J. Courtney Sullivan: All die Jahre

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J. Courtney Sullivan: All die Jahre
Verlag
ET (D)
2018
Ausgabe
Gebundene Ausgabe
Originaltitel
Saints for all Occasions
ET (Original)
2017
ISBN-13
9783552063662

Informationen zum Buch

Seiten
464

Sonstiges

Originalsprache
englisch
Übersetzer/in
Erster Satz
Im Auto auf dem Weg ins Krankenhaus erinnerte Nora sich.

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Handlungsort

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Nora Flynn ist 21, als sie mit ihrer jüngeren Schwester aus Irland nach Amerika auswandert, um ihrem Verlobten zu folgen und Theresa eine Ausbildung zu ermöglichen. Doch Theresa wird schwanger, und Nora trifft eine folgenschwere Entscheidung. Fünfzig Jahre später hat Nora vier erwachsene Kinder: John, Bridget, Brian und Patrick, ihren Ältesten, der Nora beständig Sorgen bereitet und trotzdem ihr Liebling ist. Theresa lebt als Nonne in einem Kloster, als Patricks Tod die Schwestern nach Jahrzehnten des Schweigens wieder zusammenführt – und sie zwingt, sich mit dem auseinanderzusetzen, was ihr Leben für immer verändert hat. 

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Das Band zwischen Schwestern

1957. Die 21-jährige Nora Flynn macht sich mit ihrer jüngeren Schwester Theresa von Irland auf den Weg nach Amerika, wo ihr Verlobter Charlie sie in Boston schon erwartet und die beiden heiraten sollen. Obwohl Nora nicht begeistert ist, in die USA zu reisen, tut sie dies ihrer Schwester zuliebe, denn Theresa soll dort eine Ausbildung zur Lehrerin machen und nicht in einer Fabrik in Irland versauern. Als Theresa sich in den verheirateten Walter verliebt und auch noch schwanger wird, dieser aber nicht zu ihr steht, ist es Nora, die eine Entscheidung für sie beide trifft und damit die Entzweiung der Schwestern auslöst, die 50 Jahre dauern wird. Als 2009 Noras ältester Sohn Patrick bei einem Autounfall stirbt, sucht sie den Kontakt zu ihrer Schwester Theresa. Was ist zwischen den Schwestern passiert, dass sie so lange nichts miteinander zu tun haben wollten?
J. Courtney Sullivan hat mit ihrem Buch „All die Jahre“ einen sehr interessanten und fesselnden Familienroman vorgelegt, der historische Züge aufweist. Der Schreibstil ist flüssig und eindringlich, dabei unaufgeregt und mit einem kleinen Augenzwinkern, wobei auch eine gewisse Tiefgründigkeit zu erkennen ist. Die Geschichte wird in zwei wechselnden Handlungssträngen erzählt, einer befasst sich mit den Ereignissen der Vergangenheit der beiden Schwestern, der andere berichtet über die Gegenwart der Frauen und wie es ihnen ergangen ist. Die Autorin versteht es geschickt, die beiden Zeitepochen miteinander zu verflechten und dem Leser so einen Rundumblick über die Situation der beiden Schwestern zu vermitteln. Der Spannungsbogen wird durch die einzelnen Charaktere und deren Geheimnisse aufgebaut und stetig gesteigert. Gleichzeitig lässt die Autorin viele Themen und Ansichten in ihre Handlung miteinfließen, die zum einen die vergangene Zeit geprägt haben und die sich gerade in Familien zum Großteil durch die Erziehung immer wieder wiederholen. Da geht es um Einwanderung und Heimatgefühle, das Frauenbild in Irland zur damaligen Zeit, Kindererziehung und Generationenkonflikt sowie um Dinge, die innerhalb der Familie im Verborgenen bleiben müssen. Gerade dieser Mix lässt die Geschichte zum einen kurzweilig wirken, aber sie stimmt auch sehr nachdenklich.
Die Charaktere sind sehr unterschiedlich angelegt und bestechen durch ihre individuellen Eigenschaften. Sie wirken authentisch und lebendig. Nora ist eine eher schüchterne und zurückhaltende Frau, die sich ihrer Verantwortung voll bewusst ist. Schon früh musste sie sich nach dem Tod der Mutter um die jüngeren Geschwister kümmern. Die Hochzeit mit einem Mann, dem sie keine Gefühle entgegenbringt, zieht sie durch, weil es von ihr erwartet wird. Um ihre Schwester vor Diffamierung zu schützen, trifft sie eine Entscheidung, die dann allerdings zum Bruch führt. Als alte Frau wirkt Nora nachdenklich und in sich gekehrt, sie resümiert ihr Leben und wird sich dabei bewusst, wie sehr einige Entscheidungen das Leben von vielen anderen geprägt und gelenkt haben. Theresa war als junge Frau aufgeschlossen, lebensbejahend und abenteuerlustig. Sie freute sich auf ein neues aufregendes Leben in einem fremden Land und auf eine Ausbildung. Doch dann stürzt sie aufgrund von falschen Entscheidungen ab und landet unsanft auf dem Boden der Tatsachen. Sie wird Nonne und lebt fernab vom normalen Leben in einem Kloster, als wollte sie sich abschirmen und nie mehr an der Oberfläche auftauchen. Gleichzeitig wirkt es, als wolle sie, die immer so fröhlich und neugierig auf das Leben war, sich selbst bestrafen. Die weiteren auftretenden Protagonisten geben mit ihren eigenen Geheimnissen und ihrer Sicht auf die Dinge der Handlung weitere Spannung.
„All die Jahre“ ist ein wirklich gelungener Familienroman, der historische Vergangenheit und Gegenwart miteinander verknüpft und mit vielen Geheimnissen gespickt ist, die es nach und nach zu ergründen gilt. Das offene Ende des Romans überlässt es dem Leser, sich sein eigenes Ende zu spinnen. Absolute Leseempfehlung für alle, die schön geschriebene Familiengeschichten lieben!!!

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Familiengeheimnisse

Nora Flynn ist 21 als sie 1957 zusammen mit ihre 17-jährigen Schwester Theresa, für die sie nach dem frühen Tod der Mutter die Fürsorge übernommen hat, die weite Überfahrt von ihrer irischen Heimat nach Bosten zu ihrem Verlobten Charlie Rafferty angeht. Im gelobten Amerika soll sich für die beiden Mädchen das ärmliche Leben zum Besseren wenden. Doch Theresa, die eigentlich Lehrerin werden wollte, wird von einem verheirateten Mann schwanger. Das Leben ändert sich nun nicht nur für Theresa, sondern auch für Nora, die den neugeborenen Patrick für ihr eigenes Kind ausgibt und ihn zusammen mit ihren eigenen 3 Kindern großzieht. Theresa vergräbt sich hinter den Mauern der Abtei der Unbefleckten Empfängnis und wird Nonne. Der Kontakt der Schwestern bricht irgendwann gänzlich ab und eine Zeit des Schweigens beginnt.
50 Jahre später, 2009, stirbt Patrick bei einem Verkehrsunfall. Bringt dieses traurige Ereignis die Schwestern wieder näher zueinander?

J. Courtney Sullivan ist eine Meisterin der leisen Töne. Sehr sensibel beschreibt sie die Gedanken und Sorgen der beiden Frauen, in der Gegenwart und auch in der Vergangenheit. Ich lerne die Beiden so intensiv kennen, kann zum Schluss verstehen, warum sie gehandelt haben, wie sie es getan haben. Von Noras Seite immer nur auf das Wohl der Anderen bedacht. Theresa, erst kleine Egoistin, die sich dann ganz dem Leben für Gott zuwendet und endlich ihren Frieden findet. Ich kenne ihre kleinen Geheimnisse und kann nachvollziehen, wie sich die Distanz für die Beiden immer mehr aufgebaut hat. Aus der einistigen innigen Verbundenheit baut vorallem Nora eine Mauer um sich abzugrenzen. In Noras Familie wird Theresa totgeschwiegen. Es gibt sie einfach nicht. Und für Noras Kinder ist es wie ein Schock, dass es plötzlich eine Schwester ihrer Mutter gibt.
Auch die anderen Personen der Geschichte haben so verschiedene und vielschichtige Charaktäre, die sich leicht einprägen lassen und das Familienbild komplettieren. Jeder hat so seine kleinen Geheimnisse, die hier langsam ans Licht kommen und die die Familie so menschlich und authentisch machen.

Ein sehr gefühvoller, sensibler und teilweise ergreifender Familienroman, der all die Jahre aus Vergangenheit und Gegenwart gekonnt zusammenführt. Da das Ende relativ offen bleibt, kann sich jeder seine Geschichte selbst zuende spinnen.

Ein tolles Buch für alle, die "geheimnisvolle" Familiengeschichten mögen.

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Liebespfand

J. Courtney Sullivan - All die Jahre

Boston, 1957-2009

In Irland ist es Tradition, das der Hof des Vaters an den ältesten Sohn übergeht, ob er sich eignet oder nicht, das wirft Charlies Lebensplan durcheinander, denn der alte Quinlan will sich zur Ruhe setzen. Sein Bruder Peter erbt den elterlichen Betrieb.
Und so kommt es, das Charlie mit seiner Verlobten Nora und deren Schwester Theresa nach Amerika auswandert.
Charlie hat eine Tante in Boston und vorerst wohnen sie in ihrer Pension.

Klamme Kindheitserinnerungen an Irland, viele Namen und ebenso viele Schicksale.
Die Armut der Familien, die Alkoholsucht der Männer, bigotte Priester, und Mütter, die auf dem Sterbebett immer die gleiche Bitte an ihre Älteste haben und die Verantwortung über die Jüngsten weitergeben.
"Nora, versprich mir, dass du auf deine kleine Schwester Theresa aufpasst.."
Der letzte Wunsch ihrer Mutter, gut auf Theresa aufzupassen, hindert sie fast ihr eigenes Dasein zu gestalten.
Noras Herz ist gewebt aus Verzicht und Vernunft, Theresa ist ein Wildfang und fordert das Leben heraus.
Theresa hatte schon immer ein Faible für heilige Frauen, die mit Schwert und Feuer der Gerechtigkeit genüge tragen. Aus diesem Grund wollte sie Nonne werden.
Doch dann entdeckt sie die Jungs, Rock´n Roll und Tanzlokale. Theresa schleicht sich nachts raus und trifft sich mit dem "schönsten Mann der Welt", er sieht aus wie Clark Gable. Das er verheiratet ist, findet sie leider viel zu spät heraus, sie ist im 4.Monat schwanger. So landet sie doch im Kloster, St. Mary´s, das Haus der unbefleckten Empfängnis, beherbergt viele dieser unglücklichen Damen. Nach der Geburt findet sofort eine Adoption statt, Gott verzeiht und das Leben kann weitergehen.

Noras Herz kommt einfach nicht zur Ruhe, wenn sie in Theresas traurige Augen sieht.
Charlie und Nora heiraten und geben dem kleinen Patrick ein neues Zuhause.

"Mögest du immer einen Blick haben für die Sonne,
die durch dein Fenster fällt;
und nicht für den Staub, der auf ihnen liegt."

Irisches Sprichwort

Generationsroman über die Liebe und das Band, welches sie teilt, dicht und atmosphärisch.
Wunderschöne einfache Sprache, ein Pageturner durch die Jahrzehnte. Stereotype Charaktere und überraschende Schicksalspfade runden diesen außergewöhnlichen Familienroman ab. Ein dramatisches, aber stilles Leseereignis.

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