Amy McKay: In Mondnächten

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Amy McKay: In Mondnächten
Verlag
ET (D)
2007
Ausgabe
Taschenbuch
Originaltitel
The Birth House
ET (Original)
2006
ISBN-13
9783442735563

Informationen zum Buch

Seiten
416

Sonstiges

Übersetzer/in
Erster Satz
Mein Haus steht am Rande der Welt.

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Handlungsort

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Neufundland zu Beginn des 20. Jahrhunderts: Die junge Hebamme Dora Rare kennt gegen jedes Leiden das richtige Kraut. Sie weiß, wofür frischer Tau gut ist, wie man ein Kind auf die Welt singt und womit man betrunkene Ehemänner besänftigt. Doch dann hält die Moderne Medizin in Gestalt eines jungen, unerfahrenen Arztes Einzug an der rauen Küste und Dora muss kämpfen - für ihr Glück und für ihre Zukunft ...

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Inhaltsangabe (dem Buch entnommen):

Neufundland zu Beginn des 20. Jahrhunderts: Die junge Hebamme Dora Rare kennt für jedes Leiden das richtige Kraut. Sie weiß, wofür frischer Tau gut ist, wie man ein Kind auf die Welt singt und wie man betrunkene Männer besänftigt. Doch dann hält die Medizin in Gestalt eines jungen, unerfahrenen Arztes Einzug an der rauen Küste, und Dora muss kämpfen – für ihr Glück und für ihre Zukunft ...

Der erste Satz:

„Mein Haus steht am Rande der Welt.“

Meine Meinung zum Buch:

Das Buch lässt einen Einblick in die Situation der Frauen zu, die Anfang des 20. Jahrhunderts in abgelegenen Gegenden lebten.

Besonders interessant fand ich die Art, wie das Buch aufgebaut ist. Es folgt ziemlich chronologisch Doras Leben (greift allerdings in ein paar Passagen auch auf Ereignisse zurück, die vor Doras Geburt passierten) und enthält Tagebuchnotizen, Erzählungen aus Doras Sicht, Zeitungsausschnitte, Einladungskarten, Werbeanzeigen u.s.w. Das machte das Lesen sehr abwechslungsreich und sorgte manchmal auch für Komik – wenn man z. B. über einen Zeitungsartikel erfährt, wie Dora auf eine taktlose Äußerung des neu zugezogenen Arztes reagierte.

Dora war mir von Anfang an sympathisch, wenn ich auch hin und wieder vor mich hin grummelte, wie wenig sie sich ihrem Ehemann widersetzte – aber das ist eine Einschätzung aus der heutigen Zeit. Ich denke, dass für die Zeit, in welcher der Roman spielt, Dora sogar eine sehr freie Frau war. Am Anfang des Buches gefiel mir Miss Babineau, Doras Lehrerin als Land-Hebamme, sogar noch besser. Ich mochte das Hexenhafte, das dieser Frau anhaftete und die Beschreibung der Rituale, Heilungsmethoden und Zubereitung der geheimen Kräuterrezepte habe ich gerne gelesen. Beide Personen sind sehr lebhaft beschrieben, man kann sie sich sehr gut vorstellen und begleitet sie auf ihrem Weg durch freudige und traurige Ereignisse mit Spannung.

Etwas mehr Handlung hätte ich mich allerdings gewünscht. So interessant Doras Werdegang ist, manchmal schrammt die Geschichte knapp an der Langeweile vorbei. Besonders betrifft das den Zeitabschnitt, in dem Dora als junge Ehefrau ihren Beruf nicht mehr ausübt (ausüben darf) und sich als Haus- und Farmersfrau versucht.

Fast gruselig erschienen mir die „modernen“ Heilmethoden, die der neue Arzt Dr. Thomas nach Neufundland bringt. Wieder einmal bin ich froh, dass ich in der heutigen Zeit lebe und die Kenntnisse der Medizin fortgeschritten sind.

Das Buch ist sehr schön zu lesen. Die Autorin verwendet einen ruhigen Stil, der auf mich sehr angenehm wirkte. Allerdings hielt diese Ruhe mich auch etwas auf Distanz, so dass mich das Lesefieber nicht so richtig packen und fesseln wollte.

Trotzdem kann ich das Buch für schöne, ruhige Lesestunden empfehlen. Wer allerdings schnelle Ablenkung vom Alltag sucht, sollte das Buch zu einem anderen Zeitpunkt lesen.

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Wie so oft fragte ich mich nach der Lektüre des Buches, ob der/die Verfasser/in des Klappentextes das Buch selber gelesen hat.

Dora Rare ist seit Generationen das erste Rare-Mädchen, das geboren wird. Allein das würde sie schon zu einer Besonderheit machen, aber sie unterscheidet sich auch durch ihr Aussehen von den anderen Familienmitgliedern. Bei ihr bricht das alte Indianererbe durch. Sie hat schwarzes Haar und dunkle Haut. Zu allem Überfluß wird sie auch noch mit einer Glückshaube geboren. Diese ermögliche ihr, zumindest im Glauben der Talbewohner, mit Tieren zu sprechen, Geister zu hören und so einiges mehr. Da an der Treue ihrer Mutter nicht zu zweifeln ist und war, gab es nur eine Möglichkeit für die abergläubische Bevölkerung. Ein vertauschtes Feenkind. Somit nimmt Dora von Kindesbeinen an eine Sonderstellung ein.

Das Wissen über Heilkräuter und die Arbeit einer Hebamme erlernt sie von Marie Babineau, die ebenfalls eine Außenseiterstellung einnimmt.

(Ich kann mich beim besten Willen an kein Kraut gegen jähzornige Männer erinnern.)

"In Mondnächten" wird der harte Überlebenskampf der Menschen in Scots Bay an der Küste Neuschottlands geschildert. Die Männer müssen ihre Familien mit Fischfang, Tierhaltung und etwas Landwirtschaft am Leben erhalten. Die Frauen leben wie schon Generationen vor ihnen. Ami McKay schildert den Alltag dieser Menschen sehr anschaulich. Die einzelnen Charaktere sind gut beschrieben.

Die Ich-Erzählerin Dora Rare lebt im Geburtshaus, so auch der Name des Original-Titels, und blickt mit dem Leser zurück auf ihr bisheriges Leben. Unsentimental berichtet sie über die Menschen und die großen und kleinen Ereignisse in ihren Leben. Wie überall gibt es auch in Scots Bay Grüppchen und krasse Außenseiter, die sehr überzeugend dargestellt werden.

Der 1. Weltkrieg wirft seine Schatten auch in diese Ecke Neuschottlands. Das ist aber nicht das einzige, was in die Gemeinschaft eindringt. Der Fortschritt in Gestalt von Dr. Thomas versucht Fuß zu fassen. Er arbeitet für eine Geburtsklinik, in der die Frauen der Landwirte, sofern sie in Besitz einer Aktie sind, ihre Kinder in hygienischer Umgebung und unter ärztlicher Aufsicht zur Welt bringen können. Und so steht Alt gegen Neu, (Aber-)Glaube und das Wissen der Kräuterfrauen gegen den Fortschritt. Zwei vermeintlich unterschiedliche Parteien mit dem gleichen Ziel.

Die Geschichte wird durch Briefe, Zeitungsberichte und Anzeigen für moderne Geräte und Behandlungsmethoden aufgelockert. Besonders letztere (sie bezogen sich meistens auf Frauen) hätten mich staunend zurück gelassen, wenn ich nicht schon öfter darüber gelesen hätte. Durch diese Einschübe erhält man interessante Details über den neuesten Fortschritt bzw Erkenntnisse der damaligen Zeit.

Literatur spielt für Dora Rare eine große Rolle. Sie liest gerne Jane Austen, ebenso wie Fachliteratur der damaligen Zeit. Ihr Tante setzt viel daran um sie von diesem Laster zu befreien, das, wie behauptet wird, der Auslöser für unkeusche Gedanken und Müßiggang sei. Wenn es nicht sogar zu Geistesgestörtheit führe!

An anderer Stelle ist von „Watch-and-Ward-Zensur“ zu lesen, die Bücher wie „Tess of the d’Urberville“ verbot. Ob sich der Name von dem gleichnamigen Buch von Henry James, der ebenfalls verboten war, herleitet, konnte ich nicht herausfinden. Allerdings habe ich gelesen, dass „Banned in Boston“, Boston war der Sitz der Watch-and-Ward-Society, sich auf die jeweiligen Bücher verkaufsfördernd auswirkte.

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