Kate Riordan: Im Spiegel ferner Tage

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Kate Riordan: Im Spiegel ferner Tage
Verlag
ET (D)
2015
Ausgabe
Taschenbuch
Originaltitel
The girl in the photograph
ET (Original)
2015
ISBN-13
9783453417991

Informationen zum Buch

Seiten
544

Sonstiges

Originalsprache
englisch
Übersetzer/in
Erster Satz
Fiercombe steckte voller Geheimnisse.

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London, 1932. Als die 21-jährige Alice ungewollt schwanger wird, schickt ihre Mutter sie auf ein Gut im malerischen Gloucestershire, um den Namen der Familie zu schützen. Fasziniert von dem verwunschenen Anwesen erwacht Alices Neugierde, und sie erfährt von dem tragischen Los der einstigen Gutsherrin Elizabeth. Das Geheimnis um die schöne Frau berührt sie auf eigentümliche Weise, und Alice begibt sich auf Spurensuche. Sie entdeckt eine große Liebesgeschichte - und einen schlimmen Verrat …

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Geschichte mit Sogwirkung - aber nicht komplett überzeugend

London 1932: Nachdem die 21jährige Alice nach einer Affäre mit einem verheirateten Mann ein Kind erwartet, verfrachtet ihre Mutter sie kurzerhand aufs Land auf das Gut Fiercombe. Hier soll Alice im stillen ihr Kind auf die Welt bringen, damit man in London nichts von dem Skandal mitbekommt. Während Alice auf dem Gut verweilt, fängt sie an sich mit der Geschichte von Fiercombe auseinander zu setzen und stößt dabei auf Elizabeth, deren Schicksal ein großes Geheimnis umgibt. In den alten Gemäuern versucht Alice dem Geheimnis von Fiercombe auf die Spur zu kommen und die dunklen Schatten, die auf dem Anwesen liegen, zu vertreiben.

Das Buch wird auf zwei Zeitebenen erzählt: Zum einen wird die Geschichte 1932 in der Ich-Perspektive von Alice erzählt. Zum anderen wechselt die Zeitebene dann in das Jahr 1898 und der Leser erlebt die letzten Tage von Elizabeth. Insgesamt zeichnet sich der Roman dabei durch eine sehr langsame Erzählweise aus und eigentlich passiert die erste Zeit nicht wirklich viel. Trotzdem geht eine düstere Stimmung von den Erzählungen von Elizabeth aus und auch in der "Gegenwart" von Alice ist die Atmosphäre zum Teil schon fast gruselig.

Erst nach und nach deckt Alice ein Puzzleteil nach dem anderen über Elizabeth's Schicksal auf und gleichzeitig nähert man sich auch auf der Zeitebene von Elizabeth der Auflösung des Geheimnisses.

Dieses langsame Heranführen an die Geheimnisse von Fiercombe und die gruselige Stimmung, haben mir gut gefallen und das Buch hat mich sehr schnell in seinen Bann gezogen. Jedoch muss ich sagen, dass die Spannung dann im letzten Viertel des Buches bei mir stark nachließ und die Auflösung am Ende mich nicht mehr so wirklich überzeugen konnte. Das "Geheimnis" ist dann für mich zwar sehr traurig, hat aber nichts mit einer großen Liebesgeschichte oder einem großen Verrat zu tun, wie der Klappentext groß ankündigt.

Die Figuren sind mit viel Liebe zum Detail gezeichnet und ich konnte sie alle gut vor mir sehen und mich sogar auch gut in die handelnden Charaktere hinein versetzen. Die Melancholie von Elizabeth wurde gut dargestellt und ich konnte ihre Traurigkeit durch die Seiten hinweg spüren. Auch die Umgebung und das Anwesen werden sehr bildhaft beschrieben und ich konnte mir das Tal und Fiercombe sehr gut vor meinem geistigen Auge vorstellen.

Alles in allem ein gut geschriebener Roman, der mich in seinen Bann gezogen hat, dessen Auflösung mich jedoch nicht überzeugen konnte. Nach so viel Dramatik während der Geschichte vorher, war das Ende dann irgendwie überhaupt gar nicht dazu passend.

Insgesamt vergebe ich dafür 3,5 Sterne.

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stimmungsvolle Geschichte

1932 und 1898 – gerade einmal 30 Jahre liegen zwischen den beiden Handlungsebenen und doch Welten. In der Vergangenheit erleben wir die typische viktorianische Gesellschaft, in der stets der gute Schein gewahrt werden muss und Elizabeth in einer unglücklichen Ehe gefangen ist. Nach der Geburt ihrer Tochter und einer Todgeburt erlebte sie depressiven Phasen, von denen sie nun, endlich erneut schwanger mit dem zukünftigen Erben der Stantons, fürchtet, dass sie zurückkehren könnten. 1932 verschlägt es die 21jährige Alice aus London in das gleiche abgeschiedene Tal, hier soll sie in Ruhe ihr Kind zur Welt bringen – hier wo niemand weiß, dass sie nicht etwa frisch verwitwet, sondern gänzlich unverheiratet ist. Bindeglied zwischen den beiden Ebenen ist Edith Jelphs, einst Kammerzofe von Elizabeth und nun Haushälterin im meist leeren Haus sowie Elizabeths Tagebuch, in dem Alice heimlich liest.

Alice empfindet sich selbst in der Rückschau manches Mal als etwas naiv und ich kann ihr nur zustimmen. Nicht nur, wie sie in ihre Beziehung geschlittert und schwanger geworden ist, sondern auch später in ihrem Verhalten in Fiercombe. Sie tänzelt die meiste Zeit um Mrs. Jelphs und Gärtner Ruck herum, um sie nur ja nicht zu verärgern, ignoriert sie aber, wann immer es ihr passt – leider auch in Situationen in denen es klüger wäre, auf sie zu hören. Ich bin zum Beispiel auch der Meinung, dass eine hochschwangere Frau nicht unbedingt während einer Hitzewelle kilometerweit durch die Gegend marschieren sollte – und schon gar nicht, ohne dass irgendjemand weiß, wo sie unterwegs ist. Elizabeth hingegen tat mir die meiste Zeit leid, ohne dass ich einen Ansatz gesehen hätte, wie sich ihre Situation hätte verbessern lassen. Sie war nun einmal rechtlich gesehen ihrem Mann vollkommen ausgeliefert und ihre psychische Situation war zumindest nicht vollkommen stabil, so dass ihr Mann zwar die Rolle des Bösen einnimmt, sein Verhalten aber bei genauerer Betrachtung eher übertrieben und hilflos als völlig lieblos erscheint.

Beim Lesen des Klappentexts habe ich die Aufdeckung eines dunklen Familiengeheimnisses voller Intrigen erwartet, es entpuppte sich dann aber in erster Linien als ein vergleichsweise harmloses Verschweigen aus Trauer und Verzweiflung heraus. Das macht die Geschichte allerdings umso glaubwürdiger und dass Alice die Stimmung im leeren alten Haus oft als unheimlich empfindet, kann man sehr gut nachvollziehen und mitempfinden. In einem alten Herrenhaus hätte ich das Buch nicht lesen mögen.

Ich habe irgendwann ab der Mitte allerdings sowieso nur noch zögerlich weitergelesen, der Vergangenheitsstrang lief immer deutlicher auf ein unglückliches Ende zu, von dem ich eigentlich lieber nichts erfahren wollte. Nichtsdestotrotz ist „Im Spiegel ferner Tage“ ein gelungener und stimmungsvoller Familienroman, der die Gefahren unterdrückter Gefühle und von zu viel Schweigen anprangert.

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Liebe, Betrug, Geheimnis

Kate Riordan - Im Spiegel ferner Tage - HEYNE
London 1932
Die 21jährige Alice will hoch hinaus, eine gute und lange Schulbildung und eine Arbeitsstelle in einem Büro. Nicht unbedingt das Ideal ihrer Mutter verfolgend, geht sie einer Eheanbahnung aus dem Weg, wie gerne wüsste ihre Mutter sie gut und sicher verheiratet . Alice ist in ihren Augen ein Blaustrumpf, einen Mann bräuchte sie halt..
Der neue Buchhalter der Firma macht Alice Avancen und bringt sie in ernsthafte Schwierigkeiten. Derlei Unschickliches hätte nie passieren dürfen, niemand darf davon erfahren, der Mann ist bereits vergeben.
Ihre Mutter spart sich die Vorwürfe und handelt schnell, sie veranlasst alles für eine längere Reise aufs Land, wo Alice ihr Kind bekommen soll.
Am Bahnhof von Gloucestershire angekommen steht sie ganz allein und wartet, ihre einzige Begleitung ist ihr hastig gepackter Koffer und die vielen unausgesprochenen Wünsche ihrer Mutter.
Eine Pferdekutsche trabt heran und ein leutseliger Kutscher befördert seinen einzigen Fahrgast für heute. Ein uraltes Gut in ist ihr Ziel, ein wunderschönes Herrenhaus, versteckt in einem tiefen schattigen Tal. Wie eine Reise in die Vergangenheit, die Zeit in der Grafschaft scheint seit 1898 stillzustehen. Auf verschlungenen Pfaden trauriger Buchen entdeckt Alice das dramatische Schicksal der wunderschönen Hausherrin Elizabeth. Liebe, eine Bluttat, Betrug, Verrat. Alice ist einem schauderhaften Geheimnis auf die Spur.
Viele sind fortgezogen und haben diesen Ort nie wieder betreten, andere scheinen ihn nie verlassen zu haben.
"Es liegt nur an der Dunkelheit, sagte ich mir. Du hast dir im Dunkeln schon immer alles Mögliche eingebildet, Alice."
"Nach allen Seiten hin abgeschottet hinter dem schweren Brokat, schlug mir das Herz bis zum Hals.."

Fließende und spannende Unterhaltung, wunderbar mystisch, knirschende Treppenstufen und düstere Geheimnisse sorgen für ein stilles und schauriges Lesevergnügen.
Mein Tipp: Das Licht anlassen!

Autor: Kate Riordan

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