Jenny Bond: An einem Tag im Mai

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Jenny Bond: An einem Tag im Mai
Verlag
ET (D)
2015
Ausgabe
Taschenbuch
Originaltitel
The President's Lunch
ET (Original)
2014
ISBN-13
9783832163358

Informationen zum Buch

Seiten
544

Sonstiges

Originalsprache
englisch
Übersetzer/in
Erster Satz
Geduldig lauschte Iris dem Vortrag des Siebzehnjährigen, der sich Silbe um Silbe im Text vorarbeitete und sie in regelmäßigen Abständen Hilfe suchend ansah.

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Handlungsort

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Amerika, Anfang der Dreißigerjahre. Iris McIntosh hat alles verloren: ihren Job, ihre Freunde, ihr Zuhause. Doch eine zufällige Begegnung mit der mächtigsten Frau des Landes, Eleanor Roosevelt, gibt ihrem Leben eine neue Richtung. Sie verschafft Iris Zugang zum innersten Zirkel des Weißen Hauses – in einer Zeit, als die Welt kurz vor einem neuen Krieg steht. Iris steigt zur Beraterin des Präsidenten auf, genießt den Glanz der Macht und die neuen Möglichkeiten, die sich ihr eröffnen. Als sie zwei besondere Männer trifft, muss sie sich entscheiden … ›An einem Tag im Mai‹ erzählt von Liebe und Verlust in einer bewegten Epoche und entwirft dabei das Porträt einer außergewöhnlichen Frau, deren Schicksal einen nicht mehr loslässt.

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Mehr Liebesdrama als historische Fakten

Amerika, Anfang der 30er Jahre. Iris MacIntosh hat alles verloren, ihre Familie, ihre Zuhause, ihren Beruf. Mitten in der Weltwirtschaftskrise reist sie durchs Land, ohne wirkliches Ziel vor Augen und ohne einen Plan, was nun aus ihrem Leben werden soll. An einer Tankstelle begegnet sie zufällig Eleanor Roosevelt, der Frau des Präsidenten. Mrs. Roosevelt bietet Iris Hilfe und eine Stelle im Weißen Haus an. Nach kurzer Überlegung ergreift Iris die Chance und befindet sich damit auf einmal mitten in der Schaltzentrale der Macht. Zuerst ist sie nur Sekretärin, doch sowohl Eleanor als auch ihr Mann erkennen das Potential der intelligenten, ehrgeizigen jungen Frau. Iris erhält ungeahnte Chancen und ihr Leben entwickelt sich in eine Richtung, die sie sich nie erträumt hätte. Auch ihr Privatleben wird spannend, als sie nicht nur einen, sondern gleich zwei interessante Männer kennenlernt, zwischen denen sie sich eines Tages vielleicht entscheiden muss.

Ich muss gestehen, ich habe zwei Anläufe gebraucht, um das Buch zu lesen. Die ersten Seiten machen den Einstieg nicht unbedingt leicht, hier springt die Erzählung zwischen Zeiten und den noch unbekannten Figuren hin und her und man kann sich auf vieles erstmal keinen Reim machen. Das erste Drittel empfand ich so als ziemlich zäh, aber irgendwann habe ich mir die Zeit genommen und das Buch dann in einem Rutsch durchgelesen, weil es eben doch irgendwie interessant und spannend ist. Über Amerika in den 30er Jahren habe ich bisher noch nicht viel gelesen und die Roosevelts waren mir zwar ein Begriff, er als Präsident des New Deal und natürlich während des Zweiten Weltkriegs, sie als vielseitig engagierte First Lady. Aber wirklich viel wusste ich nicht über die beiden, ihre Ehe, die politischen Umstände und die Zeit damals allgemein in den Vereinigten Staaten.

Durch die fiktive Figur Iris erfährt der Leser all das. Natürlich ist manches hierbei auch der Phantasie der Autorin entsprungen, im Nachwort geht sie aber auch darauf ein, dass sie die realen Personen möglichst originalgetreu gemäß der Quellen geschildert hat. Allerdings bleibt das Weiße Haus im Roman streckenweise eher der Rahmen und spielt zwar eine wichtige, aber nicht ganz so große Rolle, wie ich erwartet hatte. Iris‘ persönliches Schicksal zeigt viel über die damaligen Verhältnisse, teilweise stand mir aber ihr Liebesleben zu sehr im Vordergrund und ihre diesbezüglichen Entscheidungsschwierigkeiten fand ich irgendwann ziemlich nervig. Viel spannender fand ich da eben die Szenen im Weißen Haus und dessen Umgebung. Die Autorin zeigt das schwierige Verhältnis der Roosevelts recht ausführlich, geht aber leider eher knapp auf die interessanten Figuren im persönlichen Umfeld des Paares ein. Sie schildert die politischen Verhältnisse und wie so manche Entscheidung getroffen und durchgesetzt wurde. Obwohl es natürlich ein Roman ist und kein Geschichtsbuch, hätte ich mir hiervon mehr gewünscht.

Da ich beim Lesen oft dazu neige, Überschriften zu ignorieren, waren für mich die häufigen Zeitsprünge im Buch etwas schwierig. Auch werden immer wieder Zwischenkapitel eingeschoben, in denen Henriette Nesbitt, die damalige Haushälterin und Köchin im Weißen Haus, von der Zeit der Roosevelts erzählt. So ganz erschlossen hat sich mir der Sinn dieser Einschübe nicht, außer natürlich, um noch eine andere Perspektive zu zeigen. Die Geschichte hätte für mich aber auch ohne diese Kapitel funktioniert, sie haben mich besonders zu Beginn eher irritiert. Später störten sie mich zwar nicht mehr, aber sie waren für mich eben auch nicht nötig.

Insgesamt bin ich ein wenig zwiespältig, nach dem schwierigen Start hat sich das Buch durchaus gut lesen lassen, inhaltlich war ich allerdings etwas enttäuscht.

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Enervierende Dreiecksgeschichte vor historischem Hintergrund

Iris McIntosh, eine junge Lehrerin, ist wie viele andere von der Weltwirtschaftskrise betroffen und wandert auf der Suche nach Arbeit durch das Land. Eine zufällige Begegnung mit Eleanor Roosevelt verschafft ihr eine Stelle im Weißen Haus, als Mitarbeiterin der First Lady. Für sie wird nun der amerikanische Traum wahr - zwar nicht vom Tellerwäscher zum Millionär, so doch von der völlig mittellosen, hungernden Lehrerin in den Beraterstab des Präsidenten der Vereinigten Staaten.

Hinten auf dem Buch ist zu lesen:
Doch eine zufällige Begegnung mit Eleanor Roosevelt, der mächtigsten Frau des Landes, gibt ihrem Leben eine neue Richtung. Sie verschafft Iris Zugang zum innersten Zirkel des Weißen Hauses.
Diese Sätze und die Einteilung des Buches in die einzelnen Amtsperioden Roosevelts, vermittelten mir den Eindruck, dass der Fokus mehr auf der Arbeit Iris' liegen würde.
Leider war dem nicht so. Zwar bekam man die politische Entwicklung in wenigen Sätzen zu lesen, doch immer wenn man voll Interesse auf den weiteren Werdegang der Ereignisse und Projekte hoffte, wechselte die Autorin zu anderen Themen.

Diese bestanden zumeist aus den unsteten Beziehungen von Iris zu zwei unterschiedlichen Männern, Monty und Sam. Die Entschiedenheit, die sie im beruflichem Werdegang zeigte, stand im krassen Gegensatz zu ihrem Privatleben. Dieses ständige Hin und Her ging mir bereits ziemlich früh auf die Nerven. Besonders da sie auf die Gefühle der jeweiligen Männer keine Rücksicht nahm und ihre Entscheidungen weder logisch nachvollziehbar waren noch irgendwie erklärt wurden.

Wesentlich interessanter waren da die Erzählstränge um die Roosevelts, besonders Eleanors. Ein kurzer Einblick in ihr Privatleben und den politischen Werdegang. Doch leider eben nur ein kurzer Einblick.
Daneben gab es noch kleine Einschübe von Henrietta Nesbitt, der Haushälterin des Weißen Hauses, die meiner Meinung nach völlig überflüssig waren. So wurde auch nicht geklärt, warum ihre Kommentare aus den Jahre 1962 stammten.

So angetan ich anfangs von dem Buch war, so schnell hat es mich genervt. Es war das enttäuschendste Buch, das ich dieses Jahr gelesen habe.
Welches Ziel die Autorin wirklich verfolgte, wusste sie vielleicht selbst nicht. Besser wäre es gewesen, wenn sie sich auf ein Thema festgelegt hätte. Entweder über das Leben und Arbeiten der Roosevelts oder die eher unglaubwürdige Dreiecksgeschichte um Iris, Monty und Sam.

Hätte ich das Buch nicht in einer Leserunde gelesen, ich hätte es nie zu Ende gelesen.

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Das Weiße Haus zur Zeit des New Deals

Für mich war - als ich die Inhaltsangabe von "An einem Tag im Mai" gelesen habe - sofort klar, dass ich dieses Buch lesen muss: es spielt zur Zeit des New Deal hauptsächlich im Weißen Haus. Dabei steht nicht Franklin Delano Roosevelt, seine Visionen und wegweisenden, modernen Entscheidungen im Fokus, sondern vor allem seine Frau Eleanor Roosevelt geborene Roosevelt und einige Bedienstete des Präsidentenpaares.
So erfährt man während der Lektüre einiges aus dem Privatleben FDRs und der First Lady - aus hartnäckigen Gerüchten, die sich bis heute halten, werden im Roman hier Gewissheiten: beispielsweise pflegt Eleanor Roosevelt eine Liebesbeziehung mit der Journalistin Lorena Hickok, genannt Hicks. Immerhin hatte sie ihrem Ehemann die Scheidung angeboten, nachdem sie herausgefunden hatte, dass dieser längst Affären hatte. Doch nachdem er ablehnte, hat sie sich sehr gut arrangiert - wenngleich wir auch erfahren, dass sie sich durchaus zu rächen wusste, indem sie zum Beispiel eine Haushälterin eingestellt hat, die alles andere als kochen konnte.
Diese Szenen im Buch fand ich sehr interessant und davon hätte ich durchaus viel mehr lesen können: diese Details - historisch belegt oder narrativ, die uns am Leben im Weißen Haus teilhaben lassen. Zu einer für mich überaus interessanten Zeit, die vor allem durch die wirtschaftlichen und sozialen Reformen zur Bekämpfung der Weltwirtschaftskrise, aber auch dem Eintritt der Vereinigten Staaten in den Zweiten Weltkrieg geprägt sind. Nicht umsonst gilt FDR als einer der prägendsten und besten US-Präsidenten überhaupt.
Doch das Buch macht deutlich, dass von 1933 bis 1945 zwei Politiker im Weißen Haus lebten, denn Eleanor Roosevelt stand ihrem Ehemann in nichts nach. Sie war eine beeindruckende Menschenrechtsaktivistin, die durchaus auch gegen FDR argumentativ bestehen konnte. Ebenso wie ihr Mann hat auch sie einen bis heute andauernden wirklich guten Ruf, der sie als engagiert und sehr einflussreich beschreibt.
Aber damit komme ich auch zu meinem Hauptkritikpunkt: für mich hätte es so viel mehr Eleanor Roosevelt, mehr vom New Deal und FDR sein können - stattdessen verliert sich die Autorin Jenny Bond in Beschreibungen einer Dreiecksbeziehung rund um Iris, die zweite Hauptfigur neben Eleanor Roosevelt. Anfangs mit einer sehr interessanten Geschichte ausgestattet - immerhin kommt die ehemalige Lehrerin, zwischenzeitlich durch die Wirtschaftskrise im Elend gestrandet, durch die First Lady ins Weiße Hau und findet durch diese Entscheidung ihren Weg zurück oder besser gesagt nach oben. Doch die Möglichkeit des in Iris verkörperten amerikanischen Traums vergibt die Autorin, indem sie die junge Frau nicht nur zwischenmenschlich schwierig gestaltet, sonders sich in den Beschreibungen ihres ewigen Hin und Hers verliert. In meinen Augen wurde hier immens viel Potential verschenkt - stattdessen habe ich ermüdende Bettgeschichten gelesen und mich über die Unfähigkeit der Protagonistin, bei der Wahrheit zu bleiben und einmal niemanden zu verletzen, geärgert. Mir hätte die Schilderung, dass Iris einfach nicht alleine sein kann, genügt. Vor allem nachdem ich das Nachwort Jenny Bonds gelesen hatte, wurde mir bewusst, dass ich lieber mehr von Henrietta gelesen hätte. Auch hier verstehe ich das Konzept der Autorin schlicht und ergreifend nicht.
So bleibt schlußendlich zu sagen, dass mit den Ausschweifungen um die zaudernde und egoistische Iris viel Fokus auf die für mich viel spannenderen und tollen Elemente des Romans verloren ging. Letzten Endes bin ich der Meinung, dass man entweder "An einem Tag im Mai" rigoros hätte kürzen sollen oder - was mir noch besser gefallen hätte - das Augenmerk auf deutlich interessantere Punkte lenken hätte können: mehr Henrietta, mehr historische Fakten und Details der realen Figuren. Denn sehr häufig ging es mir so, dass ich von einer bestimmten Szene gefesselt war, die dann abrupt abbrach und von für mich unwichtigen Sequenzen ersetzt wurde.

Fazit: Selten habe ich ein Buch gelesen, das meine Erwartungen so dermaßen enttäuscht hat. Das Traurige dabei ist, dass die Autorin durchaus erzählerisch auf dem - in meinen Augen - richtigen Weg war, dann aber auch immer wieder etwas gefunden hat, was sie vom Weg abgebracht hat. Sprachlich gibt es bei Jenny Bond nichts auszusetzen. Kurzum, enorm viel verschenktes Potential.

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Iris ist ganz unten, als eine Zufallsbegegnung ihr Leben verändert. Während der Wirtschaftskrise Anfang der 30er Jahre hat sie nicht nur ihre Stelle als Lehrerin, sondern auch ihre Wohnung verloren und muss schließlich sogar die behelfsmäßige Barackensiedlung verlassen, in der sie Unterschlupf gefunden hatte. Sie ist völlig verzweifelt, als sie an einer Tankstelle eine Frau anspricht und um Hilfe bittet, weil sie am Verhungern ist.

Die großzügige Dame, keine Geringere als First Lady Eleanor Roosevelt, zeigt sich spendabel und hinterlässt Iris überdies ihre Kontaktdaten. Das ist der Anfang einer wunderbaren Karriere, wie es sie fast nur in den USA gibt. Zunächst als Schreibkraft eingestellt, arbeitet sich Iris schnell im Weißen Haus ein und zeigt, dass sie Köpfchen und einen Sinn für Politik hat. So viel Potential bleibt auch dem Präsidenten nicht verborgen, und bald strebt Iris nach Höherem.

Auch in ihrem Privatleben tut sich im neuen Job etwas. Der charmante Monty Chapel gilt zwar allgemein als Weiberheld, doch Iris scheint zu schaffen, was viele Frauen vergeblich versucht haben ... wenn da bloß nicht auch der Journalist Sam wäre, zu dem sich Iris ebenfalls hingezogen fühlt.

Das Vorkriegsamerika unter Roosevelt, gezeichnet von der schlimmsten Wirtschaftskrise aller Zeiten, mit einer Mischung aus Argwohn und Gleichgültigkeit nach Europa schielend, wo Hitler sein Unwesen zu treiben beginnt, mit der sozial und politisch engagierten First Lady und einer aufstrebenden jungen Frau im Fokus, bietet eine großartige Ausgangslage für gelungenes "Infotainment" über diese Zeit, in der viele wichtige Weichen gestellt (oder auch nicht gestellt) wurden.

Anfangs bekommt Jenny Bond das auch ziemlich gut hin und lässt Iris in ihrer Not genauso lebendig werden wie die politischen Diskussionen im Weißen Haus und die amourösen Abwege beider Roosevelts. Im weiteren Verlauf driftet der Roman leider immer mehr vom interessanten zeitgeschichtlichen Geschehen weg und in Richtung einer langweiligen Dreiecksgeschichte.

Statt an Kontur zu gewinnen, wird Iris dabei immer farbloser, und man tut sich immer schwerer beim Versuch, ihre Wankelmütigkeit in bezug auf die beiden Männer in ihrem Leben nachzuvollziehen. Das Hin und Her wird irgendwann zum vorhersehbaren Muster und nervt einfach nur noch.

Leider tritt auch der historische Rahmen immer stärker in den Hintergrund. Beispielsweise wird Iris eine spannende Initiative zugunsten alleinstehender, arbeitsloser Frauen anvertraut, doch man erfährt so gut wie nichts über ihre Arbeit in diesem Projekt. Ebenso verläuft sich die Thematik der japanischstämmigen Amerikaner, die unglaublicherweise in Lagern interniert wurden, weil man sie nach dem Kriegseintritt Japans für gefährlich hielt, nach ein paar starken Szenen im Sande. Oder eher belanglose Dinge werden über Seiten hinweg aufgebläht, während der Überfall auf Pearl Harbor in einem Nebensatz erwähnt wird.

Was gänzlich zusammenhanglos im Raum steht, sind eingeworfene Kurzepisoden aus dem Nähkästchen der legendär miesen Köchin im Weißen Haus, Henrietta Nesbitt. Im Nachwort heißt es, die Autorin sei von ihrer Geschichte so fasziniert gewesen, dass sie zu diesem Buch inspiriert wurde. Da fragt man sich jedoch, warum sie dann nicht einfach ein Buch über eine fiktionalisierte Version der Mrs. Nesbitt verfasst hat, statt sie zwangsweise hier unterzubringen, wo ihre Einsprengsel keinerlei Mehrwert bieten.

Immerhin ließ sich das Buch sprachlich recht angenehm lesen und hat mein Interesse an dieser Zeit neu geweckt.

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Am Ziel vorbei

Iris McIntosh, Lehrerin, ist ein Opfer der Weltwirtschaftskrise in den 1930er Jahren in Amerika. Arbeitslos, ohne Verwandte gibt sie sich auf den Weg durch Amerika in eine ungewisse Zukunft. Bis sie Eleanor Roosevelt zufällig trifft und von ihr einen Job angeboten bekommt.
Eleanor Roosevelt, First Lady, nutzt die ihr gegebenen Chancen und schafft es zusammen mit ihrem Mann Amerika aus der Krise herauszubugsieren. Dabei vertritt das Ehepaar häufig verschiedene Standpunkte, doch in Partnerschaft verbunden, wollen sie das beste für ihr Land.

Die Buchbeschreibung und auch der Anfang des Buches machen Hoffnung und lassen einen auf einen interessanten historischen Roman mit politischen Ansätzen freuen. Doch sind die Kapitel kurz, wechseln häufig die Perspektive und es gibt oft große Zeitsprünge, so dass man sich immer wieder neu in die Handlung hineinfinden muss. Bei manchen Büchern kein Problem, bei diesem führte es dazu, dass ich oft den Faden verlor und manche Verknüpfungen nicht herstellen konnte. Da konnte die Leserunde, in der ich das Buch las, immerhin hin und wieder Abhilfe schaffen. Woran liegt das?

Zum einen sind die Figuren sehr blass dargestellt. Vor allem Iris McIntosh springt so oft hin und her, kann keine Entscheidungen treffen und der Grund ihres Handelns war mir oftmals nicht klar. Anfangs wird ihre innere Gefühlswelt sehr deutlich beschrieben, aber später bleibt davon nicht mehr viel übrig, vor allem da sie mehr oder weniger versucht, ihre Herkunft und die harte Zeit zu vertuschen. Prägend für ihre weitere Handlung war da nichts. Und leider wird die Protagonistin dadurch auch immer unsympathischer. An sich kein Grund für ein schlechtes Buch, aber bei den eh schon schwierigen Voraussetzungen, hilft das dem Leser nicht gerade weiter. Die Nebenfiguren sind teilweise etwas deutlicher gezeichnet, nehmen aber zu wenig Raum ein, um das auszugleichen. Zumal ich keine Entwicklung bei denen sehe und durch die Zeitsprünge sind die Figuren auch immer nur hin und wieder auf der Bildfläche.
Bei den historischen Figuren, wie Eleanor, Franklin, Hicks etc. hat die Autorin sich ein wenig mehr Mühe gegeben. Die Kapitel mit diesen Figuren und die dazugehörige Politik waren immer sehr interessant und spannend. Doch leider wurden die komplexen Themen meist nur einmal angesprochen, so dass eine Entwicklung nicht verfolgt werden konnte - mit Ausnahme von ein oder zwei Sachen. Die Autorin schaffte es zwar, die komplexen Themen in einfachen Sätzen gut darzustellen, doch da sie meist eher beiläufig erwähnt worden, habe ich die fast alle wieder vergessen.

Zum anderen liegt ein großer Fokus auf einer Dreiecksbeziehung zwischen der Protagonistin und zwei anderen Männern. An sich könnte das vielleicht eine interessante Bereicherung sein, aber da die Probleme nur aufgrund der Entscheidungslosigkeit von Iris' auftauchten, war mehr sehr schnell, sehr genervt davon und wollte entweder eine Entscheidung haben und keinen Entscheidungsprozess über 50 Seiten oder einfach gar nichts mehr davon lesen und dafür mehr zB über die Politik erfahren. Denn in dem Buch arbeitet Iris durchaus an interessanten Projekten, über die ich mich gefreut hätte, mehr zu erfahren, als ihr immer wieder beim Entscheiden zu zu gucken.

Leider habe ich von diesem Buch nicht viel mitgenommen. Normalerweise prägen historische Romane ein wenig mein Empfinden dieser Zeit oder diesen Personen gegenüber. Außer der Umgang mit den Japanern ist mir nicht viel im Gedächtnis und noch weniger im Gefühl geblieben. Schade.

In ihrem Nachwort erwähnt die Autorin, dass sie durch Zufall von der Köchin im Weißen Haus, Henriette Newbitt, inspiriert wurde, dieser Figur werden auch Rückblendekapitel gewidmet, die ich am Anfang noch amüsant, aber später überflüssig und langweilig fand, weil sie nichts zur Handlung beitrugen. Die Idee von ihr gefällt mir und man hätte da tolle Sachen draus machen können, aber leider ist ihr das hier überhaupt nicht gelungen.

Auch ich hätte das Buch abgebrochen, wenn ich nicht in einer Leserunde gebunden gewesen wäre...

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Unentschlossenes Hin und Her


Durch drei wechselnde Perspektiven erlebt der Leser das Amerika zu Präsident Franklin D.Roosevelts ungewöhnlich langer Amtszeit mit, eine Zeit zwischen Weltwirtschaftskrise und 2.Weltkrieg. Diese drei Blickwinkel sind denkbar verschieden:
Iris ist eine junge Frau, die durch die Weltwirtschaftskrise alles verloren hat. Eine Begegnung mit Eleanor Roosevelt und deren tätige Hilfsbereitschaft führt Iris ins "Weiße Haus", wo sie als Aushilfe anfängt, aber auf der Karriereleiter stetig nach oben klettert.
Eleanor Roosevelt will nicht nur als "Ehefrau des Präsidenten" wahrgenommen werden, sondern ihre Stellung im "Weißen Haus" für die Durchsetzung ihrer eigenen wohltätigen Projekte und Ziele nutzen. Vor allem die Situation von Frauen und Kindern, die sich ohne männliche Unterstützung durchschlagen müssen, liegt ihr sehr am Herzen, aber auch die Bemühungen um Frieden und Völkerverständigung.
Schließlich ist da noch eine Erzählperspektive, die sich erst später als Henrietta Nesbitt zu erkennen gibt, Hauswirtschafterin im "Weißen Haus". Ohne große Vorerfahrung wurde sie von Eleanor eingestellt, um den Präsidenten und sein engstes Umfeld zu bekochen.

Anfangs gefiel es mir gut, dass der Leser aufgefordert war, sich selbst seine Gedanken zu machen, um wen es sich z.B. bei dieser dritten Erzählstimme handeln könnte und was es damit auf sich hat. Leider wird dieser Perspektivwechsel nicht konsequent eingehalten. Henrietta bekommt nur wenige Kapitel zugesprochen, und die sind so wenig aussagekräftig dass man sie auch hätte weglassen können. Im Nachwort erfährt man, dass Henrietta Nesbitt eine reale Person war und Autorin Jenny Bond so fasziniert hat, dass sie sie in ihrem Buch einbauen wollte. Die Umsetzung dieser Idee ist allerdings gründlich misslungen.
Überhaupt scheint Inkonsequenz und Unentschlossenheit nicht nur das Problem von Protagonistin Iris zu sein, sondern auch der Autorin selbst. Anstatt sich auf die Stärken ihrer Geschichte zu konzentrieren, nämlich die faszinierenden Charaktere der Roosevelts und ihres Umfeldes, verschiebt sich der Fokus zunehmend auf Iris' kompliziertes Privatleben.
Schon im Klappentext wird angedeutet, dass sie sich zwischen zwei Männern entscheiden muss, dem älteren politischen Berater Monty, dem der Ruf eines Frauenhelden vorauseilt, und dem sensiblen Reporter Sam, der mit vollem Einsatz Missstände in der Welt anprangert und ähnliche Ziele vertritt wie Eleanor Roosevelt.
Dass Iris allerdings über rund 300 Seiten hinweg (es waren gefühlte 1000) stetig zwischen den beiden Männern hin und her pendelt, ohne sich über die Auswirkungen ihres Tuns auf alle Beteiligten überhaupt Gedanken zu machen, hat mich beim Lesen schwer genervt. Irgendwann möchte man einfach nichts mehr von diesem Thema hören und sich auf die politischen und zeitgeschichtlichen Aspekte konzentrieren, doch leider werden die der Dreiecksgeschichte spürbar untergeordnet.
Oft erfährt man nur im Rückblick von wichtigen Entwicklungen wie dem Angriff auf Pearl Harbour, und die Informationen, die man über Iris' Arbeit erhält, fließen auch nur spärlich. Meist ist sie damit beschäftigt, auf Partys von Präsident Roosevelt herumzuhängen und Sam und Monty denkbar kindisch gegeneinander auszuspielen.
Über die von Iris organisierten Camps für alleinstehende Frauen und Kinder während der Weltwirtschaftskrise zum Beispiel erfährt man überhaupt nichts, ebenso über viele ihrer anderen Projekte, in denen sie angeblich so viel leistet. Diese Aufgaben werden meist nur einmal erwähnt und kommen dann nicht mehr vor. Schade, Ich hätte gerne auf den ganzen Herzschmerz verzichtet, um ein wirklich ausgewogenes Bild von Iris' Tätigkeit im "Weißen Haus" zu bekommen.

Fazit: Eine konsequente Linie und die Konzentration auf weniger Themen hätte dem Buch gut getan. Darüber hinaus scheint es der Autorin nicht klar zu sein, wie ihre Figuren auf die Leser wirken - gerade die fiktiven Personen sind diejenigen, die meiner Meinung nach am schwächsten gezeichnet sind. Wenn die Autorin beabsichtigt hätte, eine wahre Unsympathin als Protagonistin zu erschaffen, dann wäre ihr das mit Iris glänzend gelungen. Leider hält sie ihre eigene Schöpfung wohl für eine starke Frau, die sich in der Männerwelt behauptet.
Ich habe das Buch im Rahmen einer Leserunde gelesen, sonst hätte ich mich nicht bis zum Ende durchgeplagt bzw. hätte nur die Kapitel über Iris überblättert.
Die Stärken des Buches liegen in der Beschreibung der nicht-fiktiven Personen wie Eleanor und Franklin Roosevelt sowie darin, dass politische Zusammenhänge in wenigen Worten gut erklärt wurden. Leider gibt es viel zu wenig davon und zu viel von Iris' privaten Unzulänglichkeiten. Schade, gute Grundidee verschenkt!

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Ein Zufallstreffen an einer Tankstelle

verändert das Leben der jungen Lehrerin Iris McIntosh grundlegend. Dabei hatte es sich vor einigen Monaten gerade erst geändert und zwar im Zuge der Weltwirtschaftskrise zum Schlechteren, leider zum viel, viel Schlechteren. Iris hatte nämlich nicht nur ihren Job verloren, nein, sie war auch obdachlos und ohne Hoffnung auf eine bessere Zukunft.

Aber nachdem sie an der Tankstelle die First Lady der Vereinigten Staaten von Amerika, Eleanor Roosevelt höchstpersönlich traf, ging es steil aufwärts. Die hohe Dame bot ihr nämlich gleich einen Job im Weißen Haus an, zunächst als Aushilfe, aber Iris machte sich rasch unentbehrlich und stieg weiter auf, bis zur Beraterin des Präsidenten.

Doch das ist noch nicht alles, denn trotz dieser beruflichen Einbindung hat Iris noch genügend Zeit, um gleich zwei Männer in ihren Bann zu bringen, den lebenslustigen Monty, ebenfalls ein Berater des Präsidenten - auch schon lange vor ihrer Zeit und den eher nachdenklichen Sam, einen Journalisten.

Der amerikanische Traum? Durchaus, wenn auch ein ausgesprochen unglaubwürdiger und einer, der während der Lektüre auch schon mal zum Alptraum mutierte. Aber nicht durchgehend, denn die Gesellschaftstudien der Autorin und die Einblicke in die amerikanische Politgesellschaft der 1930er und 40er Jahre waren schon sehr interessant und durchaus nicht unatmosphärisch.

Doch im Nachwort stellte sich heraus, dass das Augenmerk der Autorin zu einem nicht unerheblichen Teil auf die überaus eigenwillige, tatsächlich exisierende Haushälterin des Weißen Hauses, Henrietta Nesbitt, gerichtet war - diese kam zwar zu Wort, spielte jedoch in der Handlung, wenn überhaupt, dann eine sehr marginale Rolle.

Komisch irgendwie, der Roman - vieles passte nicht zusammen, war nicht stimmig. Und das männermordende Weib Iris mit seinem kometenhaften Aufstieg passte schon ganz und gar nicht. Auch wenn ich nicht alles schlecht fand: nein, dieses Buch mag ich nicht weiterempfehlen!

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Von der Straße ins Weiße Haus...

Von der Autorin hatte ich bis dato noch nichts gelesen. Da ich noch nie etwas zur Zeit der 30er Jahre in Amerika gelesen hatte, aber schon immer mal wollte, war ich doch recht gespannt und begann zu Lesen.

In der Geschichte selbst geht es um drei Frauen, die kaum unterschiedlicher sein könnten. Zum Einen ist da die junge Lehrerin Iris, die aufgrund der aktuellen Wirtschaftslage ihren Job verliert. Am Ende der Gesellschaft angekommen, versucht sie ihr Leben wieder auf die Reihe zu bekommen. Zum Glück trifft sie auf die Gattin des Präsidenten, Eleanor Roosevelt. Diese ist von Iris sehr angetan und greift ihr unter die Arme. Wird sie zur Besserung von Iris Leben beitragen können oder verkompliziert sie nur alles? Und dann gibt es da noch die Köchin Henrietta. Wie wird ihr Leben verlaufen?

Die gesamte Handlung wird uns aus drei Perspektiven näher gebracht, nämlich aus der Sicht der jeweiligen Protagonistin, die wir begleiten, wobei das Leben der Köchin sehr wenig Raum einnimmt und Iris als Akteurin am präsentesten ist.

Am meisten hat mich fasziniert, dass wir am Leben der Präsidentengattin teilhaben dürfen, denn sonst erfährt man ja eher etwas aus dem Leben eines Präsidenten, aber nie aus dem Leben seiner Gattin. Eleanor hat das Herz am rechten Fleck und sie weiß was sie will. Zwar muss sie sich der Gesellschaft anpassen, kann aber aufgrund ihrer Stellung viel Gutes tun.

War ich anfänglich von Iris noch sehr angetan, so nervte sie mich im Verlauf der Geschichte immer mehr, da sie einfach nicht wusste, was sie wollte. Ihr ewiges Hin und Her zwischen den Männern war für mich absolut unverständlich.

Henrietta kommt so selten vor, dass ich gar keinen richtigen Eindruck von ihr gewinnen konnte. Mich hätte es nicht gestört, wenn der Handlungsstrang zu ihr ganz gefehlt hätte. Und das ist arg verwunderlich, hat die Autorin aufgrund dieser Person überhaupt erst das Buch geschrieben.

Für mein Empfinden hat die Autorin zu viel gewollt. Der Inhalt des Romans hätte auch drei Bücher füllen können, so viel möchte sie uns mitteilen. Weniger wäre hier wirklich mehr gewesen und dann hätte die Story vielleicht auch einen roten Faden gehabt.

Die große Schwäche des Romans ist einfach, dass zu viel Handlung in das Buch gepackt wurde, die nur kurz angerissen, aber nicht ausführlich dargestellt wird, so dass mir als Leser vieles fremd und teilweise nicht nachvollziehbar erschien.

Fazit: Leider kann ich hier keine Leseempfehlung aussprechen. Wohl nur etwas für Leute, die durch geschichtliche Fakten gehetzt werden wollen. Sehr schade...

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(Aktualisiert: 29 Dezember 2015)
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Ganz grausige Dreiecksgeschichte!

Ich bin voller Vorfreude in dieses Buch gestartet, weil mich der Inhalt und vor allem die Einbettung der Geschichte in die 30er Jahre sehr interessiert haben. In puncto Schreibstil bin ich auch gut in das Buch rein gekommen und gerade der gefiel mir wirklich sehr gut. An die kleinen Zeitsprünge muss man sich am Anfang zwar etwas gewöhnen, aber das fand ich nicht störend.
Auch der geschichtliche Hintergrund um die Lebenssituation in Amerika zu der damaligen Zeit fand ich sehr spannend. Auch die späteren politischen Entwicklungen und Ereignisse waren interessant zu lesen und ich habe gemerkt, dass mein Wissen in diesem Bereich doch sehr dünn ist.
Worüber ich mich allerdings im Verlauf des Buches immer mehr aufgeregt habe ist die Dreiecksbeziehung um die Hauptprotagonistin Iris. Auch ihr Charakter, der sie mir zu Beginn eigentlich sehr sympathisch machte und ihre ärmliche Situation ließen mich sehr mit ihr mitfühlen. Jedoch nachdem sie von Mrs Roosevelt aufgesammelt und ins Weiße Haus gebracht wird, beginnt für sie ein neues Leben. Anfangs freut man sich noch mit ihr, allerdings nervt Iris mit der Zeit einfach nur noch. Man hat das Gefühl, dass ihr alles wie zufällig in den Schoß fällt und sie weiß es nicht einmal zu schätzen, was für ein Glück und wie leicht sie es hat. Sie steht dann irgendwann zwischen zwei Männern (Monty und Sam) zwischen denen sie sich einfach nicht entscheiden kann. Vor allem dieses Hin und Her und Iris Verhalten beiden gegenüber ist zum Schluss hin unrealistisch und lächerlich.
Die Geschichte wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt (Iris McIntosh, Eleanor Roosevelt, Hick, Henrietta Nesbitt), wobei der Erzählstrang von Henrietta Nesbitt, der Haushälterin, der spätest gewählte ist. Ihre kleinen Anekdoten über Geschichten aus dem Weißen Haus finde ich sogar ganz amüsant, nur hören ihre Monologe einfach irgendwann auf, und es wird in keiner Weiße ein Abschluss zu ihrer Geschichte gefunden.
Das führt auch zu einem weiteren Problem, weil das Buch an sich leider kaum klare Strukturen hat. Bei mir hat sich der Eindruck abgewechselt ob bei dem Buch Iris Beziehung zu Mrs Roosevelt, oder deren Beziehung zum Präsidenten oder aber die Dreiecksbeziehung im Vordergrund stehen?! Der deutsche Titel "An einem Tag im Mai" würde mehr für das Treffen und die Beziehung von Iris und Mrs Roosevelt stehen, der englische Titel "The President's Lunch" allerdings eher für Iris Verbindung zum Präsidenten Roosevelt. Aber in Wirklichkeit geht es nur um Iris Liebes-/Sexleben, wobei gelegentlich politische Fakten eingeworfen werden. Auch das Ende des Buches und die Auflösung von Iris' Unentschlossenheit bezüglich ihrer "Lover" haben mir nicht gefallen.


Fazit:
Das Buch startet ganz gut, auch der Erzählstil und der geschichtliche Hintergrund haben mir gefallen, allerdings verdirbt die Dreiecksgeschichte (vor allem Iris) alles!

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Zu viel gewollt

Zum Inhalt:

Iris McIntosh hat in der Wirtschaftskrise Anfang der 30er Jahre des 20. Jahrhunderts alles verloren und versucht, allein auf sich gestellt, sich nach Baltimore durchzuschlagen. Weil ihr das Geld ausgegangen ist, bettelt sie und spricht dabei zunächst unbewusst Eleanor Roosevelt, die Frau des Präsidenten, an. Diese hat Mitleid mit ihr, gibt ihr Geld und ihre Visitenkarte, damit sie sich bei ihr melden kann und ehe sich Iris versieht, ist sie Angestellte des Weißen Hauses. Hier wird sie von allen mit offenen Armen empfangen und nach kurzer Zeit muss sie sich zwischen zwei einflussreichen Männern entscheiden.

Der erste Satz:

Geduldig lauschte Iris dem Vortrag des Siebzehnjährigen , der sich Silbe um Silbe im Text vorarbeitete und sie in regelmäßigen Abständen Hilfe suchend ansah.

Meine Meinung:

Nachdem ich mir die kurze Zusammenfassung auf dem Buchrücken durchgelesen hatte, hatte ich mich auf einen historischen Liebesroman eingestellt, der im Innersten der amerikanischen Politik der 1930er Jahre spielt. So weit so gut, dachte ich und machte mich voller Vorfreude daran den Roman zu lesen. Jedoch bemerkte ich sehr bald, dass die Autorin Jenny Bond nicht nur diese Idee für ihr Buch hatte, sondern auch noch andere.

Der Roman wird im wesentlichen aus drei Perspektiven geschildert: Iris McIntosh, Eleanor Roosevelt und wie man erst relativ spät mitbekommt von der Köchin des Weißen Hauses Henrietta Nesbitt. Obwohl die Köchin Henrietta Nesbitt die Autorin zu diesem Buch inspiriert hat, spielt diese nur eine sehr zu vernachlässigende Rolle in diesem Buch und ich habe mich bis zum Schluss gefragt, was die Autorin mit den kurzen Passagen von ihr bezwecken wollte, da diese rein gar nichts zur Handlung beigetragen haben.

Durch die Perspektive von Elanor Roosevelt erhält man einen besseren Blick für die eigentliche Politik im Weißen Haus. Da dies eine politisch aufregende Zeit ist, gibt es eine Menge zu berichten, jedoch wird ihr Anteil in dem Verlauf des Buches immer geringer. Die Autorin stellt Eleanor als eine sehr moderne Frau ihrer Zeit dar, die weiß, was sie will und versucht im Rahmen ihrer Möglichkeiten ihre politischen Ideen umzusetzen.

Iris McIntosh ist die eigentliche Protagonistin dieses Buches. Sie ist gelernte Lehrerin und wird dann im Verlaufe der Geschichte von Eleanor Roosevelt auf der Straße aufgelesen, damit sie ihre Assistentin wird. Im Verlaufe des Buches, es deckt die Jahre 1933 bis 1945 ab, schafft sie es, sich bis in den Beraterstab des Präsidentin hochzuarbeiten. Gleichzeitig entwickelt sie eine Dreiecksbeziehung zu Moody und Sam, die auch im Weißen Haus arbeiten. An diesem Punkt fängt das Buch an wirklich schwierig zu werden. Die Autorin räumt dieser Dreiecksbeziehung einen so großen Raum ein ohne dabei wirklich darauf einzugehen, was Iris dazu bewogen hat, diese einzugehen, dass es überhand nimmt. Es ist von keiner Warte aus mehr realistisch und macht Iris sehr unsympathisch. Des Weiteren wird diese Dreiecksbeziehung aber auch so unlogisch dargestellt, dass man sich fragt, weshalb die Männer nicht viel früher von all dem erfahren und warum sie da weiterhin mitmachen. Zeitgleich macht Iris eine kometenhafte Karriere, bei der man sich fragt, wie das überhaupt möglich sein soll. Wohlgemerkt, dieses Buch spielt in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts!

Da die ganze Handlung größtenteils im Weißen Haus spielt, werden viele historisch wichtige Ereignisse erwähnt. Das finde ich prinzipiell gar nicht schlecht, damit man alles historisch besser einordnen kann. Jedoch macht die Autorin den katastrophalen Fehler, dass sie viele Ereignisse und politische Diskussionen kurz anreißt, man als Leser schon ganz gespannt ist, was jetzt kommt und ganz plötzlich wird ein Zeitsprung gemacht und man wird in ein Nichts fallen gelassen. Oder es wird ein Problem der Zeit dargestellt, z.B. die Arbeitslager für aus Japan stammende US-Amerikaner, man freut sich, darüber mehr zu erfahren und plötzlich wird das Thema fallen gelassen. Dadurch war ich an vielen Stellen sehr frustriert und manchmal sogar wütend, dass so wichtige Ereignisse, wenn sie schon erwähnt werden, nicht richtig dargestellt werden. Für mich fühlte es sich an vielen Stellen so an, als würde ich einen Film im Schnelldurchlauf sehen, sodass ich einige Aspekte des Films mitbekommen habe, jedoch viele nicht ganz und dadurch wurde vieles unverständlich. Dies ist wahrscheinlich darauf zurückzuführen, dass die Autorin mehrere Dinge abdecken wollte:

eine Drecksbeziehung
historische Ereignisse der Zeit sollten so dargestellt werden, als wenn man als Leser mit den Machern der Politik an einem Tisch gesessen hätte
mehrere historische Figuren sollten authentisch mit all ihren Facetten dargestellt werden und
in der Mitte von all dem eine selbstbewusste junge Frau, die sich von ganz unten nach ganz oben arbeitet


Jeder Punkt für sich genommen, ist eine wunderbare Idee für ein Buch, jedoch alle zusammen sind nichts Halbes und nichts Ganzes und frustrieren mehr, als dass sie Freude bereiten.

Alles in allem muss ich sagen, dass ich sehr enttäuscht von dem Buch bin. Dem Buch fehlt der rote Faden. Als ich es zum Schluss zugeklappt habe, habe ich mich gefragt, welchen Zweck die Autorin damit verfolgt hat. Noch immer bin ich diesbezüglich ratlos. Wenn ich das Buch nicht in einer Leserunde gelesen hätte, hätte ich es wahrscheinlich nach den ersten 150 Seiten abgebrochen.

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