Christine Kabus: Im Land der weiten Fjorde

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Christine Kabus: Im Land der weiten Fjorde
ET (D)
2013
Ausgabe
Taschenbuch
ISBN-13
9783404167586

Informationen zum Buch

Seiten
592

Sonstiges

Originalsprache
deutsch
Erster Satz
Erleichtert stellte Lisa die schwere Tasche mit der Fotoausrüstung ab, zog den Rollkoffer zu sich heran und schloss die Tür ihres kleinen Apartmens auf, das sie im vierten Stock eines Mietshauses in einer ruhigen Straße hinter der Alten Oper bewohnte.

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Nach dem Tod ihrer Mutter erfährt Lisa, dass diese als kleines Kind adoptiert wurde. Ein Medaillon mit einem vergilbten Foto ist die einzige Spur zu ihren Vorfahren. Sie führt Lisa nach Norwegen, in den beschaulichen Ort Nordfjordeid. Die Menschen dort reagieren sehr unterschiedlich auf die Ankunft der jungen Deutschen. Während sie in der warmherzigen Nora sogleich eine Vertraute findet, begegnet der alte Finn ihr mit kaum verborgener Ablehnung. Auch der wortkarge Reitlehrer Amund scheint Vorbehalte gegen Lisa zu haben. Je länger sie in das Leben am Fjord eintaucht, desto sicherer ist sie, dass sie auf der richtigen Fährte ist und dass in der Familiengeschichte ihrer Mutter dunkle Geheimnisse schlummern, deren Schatten bis in die Gegenwart reichen ...

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Eine verbotene Liebe in Norwegen

Die junge Fotografin Lisa erfährt nach dem Tod ihrer Eltern, daß ihre Mutter Simone als Kind adoptiert wurde. Die einzigen Erinnerungsstücke an Simones leibliche Eltern sind ein Medaillon mit einem Bild der Beiden sowie eine Postkarte aus Norwegen. Lisa macht ihre norwegische Familie ausfindig, deren Mitglieder sie sehr unterschiedlich willkommen heißen. Die Suche nach ihrer Großmutter Mari führt Lisa zu einem traurigen Familiengeheimnis, welches bis in die Gegenwart wirkt.

„Im Land der weiten Fjorde“ ist der Debütroman von Christine Kabus, der im norwegischen Nordfjordeid spielt und die tragische Familiengeschichte der Karlssen beschreibt.
Als erstes fiel mir positiv das Cover auf, welches das passende Panorama zu einem Norwegenroman zeigt und mit seinen harmonischen Farben sehr gut zu dem Roman passt.

Die Handlung spielt in zwei Zeitebenen: der Leser begleitet Lisa im Jahre 2010 bei ihrer Suche nach ihrer norwegischen Großmutter Mari, die sie nach Norwegen führt. In der zweiten Zeitebene wird Maris Geschichte um ihre Liebe zu einem deutschen Soldaten in den Kriegsjahren ab 1940 erzählt. Diese beiden Zeitebenen wechseln sich perfekt ab, ohne den Lesefluss zu behindern oder zu viele Informationen vorzeitig preiszugeben, so daß es mir zum Schluß immer schwerer fiel, das Buch aus der Hand zu legen, weil ich sehr gespannt auf Maris Schicksal war.

Die Charaktere sind liebevoll beschrieben, an der einen oder anderen Stelle waren sie mir allerdings zu perfekt und zu „gut“, da hätte ich mir gerne noch ein paar Ecken oder Kanten für die Protagonisten gewünscht.

Lisas Entwicklung hat mir gut gefallen: anfangs erschien sie mir ziemlich rastlos und ließ sich durch ihren Freund Marco in eine Zukunft drängen, die sie sich gar nicht so vorgestellt hat. In Norwegen wird sie dann jedoch selbstbewußter und kommt öfters ins Grübeln und Zweifeln. Ihre Hilfsbereitschaft gegenüber der Familie Karlssen fand ich zwar schön von ihr, aber für mich hat sie diese Entscheidung zu schnell getroffen hat, ohne über die Konsequenzen, auch für ihre persönliche Situation, nachzudenken – das kommt mir nicht sehr realistisch vor.

Lisas Freund Marco war dagegen ein Charakter, mit dem ich nicht warm geworden bin – und meiner Meinung hätte es diese Figur in dem Roman auch nicht gebraucht. Die Entwicklungen zwischen manchen Figuren waren mir auch etwas zu viel „eitel Sonnenschein“, da hätte es meiner Meinung nach manchmal weniger glatt zugehen können.

Es gibt allerdings auch ein paar Wendungen bzw. Emotionen, mit denen ich so nicht gerechnet habe, die mir aber sehr gut gefielen und ich absolut realistisch und nachvollziehbar fand.

Über die deutsche Besatzung in Norwegen war mir bisher so gut wie nichts bekannt, ich habe erst durch dieses Buch Einblicke in diese Zeit bekommen. Wie die Autorin diese Zeit als Hintergrundkulisse für die Handlung umgesetzt hat, finde ich gelungen. Sehr gut haben mir ebenfalls die detaillierten Beschreibungen des Alltags in Nordfjordeid oder der norwegischen Bräuche und Feste gefallen, ebenso die späteren Beschreibungen des masurischen Alltags, zumal mir Beides unbekannt war.

An manchen Stellen war die Handlung zwar vorhersehbar, was meinen Lesevergnügen aber keinen Abbruch tat. Das Geheimnis um Maris und Simones Geschichte wird vollständig aufgelöst, so daß keine Fragen offen bleiben.

Mich hat der Debütroman von Christine Kabus wunderbar unterhalten und viele der Charaktere sind mir während der Lektüre ans Herz gewachsen.

Dieses Buch wird sicherlich nicht mein letztes Buch der Autorin sein und freue mich schon darauf, wenn es wieder Richtung Norden geht.

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Eine Liebe in Norwegen

Nach dem Tod ihrer Eltern erfährt Lisa, dass ihre Mutter als kleines Kind adoptiert wurde. Für Lisa bricht ein bisschen die Welt zusammen, ihre Eltern sind tot und der Rest der Familie ist auf einmal eigentlich gar nicht mehr mit ihr verwandt. Mit Hilfe des (Adoptiv)Bruders ihrer Mutter macht sie sich auf die Suche nach ihren Wurzeln und findet heraus, dass ihre Mutter anscheinend ursprünglich aus Norwegen kam. Kurz entschlossen macht sich Lisa auf in das Land ihrer Vorfahren und wird auch schnell fündig. Da ihre Mutter dies offensichtlich vor vielen Jahren auch schon einmal probiert hat und aus unbekannten Gründen entschieden zurückgewiesen wurde, gibt Lisa sich nicht zu erkennen, sondern möchte ihre neuen Verwandten erst einmal unbefangen kennenlernen.

Parallel zu Lisas Suche nach ihren Wurzeln wird die Geschichte von Mari erzählt, einer jungen Norwegerin in der Zeit des Zweiten Weltkriegs. Norwegen wurde von den Deutschen besetzt und Mari verliebte sich in den jungen Wehrmachtssoldaten Joachim.

Recht schnell werden dem Leser durch die beiden Erzählstränge die ersten Zusammenhänge klar. Doch wie genau es zur heutigen Situation gekommen ist, klärt sich erst ganz gegen Ende auf und es ist ein langer, teils schöner, teils sehr trauriger Weg bis dahin. Ich persönlich mag Geschichten, die auf zwei Zeitebenen erzählt werden, auch wenn man manchmal lieber in der einen Handlung bleiben würde, anstatt zu wechseln. Dennoch hält diese Erzählweise die Spannung hoch und man möchte das Buch kaum aus der Hand legen. Hier waren für mich beide Erzählebenen gleich interessant, mal die eine etwas mehr, aber das änderte sich dann auch wieder, so dass ich beiden sehr gerne gefolgt bin. Einzig die Figur von Lisas Freund in Deutschland fand ich etwas überflüssig und hätte diesen Part gar nicht unbedingt in der Handlung gebraucht.

Am Ende fügen sich die verschiedenen Puzzleteilchen dann zu einem Bild zusammen. Insgesamt werden so die meisten offenen Fragen schlüssig beantwortet, wenn auch für mich die Handlungen und Motivationen mancher Figuren ein bisschen zu übertrieben waren und ich daher nicht alles so wirklich überzeugend fand.

Norwegen wird wunderbar geschildert, das Land, die Leute, die Bräuche – ich war noch nie in Norwegen und kann daher nicht beurteilen, inwieweit das alles zutrifft, aber es liest sich sehr authentisch. Über deutsche Besatzungszeit habe ich einiges gelernt, hier hätte ich mir vielleicht noch ein paar tiefergehende Informationen gewünscht, aber das hätte wahrscheinlich den Rahmen gesprengt, denn in erster Linie handelt es sich ja um eine Liebesgeschichte.

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Ein Muss für Norwegenfans

Inhalt:

Lisas Eltern sind verstorben. Kaum hat sie ihren Tod überwunden, erfährt sie, dass ihre Mutter adoptiert war und ihre eigene Familie nicht kannte. Lisa macht sich sogleich auf die Suche nach ihren Wurzeln und landet in Norwegen, in dem kleinen Ort Nordfjordeid. Hier findet sie auch schnell den Hof, auf dem ihre Großmutter aufgewachsen ist. Doch sie wird nicht nur mit offenen Armen empfangen. Warum lehnen sie manche Bewohner so ab? Was ist zur Zeit des 2. Weltkrieges auf diesem Hof geschehen? Lisa macht sich auf die Suche und findet nicht nur Antworten, sondern auch eine ganz neue Seite an sich selbst.



Meine Meinung:

Das Buch spielt auf zwei Ebenen. Zum Einen Lisa, die sich auf die Suche nach ihren Wurzeln macht und zum anderen Mari, Lisas Großmutter und ihr Leben. Durch mari erfährt der Leser viel über die Familiengeschichte und was damals vorgefallen ist. Dieser Handlungsstrang ist meiner Meinung nach auch der Stärkere. Der Leser erfährt nicht nur viel über die Familie, sondern auch über das Norwegen zur Zeit des 2. Weltkrieges, das Leben dort, die Sicht der Menschen zum Thema Krieg und die norwegische Kultur. Gerade die Szenen über den Krieg fand ich sehr informativ. Man wird regelrecht in die Geschichte hineingezogen.

Die Abschnitte über die Gegenwart waren ein wenig schwächer und wirkten oft ein wenig konstruiert. Doch dies war nicht wirklich störend. Beide Abschnitte haben sich gut ergänzt und hatten etwas gemein: die wundervolle Beschreibung der norwegischen Landschaft, die nicht nur zum Träumen einläd, sondern einen regelrecht dazu zwingt. Ich war schon vor der Lektüre großer Skandinavienfan und das hat sich durch dieses Buch noch verstärkt.



Fazit:

Ein wundervoller Roman über die Familie, Liebe, Pferde, Traditionen und Sehnsüchte. Ein Muss für jeden Norwegenfan und eines der schönsten Bücher dieses Jahres.

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