Guillaume Musso: Das Mädchen aus Brooklyn

Guillaume Musso: Das Mädchen aus Brooklyn

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Guillaume Musso: Das Mädchen aus Brooklyn
Verlag
ET (D)
2017
Ausgabe
Taschenbuch (Broschiert)
Originaltitel
La fille de Brooklyn
ET (Original)
2016
ISBN-13
9783866124219

Informationen zum Buch

Seiten
496

Sonstiges

Originalsprache
französisch
Erster Satz
Drei Wochen vor unserer Hochzeit kündigte sich dieses lange Wochenende wie ein kostbares Intermezzo an – ein Moment der Intimität unter der Spätsommersonne der Côte d’Azur.

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Handlungsort

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Stell dir vor, ich hätte etwas Schreckliches getan. Würdest du mich trotzdem lieben?
Raphaël ist überglücklich, in wenigen Wochen wird er seine große Liebe Anna heiraten. Aber wieso weigert sie sich beharrlich, ihm von ihrer Vergangenheit zu erzählen? Während eines romantischen Wochenendes an der Côte d’Azur bringt Raphaël sie dazu, ihr Schweigen zu brechen. Was Anna dann offenbart, übersteigt alle seine Befürchtungen. Sie zeigt ihm das Foto dreier Leichen und gesteht: »Das habe ich getan.« Raphaël ist schockiert. Wer ist die Frau, in die er sich verliebt hat? Doch ehe Anna sich ihm erklären kann, verschwindet sie spurlos. Raphaël bittet seinen Freund Marc, einen ehemaligen Polizisten, um Hilfe. Gemeinsam setzen sie alles daran, seine Verlobte wiederzufinden – der Beginn einer dramatischen, atemlosen Suche nach der Wahrheit, die sie bis in die dunklen Straßen von Harlem und Brooklyn führt.

Autoren-Bewertungen

2 Bewertungen

Gesamtbewertung 
 
3.2
Plot / Unterhaltungswert 
 
3.5  (2)
Charaktere 
 
2.5  (2)
Sprache & Stil 
 
3.5  (2)
(Aktualisiert: 06 Juli 2017)
Gesamtbewertung 
 
3.7
Plot / Unterhaltungswert 
 
4.0
Charaktere 
 
3.0
Sprache & Stil 
 
4.0

Wendungsreiche Schnitzeljagd

Der Schriftsteller Raphael verbringt an der Cote d’Azur ein romantisches Wochenende mit seiner Verlobten Anna. Da er gerne alles von ihr wissen möchte, bedrängt er sie, ihm ihre Geheimnisse anzuvertrauen. Als sie ihm daraufhin ein Foto mit fürchterlichem Inhalt zeigt und betont, dass sie an diesem Verbrechen schuld ist, stürmt er Hals über Kopf davon. Als er zur Besinnung kommt, ist Anna spurlos verschwunden und es beginnt eine verzweifelte Suche, die zu einer Reise in Annas Vergangenheit wird...

Es ist ein geschickter Schachzug des Autors, das Foto gleich zu Beginn der Handlung ins Spiel zu bringen. Man erfährt nicht gleich, was darauf zu sehen ist, aber sobald man es weiß stellt man sich, genau wie Raphael, die Frage was Anna damit zu tun haben kann.

Anna und Raphael kennen sich erst 6 Monate und trotzdem sind sie sich sicher, dass sie ihr restliches Leben miteinander verbringen wollen. Durch das Foto wird dies alles in Frage gestellt und Raphael macht sich auf die Suche nach Anna und als er merkt, dass sie nicht ganz freiwillig verschwunden ist, forscht er nach ihrer Vergangenheit. Ihm zur Seite steht sein Nachbar Marc Caradec, ein Polizist im Ruhestand. Stück für Stück erfahren sie immer mehr über Anna und ihr Leben und Raphael muss erkennen, dass die Anna aus der Vergangenheit eine Fremde für ihn ist und er fragt sich:
Zitat: „Gegenüber dieser fast Unbekannten empfinde ich so etwas wie Bewunderung und Faszination. Doch es gelingt mir nicht, diese beiden Persönlichkeiten zusammenzubringen. Wer wirst du sein, wenn wir uns wiederfinden?“

Es ist unglaublich, was da alles zutage gefördert wird. Ich will die Art der Verbrechen gar nicht nennen, um nicht zu spoilern, aber es ist erstaunlich was Herr Musso alles in diesen einen Fall rund um Anna gepackt hat. Bis zum Ende hin werden immer neue Verbrechen aufgedeckt, bis es fast schon etwas viel war. Auf der anderen Seite wird dadurch die Handlung nach ein paar anfänglichen Längen sehr abwechslungs- und wendungsreich.

Leider blieben dabei die Emotionen etwas auf der Strecke. Über Anna und ihre Gefühle hätte ich gerne mehr erfahren, denn sie ist eine faszinierende Persönlichkeit. Dann hätte ich vielleicht nicht nur gespannt das Geschehen verfolgt, sondern mitgefiebert.

Fazit: Alles in allem ist es eine spannende und wendungsreiche Geschichte, in der ähnlich wie bei einem Puzzle, die einzelnen Teile aus Annas Vergangenheit ein Gesamtbild ergeben.

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Musso nicht in Höchstform

Raphaël Barthélémy ist überglücklich, hat er doch nach einer großen Enttäuschung seine große Liebe Anna gefunden. Als er jedoch mehr über ihre Vergangenheit erfahren möchte, konfrontiert ihn Anna mit einem schrecklichen Geheimnis und ist ab diesem Zeitpunkt unauffindbar verschwunden. Raphaël macht sich auf eine gefährliche und atemberaubende Spurensuche, die ihn von Paris nach New York führt. Dort findet er ein Puzzleteil nach dem anderen und erfährt, wer Anna in Wahrheit ist. Doch wird er sie zurück gewinnen?

[b]Meine Meinung:[/b]

So richtig überzeugen konnte mich Guillaume Musso mit seinem neuesten Mix aus Thriller und Liebesgeschichte nicht. Den Anfang fand ich noch recht gelungen; das Setting Paris und später dann New York hat er sehr schön dargestellt, und der Start der Geschichte ist vielversprechend angelegt. Durch die Ich-Perspektive aus Sicht von Raphaël und der Erzählperspektive aus Sicht von Marc Caradec ist Abwechslung und Tempo geboten, für mich eine ungewöhnliche Leseerfahrung.

Leider verliert sich der Autor ab ungefähr der Hälfte in seinen Perspektiven und die Erzählweise wird sehr unübersichtlich. Er verkünstelt sich damit, dass er fast allen beteiligten Figuren im Laufe der Handlung eine Ich-Perspektive einräumt, was mich doch sehr aus dem Lesefluss gebracht hat. Zwar weiß der Leser damit mehr als die handlungstragenden Figuren, aber das alleine konnte für mich die Sache nicht wett machen, für mich wirkte das wie eine Art Experiment. Leider geht dadurch die Nähe zu den Figuren völlig verloren, ich konnte mich kaum auf die Protagonisten einstellen.

In der Handlung selbst gab es auch eine Dinge, die mich wenig begeistern konnten. Die Verflechtung von Annas Verschwinden mit einem Fall aus der Vergangenheit konnte ich ja durchaus noch nachvollziehen; dass dann aber die amerikanische Präsidentschaftswahl plötzlich eine wichtige Rolle spielt, das hat für mich überhaupt nicht gepasst. Spannend zwar, wie Musso dieses Thema darstellt und beleuchtet, aber einfach eine Nummer zu dick aufgetragen.

Am Ende gibt es auch noch eine dicke Überraschung, die mir auch nicht so recht ins Bild passte. Die Geschichte endet abrupt und irgendwie unvollendet, und somit wirkt das alles nicht aus einem Guss. Schade, denn die Grundidee vom Anfang fand ich recht spannend und durchaus interessant. Was bleibt, ist ein seltsam verworrenes Spiel aus Politik, Verbrechenen und persönlichem Drama, das mich zwar streckenweise gut unterhalten hat, am Ende aber nicht überzeugen konnte. Schade, denn nach "Vierundzwanzig Stunden" hab ich mir von Guillaume Musso einen ähnlich brillanten Knaller erhofft. Vielleicht beim nächsten Buch wieder.

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Benutzerkommentare

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4.0  (1)
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Sprache & Stil
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2.0
Sprache & Stil 
 
4.0

Weder richtig Thriller noch richtig Liebesgeschichte

Raphael ist verzweifelt: Seine Verlobte Anna zeigt ihm ein Foto von drei verkohlten Leichen und behauptet, sie wäre an deren Tod Schuld. Kurz darauf verschwindet sie wie vom Erdboden. Zusammen mit seinem Freund, dem ehemaligen Polizisten Marc, versucht Raphael, Anna wiederzufinden und gleichzeitig das große Geheimnis um ihre Vergangenheit zu lüften.

Ausnahmsweise möchte ich zunächst ein paar Worte zum Cover des Buches verlieren: Passend zum Titel zeigt es eine junge Frau, die vor dem Hintergrund einer typischen New Yorker Straße aus dem Bild verschwindet. Leider passt das Bild jedoch überhaupt nicht zum Inhalt, denn "Das Mädchen aus Brooklyn" in der Geschichte ist dunkelhäutig. Wirklich sehr schade, dass das bei der Covergestaltung nicht berücksichtigt wurde. Es geschieht schon selten genug, dass es eine farbige Hauptfigur gibt, ohne dass ihre Hautfarbe explizit eine Rolle spielt (wie bei Büchern über Diskriminierung etc.) und da frage ich mich schon, wieso man nun ein weißes Mädchen auf das Cover packen musste.

Die Schrift und der Seitenrand sind relativ großzügig, weshalb man das Buch trotz seiner knapp 500 Seiten schnell durchlesen kann. Im Musso-typischen Schreibstil wird hier eine leichte Thriller-Handlung mit einer Liebesgeschichte kombiniert. Mir persönlich war der Stil teilweise etwas zu ausladend und detailreich - man hätte die Handlung durchaus auch in der Hälfte der Zeit erzählen können. Nichtsdestotrotz war das Buch angenehm zu lesen und nahm vor allem im letzten Drittel rasant an Fahrt auf - einige unerwartete Wendungen inklusive. Zum Schmunzeln gebracht hat mich, dass das Buch zur Zeit des US-Wahlkampfes 2016 spielt und dass Musso sich hierfür einen eigenen republikanischen Kandidaten ausgedacht hat, der das komplette Gegenteil von Donald Trump ist.

Die Figuren sind mir leider trotz der ausführlichen Beschreibungen nicht wirklich ans Herz gewachsen. Raphael und seine Bemühungen, Anna zu finden, wirkten irgendwie zu blass und zu perfekt. Dinge über Anna selbst erfährt man nur von anderen, doch sie war die einzige interessante Persönlichkeit. Ermittler Marc konnte erst auf den allerletzten Seiten überhaupt eine emotionale Reaktion bei mir hervorrufen und auch Raphaels zweijähriger Sohn Theo saß immer nur fröhlich grinsend dabei, während die Erwachsenen um ihn herum über Morde und Entführungen sprachen. Man kann nur hoffen, dass er, obwohl er selbst schon sprechen konnte, nicht viel davon verstanden hat.

"Das Mädchen aus Brooklyn" ist alles in allem einerseits ein typischer Musso, andererseits war es für mich schwächer als andere Werke (wie z.B. "Vielleicht morgen"). Weder richtig Thriller noch richtig Liebesgeschichte geht es eigentlich nur darum, relativ weit hergeholte Zusammenhänge aufzudecken.

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