Guillaume Musso : Das Atelier in Paris

Guillaume Musso : Das Atelier in Paris

 
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Guillaume Musso : Das Atelier in Paris
Verlag
ET (D)
2018
Ausgabe
Taschenbuch (Broschiert)
Originaltitel
Un apartement á Paris
ET (Original)
2018
ISBN-13
9783866124462

Informationen zum Buch

Seiten
464

Sonstiges

Originalsprache
französisch
Übersetzer/in
Erster Satz
London, an einem späten Samstagmorgen. Du weißt es noch nicht, doch in weniger als drei Minuten wirst du mit einer der härtesten Belastungsproben deines Lebens konfrontiert werden.


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Handlungsort

Stadt
Kontinent
Handlungsorte
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Ein abgelegenes kleines Atelier am Ende einer Allee, mitten in Paris: Hier hat sich die Londoner Polizistin Madeline eingemietet, um eine Weile abzuschalten. Doch plötzlich sieht sie sich Gaspard gegenüber, einem mürrischen amerikanischen Schriftsteller. Offenbar gab es einen Irrtum, denn auch er hat das Atelier gemietet, um in Ruhe schreiben zu können. Der Ärger legt sich, als die beiden erkennen, an welch besonderen Ort sie geraten sind. Das Atelier gehörte einst einem gefeierten Maler, von dem aber nur noch drei Gemälde existieren sollen – alle drei verschollen und unermesslich wertvoll. Als sie sich gemeinsam auf die Suche nach den Bildern begeben, wird ihnen schnell klar, dass den Maler ein grausames Geheimnis umgibt … Für Madeline und Gaspard beginnt eine spannende Jagd, die sie von Paris nach New York führt und sie nicht nur mit ungeahnten menschlichen Abgründen, sondern auch mit ihren eigenen Dämonen konfrontiert.

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Musso at his best - naja, fast.

Paris kurz vor Weihnachten. Gaspard ist ein misanthropischer US-amerikanischer Schriftsteller, den seine Agentin einmal im Jahr in die von ihm verhasste französische Hauptstadt schickt, wo er dann sehr effektiv an seinem neuesten Theaterstück arbeitet. Auch dieses Mal wurde ihm eine Unterkunft vorab gebucht - ein besonderes, lichtdurchflutetes Haus am Ende einer ruhigen Sackgasse, eine Bleibe, die sogar Gaspard im Vorfeld überzeugen konnte. Dumm nur, dass er sich - kaum im Haus angekommen - einer Frau gegenübersieht, die nur mit einem Handtuch bekleidet aus dem Badezimmer tritt…
Madeline, die früher als Polizistin in Großbritannien und New York City gearbeitet hat, ist aus London nach Paris gekommen, weil sie vor einem Eingriff noch ein paar Tage Ruhe für sich haben möchte - doch warum steht ein ihr unbekannter Mann plötzlich in der von ihr gemieteten Unterkunft? Offenbar hat der Vermieter einen Fehler begangen und das Haus doppelt belegt hat - und nun?
Sowohl Gaspard als auch Madeline werden sofort von der Atmosphäre des Gebäudes gefangen genommen. Als sie dann auf Details aus dem Leben des ehemaligen Besitzers stoßen und erfahren, dass von dem einst gefeierten Maler, der ein Jahr zuvor verstorben ist, nur noch drei Bilder existieren sollen, ist der Ärger um das Miet-Malheuer schnell vergessen. Gemeinsam machen sich die beiden auf die Suche nach der geheimnisvollen wie tragischen Geschichte von Sean Lorenz und gehen den Spekulationen um die verschollenen Kunstwerke nach.

Guillaume Musso zählt schon seit vielen Jahren zu den Autoren, die ich immer wieder sehr gerne lese. Schon oft habe ich mir überlegt, was genau den Ausschlag dafür gibt, aber ich kann es noch immer nicht zufriedenstellend beantworten, da ich es selbst nicht richtig begreife. Nicht selten haben seine Romane eine kleine phantastische Note, einen Kniff, der mich bei vermutlich jedem anderen Buch extrem stören würde - nicht so bei Musso. Seine Romane üben einfach einen unwiderstehlichen Sog auf mich aus… Wer jetzt überrascht ist oder gar zögert: nein, der vorliegende Roman hat kein solches Element - es ist im Grunde eine spannende Spurensuche, fast ein halber Krimi. Und dennoch hat mich der Autor überzeugt! Naja, fast, denn ich muss gestehen, dass es mir einen Tick zu lange gedauert hat, bis die Geschichte wirklich Fahrt aufgenommen hat. Auch die Ausflüge in die Kunstszene waren mir an der ein oder anderen Stelle ein klein wenig zu viel - dennoch, nichts, was den Lesefluss gestört hätte oder mein Interesse an diesem Roman merklich geschmälert hätte.

Madeline und Gaspard haben beide ihr Päckchen zu tragen, aber ich empfand die Charaktere als glaubhaft und vor allem die ehemalige Polizistin als sehr sympathisch. Zusammen geben die beiden jedenfalls ein eigentümliches „Ermittler“-Duo ab, dessen Spurensuche auch in die Vereinigten Staaten von Amerika führt.
Was Guillaum gewohnt perfekt beherrscht, sind die Perspektivwechsel und die beinahe gegenüber gestellten Szenen, die sich beispielsweise zur selben Zeit ereignen, aber von unterschiedlichen Personen erlebt werden. Das macht einen ganz besonderen Reiz aus, da Musso somit nicht nur der alles überblickende Autor ist, der seine Leser*innen stringent durch die Handlung führt, sondern er leitet auch gerne mal im Slalom durch das Geschehen…
Doch noch in einem anderen Punkt weiß sich der Autor treu zu bleiben: er mag Paukenschläge, die er vor allem dort setzt, wo er seine Leser*innen am besten überraschen kann. Und auch das Ende ist typisch Musso! Na, neugierig, was damit gemeint sein könnte?

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Ein toller Musso!

Paris zur Weihnachtszeit - der verschrobene und eigenbrötlerische Autor Gaspard soll hier ein neues Theaterstück schreiben und bekommt dafür von seiner Agentin ein schickes Haus angemietet. Es handelt sich um das Haus des verstorbenen Künstler Sean Lorenz, dessen Wirken und Leben hier immer noch präsent ist. Durch ein Versehen wird gleichzeitig auch die Polizistin Madeline in dem Haus einquartiert, was zunächst zu einigem Unmut führt. Da beide aber fasziniert von der Aura des Malers sind und unabhängig voneinander anfangen, in seiner Vergangenheit zu forschen, sind die Zwistigkeiten bald behoben und das ungleiche Paar begibt sich gemeinsam auf Spurensuche, über Länder und Kontinente hinweg.

Das war wieder mal ein Musso nach meinem Geschmack! Ich empfand die Lektüre als rasante und unheimlich spannende Jagd, zum Teil Krimi, zum Teil Familiendrama, mit einem Ausflug in die Welt der Malerei.

Die beiden Hauptprotagonisten werden sehr intensiv und eindringlich gezeichnet, was mir sehr gut gefiel. Der Autor hat um die beiden sehr ausgeklügelt Biographien gebastelt, die ihnen Tiefe verleihen und im Rahmen der Handlung immer wieder zum Tragen kommen. So stellt Gaspard einen ausgebrannten und von der Welt abgewandten Theaterautor dar, der langsam aber sicher dem Alkohol verfällt und seine unverarbeiteten Kindheitserlebnisse mit sich herum trägt. Madeline ist wohl eine Figur aus einem früheren Musso-Roman, die mir allerdings bislang unbekannt war; sie versucht mit ihrem früheren Leben als Polizeiermittlerin abzuschließen und muss mit einer gescheiterten Beziehung fertig werden, kein leichtes Unterfangen.

Obwohl es zwischen Gaspard und Madeline eher Zoff als Knistern gibt, hat mir die Kombination aus beiden recht gut gefallen. Es gibt spritzige Dialoge, aber auch stille und entspannende Momente mit den beiden, und sehr oft wird auch gestritten. Dabei überraschte mich Musso mit einem ausgeklügelten Perspektivenwechsel, bei dem beide Hauptprotagonisten als Ich-Erzähler auftreten; der Großsteil des Romans ist allerdings im auktorialen Erzählstil geschrieben.

Gaspard und Madeline bewegen sich also auf den Spuren des berühmten Malers Sean Lorenz, dabei erfahren sie einiges über seinen Werdegang als Graffiti-Sprayer und seinen kometenhaften Aufstieg als Maler der Moderne. Noch spannungsgeladener ist jedoch sein Privatleben und die schreckliche Tragödie in seiner Familie, über die er nie hinwegkommt. Nach und nach entdeckt das ungleiche Ermittlerpaar unglaubliche Dinge über Lorenz; und als sie dank ihres Scharfsinns drei unbekannte Bilder des Malers entdecken, dachte ich schon, das ist nun der Höhepunkt der Handlung. Aber es geht weiter und die Bilder entpuppen sich als Schlüssel zu einem noch viel größeren Geheimnis, das dem Leser am Ende den Atem stocken lässt.

Interessant ist auch, dass dieser Roman aus der Feder von Guillaume Musso keine vermeintlich phantastischen Element enthält - dies ist ja schon oft sein spezieller erzählerischer Trick gewesen, dass man meint, man lese eine Phantastik-Roman und am Ende wird dann alles doch sehr real aufgelöst. Hier aber gar nicht, die Geschichte fühlt sich eher an, als ob ein Dan Brown die Finger mit im Spiel gehabt hätte - Symbolik, Schnitzeljagd, und sehr viele Zufälle spielen hier die Hauptrolle. Der Schluss war mir einen Tick zu weichgespült und fast ein wenig unglaubwürdig, aber ich mochte ihn trotzdem.

Der Sprachstil hat mir ausnehmend gut gefallen, weil er elegant ist und sich gleichzeitig federleicht liest, so dass das Lesen zum Genuss wird.

Mein Fazit:

Ein rasanter Musso mit steilem Spannungsbogen, ausgefeilten Protagonisten und sprachlich vom Feinsten - bitte mehr davon!

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