Joe Dunthorne: Ich, Oliver Tate

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Joe Dunthorne: Ich, Oliver Tate
Verlag
ET (D)
2010
Ausgabe
Taschenbuch
Originaltitel
Submarine
ET (Original)
2008
ISBN-13
9783498013264

Informationen zum Buch

Seiten
384

Sonstiges

Übersetzer/in
Erster Satz
Es ist Sonntagmorgen.

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Handlungsort

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Oliver ist fast fünfzehn und gerade noch Jungfrau, doch das soll sich ändern, am besten sofort. Oliver weiß alles und hat nicht den blassesten Schimmer. Seine Freundin Jordana wiederum hat eine Hautkrankheit und auch sonst eine Menge Probleme. Eines davon ist -- Oliver Tate. Oliver Tate, der selbstgerecht ist, klug, grausam und verletzlich. Der dicke Mädchen quält und Hunde hasst. Der küsst, als wolle er Zahnfüllungen spachteln, Fremdwörter sammelt und das Sexleben seiner Eltern sehr genau überwacht: Zwei Monate ohne Beischlaf, lautet sein alarmierender Befund, das Ende ihrer Beziehung steht unmittelbar bevor. Bis Oliver die Sache selbst in die Hand nimmt. Mission: Ehe der Eltern neu beleben, jedes Mittel erlaubt. Die Folgen: ebenso fatal wie absehbar. Und ihre Wirkungen: peinlich, rührend - und richtig, richtig komisch.

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Der fünfzehnjährige Oliver Tate hat es nicht leicht: Er ist noch immer Jungfrau, seine Eltern hatten schon ewig keinen Sex mehr (zumindest nicht miteinander) und durch seinen Hang, Fremdwörter wie Briefmarken zu sammeln umgibt ihn ein leichter Hauch des Verschrobenen. Seine Mutter ist eher verwirrt und in sich gekehrt, wenn ihr Sohn das "Cotard-Syndrom" (Wahnvorstellungen bei Jugendlichen) simuliert und auf die Frage "Wie schmecken Dir die Frühstücksflocken?" nur antwortet: "Mein Körper ist nur noch eine Hülle." Oliver ist Oliver. Oft ein kleiner Kotzbrocken, aber doch im Grunde ein ganz netter Kerl. So schreibt er schon mal heimlich einen Überlebensleitfaden für ein (auch von ihm) drangsaliertes dickes Mädchen seiner Schule. Doch seine neueste Mission ist: Seine Eltern müssen endlich wieder Sex haben.

Der egozentrische Oliver könnte aus einem von John Irving gezeichneten Bilderbuch entsprungen sein. Er ist nicht immer sympatisch und trotzdem kann man ihn irgendwie gut leiden. Seine scharfzüngigen, trockenen Kommentare zu seiner Umwelt ließen mich nicht nur schmunzeln, sondern oft bis über beide Ohren grinsen. Oliver plagen die üblichen Teenagersorgen: Bin ich ein guter Küsser? Wie kriege ich meine Freundin am besten rum? Aus der abgeklärten Sicht eines Erwachsenen, könnte man den 16-jährigen als kleinen Antihelden bezeichnen - letzten Endes ist er aber doch nur ein ganz normaler, walisischer Jugendlicher mit ebenso normalen Ängsten und Nöten.

Ein kleiner Einblick erschließt sich durch die folgende Szene in Olivers Welt: Er verbringt gerade seine Zeit mit Joradana, sie hängen irgendwo zusammen rum und schließlich meint sie zu ihm: "Schließe Deine Augen und mache den Mund auf". Er tut es und sie spuckt ihm in den Rachen (dabei versucht er natürlich ganz männliche Coolness, weder zu husten, noch sich zu übergeben). In sein Tagebuch trägt er später ein: "Ein weiterer Nachteil von Jordana: Ihre Spucke ist zäher als meine. Ich mag keine ungleichberechtigten Beziehungen eingehen. Ein weiterer Vorteil von Jordana: Sie kann gut zielen".

Joe Dunthorne, der mit "Ich, Oliver Tate" ein fast rundum gelungenes Romandebüt vorlegt, berichtet über zerplatze Träume, die erste Liebe und eine Berg-und-Talfahrt von Gefühlen. Dies tut er aber mit so einer erstaunlichen Leichtigkeit, dass man sich jederzeit in Oliver hineinversetzen kann. Zum Schluß zieht sich das Buch leider etwas und ich hatte den Eindruck, dass der Autor nicht mehr so richtig wusste, was er eigentlich erzählen wollte. Er verzettelt sich fast, aber Oliver kriegt für ihn mit seinem skurrilen Humor immer wieder die Kurve.

Sprachlich ist das Buch sehr angenehm zu lesen. Weder zu komplex, noch zu schlicht. Auch die Übersetzung von Mayela Gerhardt ließ für mich keine Wünsche offen. Liebhaber des britschen Humors dürften von Oliver, seinen Freunden und Feinden mehr als begeistert sein.

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