am Ende dann sowieso alles gut ausgeht.

Die ideale Sommerlektüre, wenn man sich nicht zu sehr von Dana nerven lässt und das Buch nicht gar zu ernst nimmt.

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(Aktualisiert: 24 Juli 2015)
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Erfrischende Lektüre mit Lachgarantie

„ Lassen Sie mich ein wenig ausholen“……
Um mal etwas Abwechslung in meine Lesegewohnheiten zu bringen, entschied ich mich für „leichte Kost“ ohne Blut und Gemetzel, dafür aber mit viel Witz, lockeren Sprüchen und Lachgarantie.
Diese Zutaten gibt es alle im Roman „ Alles Tofu, oder was?“ von Ellen Berg – und das nicht zu knapp.
Was kann einer jungen alleinerziehenden Mutter schlimmeres passieren, als das der Freund abhaut?
Nun, eine ganze Menge…..das vegane Restaurant, welches Dana mit voller Überzeugung führt, steht kurz vor der Pleite, die Tochter ist mit Gemüsebratlingen nicht wirklich glücklich, der Dackel bettelt um ein saftiges, rohes Stück Fleisch, die Wohnung nebst Restaurant wird fristlos gekündigt, der Vater wird von der Mutter aus der Wohnung geschmissen und nistet sich bei der Tochter ein………und da sind auch noch ein paar Männerbekanntschaften und der unscheinbare Philipp…….
Ellen Berg ist hier ein absolut witziger Roman gelungen, aufgepeppt mit coolen Sprüchen und garniert mit chinesischen Weisheiten des Koches Hung Tai, der für Dana die leckersten veganen Gerichte zaubert. Ich kann nur sagen, meine Lachmuskeln wurden arg strapaziert.
Ein wenig naiv kommt die junge Dana daher, aber mit ihrer Art ist sie mir sehr sympathisch. Als Tochter aus einem Lehrerelternhaus hat man es auch wahrlich nicht leicht. Die Hauptprotagonistin ist gut ausgearbeitet und man merkt den Wandel im Charakter, den sie im Buch durchmacht aufgrund der Umstände, die sie zwingen, wahrscheinlich auch etwas erwachsener zu werden, bzw. ihre teils verbohrten Ansichten auch mal etwas zu lockern, um weiter zu kommen.
Auch die anderen Charaktere sind sehr authentisch und nicht einer war mir unsympathisch – vom Anwalt Jens Andresen mal abgesehen. Dieser verschwand mir auch zu abrupt wieder von der Bildfläche. Allerdings waren die Dialoge zwischen ihm und Dana einfach nur genial.
Aber selbst Frau Müller-Mertens, welche für die Firma arbeitet, die Dana die Kündigung der Räume geschickt hat, fand ich sehr gelungen und nicht unsympathisch. Einer muss nun mal immer der „Bösewicht“ sein. Und dass sie auch nicht vollkommen ist und sie ebenso ihre Träume hat, die warum auch immer nicht erfüllt werden – also auch sie nur ein Mensch ist – fand ich sehr gut dargestellt von Ellen Berg.
Die Handlung ist spannend geschrieben, man konnte das Buch nur schwer aus der Hand legen. Es war ein wenig nach dem Motto: „ Und wenn du denkst, es geht nicht mehr……kommt es noch knüppeldicker“. Der Roman hätte gern noch ein paar mehr Seiten haben dürfen.
Es war garantiert nicht mein letztes Buch von Ellen Berg, ich habe mich einfach herrlich unterhalten gefühlt und war oft in Erklärungsnot meinem Mann gegenüber, der mich mehrmals verdutzt angeschaut hat, als ich gar nicht mehr aufhören konnte vor Lachen.
Das Buch bekommt von mir eine absolute Leseempfehlung und ich vergebe gern verdiente 5 Sterne.


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