Dirk Bernemann: Ich hab die Unschuld kotzen sehen

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Dirk Bernemann: Ich hab die Unschuld kotzen sehen
Verlag
ET (D)
2005
Ausgabe
Taschenbuch
ISBN-13
9783937536590

Informationen zum Buch

Seiten
116

Sonstiges

Erster Satz
Guten Tag.

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"Guten Tag, die Welt liegt in Trümmern. Ich sammle sie auf. Errichte daraus neue Gebäude. Konstruiere neue Städte. Kann man wohnen drin. Oder weiträumig umfahren."So begrüßt einen dieses Stück Literatur, bevor es einen hinabreißt in die Abgründe einer Welt, die in uns etwas zum Klingen bringt. Sie ist uns sehr vertraut, es ist unsere Welt!Wenn man Bernemanns Buch liest, kommt es einem vor, als hätte man uns endlich die rosa Brille abgenommen, ja vom Kopf geprügelt. In einer poetischen Klarheit zelebriert er ein Massaker des Lebens, das fasziniert, um gleichzeitig abzustoßen.

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"Ich gehe in den Garten und begrüße den neuen Tag. Und ich vermute, es ist ein verfickter Sonntag".

Ein einziger Sonntag reicht, um die knapp 120 Seiten zu lesen - weitaus länger werden einen die 13 Kurzgeschichten jedoch begleiten. Sie lassen nicht los, krallen sich fest ins Gehirn, verhaken sich dort - und gefallen oder stoßen ab. Es gibt wohl keinen Mittelweg, den der Leser bereit ist einzuschlagen. Die plakative Grausamkeit und die derbe Sprache vermischen sich mit gescheiterten Existenzen ohne Zukunft.

Die einzelnen Kurzgeschichten geben sich "die Klinke in die Hand", denn ein Charakter übergibt an den nächsten und erzählt doch seine ganz persönliche Geschichte. Sind es die Ausnahmen oder doch die Regel dieser Welt, die so erschreckend auf uns wirkt, uns zu Mördern und Selbstmördern macht? Dirk Bernemann macht den Leser zum Voyeur, der oft gleichermaßen fasziniert und abgestoßen wird. Dabei experimentiert er mit der Sprache, passt sie seinen Charakteren an.

Die Protagonisten verkommen zu Statisten, sind Mittel zum Zweck und lassen deshalb auch jegliche Tiefe vermissen. Der Autor lässt sich völlig gehen und verwendet exzessive Gewaltszenen, um eine deprimierende, negative Weltsicht ins Bild zu setzen. Natürlich sind die Personen teilweise klischeeüberladen und die Sicht auf die Dinge etwas eindimensional, dennoch haben mich die Kurzgeschichten berührt und ich werde sicher noch oft zu dem dünnen Buch greifen.

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Entweder man mag dieses Buch oder man hasst es. Obwohl ich mir noch nicht so ganz sicher bin zu welcher Gruppe ich gehöre, hatte ich doch während des Lesens nicht ein mal das Gefühl es in die Ecke pfeffern zu wollen -wie bei so manch anderer Lektüre zuvor-.

In Kurzgeschichten unterteilt, die aber auf gekonnte Art und Weise inhaltlich verknüpft sind, findet sich der Leser zwischen den Trümmern der Gesellschaft wieder. Unserer Gesellschaft. Es gibt Drogenabhängige, verkommene Alkoholiker und Penner. Dirk Bernemann räumt gekonnt allen Abfall der gesellschaft zusammen und füllt ihn in einen gläsernen Abfalleimer -dieses Buch. Eigentlich erschreckend das er das tun muss, denn es sind Menschen denen wir tagtäglich begegnen, mancher der Leser ist sogar einer von den gescheiterten Existenzen und wider ein anderer erkennt sich teilweise in den Geschichten wieder. "Ich hab die unschuld kotzen sehen" provoziert, weckt aber auch auf, denn meines Erachtens überwiegt nicht die Überzeichnung sondern wohl eher die Wahrheit... und die ist manchmal eben brutal.

Im lyrischen Teil, der auf die Kurzgeschichten folgt, wird nochmal alles Mögliche durch den Kakao gezogen, hauptsächlich aber die Medien. Das Buch enthält wahnsinnig viele Wortspiele und Manches ist wirklich nur zwischen den Zeilen zu verstehen, wer sich aber diesem "Wahnsinn" öffnet, der wird das Buch eben nicht in die Ecke pfeffern.

Ich finde es zwar nicht grandios aber immerhin gut und auf jeden Fall lesenswert, egal wie später das Urteil darüber ausfällt!

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