Claudia Brendler: Fette Fee

 
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Claudia Brendler: Fette Fee
Verlag
ET (D)
2015
Ausgabe
Taschenbuch
ISBN-13
9783423215664

Informationen zum Buch

Seiten
304

Sonstiges

Originalsprache
deutsch
Erster Satz
Der erste Satz muss ein Knaller sein.

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Handlungsort

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Jill heißt eigentlich Gundula, ist Anfang 40 und bastelt in Berlin vergeblich an ihrer Karriere als Comedian. Mit neuem Agenten wittert sie ihre große Chance in Köln. Vorübergehend quartiert sie sich bei ihrem Ex-Freund Armin ein. Der hat allerdings schon Besuch von seiner15-jährigen Tochter. Felicia verbirgt ihren massigen Körper unterzeltähnlichen Pullovern, schwänzt die Schule, hat keine Freunde und flüchtet sich in eine selbst erfundene Fantasiewelt, in der sie eine schlanke, selbstbewusste Fee ist. Vorsichtig nähern sich Jill und Felicia einander an, bis Jill zufällig Felicias geheime Geschichten entdeckt und die zündende Idee für eine erfolgversprechende Comedy-Nummer hat. Ihr Agent ist begeistert, und noch ahnt Felicia nichts von Jills Plan …

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Eine tragikomische Geschichte mit viel Tiefgang

Die erfolglose Comedian Jill G. bekommt in Köln ein Angebot für den Auftritt in einer Show: ihre letzte Chance nach dem glücklosen Engagement in Berlin. Hals über Kopf bricht sich nach Köln auf und quartiert sich kurzerhand bei ihrem Exfreund Armin ein – und stellt überrascht fest, daß seine 15-jährige Tochter inzwischen bei ihm wohnt. Felicia ist stark übergewichtig, verschlossen und meistens schlecht gelaunt. Dennoch entwickelt Jill Muttergefühle für das Mädchen und will mehr über sie erfahren – mit chaotischen Folgen …

Bisher kannte ich von Claudia Brendler nur ihr humoristisches Buch „Dösende Möwen“, mit dem sich allerdings dieses Buch überhaupt nicht vergleichen läßt. „Fette Fee“ hat mehr Tiefgang mit traurigen Momenten und unschönen Wahrheiten, denen sich die Protagonisten stellen müssen. Das Buch spricht nicht nur die Probleme des Erwachsenwerdens an, sondern auch die schonungslose Auseinandersetzung mit der eigenen Vergangenheit, mit den eigenen Schwächen und Stärken, die immer wieder verdrängt werden, aber auch mit der Poesie und der Kraft von Worten und den Welten, die daraus entstehen können.

Schicht für Schicht legt die Autorin das Innenleben ihrer Figuren frei und ich mußte dabei mehr als einmal meine erste Meinung über bestimmte Figuren revidieren. Aber auch die Charaktere erfahren und erkennen sich dadurch neu, was für ihre weitere Entwicklung entscheidend ist. Das authentische Ende des Buches konnte mich ebenfalls überzeugen.

Jill G. ist Anfang 40 und ehemalige Schauspielerin, die sich vor ein paar Jahren für die Comedy entschieden hat: mit sehr wechselhaftem Erfolg. Immer ist sie auf der Suche nach DEM Gag, ihre Suche hat etwas Zwanghaftes, da sie weiß, daß ihre Karriere auf der Kante steht. Darüber hinaus spielt sie für ihre Umwelt immer irgendwelche Rollen und man fragt sich als Leser, wie sieht die echte Jill aus, warum hat sie Angst, sich selber zu begegnen? Mich hat es anfangs etwas verwundert, daß Jill so schnell in Felis Leben rumschnüffelt, aber das löst ich im Laufe des Buches plausibel auf.

Felicia hat sich komplett von ihrer Umwelt zurückgezogen: aufgrund ihrer Fettleibigkeit ist sie beliebte Zielscheibe des Spotts in der Schule, Schokoriegel sind ihre einzigen Freunde. Sie hat sich eine eigene Phantasiewelt geschaffen, in die sie sich zurückzieht und der sie eine strahlende Heldin ist. Umso genervter ist sie von Jills Eindringen in ihre Welt, die im Gegensatz zu ihrem Vater nicht so schnell aufgibt.

Ein sensibler Roman über eine ungewöhnliche Frauenfreundschaft, die weite Kreise zieht. Ich freue mich schon sehr auf die weiteren Werke der Autorin.

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Fette Fee - poetisch, traurig und hoffnungsvoll zugleich

Jill ist 40 und wartet noch immer auf den Durchbruch als Comedian. Als sie ihre Felle in Berlin davonschwimmen sieht, macht sie sich auf nach Köln. Ein neuer Agent und ein neuer Coach sollen ihr helfen. In Kölln angekommen zieht sie kurzerhand bei ihrem Exfreund Armin ein, der sie aufnimmt. Nicht gerechnet hatte Jill dabei mit einem weiteren Gast. Armins Tochter Felicia ist übergewichtig und weltfremd, und verbringt ihre Zeit am liebsten in ihrer Fantasywelt. Als Jill ihre Geschichten findet ist sie fasziniert, und wittert sofort eine neue Nummer, doch dann kommen ihr ihre Gefühle für Feli zunehmend in die Quere.

Während die 40 jährige Jill mit ihren wilden Locken und ihrer lebendigen Art an einen Teenager erinnert, wird die 15 jährige Felicia aufgrund ihres Übergewichts in der Schule gemobbt und zieht sich, wann immer möglich, in ihre Fantasiewelt zurück. Dort ist sie eine schlanke Fee, die mit starker Hand über ihr Reich herrscht. Ihr Vater Armin, der etwas schrullige Herausgeber einer Gedichts-Zeitschrift ist zwar ein kluger Mann, im Umgang mit seiner Tochter jedoch weit überfordert. Die Grundlage der Geschichte ist ein Haufen etwas skurriler Charaktere, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Was sich daraus entspinnt ist jedoch eine zarte Geschichte über Freundschaft und Ehrlichkeit. Die Figuren entdecken nicht nur die Geheimnisse der anderen, sondern lernen auch sich selbst neu kennen. Gemeinsam mit den Charakteren entdeckt man Schritt für Schritt, dass nicht jeder ist, wie der erste Eindruck ihn erscheinen lässt. Das mehr hinter den Menschen steckt, und man den wahren Kern finden kann, wenn man sich nicht entmutigen lässt. Eine Geschichte, die zum Nachdenken anregt, traurig stimmt, und gleichzeitig Hoffnung macht.

Claudia Brendler hat dabei einen für mich etwas ungewöhnlichen, aber passenden Schreibstil, der mit jung und belebt daher kommt, und dem Leser Bilder in den Kopf zaubert. Ihren Charakteren schenkt sie nichts, lässt sie in schwierigen Situationen aber auch nicht hängen, und schafft es dabei, eine positive Charakterentwicklung authentisch darzustellen. Die Charaktere geben sich dabei gegenseitig Starthilfe, und insbesondere Jill schafft es, Feli Mut zu machen, obwohl sie selber in einer verzwickten Situation steckt.

Fazit
Ich war mir am Anfang nicht sicher, ob es wirklich ein Buch für mich ist, wurde aber positiv überrascht. „Fette Fee“ ist ein faszinierender Roman über zwei unterschiedliche Frauen, Vertrauen, Ehrlichkeit, auch mit sich selbst, und die wahre Bedeutung von Freundschaft. Mal traurig, mal komisch aber immer authentisch.

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