Charlotte Roche: Feuchtgebiete

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Charlotte Roche: Feuchtgebiete
Verlag
ET (D)
2008
Ausgabe
Taschenbuch
ISBN-13
9783832180577

Informationen zum Buch

Seiten
219

Sonstiges

Erster Satz
Solange ich denken kann, habe ich Hämorrhoiden.

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Nach einer missglückten Intimrasur liegt die 18-jährige Helen auf der Inneren Abteilung von Maria Hilf. Sie wartet auf den Besuch ihrer geschiedenen Eltern, in der irren Hoffnung, die beiden könnten sich am Krankenbett der Tochter endlich versöhnen. Unterdessen nimmt sie jene Bereiche ihres Körpers unter die Lupe, die gewöhnlich als unmädchenhaft gelten, und lässt Krankenpfleger Robin die Stellen fotografieren, die sich ihrem neugierigen Blick entziehen. Nebenher pflegt sie ihre Sammlung von Avocadokernen, die ihr auch in sexueller Hinsicht wertvolle Dienste leisten. Selbst wenn Helens Besessenheit eine Notoperation nötig werden lässt - ihr ungestümer Witz und ihre Wahrhaftigkeit machen sie zu einer Sensation nicht nur auf der Station des Krankenhauses. Sie spricht aus, was andere nicht einmal zu denken wagen. »Feuchtgebiete« ist eine Exkursion zu den letzten Tabus der Gegenwart. Mutig, radikal und provokant rebelliert Charlotte Roches Roman gegen Hygienehysterie und die sterile Ästhetik der Frauenzeitschriften, gegen den standardisierten Umgang mit dem weiblichen Körper und seiner Sexualität - und erzählt dabei die wunderbar wilde Geschichte einer ebenso genusssüchtigen wie verletzlichen Heldin.

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Reine Provokation

Die Heldin dieser Geschichte, Helen Memel, ist sehr unkonventionell wenn es um Hygiene geht. Sie verzehrt prinzipiell gerne diverse Körperausscheidungen, will sich und der Welt beweisen, dass wir alle bakterienparanoid sind, indem sie extra versucht, besonders viele fremde Bakterien einzufangen und dafür ihre möglichst weit in der Welt zu verteilen.
In der Zeit, die sie - aufgrund einer Analfissur - im Krankenhaus verbringt, lernen wir als Leser aber eine ganz andere Seite dieser jungen Frau kennen. Ihr sehnlichster Wunsch ist es, ihre geschiedenen Eltern wieder zusammen zu bringen. Es ist beinahe erschreckend, wie schnell die ständig an Sex denkende Helen sich in ein verletzliches Mädchen verwandeln kann.

Sprachlich ist das Buch ziemlich derb. Da wird alles beim Namen genannt und zwar meistens nicht beim klinisch korrekten. Das alleine ist für mich noch kein Problem, auch wenn ich es - zugegebenermaßen - recht unmädchenhaft finde. Süß fand ich, dass Helen oft den Begriff "Poloch" verwendet. Da musste ich eigentlich immer etwas schmunzeln, aber wenn man sich's recht überlegt, verwendet man selten Wörter für diesen Körperteil, wenn man sich ernst darüber unterhalten will. Dann eher als Schimpfwort.

Was die diversen Ekelszenen betrifft, so kann ich teilweise entwarnen. Natürlich sind die Dinge, die Helen so anstellt ziemlich ekelig, aber ich finde sie wesentlich weniger verstörend als so manchen blutigen Film oder Roman, den ich gelesen habe, in denen Mörder ihren Opfern grauenvolle Dinge antun. Helens ekelige Aktionen beschränken sich (meistens) auf ihren eigenen Körper und auch wenn mir hin und wieder beim Lesen ein lautes "Igitt!" ausgekommen ist, so denke ich mir im Nachhinein immer: Ach, wenn's ihr Spaß macht. Solange mich keiner zwingt, sowas zu tun. *brrr*

Die Idee, die Charlotte Roche mit diesem Buch dem Leser vermitteln will, kommt allerdings eher schlecht rüber. Da fand ich die Interviews mit der Autorin wesentlich aufschlussreicher. Helen spricht Themen an, bei denen ich ihr teilweise sogar zustimmen konnte - den Rasurzwang bei Frauen, der panischen Angst, die einem oft gemacht wird wenn man einmal vergisst sich die Hände zu waschen, etc. etc. Helen führt dazu zahlreiche Experimente durch, die meistens total übertrieben sind, bei denen ich mich aber ernsthaft dafür interessieren würde, ob sie wirklich funktionieren würden. Sprich: Wenn tatsächlich jemand ausprobiert, wie Helen auf Hygiene zu verzichten, würde er dan wirklich so kerngesund sein? Ich persönlich glaube es nicht. Wobei sich mir die Frage stellt: Glaube ich das nicht, weil es mir so beigebracht wurde, oder weil es stimmt. Womit Frau Roche zumindest in einem Punkt Recht behält. Die Gesellschaft impft uns allen Dinge ein, die sich so in unsere Psyche einfressen, dass wir uns selbst kaum mehr dagegen wehren können.

Ein Buch, das provoziert und auf alle Fälle zum Nachdenken anregt, aber handlungstechnisch und sprachlich nicht überwältigend ist.

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(Aktualisiert: 16 Juli 2015)
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Ein Buch, das die Welt nicht braucht...

Ein Buch, das die Welt nicht braucht...

... das ist für mich definitiv "Feuchtgebiete" von Charlotte Roche.

Man hat schon viel gehört und die Meinungen sind vollkommen verschieden, deshalb möchte ich versuchen das Buch zu beurteilen ohne dabei näher auf das einzugehen, was ich zuvor schon in den Medien gehört habe. Der Inhalt ist hinlänglich bekannt und viel mehr als in jeder Inhaltsbeschreibung steht, passiert auch nicht. Ich muss aber auch sagen, dass ich persönlich es als übertrieben finde, sich so extrem vor dem, was im Buch beschrieben wird, zu ekeln, wie es einige beschreiben. Natürlich ist sicher bei jedem die Ekelgrenze anders gelagert, aber für mich ist es nur ein Buch und nicht Realität. Genau wie jeder Krimi auch und müsste man da nicht ebenfalls angeekelt sein von den Morden die dort auf brutalste Weise geschehen? Aber darüber regt sich auch niemand (mehr) auf.

Für mich persönlich also vollkommener Quatsch. Man muss es ja selbst nicht so machen. Ich empfinde es auch als sehr merkwürdig, wie die Autorin auf solche Ideen kommt, aber ich kann das buch gut lesen ohne dem größere Beachtung zu schenken. Bis aus die vielen und ausufernden Beschreibungen von Körperflüssigkeiten (deshalb wohl auch der Titel) und sexuellen Erfahrungen passiert wirklich nicht viel in dem Buch, außer eben, dass die Protagonistin Helen im Krankenhaus liegt und sich fast durchgängig langweilt und deshalb einen langen Monolog zu Körperflüssigkeiten und ihrem Umgang damit usw. hält.

Die Geschichte mit der Scheidung ihrer Eltern wird meiner Meinung nach viel zu kurz angeschnitten, um dies als Hauptinhalt des Buches zu nennen. Obwohl es schon so rüberkommt, dass Helen auch deshalb eine gestörte Wahrnehmung von bestimmten Dingen hat.

In manchen Abschnitten kommt es mir aber durchaus so vor, dass auch die Autorin selbst so denkt und das finde ich schon echt extrem bzw. teilweise sogar sehr dumm. Zu glauben, dass es nicht schädlich sein kann Hundekot zu essen z.B. - ich denke das hat nichts mit übertriebenem Hygienewahn zu tun, wenn man da an Würmer denkt und das ist nun auch nicht selten bei Hunden. Das jetzt nur um ein Beispiel zu nennen. Somit ist für mich das Buch einfach belanglos. Es passiert nichts, was von Bedeutung wäre. Es ist eher eine Auflistung von vielen Dingen, die möglichst schockieren sollen. Schockiert hat mich das nicht, sondern eher gelangweilt, denn auf der Gefühlsebene kommt bei diesem Buch nichts rüber.

Selbst wenn Helen sagt, dass sie allein ist und einsam, so kommt im nächsten Moment ein totel perfider Gedanke und man kann sich beim besten Willen dann nicht auf ihre Gefühle konzentrieren. Auch die Geschichte mit der Scheidung der Eltern und der Tochter, die darunter leidet, wäre ja nichts neues und ist in diesem Buch nach meiner Ansicht auch nur vorhanden, um ihm wenigstens den Anschein von etwas Sinnvollem zu verleihen. Bei mir hat das absolut nicht funktioniert. Und wie gesagt empfinde ich das Buch zum Teil auch als ziemlich unwissend geschrieben, denn wie hier manche Situationen beschrieben werden, ist schon echt bedenklich. Im Großen und Ganzen kann ich mich aber nicht über die Maßen über dieses Buch aufregen und natürlich auch keineswegs dafüre begeistern. Es ist halt da und wäre es das nicht, so hätte auch niemand etwas verpasst.

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(Aktualisiert: 16 Juli 2015)
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Absolut nicht lesens- und empfehlenswert!

Das wohl schlechteste Buch, was ich je gelesen habe.

Um ehrlich zu sein, habe ich es ja noch nicht mal bis zum Schluss geschafft. Nachdem ich ca. 40 Seiten gelesen habe, ist mir die Lust am weiterlesen gänzlich vergangen. Ich finde manche Passagen schon sehr ekelig und einfach absolut bäh... ich finde keine Worte. Mir ist es ein Rätsel, wie es dieses Buch in die Bestseller-Liste geschafft hat??? Und ich weiß auch nicht wie man sich so einen Mist ausdenken kann.

Absolut nicht lesens- und empfehlenswert!

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(Aktualisiert: 16 Juli 2015)
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Provokation

Provokation ist das einfachste Werkzeug um Aufmerksamkeit zu erregen. Und provozieren kann wirklich jeder! Manchmal ist weniger einfach mehr. Habe einige Passagen wirklich sehr angeekelt gelesen. Zudem hat das Buch einfach nichts gebracht außer mir kostbare Lebenszeit zu stehlen.

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