Gertraud Klemm: Hippocampus

 
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hippocampus
ET (D)
2019
Ausgabe
Gebundene Ausgabe
ISBN-13
9783218011778

Informationen zum Buch

Seiten
384

Sonstiges

Originalsprache
deutsch
Erster Satz
Adrian weiß, wie man ein gutes Frühstück zubereitet, eines, das auch gegessen wird.

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Helene Schulze, vergessene Autorin der feministischen Avantgarde, ist tot. Jetzt wird sie als Kandidatin für den Deutschen Buchpreis gehandelt. Ihre Freundin Elvira Katzenschlager soll den Nachlass sortieren und findet sich unversehens in einer Marketingmaschinerie voll Gier, Neid und Sensationsgeilheit wieder. Empört bricht sie ein großes Nachruf-Interview ab und begibt sich mit dem wesentlich jüngeren Kameramann Adrian auf einen Roadtrip durch Österreich, um die verzerrte Biografie ihrer Freundin richtigzustellen. Was als origineller Rachefeldzug beginnt, wird immer mehr zum Kreuzzug gegen Bigotterie und Sexismus. Sie verkleiden Heldenstatuen, demontieren Bildstöcke und stören Preisverleihungen. Immer atemloser, immer krimineller werden die Regelbrüche der beiden auf ihrem Weg nach Neapel, wo die letzte Aktion geplant ist.

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Hippocampus ist das lateinische Wort für "Seepferdchen". Es bezeichnet einen Teil des Gehirns und ist eine zentrale Schaltstation des limbischen Systems, welches wiederum für die Verarbeitung von Emotionen und der Entstehung von Triebverhalten dient. Der Hippocampus ist aber auch für die Vernetzung von Erinnerungen zuständig.

Helene Schulze ist tot. Wie es im Literaturbetrieb so ist: Man wird erst nach dem Tode geehrt und so steht die vergessene Autorin der feministischen Avantgarde nun auf der Kandidatinnenliste für den Deutschen Buchpreis. Ihre Freundin Elvira Katzenschlager verwaltet den Nachlass der Verstorbenen und plötzlich findet sie sich in einer Marketingmaschinerie voll Gier, Neid und Sensationsgeilheit wieder. Es ist die Bigotterie der katholischen Kirche und der angestaubte Weiße-Alte-Männer-Filz des Literaturbetriebes, das sich die Autorin Gertrud Klemm in Hippocampus vornimmt. Dabei entsteht ein kurioser Road-Trip mit bissigem Humor und einem Auge für die großen und kleinen Baustellen, die wir auf dem Wege in die echte Gleichberechtigung immer noch haben.

"Aber wir haben doch schon Gleiberechtigung! Ist ja alles gar nicht so schlimm!" Das ist es eben doch. Klemm nutzt ihre Einsichten in eine Szene, in der sie sich selbst bewegt und offenbart mit spitzer Zunge, wie weit der Weg für uns noch ist. Männer schreiben immer noch überwiegend über Männer und wirken Feuilleton und Preisverleihungen noch immer als Männerclub, zu dem Frauen nur bedingt Zutritt haben. Das Projekt "Frauen zählen" beschäftigt sich mit Gerechtigkeit in der Branche und generell mit Frauen in Kultur und Medien. Ich bin sicher, dass die Autorin sich intensiv mit dieser groß angelegten Pilotstudie befasst hat.

Es ist an uns, weiterhin Mut zur Rebellion zu zeigen und nicht abzuwiegeln mit "Alles halb so schlimm und die sollen sich mal nicht so anstellen." Es sollte mehr solche Bücher wie "Hippocampus" geben.
SK
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