Joël Dicker: Die Geschichte der Baltimores

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Hinter den Kulissen eines Familienuniversums
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Marcus Goldman ist ein Einzelkind und lebt mit seinen weniger begüterten Eltern in Montclair. Der andere Zweig der Familie lebt in Baltimore, und bei ihnen findet das Leben statt, das sich Marcus wünscht: Sie sind wohlhabend, erfolgreich und großzügig. Sein Cousin Hillel ist hochbegabt, und dessen bester Freund Woody, der aus ärmlichen Verhältnissen stammt, lebt als Quasi-Adoptivsohn bei der Familie in Baltimore. Marcus darf in den Ferien an ihrem Leben teilhaben, und so bildet sich eine starke Freundschaft zwischen den drei Jungs, die alles miteinander teilen, sogar ihre erste große Liebe zu Alexandra.
Und dann ist da viele Jahre später Marcus, der Schriftsteller, der Alexandra zufällig wieder trifft und beginnt, sich längst überfällige Fragen zu stellen und seine Vergangenheit aufzuarbeiten. Dabei wird ihm klar, dass längst nicht alles so rosig war, wie es nach außen hin aussah.

Was auf den ersten Blick wie eine ganz normale Familie wirkt, ist hinter den Kulissen eine kleines Familienuniversum, in dem vom ganz normalem Alltag bis zum Desaster einiges geboten ist. Von der "Katastrophe" wird immer wieder gesprochen ohne zu enthüllen, was geschehen ist; sie schwebt von Beginn an über den Ereignissen und schürt so beständig die Erwartungen. Während Marcus in seinen Erinnerungen die Vergangenheit nacherzählt und sich langsam dem Tag X nähert, fügen sich diverse Ereignisse wie einzelne Puzzleteile immer mehr zusammen und lassen ein Bild der Goldman-Familie entstehen, das die Vergangenheit, wie sie Marcus erlebt hat, völlig auf den Kopf stellt.

Die einzelnen Charaktere erleben mit den Jahren eine deutliche Entwicklung, die nicht immer nur positiv verläuft. Wirklich gut lernt man nur Marcus kennen, der der Einzige ist, in dessen Gedankenwelt Joël Dicker einen Einblick gewährt. Bei allen anderen Figuren steht man nur daneben und erlebt ihre Handlungen, ohne die Beweggründe zu erfahren. Das führt ganz besonders bei Hillel dazu, dass man ihn möglicherweise falsch einschätzt und nur erstaunt miterlebt, wie er agiert, ohne das Warum zu kennen. Es ist grundsätzlich nicht verkehrt, wenn ein Autor seinen Lesern Raum für Spekulationen lässt, aber bei einer wichtigen Figur wie Hillel wären mehr Einzelheiten über seine Motive aufschlussreich gewesen. Hier fehlt mir ein glaubwürdiger Abschluss. Platz für eigene Schlussfolgerungen bleibt noch bei den anderen Protagonisten. Die Spannung bleibt immer erhalten, weil neben der "Katastrophe" noch genügend anderes passiert. Zum Ende hin wird aber bei einigen wenigen Vorkommnissen zu dick aufgetragen.

Die Goldmans haben ohne Zweifel eine spannende Familiengeschichte, die Joël Dicker auf verschiedenen Zeitebenen aufwändig konstruiert hat. Sofern man sich nicht daran stört, dass die verschiedenen Zeiten mitunter ein wenig zu oft wechseln und die Gedanken der meisten Beteiligten außen vor bleiben, ist es nicht schwer, sich auf diese facettenreiche Erzählung einzulassen.
D
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Eine moderne Familientragödie
Gesamtbewertung
 
4.0
Plot / Unterhaltungswert
 
3.0
Charaktere
 
4.0
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5.0
Mit einer Katastrophe ziemlich zum Schluss, das ist „Die Geschichte der Baltimores“ des jungen französischen Autors Joel Dicker, der hier erneut – wie schon in seinem Erstling „Die Wahrheit über den Fall Harry Quebert“, zeigt, dass es oft eine Rolle spielt, aus welcher Perspektive aus man die Gegebenheiten wahrnimmt und dass zudem jede Einzelheit wichtig ist, um zu erkennen, dass oft nicht alles so ist, wie es scheint.

Worum es geht: Marcus Goldman wächst Seite an Seite mit seinem Cousin Hillel und dessen Ziehbruder Woody auf - zumindest in den Ferien. Er beneidet die beiden um ihren viel prunkvolleren Lebensstil, dennoch sind die drei ein eingeschworenes Team, das vieles gemeinsam übersteht und sich schließlich auch in ein und die selbe Frau - die schöne und etwas ältere Alexandra - verliebt.

Marcus neidet Hillel vor allem dessen Eltern Saul und Anita, die so viel erfolgreicher sind als seine eigenen und zudem einen wesentlich besseren Stand bei den Großeltern haben.

Großartig, wie der Autor mit den Sichtweisen, den Perspektiven spielt, das tut er wahrhaft meisterlich.
Ein Roman, in dem vieles genial gestaltet ist, aber nicht alles – aus meiner Sicht wird die ein oder andere Baustelle zu schnell abgetragen, nicht sorgsam genug abgearbeitet, einige der Stränge verlaufen zu beiläufig. Dennoch ein Familienroman, der Maßstäbe setzt, und – finde ich – nicht mit den besten dieser Sparte (zu denen ich für mich persönlich „Korrekturen“ von Frantzen, „Buddenbrooks“ von Thomas Mann, „Hotel New Hampshire“ von John Irving, aber durchaus auch „Makarionissi“ von Vea Kaiser zähle) mithalten kann, aber dennoch ziemlich weit oben angesiedelt ist. Auf jeden Fall sehr lesenswert, diese moderne Tragödie!
T
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