Harald Martenstein: Schwarzes Gold aus Warnemünde

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Harald Martenstein: Schwarzes Gold aus Warnemünde
Verlag
ET (D)
2015
Ausgabe
Gebundene Ausgabe
ISBN-13
9783351036072

Informationen zum Buch

Seiten
256

Sonstiges

Originalsprache
deutsch
Erster Satz
Wir alle kennen diese Bilder aus dem Herbst 1989, selbst wenn wir zu jung sind, um dabei gewesen zu sein.

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Im Herbst 89 wird nahe der Ostseeküste ein riesiges Ölvorkommen entdeckt. Die DDR überlebt nicht nur – sie ist plötzlich das reichste Land der Welt, reicher als Saudi-Arabien. Doch das schwarze Gold bringt nicht nur Segen.

2015 feiert die DDR 25 Jahre Erdöl-Sozialismus – beneidet von ihren Brüdern und Schwestern im verarmten Westen. Dank ihres Wagemuts und wechselnder Identitäten gelingt zwei Reportern, wovon viele nur träumen: ein Blick hinter die Kulissen. Der Westdeutsche Martenstein und der systemkritische DDR-Bürger Peuckert lernen die Schattenseiten des Imperiums kennen – ganz oben und ganz unten. Sie gehören zu jenen Wanderarbeitern, die ihre Körperkraft feilbieten auf den Prunktellern des Petro-Kommunismus. Als Masseur, Portier, Broilerbrater werden sie buchstäblich wie »der letzte Dreck« behandelt. Als Undercover-Reporter werden sie von den Mächtigen hofiert. Trotz aller Demütigungen und Gefahren begegnen ihnen aber auch Freundschaft und, ja, Liebe.

Davon berichten sie in ihrem aufrüttelnden Buch, das viele bisher unveröffentlichte Reportagen enthält und dessen sämtliche Einnahmen der Minolpirol-Stiftung zufließen.

Starring:
Hartmut Mehdorn als Robotron-Chef
Karl-Theodor Guttenberg als Wirtschaftsminister
Gregor Gysi als Kulturminister
Angela Merkel als inhaftierte Oppositionelle
Harald Martenstein und Tom Peuckert als Lucky Loser
UND:
Kati Witt als Moderatorin des Dschungelcamps live aus Cuba

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Etwas zu gut in Gags verpackte Systemkritik

Man stelle sich vor: Die Berliner Mauer ist im Herbst 89 nicht gefallen. Und man stelle sich weiter vor, dass nahe der Ostseeküste ein riesiges Ölvorkommen gefunden wurde und die DDR zum reichsten Land der Erde wurde. Selbst das Vermögen der saudi-arabischen Scheichs wird davon in den Schatten gestellt. 2015 feiert das kleine Land 25 Jahre Erdöl-Sozialismus und der Westen schaut voller Neid auf seine Nachbarn.

Doch es ist nicht alles Gold, was schwarz glänzt. Zwei wackere Journalisten hinterfragen das System geschickt: Der Westdeutsche Harald Martenstein und der systemkritische DDR-Bürger Tom Peuckert.

Mit Harald Martensteins Kolumnen in der ZEIT kann man mich normalerweise jagen. Ich kenne ihn als weißen Mann mittleren Alters, der immer wieder Antisemitismus, Sexismus und Rassismus verharmlost. Trotzdem war ich neugierig auf sein neues Buch "Schwarzes Gold in Warnemünde". Die skurrile Handlung mit Gastauftritten von Angela Merkel, Kati Witt und weiteren Prominenten klang genau nach meinem Geschmack.

Tatsächlich beginnt der Roman erwartet gut, lässt dann jedoch recht schnell inhaltlich nach. Was folgt ist eine Aneinanderreihung von Reportagen und Zeitungsartikeln, die Kritik am System üben sollen - es aber in den wenigsten Fällen auch in der nötigen Tiefe tun. So wirkt die Handlung fahrig, fast zusammengeschustert. Als ob die Autoren schnell ihre Ideen aufgeschrieben hätten, ohne sie nochmal sacken, sie nochmal reifen zu lassen.

Der enthaltene Humor, der aus dem Buch eine Satire machen soll, ist eher schlicht und nicht selten auf Stammtischniveau.

Was hätte man aus dieser Idee alles herausholen können. Leider haben die Autoren diese Chance vertan, aber vielleicht war es Abschicht, die Systemkritik so soft in Gags zu verpacken, dass sie kaum mehr sichtbar ist. Unterhaltsam ist das Buch also vor allem zu Beginn, dann lässt es leider stark nach.

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Satirische Glanzleistung

Harald Martenstein und Tom Peukert haben mit ihrem Roman "Schwarzes Gold aus Warnemünde" eine ungemein unterhaltsame Utopie geschaffen, deren skurrile Entwicklungen kein Leserauge trocken lässt.

Man stelle sich folgendes Szenario vor. Die DDR gibt es noch und sie ist nicht 1989 aufgelöst worden. 2015 feiert sie sogar 25 Jahre Erdöl-Sozialismus und ist wegen des umfangreichen Erdöl-Vorkommens in Warnemünde finanziell bestens aufgestellt.

Diese Tatsache allein ist schon recht absurd, aber was darauf folgt, ist noch amüsanter. Denn bekannte Politiker wie Angela Merkel, Gregor Gysi, Sahra Wagenknecht und Karl-Theodor zu Guttenberg haben ganz unterschiedliche Rollen innerhalb des DDR-Regimes eingenommen. So ist Kanzlerin Angela Merkel nach New York geflüchtet, Guttenberg ist Wirtschaftsminister, Wagenknecht eine linke Yogalehrerin und Gregor Gysi Kulturminister.
Diese bunte Mischpoke wird noch komplettiert durch die vor sich hin dilettierenden Lebenskünstler Peukert und Martenstein, die als Journalist, Masseur oder auch als Broilerbrater arbeiten und dabei Walraff gleich DDR-Forschungen betreiben. Hier haben sich die beiden Autoren einfach selbst in die Geschichte miteingebracht - eine geniale Idee der beiden Zeitgenossen. Mein persönliches Highlight waren die 99 Fragen an Herrn Gysi und dessen pointierte sowie launige Antworten.

Dieses Buch ist politischer Nonsens, macht aber gerade deshalb eine Menge Spaß. Alle Schwächen des DDR-Staats gibt es auf einmal nicht mehr. Und die Westdeutschen sind im Nachteil; werden sogar von Ursula von der Leyen regiert. Insgesamt eine mehr als kurzweilige, verquere Geschichtsklitterung, die Historiker als auch Laien zum Lachen bringen wird und über die Frage nachdenken lässt: Was wäre gewesen, wenn...?

FAZIT
Dieses Buch muss man einfach gelesen haben. Die DDR wird hier ordentlich durch den Kakao gezogen.

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„Schwarzen Gold aus Warnemünde“

Autor: Harald Martenstein, Tom Peuckert

Genre: Roman / satirische Utopie

Verlag: atb

Buchinformation:

Die DDR feiert 2015 ihr 25 Jähriges Erdöl – Sozialismus Jubiläum und wird dabei von den verarmten Westlern beneidet. Wovon viele träumen gelang zwei mutigen Reportern, sie schauten hinter die Kulissen der systemkritischen DDR und lernen dabei die Schattenseiten des Imperiums kennen.

Meinung:

Das Autorenduo hat sich hier an einer DDR Geschichte in Form einer satirischen Utopie versucht. Was so auf den ersten Blick neugierig macht und eine spannende, humorvolle Lektüre mit einer Mischung aus Sarkasmus erwarten lässt wurde jedoch sehr schnell peinlich und enttäuschend.

Beim Lesen war es so, als wurde man von den Autoren von einer Geschichte in die nächste „geschmissen“, es war total verwirrend und ein Zusammenhang, sprich der rote Faden war überhaupt nicht zu erkennen.

So ist die Hintergrundstorry, wenn man sie überhaupt so nennen kann, recht dürftig, schwach und war für mich enttäuschend. Zusätzlich ist der Schreibstil stellenweise doch sehr von einer ordinären Sprache gekennzeichnet, die mache Leser ganz schön Abstoßend empfinden kann.

Insgesamt lässt sich hier wohl über Sinn und Unsinn der Lektüre diskutieren, für mich gehört sie zu den Flops, denn ich habe mich selten über ein Buch so geärgert und war selten so enttäuscht.

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