Jonathan Safran Foer: Extrem laut und unglaublich nah

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Jonathan Safran Foer: Extrem laut und unglaublich nah
Verlag
ET (D)
2005
Ausgabe
Taschenbuch
Originaltitel
Extremly loud and incredibly close
ET (Original)
2003
ISBN-13
9783596169221

Informationen zum Buch

Seiten
436

Sonstiges

Übersetzer/in
Erster Satz
Wie wäre es mit einem Teekessel?

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Oskar Blum ist altklug und naseweis, hochbegabt und phantasievoll. Eine kleine Nervensäge, die schon mit neun Jahren eine Visitenkarte vorweist, auf der sie sich als Erfinder, Schmuckdesigner und Tamburinspieler ausweist. Vor allem aber ist Oskar todtraurig und tief verstört. Auch noch zwei Jahre nachdem sein Vater beim Angriff auf das World Trade Center ums Leben kam. Nun will er herausfinden, warum Eli Blum, der ein Juweliergeschäft hatte, sich ausgerechnet an diesem Tag dort aufhielt. Mit seinem Tamburin zieht Oskar durch New York und gerät in aberwitzige Abenteuer.

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Was für ein wunderbares, schönes, trauriges Buch!

Ich habe jede einzelne Sekunde genossen die ich mit Oskar verbringen durfte. Aus etwas Schlechtem, Traurige erwächst dann wohl doch etwas Gutes? Denn trotz der Umstände die der Grund sind warum Oskar sich überhaupt erst auf die Suche macht, steht am Ende die Hoffnung und nicht die Resignation.
Jonathan Safran Foer hat einen so wunderbaren Ton gefunden diese Geschichte zu erzählen. Gewohnt ungewöhnlich erfährt man nach und nach diese Familiengeschichte, die so schön und traurig zugleich ist. Beim Lesen dachte ich immer wieder "Was für ein schönes Buch!". Irgendwie kann Ich es letztendlich nicht anders ausdrücken. Es sind eher Gefühle die ich nicht so genau beschreiben kann. Aber sie liegen irgendwo zwischen Melancholie und tiefem Wohlbefinden. Oskar ist mir sehr ans Herz gewachsen und allein wie Foer auch die anderen Figuren agieren lässt macht, die Geschichte umso eindringlicher. Vor allem auch durch die Thematik, denn wer beschäftigt sich denn wirklich genauer mit den Angehörigen der Opfer des elften September. Wer stellt die Frage wie sie weiterleben. Wer weiß denn wirklich wie tief der Schmerz des Verlustes wirklich ist? Nie wird man das wirklich wissen, wenn man es nicht erlebt hat. Eine Ahnung davon kann man jedoch hier finden und gleichzeitig auch die Gewissheit, dass eben trotz allem auch Gutes weiterhin auf der Welt ist und wie wichtig es ist sich das zu erhalten.
Früher habe ich mich manchmal gefragt was an den Romanen von Foer so toll sein soll, inzwischen denke ich: Wie kann man seine Bücher nicht mögen?

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Der neunjährige Oskar hat bei den Anschlägen auf das World Trade Center seinen über alles geliebten Dad verloren, seinen Papa und Kumpel in einer Person. Einige Zeit später findet er im Zimmer des Vaters einen versteckten Schlüssel und fragt sich, welches Schloss der wohl öffnen wird und was sich dahinter verbirgt. Sicher ist er sich nur darin, dass das etwas mit seinem Vater zu tun haben muss.

Wild entschlossen macht sich der phantasiebegabte Junge, der ständig über Gott und die Welt nachdenkt und sich die schrägsten Erfindungen ausdenkt, auf die Suche nach dem Schloss zum Schlüssel. Bei dieser Suche macht er nicht nur zahlreiche interessante neue Bekanntschaften, sondern deckt auch einiges an Familiengeschichte auf.

Unter den inzwischen sehr zahlreichen Büchern, die ich gelesen habe, gab es wenige, die mich dermaßen berührt haben wie dieses. Oskars Schmerz und Trauer über den Verlust seines Dads springen einem förmlich von den Seiten entgegen, intensiv brechen seine Gefühle über den Leser herein, ungefiltert und unsentimental, wecken Erinnerungen, wie man selbst den 11. September 2001 erlebt hat, eines dieser Ereignisse, die man selbst als Nicht-Betroffener nie vergessen wird. Häufig musste ich schlucken, hatte Tränen in den Augen, um im nächsten Absatz wieder über Oskars verrückte Erfindungen lachen zu müssen, bis mir das Lachen erneut im Halse steckenblieb.

Oskar ist ein etwas sonderbares, altkluges Kind, einerseits viel reifer und reflektierter als seine Altersgenossen und in anderen Belangen hinter ihnen zurück. Nicht unbedingt ein Kind, das man auf den allerersten Blick sofort mögen würde, aber ich habe ihn recht schnell ins Herz geschlossen.

Neben seinen Erlebnissen und Empfindungen erfahren wir die Lebensgeschichte seiner Großeltern, die während des zweiten Weltkrieges ähnlich traumatische Erfahrungen machen mussten. Ein Grundthema des Buches ist also nicht 9/11 alleine, sondern menschengemachte Tragödien wie Anschläge und Bombenangriffe im allgemeinen, die so unnötig Tod und Leid und Schmerz bringen. Trotzdem ist es kein hoffnungslos deprimierendes Buch, auch wenn es viele sehr traurige und aufwühlende Passagen gibt, die an die Nieren gehen. Oskars Entschlossenheit und Mut bei der Suche nach dem Schloss sind sicherlich eine bessere Therapie als die, die er bei seinem unfähigen Kinderpsychologen machen soll, und sowohl sein Humor als auch gewisse Situationskomik lockern den dunklen Grundton des Buches angenehm auf.

Keine leichte Kost, aber ein großartiges Buch!

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Extrem laut und unglaublich nah ist ein gelungener Roman, der sich mit dem Verlassenwerden auseinandersetzt. Anhand des Schicksal eines 9jährigen, sowie den Memoiren seiner Großeltern wird eine Familiengeschichte erzählt, die von Verlusten geprägt ist. Der Verlust des Vaters/Sohnes bei dem Terroranschlag 9/11 und den Verlust der Sprache des Großvaters seien hierbei erwähnt. Der Roman ist spannend und unterhaltsam und fällt besonders dadurch auf, dass das Textbild sich an die Geschichte anpasst. Fotos runden das Erleben perfekt ab. Ein gelunger Roman, den es sich zu lesen lohnt.

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