Grégoire Delacourt: Der Dichter der Familie

Grégoire Delacourt: Der Dichter der Familie

 
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Grégoire Delacourt: Der Dichter der Familie
Verlag
ET (D)
2017
Ausgabe
Gebundene Ausgabe
Originaltitel
L'Écrivain de la famille
ET (Original)
2012
ISBN-13
9783455404685

Informationen zum Buch

Seiten
240

Sonstiges

Originalsprache
französisch
Übersetzer/in
Erster Satz
Mit sieben schrieb ich Reime.

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Handlungsort

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Mit sieben Jahren schreibt Édouard sein erstes Gedicht. Wie charmant! Die Familie ist entzückt, von jetzt an steht fest: Édouard ist der Dichter der Familie. Doch für ihn beginnt damit der unaufhaltsame Abstieg: Die Jahre vergehen, und vergebens versucht er diesen einen Moment reiner Liebe und Bewunderung wiederauferstehen zu lassen. Nichts will ihm gelingen: Er wählt die falsche Frau und muss machtlos zusehen, wie seine Familie zerbricht. Statt Schriftsteller wird er Werbetexter, trotz seiner Erfolge fühlt er sich als Versager. »Schreiben heilt«, hat sein Vater immer gesagt – wird Édouard schließlich die Worte finden, die ihn und seine Liebsten zu heilen vermögen?

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sperrige Geschichte

Gregoire Delacourt war mir bereits von seinem Vorgängerroman „Die vier Jahreszeiten des Sommers“ bekannt und ich war gespannt auf das neue Buch „Der Dichter der Familie“. Es ging mir mit dieser Geschichte leider so, dass ich doch etwas anderes erwartet hatte. Noch im Nachhall zu französischen Romanen wie z.B. „Der Hut des Präsidenten“ hatte ich auf eine Sommerlektüre gehofft. Aber die Geschichte passt viel besser in einen dunklen Herbstmonat oder zu einem Abend am Kaminfeuer. Es ist tragisch und traurig wie der „Dichter der Familie“ Edouard schon als Kind auf seine Rolle festgelegt wird und daran über die Jahre zu zerbrechen droht.

Als kleiner Junge hat er ein reizendes Gedicht verfasst und Eltern und Großeltern sind begeistert und versteifen sich darauf, dass darin seine Berufung liegen würde und aus ihm ein großer Dichter und Poet werden wird. Aber Edouard kann diese Hoffnungen nie erfüllen und versteift sich nun seinerseits in Vorstellungen, wie sein Privatleben und sein beruflicher Erfolg sein sollten und trifft deshalb eine falsche Entscheidung nach der anderen, sucht nach dem Glück und der Erfüllung und findet beides nicht.

Ich habe erst im Nachhinein erfahren, dass es wohl das Erstlingswerk des Autors ist, welches jetzt nachträglich ins Deutsche übersetzt wurde. Mit solchen nachträglichen Veröffentlichungen habe ich schon öfter Schwierigkeiten gehabt. Hier habe ich zwar gespürt, dass der kurze und geschliffene Schreibstil des Autors durchschimmert aber er ist noch nicht ganz ausgereift. Außerdem bin ich unschlüssig, was mir das Büchlein sagen will. Soll man seine Pläne nicht zu hoch stecken? Soll man zufriedener sein auch mit den kleinen Dingen? Oder geht es tatsächlich darum die ganz alltäglichen Tragödien zu zeigen, die in einer Familie passieren können und die verhindern können, dass man in den richtigen Tritt kommt?

Ich bin ein zutiefst positiver und optimistischer Mensch. Außerdem schätze ich die von mir erreichten Ziele und traue nicht jeder verpassten Gelegenheit nach. Edouard war für mich ein sperriger und teilweise sogar unsympathischer Charakter. Seien Art ging mir gehörig gegen den Strich. Aber andererseits, auch das muss eine fiktive Person erst mal schaffen. Von mir nur eine bedingte Leseempfehlung.

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"Schreiben heilt!"

Grégoire Delacourt - Der Dichter der Familie

"Mit sieben Jahren schreibt Édouard sein erstes Gedicht. Wie charmant! Die Familie ist entzückt, von jetzt an steht fest: Édouard ist der Dichter der Familie. Doch für ihn beginnt damit der unaufhaltsame Abstieg.."

Mit sieben Jahren schreibt der kleine Édouard seinen ersten "Vierzeiler", mit acht Jahren hat er bereits die erste Schreibblockade, mit neun fliegen ihm keine Reime mehr zu, er ist wie einer, der zu früh Talent hatte und mit zehn hat er Probleme in der Schule.

Das zu früh umjubelte Familiengenie scheint fast daran zu verzweifeln, es entzweit die Familie. Die Freude, die Édouard seinem Vater damals machte, wandelt sich in eine Depression, der Vater verlässt die Familie.
Die Mama hingegen blüht auf, ihre Schönheit erwacht und der Auszug des traurigen Ehemannes wirkt wie ein Jungbrunnen und sie genießt das Single-Leben in vollen Zügen. Es ist, als wirke sich Édouards fallendes Geschick auf das Glückseiner Familie aus.
Édouard kommt in ein Internat, dem ein strenger und verbitterter Jesuitenpater vorsteht. Immer wieder nimmt er Édouard seine Bücher weg und indiziert sie.
Édouard rächt sich mit Schmähschriften.
Die Psychoanalyse kommt in Mode und Édouard verpasst die ersten kurzen Röcke von Cacharel. Der Therapeut schweigt zurück und verschreibt ihm Valium, Édouard fühlt sich dumpf und motivationslos.
Sechs Jahre Internat in einem Jesuitenkolleg machen aus einen ehemals fröhlichen Jungen einen gebildeten Ignoranten, der die Jahre in nie erlebten Ereignissen misst. Von Jimi Morrison, den Paten, der freizügigen Mode der 70ger bis zu den BeeGees und sogar den Tokyo Tapes der Scorpions.
Er bedauert, weder die Geburt von U2 noch The Clash miterlebt zu haben, noch die Beatles "gesehn" zu haben.

Édouard ist ein erwachsener Mann und die richtigen Worte haben in ihm noch immer kein Zuhause gefunden, sein Roman liest sich wie ein Irrgarten und wird abgelehnt. Er ist enttäuscht und weiß nicht, wie er den Heimweg zu seiner erwartungsvollen Familie antreten soll, er lässt sich solange in wehmütigen Nichtgedanken treiben, bis der letzte Zug einfährt..

Es liest sich mit Leichtigkeit und Distanz zu den Figuren, typisch französisch, in Charakter und Handlung. Eine unbefangene Schwermut und immerwährende Sehnsucht.
Wie bei jedem Delacourt, fängt man erst einmal an zu lesen, gerät man in einen Sog, der einem erst auf der letzten Seite wieder ausspuckt.
Wer Delacourt mag, wird sich von Édouard und seiner Familie berührt fühlen.
Ich mag ihn..

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