Sam Savage: Firmin. Ein Rattenleben

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Sam Savage: Firmin. Ein Rattenleben
Verlag
ET (D)
2008
Ausgabe
Gebundene Ausgabe
Originaltitel
Firmin. Adventures of a Metropolitan Lowlife
ET (Original)
2006
ISBN-13
9783550087424

Informationen zum Buch

Seiten
216

Sonstiges

Erster Satz
Ich hatte mir immer vorgestellt, dass meine Lebenserinnerungen, wenn ich sie jemals niederschreiben sollte, mit einem großartigen ersten Satz anfangen müssten: mit etwas Lyrischem wie Nabokovs "Lolita, Licht meines Lebens, Feuer meiner Lenden" oder, falls Lyrik nicht so mein Ding ist, vielleicht mit etwas Aphoristischem wie Tolstois "Alle glücklichen Familien ähneln einander; jede unglückliche Familie ist auf ihre eigene Weise unglücklich".

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Firmin wächst im Keller einer Bostoner Buchhandlung auf und liest sich Buch für Buch durch die Weltliteratur. Er entdeckt, wie spannend das Leben der Menschen ist, und macht sich auf, ihre Freundschaft zu suchen.

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Äußerlich bin ich von dem Buch begeistert. Der Einband, der aussieht, als hätte das Buch schon Risse und Abnutzungserscheinungen und auch der Rough Cut, den ich sonst meistens unpassend finde, gefällt mir sehr gut. Die Ratte auf dem Cover ist auch gut getroffen, genau so kann man sich Firmin vorstellen, so ist er auch im Buch beschrieben.

Firmin als Hauptfigur eines Romans gefällt mir sehr gut, ich finde ihn interessant, da er teilweise eindeutig als Ratte, andererseits dann doch sehr vermenschlicht auftritt. Sehr oft musste ich schmunzeln, oder auch laut lachen. Andererseits gibt es auch Szenen, in denen man Firmin bedauert, da er trotz seiner Belesenheit die Menschen nicht versteht und vieles falsch deutet.

Die Sprache und Erzählweise finde ich auch sehr gelungen. Es ist sehr passend für das Buch, dass Sam Savage seine kleine Ratte selbst erzählen lässt und den Leser auch manchmal persönlich anspricht. Firmins Andeutungen auf zukünftige Ereignisse bauen Spannung auf und wecken Interesse beim Leser. Das Buch lässt sich flüssig lesen, ist aber trotzdem sprachlich anspruchsvoll, schon alleine wegen den Zitaten und Andeutungen aus Klassikern der Weltliteratur.

Nachdem mir die Leseprobe noch sehr gut gefallen hat, wurde mir die Handlung schnell langweilig. Leider passiert viel zu wenig, Firmin beschreibt ein halbes Buch lang nur den Buchladen, in dem er lebt. Auch die "überraschenden" Wendungen waren wenig überraschend, sondern eher vorhersehbar. Das Ende war dann auch enttäuschend nichtssagend. Das letzte Kapitel hätte man gut und gerne weglassen können.

Die Idee des Romans und die äußere Aufmachung so wie die Sprache haben mir also durchaus gut gefallen und man hätte meiner Meinung nach viel mehr daraus machen können. Leider war die Handlung dann etwas flach und hat mich enttäuscht.

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Firmins Mutter wirft im Keller einer Buchhandlung 13 Junge; als jüngster und schwächster überlebt Firmin nur mit Mühe und Not den Kampf mit den Geschwistern um die 12 Milchzitzen. Bücher retten ihn über den ärgsten Hunger hinweg und als die Ratten alt genug für ein eigenes Leben auf der traße sind, bleibt Firmin dort, wo er geboren wurde, umgeben von Büchern und mit Kopfschütteln von der Familie zurückgelassen.

Obwohl der Roman fast schon fulminant beginnt, wird er traurig und ruhig und erzählt die Geschichte eines sehr einsamen Firmin. Der kann lesen, will sich mit den Menschen austauschen, kann aber im wahrsten Sinn des Wortes nicht aus seiner Haut raus. Zudem muss er auf harte Weise erfahren, dass die Menschen seine Gesellschaft gar nicht wollen. Ein bisschen versponnen ist er obendrein und kommt arg als Tagträumer an. Er liest z. B. medizinische Bücher und diagnostiziert daraufhin munter seine Umwelt. Ich hatte immer den Eindruck, er halte sich für etwas Besseres. Genau das Niveau, das er verdient zu haben glaubt, kann und wird er nie erreichen. Einen Menschen findet er, der ihn schätzt und bei sich aufnimmt - und doch zeigt auch diese Zeit melancholische Risse.

Firmin war für mich kein Sympathieträger, eher eine interessante Spezies. Er, der überdurchschnittliche Fähigkeiten hat, bleibt trotzdem irgendwo hängen und verliert für mein Empfinden ein bisschen den Bezug zur Realität. Sein verkopftes Auftreten kostet ihn eher das Leben, als dass es ihm Überleben sichert. Mitleid à la "die arme kleine Ratte" konnte ich für Firmin beim besten Willen nicht aufbringen.

Im Buch schienen mir manche Passagen etwas zu lang geraten, nicht immer waren Firmins ausschweifende Erzählungen interessant - zumal nicht wirklich viel passiert.

Das Buch wurde als Rough Cut verlegt, eine Buchkante ist also gezielt unsauber geschnitten. Das sieht bei einem Hardcover-Buch mit einem auf altes Pergament getrimmten Schutzumschlag gar nicht schlecht aus. Aber es ist beim Blättern nicht immer praktisch. Und man sieht dem Buch in der Tat an, das es gelesen wurde, denn hervorstehende Seiten kassieren schnell einmal einen leichten Knick. Mich erstaunt es, dass Rough Cut eingesetzt wurde, denn immerhin soll diese Schnitttechnik teuerer sein als der typisch glatte Beschnitt.

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Firmin - Eine waschechte LESERATTE

Firmin erzählt in diesem Buch seine Lebensgeschichte.

Firmin wächst als eines von 13 Rattenjungen im Keller einer Buchhandlung auf. Als schwächstes Mitglied seiner Familie hat er es jedoch von Anfang an nicht leicht. Um überhaupt etwas Milch abzubekommen muss er auf das warten was übrig bleibt. Vor lauter Hunger und Verzweiflung fängt er das gemeinsame Lager, welches aus Buchschnipseln besteht anzuknabbern, und fängt lansgam aber sicher Gefallen am erkauen von Papier. Mit der Zeit merkt er das jedes Buch seinen eigenen Geschmackt hat. Und plötzlich kann er lesen was auf den Buchrücke und Seiten geschrieben steht. Seine Liebe zur Literatur erwacht udn wird immer Stärker. Als alle seine Geschwister längst das Nest verlassen haben bleibt Firmin in der Buchhandlung und richtet sich dort sein Leben zwischen Büchern ein. Dort entdeckter immer mehr die Liebe zu Geschichten, udn im nahegelegenen Kino sogar die Liebe zum weiblichen Menschengeschlecht.

Doch diese Näherzu den Menschen und sein Vertrauen werden seinem Leben noch eine große Wende bringen.

Sam Savage schreibt in Firmin aus dem Blick einer Ratte. Man hat sehr oft wirklich das Gfühl direkt von Firmin angesprochen zu werden, fast so als ob dieser vor einem sitzt und seine Geschichte erzählt. Im Laufe des Buches wird Firmin immer menschlicher. Er berichtet von seiner Zuneigung zur Literatur und zu den Menschen. Gerne würde er aus seiner Haut schlüpfen und in die eines Menschen.

Der Schreibstil wirkt am Anfang noch gewöhnungsbedürftig, Firmins Art zu erzählen zieht einen jedoch schon nach wenigen Seiten komplett in seinen Bann. Ab da fliegt man nurnoch so durch Firminslebensgeschichte. Es liest sich weniger, wie der erwartete Fantasy/Kinderroman, sondern eher wie ein sozial kritisches Buch über unsere Gesellschaft und die Liebe zur Literatur und dem geschriebenen Wort.Passend zum Inhalt kommt dieses Buch im Rought Cut (mit zerfranztem Anschnitt) daher und vermittel so schon vor dem Aufschlagen den Eindruck Firmin hätte es schon angeknabbert. Auch das Vorhandensein eines Lesebändchens finde sehr ansprechend.


Fazit:

Nicht nur aber vor allem für Bücherliebhaber und "Leseratten eine wirklich gelungene Lektüre. Und ein sehr schön und passend aufgemachtet Buch. Ich hatte sehr viel Vergnügen an der Lektüre und werde dieses Buch bestimmt als Geburtstagsgeschenk für meine Lesenden Freund vormerken.

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Mochte ich bisher keine Ratten?

Das hat sich geändert, seit ich FIRMIN kenne! Ein Außenseiter unter seinesgleichen - eine literarische Ratte - ein Buch für alle, die Bücher lieben! Wenn man im Keller einer Buchhandlung als 13. in einem Wurf geboren wird, die Geschwister alle stärker, schneller und mutiger sind und die Mama eine Alkoholikerin ist - dann hat man es nicht leicht! Wenn das Nest aus Papierfetzen besteht und dann die Bücher auch irgendwann zur Nahrung werden, dann möchte man schon mal gerne im nächsten Leben ein Mensch sein und das ist Firmins größter Wunsch! Dieses Buch fesselt, wenn man als Leser soviel Fantasie hat, sich in Firmins Leben hinein zu versetzen.

Er bemerkt, dass er lesen kann, er hängt sich an den Chef der Buchhandlung, von dem er aber bitter enttäuscht wird, er liest die Klassiker rauf und runter und sucht den passenden ersten Satz für sein eigenes Buch! Er findet dann endlich einen Menschen, der sich um ihn kümmert und das Leben könnte so schön sein, wenn das Leben auf der Straße nicht so gefährlich wäre, wenn sein geliebtes Viertel nicht abgerissen und wenn sein Mensch nicht plötzlich sterben würde. Dieses Buch ist grandios geschrieben; wenn Firmin der Poet über das Leben philosophiert, geht mir das Herz auf! Hat wirklich viel Spaß gemacht. Und das Cover ist wunderschön gestaltet und der Blattschnitt ist wunderbar passend zum Buch.

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Liebe zu Büchern ist nicht nur Menschen vergönnt.

Als eines der 13 Geschwister wird Firmin geboren. Firmin ist der Kleinste und Schwächste von allen und geht um im Kampf um Nahrung unter. Überleben kann er nur indem er die Bücher frisst, die sich überall um ihn herum befinden. Mit der Zeit merkt Firmin, dass das was er da frisst auch was anderes ist als nur "Nahrungsersatz". Er liest sich durch die Literatur und lernt diese lieben. Dem Autor ist ein sehr schönes aber auch überaus trauriges Buch gelungen.

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Zunächst ein paar Gedanken zum Cover und dem Rough Cut. Das Cover hat mir von Anfang an gefallen, mit der Ratte Firmin darauf, der ein Buch liest. Er sieht sehr liebevoll gezeichnet aus und wenn man das Buch gelesen hat, passt die Figur auch super zu Firmin.

Dem Rough Cut stand ich zunächst etwas kritisch gegenüber. Doch auch das passt nach Lesen des Buches eigentlich gut zur Geschichte. Man kann sich regelrecht vorstellen, wie der kleine Firmin die Seitenränder angeknabbert hat und sie deswegen ungleich sind. Und da beginnt auch die Geschichte um Firmin. Firmin ist ein Rattenkind mit 12 Geschwistern, dessen Mutter, von Firmin Mam genannt, ihre Kleinen im Keller einer Buchhandlung zur Welt bringt und sie dort auch mehr oder weniger aufzieht, oder sie sich selbst überlässt. Denn sie hat es die meiste Zeit mehr auf Nahrungsbeschaffung (für sich selbst) abgesehen. Auch seine Geschwister kümmern sich nicht um Firmins Überleben: da die Mutter nur 12 Zitzen für 13 Babys hat, ist Firmin als der Kleinste und körperlich Schwächste klar benachteiligt und versucht sich, anders über Wasser zu halten: Er frisst die Bücher um ihn herum. Doch eines Tages entdeckt er die Funktion der Bücher und beginnt, sie zu lesen...

Schnell ist Firmin auf sich allein gestellt, als seine Mutter und Geschwister ihn nacheinander verlassen. Ob sich die Liebe zum Buchhändler Norman erfüllen lässt, wie sich die Freundschaft zu Hausbewohner Jerry entwickelt und was Firmin mit seinem Bücherwissen anstellt, lest selbst...

Besonders gefallen haben mir die Lebensweisheiten Firmins. Als Firmin seine Leidenschaft für Literatur entdeckt, fällt ihm schnell auf, dass "Nichts den Lebensmut so effektiv schmälert wie eine lebhafte Fantasie" (S. 53) und auch die "literarische Bildung den Nutzen hat, die Ahnung drohenden Unheils zu vermitteln" (S. 53). Durch das Lesen sieht Firmin die Welt anders als seine Artgenossen. Firmins Tagebuch ist teilweise sehr zynisch geschrieben, an einer Stelle bezeichnet sich Firmin selbst auch als zynisch. Er sieht sich auch anderen, besonders Ratten, oft überlegen durch sein Wissen.

Trotzdem fand ich ihn sehr sympathisch und am Ende war ich fast traurig. Alles in allem ein schönes Buch, in sich stimmig. Besonders schön sind die Stellen, in denen Norman, Jerry und die "Hübschen" vorkommen.

Und zum Schluss noch ein Zitat, das irgendwie perfekt auf Firmin passt: "Wenn man einsam ist, dann hilft es, glaube ich, ein wenig verrückt zu sein, solange man es nicht übertreibt. Zumindest ist das meine Taktik." (S. 160)

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Ein wirklich sehr schönes Buch.

Dies ist tatsächlich der Kaufgrund. Schönes Cover und ungewöhnlicher Schnitt. Aber es ist nur die äußere Form für eine wirklich gut geschriebene Geschichte. Die "Leseratte" Firmin verschlingt Bücher und dies in jeder Beziehung. Bücher sind ihr Leben, sie kennt das Leben auch nur aus Büchern. Ein sehr interessanter Bummel durch die großen Werke der amerikanischen (nicht nur) Literatur. Firmin lebt in ihren Geschichten während die wahre Welt um sie herum versinkt. Sie ist weder in der Lage mit Ihresgleichen noch mit den "intelligenten" Menschen zu kommunizieren. Trotz großartiger Sprache entsteht keine echte Spannung und auch die Charaktere bleiben, bis auf Firmin, blass und schemenhaft. Das wirkliche Leben fehlt in diesem Buch. Aber vielleicht ist genau dies die wichtigste Botschaft: Bücher allein sind nicht das Leben.

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Geboren als 13. Nachkomme einer Rattenfamilie ist Firmin schon von Geburt an anders. Von seinen viel stärkeren Geschwistern wird er in eine Außenseiterrolle gedrängt, in die er sich gut reinzufinden vermag und erkennt an, dass er halt anders ist als andere Ratten. Als er später erkennt, dass er sich zwar von seiner Art und von seinem Intellekt her von seinen Artgenossen unterscheidet, vom optischen aber nicht, ist er zunächst einmal erschrocken und enttäuscht, muss er sich doch eingestehen doch mehr Ratte zu sein, als er selbst es wahr haben will.

Firmin liebt Bücher. Seine Affinität dazu entdeckte er bereits als Baby, als er - aus Mangel an genügend Muttermilch - Bücher annagen musste, die er später dann las. Er flüchtet sich in die große weite Welt der Literatur und der Träume. Laut eigener Aussage liebt er alle Geschichten, nur Geschichten mit Ratten und Mäusen nicht, obwohl er später den Roman des Schriftstellers Jerry Magoon, indem Ratten eine große Rolle spielen, sehr lieben wird.

Zunächst aber hängt sich Firmin an Norman, dem Besitzer der Buchhandlung in der er ansässig ist. Er bewundert Norman und hält ihn für einen Menschen, der alles über Literatur weiß. Norman war seine erste "Liebesaffäre mit den Menschen", wie er sich ausdrückt. Als Firmin erkennen muss, dass er sich in Norman geirrt hat, dass es den Norman, den er glaubte zu kennen, gar nicht wirklich gibt, ist er zunächst sehr enttäuscht und versucht fortan einen Weg zu finden um mit den Menschen zu kommunizieren. Alle Versuche schlagen aber fehl und Firmin landet bei Jerry Magoon, der ein Schriftsteller ist, wie Firmin sich keinen Schriftsteller vorgestellt hatte. Jerry wird der zweite Mensch an den Firmin sich hängt und der ihn bewusst wahr nimmt. Allerdings befürchtet Firmin, dass Jerry ihn nicht so sieht, wie Firmin wirklich ist - intelligent und teils verschlagen - sondern sich ebenso wie Firmin zuvor von Norman sein Traumbild gestaltet hat, ihn wie ein liebes kleines, aber auch dummes Haustier sieht. Als Jerry plötzlich nicht mehr ist und Firmin erneut seine Bezugsperson verliert, sieht er plötzlich den Sinn seines Lebens schwinden.


Die Geschichte von Firmin ist wirklich eine traurige. Von Anfang an hatte er es schwer, vor allem, weil er anders war und eigentlich in keine Welt wirklich gehört. Deswegen flüchtet er sich in seine eigene Traumwelt und sucht eigentlich nach dem Sinn des Lebens. Seines Rattenlebens. Er findet ihn nicht und mit dem Bostoner Stadtteil in dem Firmin lebt, geht auch er langsam unter.

Der Ich-Erzähler kommt mit einer enormen Wortgewalt daher, anders kann ich es nicht ausdrücken. Die vielen Zitate aus diversen Werken der Weltliteratur, die in dieses Buch geflossen sind untermauern dies noch. Schade, dass man nicht alles kennen kann, aber der Autor Sam Savage tut dies wohl. Für sein erstes Buch ist "Firmin" ein sehr schönes Werk, welches aber auch nachdenklich macht, sowohl emotional als auch intellektuell, eine Geschichte über Gewinnen, vor allem aber auch über das Verlieren. Darüber hinaus drückt der Autor durch Firmin auch noch seine Liebe zur Literatur aus.

Das Design des Buches ist sehr passend zur Geschichte. Durch den Rough-Cut des Schnitts wirkt das Buch durchaus alt und der ebenso beige-verblichene Schutzumschlag tut sein übriges dazu um diesen Eindruck aufrecht zu erhalten.

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