Emily St. John Mandel: Das Licht der letzten Tage

Emily St. John Mandel: Das Licht der letzten Tage

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Emily St. John Mandel: Das Licht der letzten Tage
Verlag
ET (D)
2015
Ausgabe
Taschenbuch (Broschiert)
Originaltitel
Station Eleven
ET (Original)
2014
ISBN-13
9783492060226

Informationen zum Buch

Seiten
416

Sonstiges

Originalsprache
englisch

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Handlungsort

Handlungsorte
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Niemand konnte ahnen, wie zerbrechlich unsere Welt ist. Ein Wimpernschlag, und sie ging unter. Doch selbst jetzt, während das Licht der letzten Tage langsam schwindet, geben die Überlebenden nicht auf. Sie haben nicht vergessen, wie wunderschön die Welt war. Sie vermissen all das, was einst so wundervoll und selbstverständlich war, und sie weigern sich zu akzeptieren, dass alles für immer verloren sein soll. Auf ihrem Weg werden sie von Hoffnung geleitet – und Zuversicht. Denn selbst das schwächste Licht erhellt die Dunkelheit. Immer.

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Endzeitdrama der leisen Töne

Mir hat der Roman sehr gut gefallen, für mich eine der Überraschungen des Jahres! Ich hatte ein Endzeitdrama mit vielen heftigen, actionreichen Szenen erwartet, aber bekam dann eine Geschichte der leisen Töne serviert. Die Erzählung schwankt zwischen verschiedenen Zeitebenen und bildet daher permanent eine Brücke zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Die Figuren sind wunderbar gezeichnet; durch die Zeitsprünge kann man eine Entwicklung verfolgen und außerdem sind viele Figuren auf wundersame Weise miteinander verknüpft, manchmal auch ohne es zu wissen. Das hat die Autorin wirklich grandios aufgebaut und durch ihren verträumten Schreibstil eine melancholische Atmosphäre in einer verlorenen Welt geschaffen, jedoch nicht ohne Hoffnung. Die Aspekte der Schauspielerei und der Comiczeichnerei haben mich zusätzlich fasziniert und mir einen interessanten Blickwinkel geboten. Ein klare Leseempfehlung, intelligente Unterhaltung auf sehr hohem Niveau. 

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Eine etwas andere Dystopie

Inhalt
Der Schauspieler Arthur Leander steht als König Lear auf der Bühne des Elgin Theaters in Toronto. Während der Vorstellung bricht er zusammen und stirbt an einem Herzinfarkt. Diese Szene ist der Anfang des Buches und der zeitliche Wendepunkt dieser Geschichte, denn es ist bereits ein tödlicher Grippevirus auf der ganzen Welt dabei sich rasend schnell auszubreiten.

Die Handlung teilt sich nun auf in „davor“ und „danach“. Zum einen wird Arthurs Lebensgeschichte erzählt. Er kommt als junger Mann nach Toronto mit dem Ziel Schauspieler zu werden. Wir erleben seinen Aufstieg und Ausschnitte aus seinem Privatleben bis hin zu seinem Auftritt als König Lear.
Zum anderen bekommen wir Eindrücke, was sich nach seinem Tod nach Ausbruch der Pandemie ereignet.

Meine Eindrücke
Wir leben unser Leben in dem Gefühl zu wissen, wie unsere Zukunft aussieht. Wir arbeiten, essen, leben und schlafen und denken, dass es immer so weitergeht, Tag für Tag, Jahr für Jahr. Genau darum geht es in diesem Buch.
Anhand Arthurs Leben wird gezeigt, wie trügerisch dieses Gefühl der Sicherheit ist und wie wenig planbar das Leben. Die Probleme der Vergangenheit sind belanglos angesichts der Probleme denen sich die Überlebenden gegenübersehen. Trotzdem hinterlässt er Spuren, die auch 20 Jahre später noch zu finden sind.
Viele Menschen, die in Arthurs Leben eine Rolle gespielt haben, überleben und anhand ihrer Geschichte erleben wir zum einen Arthurs Leben und dann wieder was sich nach Ausbruch der Grippe ereignet hat, was aus ihnen wurde, wie unterschiedlich ihr Leben 20 Jahre später aussieht.

Nach und nach erfahren wir, was nach Ausbruch der Grippe passiert ist und wie es den Überlebenden ergangen ist. Nur selten werden direkt Gewaltszenen beschrieben, doch die Autorin schafft es auch so, dass deutlich wird, was die Menschen erlebt haben und dass man nur überlebt hat, wenn man bereit war sich zu wehren und im Notfall auch zu töten.
Die beklemmende Atmosphäre ist jederzeit spürbar und ein Gefühl von Sicherheit kommt nur selten auf.
Alles was bisher selbstverständlich war wird nach und nach aufgebraucht, bis alle Ressourcen erschöpft sind. Essen und Wasser werden zum kostbaren Gut. Da es keinen Strom mehr gibt und das Benzin aufgebraucht ist, gibt es weder funktionierende technische Geräte, noch Medikamente und die anderen Selbstverständlichkeiten unserer Zivilisation wie z.B. Kreditkarten und Handys sind nutzlose Dinge.
In dieser Zeit reist Kirsten mit der Künstlergruppe „Symphonie“ durch das Land um die vereinzelten Siedlungen mit Musik und Theater zu unterhalten. „Überleben allein ist unzureichend“ ist dabei ihr Leitspruch.

Wir erfahren nur, wie es nach der Pandemie in einem kleinen Teil von Nordamerika aussieht. Vom Rest der Welt wissen wir genauso wenig wie Kirsten und die Symphonie. Es steht jedoch die Vermutung im Raum, dass die Georgische Grippe etwa 99% der Weltbevölkerung das Leben gekostet hat.

Die Geschichte wird in einem melancholischen und epischen Schreibstil erzählt, der auch ohne das Beschreiben von Gewaltszenen den Schrecken nach Ausbruch der Grippe deutlich spürbar macht.

Besonders spannend war es für mich die Menschen aus Arthurs Leben zu entdecken, welche die Pandemie überlebt hatten. Nicht immer waren sie auf den ersten Blick erkennbar, was zum Spekulieren über ihre Identität eingeladen hat.

Dieses Buch unterscheidet sich deutlich von den Dystopien, die ich bisher gelesen habe. Zum einen beschäftigt es sich zu großen Teilen mit der Zeit vor der Pandemie, zum anderen verzichtet die Autorin fast ganz auf Action und direkte Konfrontationen.

Alles in allem habe ich das Buch gerne gelesen.

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(Aktualisiert: 21 September 2015)
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Die Welt macht das Licht aus

Emily St.John Mandel - "Das Licht der letzten Tage" - PIPER
Toronto
Mit Shakespeare fängt alles an..
Der Schauspieler Arthur Leander stirbt auf den Brettern, die die Welt bedeuten. Schneller als King Lear sein Land in Chaos und Ödnis zurücklässt, greift er sich ans Herz und spürt den letzten Schlag. Ein ehemaliger Journalist erkennt die Anzeichen und stürmt die Bühne und versucht Arthurs Leben zu retten, Herzmassage und Mund-zu-Mund-Beatmung nützen leider nichts mehr, sehr zum Entsetzen der kleinen Kirsten, die eine Kinderrolle in dem Stück hat. Sie spielt die Cordelia.

Bis dahin weiß noch niemand, das ein gefählicher Virus im Anmarsch ist. Den Flug Moskau/Toronto überlebt niemand. Die georgische Grippe ist wie eine Sintflut, fast alle rafft sie dahin, pandämische Ausmaße, 48 Stunden, denen fast keiner entfliehen kann.
Die verschneite Autobahn ist verstopft, der Flugverkehr wird eingestellt, Schiffe liegen nutzlos im Hafen, wie im Trockendock. Die Situation spitzt sich zu, verlassene Geschäfte und Häuser verleiten zu Plünderungen, eine Polizei gibt es nicht mehr, Überlebende sind auf sich gestellt. Allein. Da nichts mehr auf der Erde so ist, wie vor wenigen Tagen, beginnt eine neue Zeitrechnung, die wieder bei 0 beginnt. Alle, denen das Virus nichts anhaben konnte, besteht eine schwierige Zeit bevor, bedrohlich und auch gefährlich. Durchkämpfen heisst die Devise. Kirsten hat drei Messer und jede Menge Talent um sich zu beschützen. Sie schließt sich einer Schauspielgruppe an, der fahrenden Symphonie. Manchmal gelangt das "reisende Volk" an Orte, ähnlich wie dem "Wilden Westen". Der Stärkere hat das Sagen und selbsternannte Propheten streuen falsche Hoffnung auf die Angst.

Die Welt macht das Licht aus - im Sinne des Wortes. Elektrizität, Internet, Autos, Flugzeuge, all das gehört der Vergangenheit an. Smartphones und Spielekonsolen haben nur noch nostalgischen Wert, die eigene Kreativität ist wieder gefragt.
Der Sternenhimmel, ist das einzige Licht in der Nacht, die Sehnsucht ist groß.

Unterhaltsame Endzeitlektüre, Spannung gemischt mit Poesie, ein Leseerlebnis, das zum Nachdenken anregt.
Die Welt ist kein beständiger Ort, das hat William Shakespeare schon gewusst..

“This cold night will turn us all to fools and madmen.”
William Shakespeare, King Lear

Zitat aus: "Das unentdeckte Land"
Chekov: "Welchen Kurs, Captain?"
Kirk: "Der zweite Stern von rechts. Bis zum Morgengrauen."

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Ausdrucksstarke Atmosphäre

"Station Eleven", wie "Das Licht der letzten Tage" im englischen Original heißt, hat durch unglaublich viele begeisterte Stimmen bereits viel Staub aufgewirbelt. Auch die deutsche Ausgabe ist mit einer Kurzrezension von George R.R. Martin ausgestattet, das kann die Erwartungen doch nur in die Höhe schnellen lassen. Poetischer Schreibstil, interessante Erzählweise, ein Buch, das es so noch nicht gab. All das wird versprochen. Keine Frage: Ein tolles Buch habe ich mit "Das Licht der letzten Tage" tatsächlich gelesen, meine Welt hat es durch seine Großartigkeit allerdings nicht verändert.

Der Einstieg in diese Geschichte erfolgt mit einer Theateraufführung von King Lear. Shakespeare wird bis zum Ende eine wichtige Rolle spielen, genauso wie dieser Abend, der immer wieder auftauchen wird und der Personen einführt, um die es sich später immer wieder drehen wird. Dieser Abend ist allerdings nicht nur durch die Ereignisse bei der Aufführung bedeutend, sondern auch, weil zur gleichen Zeit der Beginn der Epidemie angesetzt werden kann. Die Georgische Grippe hat sich rasend schnell auf der ganzen Welt verbreitet, innerhalb von Stunden gibt es kein Krankenhaus mehr, das nicht unter Quarantäne steht, und man steckt sich schneller an als man ins Auto steigen könnte. Das sowieso nichts mehr nützen würde, weil die Straßen sofort verstopfen oder weil man innerhalb von ein paar Stunden an der Grippe stirbt.

"Das Licht der letzten Tage" ist allerdings nicht nur ein post-apokalyptischer Roman, mindestens die Hälfte der Seiten spielt in der Vergangenheit, die restlichen Seite zeigen die Welt im Jahre 20 nach der Epidemie. Eine nicht lineare Erzählweise ist das, was dieses Buch auszeichnet. Die Autorin springt hier hin und her, mal ins Jahr 20, dann wieder in zum Tag der Apokalypse oder auch noch weiter zurück. Auf den ersten Blick folgt dies keinem deutlichen Muster, bereitet aber ganz viel Lesegenuss, weil sich Beziehungen und Zusammenhänge dadurch ziemlich verknoten und nur langsam auflösen. Das Spekulieren darüber, wer nun was in der neuen Welt macht oder ob überhaupt und was das denn alles mit all den Ereignissen und Beziehungen in der Vergangenheit zu tun hat, haben mir hier am allermeisten Spaß gemacht. Der Schreibstil, der tatsächlich sehr schön ist, trägt natürlich auch dazu bei. Als poetisch würde ich ihn dennoch nicht beschreiben. Natürlich gibt es poetische und schön klingende Sätze, diese herrschen allerdings nicht vor. Viele Abschnitte enthalten auch bloß viele kurze Sätze aneinander, die eher hektisch und abgehackt wirken.

Am ausdrucksstärksten empfand ich hier die Atmosphäre, egal in welcher Zeit sich die Geschichte gerade aufhielt. Die Hilflosigkeit und Leere im Jahre 20, die durch die Fahrende Symphonie, die Konzerte und Shakespeare-Aufführungen gibt, wieder Hoffnung und ein wenig Licht bekommen. Das Leben eines berühmten Schauspielers in der Vergangenheit, der mehrere Leben beeinflusst. Eine Sekte in der neuen Welt, die noch mehr manipuliert. All dies wird eindrücklich beschrieben und bereichert durch einige tiefgängige Charaktere, aber auch andere, zu denen ich bis zum Schluss keinen rechten Zugang finden konnte.

Ein bisschen hält dieses Buch schon, was die vielen begeistern Meinungen versprechen: Es ist in jedem Fall ein besonderes Buch, das meine Erinnerung nicht mehr verlassen wird.

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So schnell kann es vorbei sein

Als Arthur Leander vor den Augen seiner Kollegen während einer Shakespeare-Aufführung im Theater tot zusammenbricht, versucht der im Publikum sitzende Rettungsassistent Jeevan vergeblich, den Schauspieler ins Leben zurückzuholen. Damit sind schon die Grundsteine für die spätere Handlung gelegt, denn einige von diesen Menschen und ihre Familien - selbst Shakespeare - spielen noch wichtige Rollen. Niemand ahnt zu diesem Zeitpunkt, dass kurz danach innerhalb weniger Tage fast die gesamte Weltbevölkerung von einer Pandemie ausgerottet sein wird. Zwanzig Jahre später zieht ein Schauspielerensemble samt Orchester durchs fast menschenleere Land und gibt Shakespeare-Stücke. Eines der Mitglieder ist Kirsten, die damals den Tod von Arthur auf der Bühne miterlebte. Viel ist ihnen nicht geblieben, aber Kirsten besitzt aus der alten Zeit noch zwei Comic-Hefte, die sie wie einen Schatz hütet. Diese beiden Hefte sind das Verbindungsglied zwischen der alten und der neuen Welt, den Schauspielern von damals und heute.

An den häufigen Wechsel zwischen den Tagen vor und nach der Pandemie muss man sich erst gewöhnen. Neben den Ereignissen im Jahr 20 wird Arthurs Werdegang als Schauspieler und sein Leben als Ehemann nachvollzogen, außerdem werden auch die Erlebnisse mancher Protagonisten während der unmittelbaren Gefahr durch die Grippewelle geschildert. Die Handlungsstränge sind aber gleichermaßen spannend, weil immer mehr Zusammenhänge zwischen diesen drei Zeitebenen erkennbar werden. Deshalb kann man das Buch auch nicht als reine Dystopie bezeichnen. Davon unterscheidet es sich ohnehin schon durch das geringe Maß an Gewalt, die in der Handlung vorkommt.

Nach einem solchen globalen Desaster müssen sich die Überlebenden neu organisieren. Emily St. John Mandel zeigt eindrucksvoll zwei mögliche Systeme, die daraus entstehen können, und welche Folgen sie haben. Zum einen die Gruppe mit einem einzelnen Führer, der mit Druck seine Macht ausübt; zum anderen eine Gruppe nach demokratischem Vorbild, deren Mitglieder sich gegenseitig unterstützen. Jeder trägt zum Wohl der Gemeinschaft das bei, was er zu leisten vermag, und lässt alle davon profitieren. Es beweist, dass ein Miteinander die Menschen weiterbringt.

Die Charaktere waren sehr glaubhaft gezeichnet, selbst wenn sie farblos oder oberflächlich erschienen. Auch im wahren Leben sind nicht alle Menschen strahlende Persönlichkeiten. So wirkt alles viel realer.

Sprachlich lässt das Buch Wünsche offen. Von einem "poetischen Roman", wie es der Klappentext ausdrückt, ist kaum etwas zu spüren. Sicher gibt es Stellen, die schön formuliert sind, aber Poesie geht anders. Vielmehr kommen immer wieder Abschnitte vor, die recht leger geschrieben sind, wogegen aber nichts einzuwenden ist, weil sie zu der entsprechenden Szenerie passen.

Das Ende gefiel mir - ein "Lichtblick" in zweierlei Hinsicht. Man bekommt als Leser den Spielraum, sich eigene Gedanken über einen möglichen Fortgang der Geschichte zu machen.

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Zarte, nachdenkliche Geschichte, die mir zu trocken und langweilig war

Klappentext
„Niemand konnte ahnen, wie zerbrechlich unsere Welt ist. Ein Wimpernschlag, und sie ging unter. Doch selbst jetzt, während das Licht der letzten Tage langsam schwindet, geben die Überlebenden nicht auf. Sie haben nicht vergessen, wie wunderschön die Welt war. Sie vermissen all das, was einst so wundervoll und selbstverständlich war, und sie weigern sich zu akzeptieren, dass alles für immer verloren sein soll. Auf ihrem Weg werden sie von Hoffnung geleitet – und Zuversicht. Denn selbst das schwächste Licht erhellt die Dunkelheit. Immer.“

Gestaltung
Das Cover gefällt mir wirklich ausgesprochen gut, da ich vor allem den Himmel mit seinem Farbverlauf wunderschön finde. Auch die Skyline der Stadt gefällt mir sehr gut. Es passt hervorragend zur Geschichte, da es für mich Ernsthaftigkeit und erwachsene Themen widerspiegelt. Auch passen die Farben meiner Meinung nach sehr gut zu diesem Roman.

Meine Meinung
Angezogen hat mich an diesem Buch einerseits das traumhaft schöne Cover und andererseits die Tatsache, dass es ein Endzeitroman ist. Ich erwartete dramatische Szenen, Kämpfe, Action, Rasanz und noch so vieles mehr. Doch was habe ich bekommen? Eine Handlung, die sich ziemlich in die Länge zog und bei der ich mich eher durchkämpfen musste.

„Das Licht der letzten Tage“ war nicht schlecht, nein, keineswegs! Es war ein sehr ruhiger, nachdenklich stimmender, zarter Roman, der sich durch den sehr einfühlsamen Schreibstil der Autorin ausgezeichnet darauf versteht, die kleinen Dinge einzufangen. Es gibt verschiedene Zeitabschnitte und je weiter man liest, desto mehr erkennt man feine Verknüpfungen und Verbindungen zwischen den Figuren. Das war meiner Meinung nach wirklich toll gemacht! Ich habe selten so eine in sich unglaublich verbundene Geschichte gelesen.

Gefallen hat mir auch, dass wir Leser hier einmal den Anfang des Weltuntergangs bzw. der dystopischen Welt miterleben! Das ist etwas ganz besonderes, zumindest für mich, da ich dies so in anderen dystopischen oder Endzeit Romanen noch nicht erlebt habe. Meist wird nur am Rande erwähnt, wodurch die Veränderungen der Welt gekommen sind, aber hier erleben wir die Anfänge direkt mit! Erst dann gibt es einen Sprung und der Leser findet sich 20 Jahre nach der Epidemie, welche den Auslöser des Untergangs der menschlichen Rasse darstellt, wieder. Auch das Ende fand ich sehr passend für die Geschichte, da es einen kleinen Hoffnungsfunken gibt und der Rest der eigenen Fantasie überlassen wird.

Aber insgesamt muss ich sagen, dass ich etwas ganz anderes erwartet habe. Gar nicht so eine ruhige, eng verknüpfte Geschichte, sondern eher...ja etwas lautes, dramatisches (wobei es ja schon dramatisch zu ging, aber ich meine dramatisch eher im Sinne von Kämpfen) und actiongeladenes. Ich habe mich eher gelangweilt beim Lesen, vieles war mir zu verworren und Spannung kam nur streckenweise auf.

Fazit
Mit “Das Licht der letzten Tage” begegnet uns ein ruhiges Endzeitsetting, das zum Nachdenken anregt. Wer aber wie ich Action und rasante Szenen erwartet, der ist hier falsch gewickelt. Schön sind die vielen Querverbindungen zwischen den Figuren und das Ende. Aber ansonsten kam bei mir nur streckenweise Spannung auf.
3 von 5 Sternen!

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