Emily Ruskovich: Idaho

 
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Emily Ruskovich: Idaho
Verlag
ET (D)
2018
Ausgabe
Gebundene Ausgabe
Originaltitel
Idaho
ET (Original)
2017
ISBN-13
9783446258532

Informationen zum Buch

Seiten
384

Sonstiges

Originalsprache
englisch
Übersetzer/in
Erster Satz
Sie fuhren den Pick-up eigentlich nie, nur ein, zwei Mal im Jahr zum Holzholen.

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Handlungsort

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Ein flirrender Sommertag in Idaho, USA: eine Familie im Wald, die beiden Mädchen spielen, die Eltern holen Brennholz für den Winter. Die Luft steht, die Mutter hat ein Beil in der Hand – und innerhalb eines Augenblicks ist die Idylle zerstört. Ist es Gnade, dass der Vater, Wade, langsam sein Gedächtnis verliert? Bald wird er nicht mehr wissen, welche Tragödie sich an jenem Tag abgespielt hat, wie seine Töchter hießen und seine Frau, Jenny, die zu lebenslanger Haft verurteilt wurde. Auch Ann, die Frau, deren Liebe groß genug ist, um zu Wade in das leere Haus zu ziehen, wird nie den Hergang der Tat erfahren. Aber mit jedem Tag an Wades Seite erkundet sie genauer, was damals geschehen ist, und nimmt schließlich Kontakt zu Jenny auf. Ein atemberaubender Roman über das Unbegreifliche in uns.

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Bemerkenswertes Debüt

Idaho, im Nordwesten der Vereinigten Staaten von Amerika. Ann und Wade leben im Norden des Bundesstaates in einer ebenso schönen wie zerklüfteten Landschaft. Man könnte sie als Aussteiger bezeichnen, denn sie haben sich dort ihr eigenes Leben geschaffen.
Alles beginnt mit dem Versuch Anns, herauszufinden, was mit der ersten Frau ihres Mannes, Jenny, und ihren gemeinsamen Töchtern geschehen ist. Mit der Familie, die im selben Haus gelebt hat - mit dem gleichen Mann an ihrer Seite…

Ein flirrender Sommertag einige Zeit zuvor: Wade und Jenny hacken Holz für den Winter, die beiden Töchter May und June spielen. Doch plötzlich ist alles anders, mehrere Leben zerbrechen in Sekundenbruchteilen. Was ist damals in der flirrenden Hitze geschehen?

Emily Ruskovich hat eine feine, beinahe lyrische Sprache, die mir auf Anhieb sehr gut gefallen hat. Mit knappen Sätzen erzeugt sie nicht nur Stimmung, sondern auch Bilder im Kopf. Der Wechsel eines Kapitels bedeutet in der Regel auch den Wechsel der Perspektive, wobei sich die von Ann hauptsächlich in Vorstellungen von Szenen, die sie selbst nicht erlebt hat, äußert. Auch weil ihr zwölf Jahre älterer Mann an einer beginnenden Demenz leidet, wird sie nie erfahren, was damals geschehen ist - was sie aber nicht daran hindert, darüber zu sinnieren.
Anns Spekulationen führten schließlich auch dazu, dass ich Vermutungen angestellt habe. Was ist der Hintergrund der Tragödie von damals? Leidet Ann eventuell an psychischen Problemen? Ihre Versuche, sich anhand von Details im Haus die damaligen Vorkommnisse zusammenzureimen, wirkte auf mich mitunter schon zwanghaft…

Aus unterschiedlichen Blickwinkeln nähert sich der Leser dem damaligen Geschehen an - wobei man wirklich aufmerksam bleiben muss, um zu unterscheiden, was tatsächlich passiert und was womöglich bloße Einbildung oder zumindest Fantasie ist.

„Idaho“ erzählt von einem psychologischen Drama und lässt durchblicken, dass es für solche Tragödien selten einfache Erklärungen gibt. Das Gespür, das die Autorin hier für ihre Figuren und ihre Entwicklungen zeigt, ist wirklich bemerkenswert.
Allerdings haben mich auch ein, zwei Punkte gestört - allen voran die Tatsache, dass für meinen Geschmack zum Schluss ungewöhnlich viel offen blieb. Grundsätzlich habe ich kein Problem damit, wenn Romane nicht bis ins Detail zu Ende erzählt werden - hier war es mir dann aber doch zu viel.
Oder aber die Detailverliebtheit Ruskovichs - bei den entscheidenden Figuren hat mir diese sehr imponiert, aber in meinen Augen verstrickt sie sich bei einigen Nebenfiguren ein wenig.
Beide Kritikpunkte täuschen allerdings nicht über das immense Talent Emily Ruskovichs hinweg! „Idaho“ ist ein bemerkenswertes, faszinierendes Debüt, das vor allem durch seine Sprache besticht.

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Dichte Atmosphäre

Idaho, USA: Ann heiratet Wade, den sie schon lange kennt. Sie zieht zu ihm in das Haus, in dem er einmal mit seiner ersten Frau Jenny und den beiden Töchtern lebte. Wade verliert langsam sein Gedächtnis. Wie sein Vater und sein Großvater leidet er bereits relativ früh an Demenz. Ist es vielleicht gut für ihn, dass er sich nicht erinnern muss an das, was seinerzeit geschehen ist?
An einem heißen Sommertag wollte die Familie im Wald Brennholz für den Winter besorgen. Doch dann ist May, das jüngere Kind, tot und die Mutter steht mit dem Beil in der Hand da. Sie wird verhaftet und gesteht die Tat. Die ältere Schwester June verschwindet.
Ann lebt mit ihm in diesem Haus mit den kleinen Dingen aus der Vergangenheit und sie versucht für Wade die Erinnerungen an seine Familie zu erhalten. Sie was nicht, was damals wirklich passiert ist und stellt sich die verschiedensten Möglichkeiten vor. Je länger sie versucht herauszufinden, was wirklich geschehen ist, umso schuldiger fühlt sie sich.
Dieses Buch ist nicht einfach zu lesen. Es erfordert Konzentration, weil aus vielen verschiedenen Perspektiven berichtet wird und nicht immer gleich erkennbar ist, wer da zu Wort kommt. Es ist auch nicht einfach zu erkennen, was Realität und was Vorstellung ist.
Die Autorin baut eine sehr dichte Atmosphäre auf, die beklemmend, bedrohlich und dennoch packend ist. Etwas Furchtbares ist geschehen. Ein Kind ist tot. Man will unbedingt wissen, was da geschehen ist. Die Charaktere sind sehr gut dargestellt, aber sie sind mir auch durchgehend fremd geblieben. Ich habe nicht verstanden, was sie bewegt und zu ihrem Handeln treibt. Irgendetwas war ihn ihnen, das mich auf Distanz hielt.
Obwohl immer mehr Puzzleteile zusammengetragen werden, bin ich am Ende nicht schlauer als zu Beginn des Buches. Es bleibt meiner Fantasie überlassen, was ich aus der Geschichte herauslesen will. Es ist aber klar, dass das Geschehen Einfluss auf alle Beteiligten hat – für immer und alle Zeiten.
Eine düstere Geschichte in einer wundervollen Sprache, die mich am Anfang gleich packte und am Ende mit vielen Fragen zurückließ.

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