Florian Scheibe: Kollisionen

 
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Florian Scheibe: Kollisionen
ET (D)
2016
Ausgabe
Gebundene Ausgabe
ISBN-13
9783608980318

Informationen zum Buch

Seiten
377

Sonstiges

Originalsprache
deutsch
Erster Satz
Wie aus dem Nichts tauchte die Gestalt zwischen den parkenden Autos auf, eine Erscheinung, schmal und schemenhaft, mit nach vor geklappten Schultern.

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An einem Sommertag fährt die Architektin Carina mit dem Fahrrad die sechzehnjährige Punkerin Mona an. Für beide verläuft der Unfall glimpflich, und doch verknüpfen sich ihre Lebenswege auf dramatische Weise. Denn Mona ist schwanger – und Carinas Kinderwunsch seit Langem unerfüllt. Ein Roman über die Kollisionen unterschiedlicher Lebensentwürfe.

Carina und ihr Partner, der Journalist Tom, wohnen in einer Dachgeschosswohnung mit Blick über die Stadt. Dass der Park vor ihrer Haustür nicht der sauberste ist, stört sie genauso wenig wie die unmittelbare Nähe zur Drogenszene. Dort, unter der Hochbahn, lebt die sechzehnjährige Mona, seit sie von zu Hause abgehauen ist. Normalerweise gibt es zwischen beiden Welten nur wenige Berührungspunkte, doch nun werden sie auf schicksalhafte Weise zusammengeworfen: Denn während sich Carina und Tom seit Langem vergeblich ein Kind wünschen, ist Mona ungewollt schwanger … Scharfsichtig erzählt Florian Scheibe vom Zusammenprall sozialer Gegensätze, ohne dabei das Gespür für die inneren Nöte seiner Figuren zu verlieren. Mit einem Sinn für die bisweilen absurde Komik menschlichen Strebens entwirft er einen schillernden Gesellschaftsroman über die Konflikte unserer Gegenwart.

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Für mich eine literarische Entdeckung!

Das Paar Carina und Tom lebt ein gutes, ja, man könnte sagen, ein privilegiertes Leben in der Hauptstadt. Als Architektin und Journalist sicherlich nicht mit schmalen Gehältern ausgestattet, können sie sich den Blick über die Stadt aus ihrer schicken Dachgeschosswohnung im gentrifizierten Kreuzberg locker leisten. Doch eines fehlt in der heilen Welt: die beiden wünschen sich ein Kind und lassen seit geraumer Zeit nichts unversucht, um sich diese Sehnsucht doch noch zu erfüllen.
In der Nähe ihrer Wohnung lebt die sechzehnjährige Punkerin Mona, nachdem sie von zuhause ausgerissen ist, unter der Hochbahntrasse der U1. Der glatte Gegenentwurf zu Carinas und Tom Leben - nur wenige Meter voneinander entfernt.

Eines Tages fährt Carina die junge Obdachlose mit dem Fahrrad an. Zum Glück geschieht beiden nichts weiter - außer der Tatsache, dass sich ihre Leben berühren, was im Normalfall vermutlich nie der Fall gewesen wäre. Beinahe wirkt es wie ein Wink des Schicksals, denn Mona ist ungewollt schwanger - etwas, das in Carinas Welt nie vorkommen würde. Was kann das jetzt für die beiden Frauen bedeuten?

Florian Scheibe überzeugt mit diesem Roman in meinen Augen nicht nur sprachlich, sondern auch thematisch. Sehr gut hat er den drängenden Kinderwunsch Carinas und die im Grunde noch viel drängenderen Probleme Monas eingefangen, die großen Unterschiede zwischen den so gegensätzlichen Lebensentwürfen und die immense Schere zwischen privilegiert und mittellos. Es sind Gegebenheiten und Unterschiede, die in diesem Land existieren, die aber selten - in dieser Weise zumindest - im Fokus stehen. Bemerkenswert ist ebenso, wieviel Gespür der Autor für seine Figuren zeigt - für mich wurden ihre Beweggründe, Sorgen und Nöte beinahe greifbar! Da ist es nur folgerichtig, dass der Titel des Romans „Kollisionen“ lautet - denn genau das ist es, was unser Leben bestimmt: die großen und kleinen, die ungewollten und die unerwarteten Kollisionen, die so manches beeinflussen und verändern können.

Wer denkt, dass der Verlauf des Romans voraussehbar ist, der täuscht sich, denn Florian Scheibe schafft es immer wieder, Überraschendes einzubauen. Und so hat er in meinen Augen einen sehr aktuellen Gesellschaftsroman mitten aus dem Herzen Berlins geschrieben, ein Gegenwartsroman, der viele wichtigen Themen anspricht und dabei intelligent unterhalten kann.

Fazit: Für mich sprachlich als auch thematisch eine der Entdeckungen dieses Jahres!

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