Adam Davies: Goodbye Lemon

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Adam Davies: Goodbye Lemon
Verlag
ET (D)
2008
Ausgabe
Gebundene Ausgabe
Originaltitel
Goodbye Lemon
ET (Original)
2006
ISBN-13
9783257066791

Informationen zum Buch

Seiten
352

Sonstiges

Übersetzer/in
Erster Satz
Seine Augen waren braun.

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Handlungsort

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Ein kleiner Junge, der in einen See springt und nie mehr auftaucht und von dem keiner mehr spricht. Und der doch das Leben der anderen Familienmitglieder noch Jahrzehnte danach belastet. War sein Vater schuld an dem Tod? Warum durfte nie über die Tragödie gesprochen werden? Ist es jetzt zu spät? Denn der Vater sitzt nach einem Schlaganfall im Rollstuhl und kann nicht mehr reden. Kann Jack, der nach zwanzig Jahren wieder nach Hause gekommen ist, den Bann brechen?

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Goodbye Lemon

Jack Tennant ist Anfang dreißig und blickt auf ein Leben zurück, das im wesentlichen aus einer Aneinanderreihung von Misserfolgen besteht (die er größtenteils aber nicht selbst verschuldet hat). Eigentlich hatte er sich geschworen, nie wieder nach Hause zurückzukehren, aber auf Drängen seiner Freundin Hahva hin tut er es doch, als sein Vater einen schweren Schlaganfall erleidet und zwar aus dem Koma wieder erwacht, sich aber weder bewegen noch verständlich machen kann.

Die Rückkehr nach Maryland katapultiert Jack zurück in die Vergangenheit, und das mit einer Wucht, die ihn ziemlich aus der Bahn wirft. Seine Mutter ist noch genauso zwanghaft ordentlich, sein Bruder Press immer noch ein versoffener Loser, und auch daran, dass niemand je über Dexter spricht, den Mittleren der drei Söhne, der als Kind im See ertrunken ist, hat sich nichts geändert. Der einzige Beweis, dass es Dex überhaupt gegeben hat, ist einer seiner orangefarbenen Flipflops, den Jack wie einen Schatz hütet. Heimlich, versteht sich. Nicht einmal Hahva weiß davon - aber die weiß auch nicht, dass Jack ursprünglich einmal zwei Brüder hatte.

Mit all der Heimlichtuerei muss endlich Schluss sein und er muss sein Leben auf die Reihe kriegen, findet Jack. Dazu trinkt er erst einmal gemeinsam mit seinem Bruder jede Menge Schnaps und tut auch einige andere mehr oder weniger bescheuerte Dinge, die nicht unbedingt hilfreich sind bei der Auseinandersetzung mit seiner Familie und ihren Geheimnissen, bis ihm klar wird, worauf es ihm eigentlich wirklich ankommt.

Der Prolog macht neugierig auf das Buch. Jack beschreibt seinen Bruder, ganz so, als könne er sich detailliert an ihn erinnern, nur um ein paar Zeilen später zu schreiben, vielleicht sei er ja auch ganz anders gewesen und traurig festzustellen, dass er kaum noch etwas weiß über seinen Bruder. Die Macht der Erinnerungen, aber auch deren Unzuverlässigkeit oder ihr gänzliches Fehlen sind ein Hauptthema des Buches, in dessen Mittelpunkt der tragische Verlust eines Kindes steht, den keiner der Familienmitglieder je aufgearbeitet hat.

Leider gefiel mir das Ganze lange nicht so gut wie erhofft. Die Ansätze der Geschichte versprachen viel, aber die Charaktere waren mir zu stark überzeichnet, die Gags zu grell und auch mit der Sprache wurde ich nicht so recht warm (letzteres kann aber auch gut an der Übersetzung gelegen haben). Etwas weniger Alkoholkonsum oder Kneipengerangel hätten sicher auch nicht geschadet. Es fällt mir schwer, in Worte zu fassen, was genau mich gestört hat, aber irgendwie war das Gesamtbild des Buches für mich nicht stimmig. Vielleicht lag es daran, dass Jack auf mich eher wie ein verquerer Teenager wirkte als wie ein Mann Mitte 30.

Schade eigentlich, denn Potential hätte der Plot durchaus gehabt (und wurde auch immerhin zu einem überzeugenden Ende gebracht).

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Jack hatte seit Jahren keinen Kontakt mehr zu seiner Familie, er wollte vor allem nichts mehr mit seinem verhassten Vater zu tun haben. Er gibt ihm nicht nur die Schuld am Tod seines damals 5jährigen Bruders, sondern auch eine große Teilschuld daran, dass sein eigenes Leben so miserabel gelaufen ist und er, statt Karriere zu machen, sich nur mit diversen Nebenjobs über Wasser halten kann. Als sein Vater nach einem Schlaganfall fast vollständig gelähmt ist, lässt er sich dazu überreden "ein letztes Mal" nach Hause zurückzukehren, hauptsächlich von dem Wunsch seiner Freundin getrieben, die endlich seine Familie kenne lernen will. Sie hat Probleme mit seiner Zurückhaltung, damit, dass Jack freiwillig praktisch keine privaten Informationen von sich gibt und hofft, über den Umweg seiner Eltern und seines (lebenden) Bruders mehr über sein Inneres zu erfahren. Doch stattdessen zieht Jack sich mehr und mehr zurück.

„Goodbye Lemon“ ist ein Paradebeispiel dafür, wie das Leben einer ganzen Familie verpfuscht wird und das hauptsächlich durch Sprachlosigkeit. Man sieht das ganze Buch hindurch alles nur durch Jacks Augen, teilt seine Meinung, doch am Ende, wenn so einige Wahrheiten herauskommen, ist man entsetzt darüber wie groß die Irrtümer und Missverständnisse waren und wie glücklich die Familie vielleicht doch hätte sein können, wenn nicht jeder seine Gefühle versteckt hätte, sondern die Familienmitglieder einfach mal offen miteinander geredet hätten.

Leider ist Jack in seiner Verbohrtheit keine angenehme Person, ich konnte kein Verständnis für sein Verhalten entwickeln und dadurch war das Buch für mich manchmal recht sperrig und keine wahre Freude zu lesen – interessant war es allerdings durchaus.

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