Isabel Bogdan: Der Pfau

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Isabel Bogdan: Der Pfau
ET (D)
2016
Ausgabe
Gebundene Ausgabe
ISBN-13
9783462048001

Informationen zum Buch

Seiten
256

Sonstiges

Originalsprache
deutsch
Erster Satz
Einer der Pfauen war verrückt geworden.

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Handlungsort

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»Einer der Pfauen war verrückt geworden.« Dummerweise geschieht das gerade, als Chefbankerin Liz und ihre vierköpfige Abteilung sich mitsamt einer Psychologin und einer Köchin zum Teambuilding in die ländliche Abgeschiedenheit der schottischen Highlands zurückgezogen haben. Der verrückt gewordene Pfau, das rustikale Ambiente und ein spontaner Wintereinbruch sorgen dafür, dass das Wochenende ganz anders verläuft als geplant. So viel Natur sind die Banker nicht gewohnt.
Isabel Bogdan, preisgekrönte Übersetzerin englischer Literatur, erzählt in ihrem ersten Roman pointenreich und überraschend von der pragmatischen Problemlösung durch Lord McIntosh, von der verbindenden Wirkung guten Essens und einer erstaunlichen Verkettung von Ereignissen, die bald keiner der Beteiligten mehr durchschaut. So britisch-unterhaltsam ist in deutscher Sprache noch nicht erzählt worden!

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Nett, aber nicht überragend

Inhalt:
Eine Gruppe von Bankern aus London begibt sich in ein einsames Tal in Schottland, um dort ein Wochenende in Teambuilding zu verbringen. Mit dabei die Köchin Helen und die Psychologin Rachel. Und Mervyn, der Hund. Sie beziehen den Westflügel des Herrenhauses von Lord und Lady McIntosh. Auf dem Anwesen gibt es eine Menge Tiere, unter anderem einen jungen Pfau, der gerade verrückt spielt. Um es sich mit den Gästen nicht zu verscherzen, greift der Lord kurzerhand zum Gewehr. Doch auch tot bereitet der Pfau noch manches Problem …

Meine Meinung:
Über humorvolle Bücher kann man sich ja immer wunderbar streiten. Der eine lacht sich schief, der andere muss sich ein Schmunzeln mit Gewalt abringen. Ein Blick in die Leseprobe kann bei der Entscheidung helfen, ob dieses Buch etwas für euch ist oder nicht.

Anfangs fühlte ich mich doch stark an den Film „Immer Ärger mit Harry“, eine Komödie von Alfred Hitchcock, erinnert. Nur dass es hier eben der Pfau ist und nicht Harry. Daher fand ich die Idee dann nicht so besonders originell. Auch dass ein Buch ohne wörtliche Rede auskommen kann, ist nichts Neues und sorgt hier für eine gewisse Distanz des Lesers zum Geschehen. Die Sprache ist einfach gehalten, aber gut zu lesen. Hierin findet man ein wenig britischen, trockenen Humor.

Ein paar Seiten mehr hätten der Geschichte wirklich gutgetan, denn dann hätte man die Charaktere um einiges tiefgründiger anlegen können. So wirken sie relativ oberflächlich und stereotyp. Die arrogante Chefin, die mütterliche Köchin, der Schleimer, der Schwule, der Unterhalter usw.

Der tote Pfau sorgt für Missverständnisse und Verwicklungen und schließlich für jede Menge schlechtes Gewissen, weil jeder sich in irgendeiner Weise schuldig fühlt, ohne es tatsächlich zu sein, was er aber nicht weiß. Leider übertreibt Isabel Bogdan es damit, dies aus allen möglichen Perspektiven zu betrachten und damit immer wieder dasselbe zu wiederholen. Für mich wurde der Humor dadurch ein bisschen zerstört.

Fazit:
Nach den ganzen Vorschusslorbeeren und den vielen überschwänglichen Rezensionen hatte ich mehr von diesem Roman erwartet. Ich fand ihn ganz nett zu lesen. Für zwischendurch oder für Menschen, die nicht so gerne lesen, ist es die geeignete Lektüre. Aber ein wirkliches Highlight war es nicht für mich.

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Der Pfau muss weg!

Ich bin irgendwann mal auf den (angenehm zu lesenden) Blog von Isabel Bogdan gestoßen und dort dann über ihre Übersetzung von Jane Gardam gestolpert – gelesen habe ich das zwar immer noch nicht, aber die Leseprobe war klasse. Trotzdem war ich skeptisch, als ich von ihrem eigenen Buch las – würde das wirklich gut sein? Vorneweg gesagt – ich bin sehr zufrieden und würde beim eventuellen nächsten deutlich kürzer zögern.

Lord und Lady McIntosh leben in einem ziemlich renovierungsbedürftigen Herrenhaus in einem abgelegenen Teil Schottlands, einen Teil des Unterhaltes finanzieren sie durch das Vermieten von Cottages auf dem Gelände. In diesem Herbst hat sich eine Gruppe von Bankern zu einem Teambuilding-Seminar angekündigt. Eine Grundschuld an so einigem, was in den folgenden Tagen schief geht, hat der Pfau: ein Vogel der Gruppe, die auf dem Gelände lebt, hat die unschöne Angewohnheit, alles Blaue zu attackieren und die Gegen- und Vertuschungsaktionen der verschiedenen Personen tragen einiges zum Durcheinander bei. So herrscht eine, für die Figuren eher chaotische, für den Leser dabei aber amüsant-liebenswerte Stimmung.

Isabel Bogdan bedient sich dabei klassischer britischer Humormotive, es geht ein wenig in die Wodehouse-Richtung, wenn auch deutlich moderner. Sie spielt mit Klischees aller Art und man hat fast durchgängig ein mildes Lächeln auf dem Gesicht, ab und zu unterbrochen von schadenfrohem Grinsen. Insgesamt behandelt sie aber ihre Figuren mit Respekt und auch die eher negativ anmutenden von ihnen entwickeln oder offenbaren ein paar positive Züge.

Das Einzige, was mich gestört hat, war, dass sie ab und zu das unnötige Bedürfnis hatte, das Geschehen der letzten Seiten noch einmal für den Leser zusammenzufassen, als hätte man nicht aufgepasst. Ansonsten eine eindeutige Empfehlung für Liebhaber englischen Humors.

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#1 Rezensent
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Mit Darjeeling und Scones servieren

Ein altes Herrenhaus in den schottischen Highlands ist Schauplatz dieser turbulenten Komödie, in der ein prächtiger Pfau plötzlich verrückt spielt. Die Farbe Blau ist es, die ihn aus der Bahn wirft. Sie lässt ihn Stoffe attackieren und Autos angreifen. Kein Gegenstand macht vor seinem Zorn Halt und das ist etwas ungünstig, wenn man als Lord und Lady McIntosh zahlende Gäste beherbergt.

Doch nicht nur der Pfau ist verhaltensauffällig. Das merken wir spätestens, nachdem im November eine Reisegruppe, bestehend aus dem Team einer Investmentabteilung einer Londoner Privatbank, für ein verlängertes Wochenende in ein Nebengebäude einzieht. Die Chefin hat mehr Teambuilding im Sinn und deshalb kurzerhand nicht nur eine begnadete Köchin, sondern auch eine junge Frau als Coach engagiert. Jeder Einzelne dieser kleinen Gruppe ist auf seine ganz eigene Art und Weise verschroben.

Nichts läuft so, wie es soll und daran ist nicht nur der Pfau schuld, für den der Lort eine schnelle Lösung findet. Ein Wintereinbruch verhindert die zeitige Abreise und die Menschen müssen sich miteinander arrangieren. Gar nicht so leicht.

Isabel Bogdan hat ein Händchen für humorvolle Pointen. "Der Pfau" ist ihr Debüt, doch sie hat sich vorher bereits einen Namen als preisgekrönte Übersetzerin englischer Literatur gemacht. Man merkt der Erzählung an, wie wohl sich die Autorin mit dieser typisch britischen Geschichte fühlt. Bei der Lektüre stellt sich eine beschwingte Leichtigkeit ein und man wird überrascht von den vielen, kleinen Begegnungen mit menschlichen Eigenarten, die den Roman zu etwas ganz Besonderem machen.

Meine Empfehlung: Mit einer Tasse Darjeeling und einigen Scones genießen. Kein Engländer kann die britische Atmosphäre besser zeichnen als Isabel Bogdan.

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