Julie McGowan: Die Glücksammlerin

Julie McGowan: Die Glücksammlerin

 
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Julie McGowan: Die Glücksammlerin
Verlag
ET (D)
2015
Ausgabe
Taschenbuch
Originaltitel
Just one more Summer
ET (Original)
2008
ISBN-13
9783734101946

Informationen zum Buch

Seiten
384

Sonstiges

Originalsprache
englisch
Übersetzer/in
Erster Satz
Okay ... Ich will gleich von Anfang an etwas klarstellen.

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Handlungsort

Handlungsorte
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Cornwall, das ist der eine Ort, an dem sich Allie am geborgensten fühlt – hier hat sie die schönsten Momente ihrer Kindheit verbracht. Aus diesem Grund flüchtet sie nach ihrer gescheiterten Ehe in diese idyllische Abgeschiedenheit, um in Ruhe über ihr Leben nachzudenken. Doch das Schicksal verfolgt andere Pläne, denn kurz nach ihrer Ankunft begegnet Allie der lebenslustigen Mittfünfzigerin Marsha, die eine Horde jüngerer Leute um sich schart. Sie alle bringen ungeahnten Schwung in Allies Leben – vor allem Adam hat es ihr angetan. Doch als Allies Glück zurückgekehrt scheint, stellt die Vergangenheit nicht nur ihr eigenes Leben auf den Kopf …

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Eine Auszeit in Cornwall

Allie ist Anfang dreißig und braucht dringend eine Auszeit - nachdem ihr Mann Will eine andere Frau hat und nun die Scheidung läuft. Ihre Mutter rät ihr zu einer Reise in die Sonne, da sie schließlich noch jung sei und sich einfach einen Neuen angeln soll, doch für Allie, die auch noch ihren Job als Anwaltsgehilfin verloren hat, funktioniert das nicht so einfach. Sie verlässt London in Richtung Cornwall und möchte dort zur Ruhe kommen, ja, in sich hineinhorchen um zu erfahren, was sie nun von ihrem Leben möchte. Vielleicht ist es ein Anflug von Melancholie, aber dieses Fleckchen Erde erinnert Allie an schöne Kindheitsmomente.

In einer etwas traurigen Pension in Tremorden Bay angekommen, macht sie bereits am ersten Nachmittag Bekanntschaft mit der Mittfünfzigerin Marsha. Diese lebt schon seit Jahrzehnten in dem beschaulichen Örtchen an der kornischen Küste und hat eine bunte Truppe um sich geschart, die ebenfalls wie Marsha das Leben und die Sonne genießen.
Doch schon der erste Abend, an dem Allie die Truppe im Smuggler's kennenlernt, geht gründlich daneben: während es am Tisch lebensfroh und genießerisch zugeht, verfällt Allie in Selbstmitleid und zeigt sich von einer unvorteilhafter Seite: sie wirkt überheblich und griesgrämig - und trinkt mehr als ihr bekommt. Doch Marsha blickt offensichtlich von Anfang an hinter die Kulisse und zeigt der jungen Frau am nächsten Tag ihre Töpferwerkstatt...
Ohne dass sie es merkt, wird Allie allmählich Teil der Clique - indem sie nicht nur Marsha, sondern auch Adam, Kate, Simon, Chris und Marie näher kennenlernt. Wobei es nicht nur dabei bleibt, denn Adam ist Allie von Anfang an besonders aufgefallen...

Doch leider sind einige Details der Geschichte ziemlich vorhersehbar: allen voran Marsha Schicksal. Schon der anfängliche Hinweis auf die Sonne, die Marsha regelrecht zu brauchen scheint, haben mich auf die Idee gebracht, dass die ehemalige Hippiefrau vielleicht einfach das Leben so gut es nur geht genießen möchte. Ein weiterer Fingerzeig, war die Art und Weise wie sie auf die zu Beginn teilweise unfreundliche Art Allies reagiert - so als ob es nichts zu bedeuten hätte, wischt sie dieses Verhalten weg. Doch genau dieses Geheimnis' Marshas führt zu einer weiteren Hals-über-Kopf-Aktion Allies. Als es ihr bereits deutlich besser geht, erfährt sie von Marshas Zukunftsaussicht und ist verletzt nachdem sie begreift, dass alle im neu gewonnenen Freundeskreis darüber Bescheid wusste - außer ihr. Nachdem sie einen weiteren Zusammenhang erkennt, der sie und ihre Familie direkt betrifft, bricht sie alle Zelte ab und reist zurück nach London...
Und hier bleibt sich die Autorin dann auch treu: war bislang so manches durchschaubar, ist es das auch mit der Rückkehr Allies in die britische Hauptstadt, denn natürlich folgt ihr die neue Liebe und kann sie überzeugen, zurückzukehren.

Was soll ich sagen? Es handelt sich bei "Die Glücksammlerin" um einen ganz klassischen Liebesroman einfachster Bauart. Nach gut 50 bis 70 Seiten hätte ich schwören können, dass ich den Roman kenne oder zumindest einen so ähnlichen schon einmal gelesen habe. Über das zu durchsichtige Konstrukt hilft auch das Meer, die kornische Sonne und die beschaulichen Nester an der Küste nicht hinweg... Oder anders gesagt: wenn mir nach so einfacher, netter Unterhaltung zumute ist, schalte ich doch lieber die Glotze an, denn da vergeude ich nur anderthalb bis zwei Stunden meiner Lebenszeit - das Lesen eines Buches geht bei mir nicht so schnell.

Fazit: Tut nicht weh, ist aber auch keine Bereicherung. Und das sage ich, die ich gerne Schmöker lese - aber ein bisschen Überraschung und Tiefgang hat noch nie geschadet.

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Eine wundervolle Landschaft und tolle, facettenreiche Charaktere

Klappentext:

"Cornwall, das ist der eine Ort, an dem sich Allie am Geborgensten fühlt – hier hat sie die schönsten Momente ihrer Kindheit verbracht. Aus diesem Grund flüchtet sie nach ihrer gescheiterten Ehe in diese idyllische Abgeschiedenheit, um in Ruhe über ihr Leben nachzudenken. Doch das Schicksal verfolgt andere Pläne, denn kurz nach ihrer Ankunft begegnet Allie der lebenslustigen Mittfünfzigerin Marsha, die eine Horde jüngerer Leute um sich schart. Sie alle bringen ungeahnten Schwung in Allies Leben – vor allem Adam hat es ihr angetan. Doch als Allies Glück zurückgekehrt scheint, stellt die Vergangenheit nicht nur ihr eigenes Leben auf den Kopf …"

Meine Meinung:

Das Cover hat mich sehr angesprochen. Man sieht ein wunderschönes, reetgedecktes Haus, inmitten eines tollen Gartens, der voller Leben ist. Im Hintergrund sieht man das Meer. Für mich regt es definitiv zum Träumen an.

Die Handlung erzählt von der Suche nach Geborgenheit, nach Freundschaft und Liebe. Es geht auch darum, sich selbst wieder zu finden bzw. nach einer gescheiterten Ehe und den damit verbundenen Verletzungen wieder ins Leben zurückzufinden.
All das hat Allie durchlebt und "flieht" nun, um über ihr Leben nachzudenken aus ihrem Alltag nach Cornwall. Ich konnte sie anfangs nicht so gut einschätzen, muss aber sagen, dass sie mir im Laufe des Buchs wirklich immer mehr ans Herz gewachsen ist. Allerdings ging mir das bei fast allen Charakteren in diesem Buch so. Allie, die Protagonistin, hat zuvor ein mehr oder weniger fremdbestimmtes Leben geführt. Ihr Mann hat meistens die Entscheidungen getroffen. Sie ist eine sympathische, recht verschlossene junge Frau, die viel mit sich selbst ausmacht. An mancher Stelle hätte ich sie gerne einfach mal umarmt oder geschüttelt. Im Laufe der Handlung durchlebt sie eine authentische Entwicklung, sie blüht mehr und mehr durch die Gespräche mit Marsha und den anderen auf, kommt mehr aus sich heraus. Das hat mir sehr gefallen. Besonders gelungen sind der Autorin auch die wirklich vielen facettenreichen Charaktere wie Marsha, Kate, Mary, Simon und Adam. Ich denke jeder kann sich in einem von ihnen wiederfinden, sich mit jemanden identifizieren.

Erzählt wird die Handlung aus Allies Sicht, was mir gut gefallen hat. Ich konnte auch dadurch, recht schnell eine Beziehung während des Lesens zu ihr aufbauen. Man bekommt einen intensiven und detaillierten Eindruck in ihre Gedanken, was es dem Leser leicht macht, ihnen zu folgen und sie zu verstehen. Ganz besonders hervorheben möchte ich auch die wunderbaren bildhaften Landschaftsbeschreibungen. Ich konnte Cornwall vor meinen Augen sehen und mich an die Küste und den Strand hineinversetzen. Sicherlich fällt es mir ein wenig leichter, dass ich dort selbst schon war, für mich fühlte es sich beim Lesen fast an, als würde ich nach Hause kommen. Der Schreibstil von Julie McGowan hat mir sehr gut gefallen, er ist flüssig und ich konnte der Handlung während des gesamten Buchs gut folgen.

Ich gebe dem Buch 4,5 von 5 Punkten.

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(Aktualisiert: 27 November 2015)
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Sprache & Stil 
 
4.0

Glück macht was es will

Julie McGowan - Die Glücksammlerin - blanvalet
Von London nach Cornwall:
Die 30jährige Allie steht vor den Scherben ihres bisherigen Lebens, ihr Ehemann liebt eine Andere, die Scheidung läuft und den Job als Rechtsanwaltsgehilfin ist sie auch los.
Das Leben bombardiert Allie gerade mit den berühmten Zitronen, also fackelt sie nicht lange und versucht Limonade daraus zu machen.
Zutaten für dieses Rezept:
Raus aus London, dem Trubel der Menschen entfliehen, ab nach Cornwall, sich von der ruhigen Gegend und malerischen Landschaft die Seele weichspülen zu lassen.
Ihre lebenslustige Mutter verdreht die Augen und empfiehlt ihr das warme Kreta, doch Zeus´ Lieblingsinsel ist das krasse Gegenteil von ihrem Plan.
Keine Urlaubsdandys mit lockigem Haar, olivbrauner Haut und samtener Stimme.. Allie braucht eine Auszeit!
Sie mietet sich für den Sommer in einer kleinen Pension ein und ein "One Way-Ticket" der Western Railway bringt sie an Cornwalls raue Küste.
Aber kein Plan ist so gut, als das er wirklich in Erfüllung geht. Die Alt-Hippie-Frau Marsha macht ihr einen Strich durch die Rechnung, ihre jungen Anhänger
unterstützen sie dabei und Adam ist echt nett..
Das Leben könnte so leicht sein und gerade diese Erkenntnis macht es Allie schwer, jetzt versinkt sie doch in Selbstmitleid und jammert.
Marsha will davon nichts hören und läd sie in ihre Töpferwerkstatt ein, denn Allie ist nicht die Einzige, der das Schicksal ein mieses Blatt zugespielt hat.
Mag sein, dass der Titel in die falsche Richtung denken lässt und die Hoffnung auf leichte Lektüre weckt, anhand der vielen traurigen Erlebnisse, die resümiert werden, sehe ich das nicht.
Die "Glücksammlerin" ist eigentlich Marsha, die eine Schar gestrandeter Menschen um sich ringt, die dankbarerweise immer wieder in das kleine Nest in Cornwall zurückkommen.
Schön geschrieben, die malerische Kulisse miteingeschlossen, aber mehr bitter als süß und mehr Drama als Glück.
Eine Verfilmung könnte ich mir gut vorstellen.
Wer Katie Fforde und Mary Kay Andrews mag, ist hier goldrichtig!

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