Jacqueline Woodson: Ein anderes Brooklyn

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Jacqueline Woodson: Ein anderes Brooklyn
Verlag
ET (D)
2018
Ausgabe
Gebundene Ausgabe
Originaltitel
Another Brooklyn
ET (Original)
2017
ISBN-13
9783492058650

Informationen zum Buch

Seiten
160

Sonstiges

Originalsprache
englisch
Übersetzer/in
Erster Satz
Meine Mutter war lange nicht tot.

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Zur Beerdigung ihres Vaters kehrt die junge Anthropologin August zurück nach New York, Stadt ihrer Kindheit. Hier, auf den Straßen Brooklyns, ist sie aufgewachsen. Hier hat sie Angela, Gigi und Sylvia getroffen, ihre drei Freundinnen, mit denen sie unzertrennlich über das glühende Pflaster Brooklyns der 70er-Jahre zog. Weiße verließen das Viertel, Drogendealer und traumatisierte Vietnamveteranen waren ihre Nachbarn, doch mit ihren Freundinnen fühlte sich August unverwundbar. Nichts schien unmöglich, wenn sie nur zusammenhielten. Doch haben sie dieser Welt etwas entgegenzusetzen? – »Ein anderes Brooklyn«, Finalist für den National Book Award, stand auf der New-York-Times-Bestsellerliste und wurde hymnisch besprochen. Eindringlich und poetisch erzählt es von Freundschaft, Erinnerung und Aufwachsen in einem Brooklyn, das es so nicht mehr gibt.

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Ein schmaler Roman, der nachhallt

August, die Ich-Erzählerin, kehrt zur Beerdingung ihres Vaters nach Brooklyn zurück. Brooklyn, der Stadtteil New Yorks, in dem sie in den 70ern groß wurde, wo sie gemeinsam mit Angela, Gigi und Sylvia durch die Straßen gezogen ist - zu einer Zeit, in der Weiße weggezogen sind und die Nachbarschaft zunehmend auch aus Drogendealern und Soldaten, die traumatisiert aus Vietnam zurückgekehrt sind, bestand. Doch die Mädchenclique konnte kein Wässerchen trüben… Wer sollte ihnen denn etwas anhaben, wenn sie nur zusammenhielten?

Jacqueline Woodson, selbst 1963 in Columbus, Ohio geboren, ist eine bekannte US-amerikanische Autorin, die mit „Ein anderes Brooklyn“ ihren ersten Erwachsenenroman vorgelegt hat. Nur knapp 160 Seiten umfasst die eindringliche Erzählung vom Erwachsenwerden in einem New Yorker Viertel, das längst im Niedergang begriffen ist.

Auch wenn August und ihre Freundinnen denken, dass ihnen die Welt offensteht, haben sie in ihrem noch jungen Leben ganz schön zu kämpfen.
Augusts Mutter hat Selbstmord begangen und die Tatsache, dass sie von ihrer Tochter schmerzlich vermisst wird, ist sicherlich das direkteste Problem, mit dem eine der Clique zurechtkommen muss. Neben den typischen Teenagerthemen wie Stress mit den Eltern, Verliebtheit und erste Sexualität sind aber auch Alkohol und Drogen, Armut und ungewollte Schwangerschaften sehr junger Frauen Themen, die in ihrem Viertel an der Tagesordnung sind und mit denen sie somit mehr oder weniger in Berührung kommen.

Woodson erzeugt mit ihrem klaren, direkten Schreibstil einen direkten Draht zu ihren Protagonistinnen und verschafft dem/der Leser*in somit einen ungeschönten Blick auf eine normale und dennoch nicht einfache Jugend im Brooklyn der 70er. Das schmale Buch liest sich relativ rasch, aber es hallt stark nach.

Für mich ein sehr lesenswertes Kleinod, das einen über den Tellerrand blicken lässt.

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Eine Kindheit und Jugend in den 70er Jahren in Brooklyn

Eine Kindheit und Jugend in den 70er Jahren in Brooklyn.
Zur Beerdigung ihres Vaters fährt die Anthropologin August zurück nach Brooklyn, trifft nach Jahren ihren Bruder wieder und wird mit ihrer Vergangenheit konfrontiert.
August lebt mit ihrem Vater und ihrem jüngeren Bruder in Brooklyn, nachdem sie eine schöne Kindheit mit beiden Eltern in Tennessee verbracht hat. Die Mutter blieb bei diesem Umzug zurück. Über das „Warum“ kann der Leser spekulieren. August scheint verdrängt zu haben, was mit ihrer Mutter geschehen ist. Immer wieder sagt sie ihrem Bruder: „Bald kommt sie“, dem Leser ist bewusst – nein, sie wird nicht mehr kommen.
Nachdem Auggie anfangs von ihrem Vater sehr behütet wird, die Welt nur vom Fenster oder an der Seite des Vaters erleben darf, lernt sie im Verlauf der Geschichte ihre späteren drei Freundinnen Sylvia, Angela und Gigi kennen. Mädchen, die unterschiedlicher nicht sein können. Mädchen mit unterschiedlichsten Träumen, Wünschen, Möglichkeiten. Und so verschieden sie sind, so anders wird auch ihr jeweiliger Lebensweg sein. Die gemeinsame Zeit wird sie aber prägen.
Jaqueline Woodson beschreibt in ihrem doch recht kurzen Roman die Kinder- und Jugendzeit von August, einem Mädchen, das sich nach Freundschaft sehnt, sie auch findet. Aber auch die Schwierigkeiten, Ängste des Erwachsenwerdens in einer Welt, die doch so anders ist, als unsere Zeit heute. Sie erreicht eine Dichte, die aus diesen wenigen Seiten einen komplexen Roman erstehen lässt.
Selbst ein Kind der 70er Jahre, war ich mir vieler Probleme dieser Zeit nicht bewusst. Für mich eine wunderbare Zeit des Aufbruchs, Flowerpower, tolle Musik, wunderbare Sommer, aber auch kalter Krieg, Vietnamkrieg. Dennoch hat es Jaqueline Woodson geschafft, mir mit wenigen Worten eine andere Seite dieser Zeit zu erzählen. Und sie hat mich nachdenklich zurückgelassen. Ein Roman, der berührt.
Wunderbar! Gerne mehr

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