Katrin Burseg: In einem anderen Licht

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Katrin Burseg: In einem anderen Licht
Verlag
ET (D)
2017
Ausgabe
Gebundene Ausgabe
ISBN-13
9783471351406

Informationen zum Buch

Seiten
320

Sonstiges

Originalsprache
deutsch
Erster Satz
Gregors letztes Bild war heiter.

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Handlungsort

Stadt
Kontinent
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»Fragen Sie Dorothea nach Marguerite.« Miriam bekommt anonyme Briefe mit nur diesem Satz geschickt. Dorothea Sartorius ist die charismatische Witwe eines Reeders und eine große Mäzenin in Hamburg. Gemeinsam mit ihr bereitet Miriam gerade die Verleihung des Sartorius-Preises für Zivilcourage vor. Dorothea beantwortet Miriams Frage nicht, ermuntert sie aber, nach dem Absender der Briefe zu suchen. In einem Beginenhof an der Schlei findet Miriam eine alte Bewohnerin und Antworten, die ihr Weltbild ins Wanken bringen. Dorothea war in den 70er Jahren Mitglied in einer linksextremen Terrorgruppe. Die frühere Freundin und politische Weggefährtin von Dorothea erhebt schwere Anklage: »Sie hat uns verraten. Sie hat alles verraten, was ihr heilig war.« Katrin Burseg erzählt von Liebe und Verrat, von Wahrheit und Wahrhaftigkeit. Und von der Herausforderung, authentisch zu leben.

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Mensch sein!

Vor zwei Jahren hat Miriam ihren Mann verloren, er war Fotograf und wurde bei einem Auslandseinsatz als Journalist getötet. Immer noch wütet die Trauer in ihr, doch irgendwie muss es weitergehen, schließlich hat sie ja auch ihren kleinen Sohn Max, für den sie da sein muss.
Auch ihre Arbeit gibt ihr Halt, auch wenn sie innerhalb ihres Verlages von einer Nachrichten-Zeitung zu einer Frauenzeitschrift gewechselt hat. Aber die „Anabel“ ist ein anspruchsvolles Frauenmagazin und so macht die Arbeit dort Miriam auch Spaß. Aktuell bereitet sie eine Preisverleihung vor. Die bekannte Hamburger Reederswitwe und Vorsitzende einer Stiftung, Dorothea Sartorius stiftet einen Preis für Zivilcourage und Miriam organisiert all das. Auch ein Interview mit der medienscheuen Mäzenin steht an. Doch dann erhält Miriam immer wieder Briefe mit dem Wortlaut „Fragen Sie Dorothea nach Marguerite“, unterschrieben von einer Elisabeth. Die ersten Briefe wirft Miriam weg, doch die Absenderin bleibt hartnäckig und so erwacht die Journalistin in Miriam und sie fängt an, zu recherchieren. Sie zögert, Dorothea Sartorius direkt darauf anzusprechend, dann traut sie sich aber doch. Die Sartorius gibt ihr keine direkte Antwort, aber ermuntert sie, selbst weiter nach der Geschichte zu suchen. Mehr durch Zufall gerät Miriam auf die richtige Spur – oder ist es doch Fügung?

Meiner Meinung nach verrät der Klappentext viel zu viel, in welche Richtung Dorotheas Geheimnis geht. Zum Glück habe ich das vor der Lektüre nur ganz kurz überflogen und konnte so selbst bei Miriams Nachforschungen mitfiebern, ohne das Ergebnis bereits zu kennen.

Obwohl das Buch mit gerade mal 320 Seiten nicht besonders lang ist, geht es darin um viele tiefgreifende Themen. Allen voran das Thema Trauer nach dem Verlust eines geliebten Menschen. Miriams Gefühle werden sehr anschaulich und berührend beschrieben, man kann sich den „schwarzen Raben“ in ihrem Inneren gut vorstellen, auch wenn man selbst so etwas noch nicht erleben musste. Die Schwierigkeit, loszulassen, etwas Neues anzufangen und die Schuldgefühle, wenn sie es dann doch zumindest teilweise tut, wirken sehr glaubwürdig.

Zum anderen geht es natürlich um das Geheimnis in Dorotheas Vergangenheit, das mit der deutschen Geschichte zu tun hat – ohne hier mehr verraten zu wollen, empfinde ich auch diesen Part als sehr gut dargestellt.

Einzig die Zufälle waren mir ein paar zu viel in dieser Geschichte. Aber wie es eine der Figuren so schön ausdrückt, vielleicht gibt es ja tatsächlich auch eine Art Quantenverschränkung, also einen gemeinsamen Zustand zwischen Menschen, auch wenn sie nichts davon ahnen - wer weiß?

Insgesamt eine berührende, lesenswerte Geschichte über Trauer und Mut, die ich gerne weiterempfehle!

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Jede Geschichte hat mehrere Seiten

Die Journalistin Miriam ist seit zwei Jahren mit ihrem kleinen Sohn Max allein, denn ihr Mann Gregor starb bei einem Auslandseinsatz als Fotograf. Miriam arbeitet für das anspruchsvolle amburger Frauenmagazin „Anabel“ und als Organisatorin für die Preisverleihung der von der Reedereierbin Dorothea Satorius gestifteten Auszeichnung für Zivilcourage zuständig. In Zuge der Vorbereitungen ist auch ein Interview mit der recht medienscheuen Stiftungspatin geplant. Bevor Miriam das Interview führt, erreichen sie Briefe, die sie auffordern, Dorothea Satorius nach „Marguerite“ zu fragen. Miriam nimmt die Briefe zunächst nicht ernst, doch dann wird sie doch stutzig, denn der Absender ist sehr hartnäckig. So spricht Miriam Dorothea direkt an, doch die weicht ihr aus, wobei sie allerdings nichts dagegen hat, wenn Miriam selbst nach den Antworten sucht. Miriam, neugierig geworden, fängt an zu recherchieren. Eher zufällig gerät sie auf die Spur einer Untergrundformation der 70er Jahre in Berlin, einer terroristischen Nachfolgegruppierung der RAF und damit auf ein Stück jüngster Zeitgeschichte verbunden mit Verrat, Gewalt und Liebe.

Katrin Burseg hat mit ihrem Buch „In einem anderen Licht“ einen sehr eindringlichen Roman vorgelegt, der die jüngste deutsche Vergangenheit auf verschiedene Art und Weise beleuchtet. Der Schreibstil ist flüssig und zieht den Leser schnell in die Handlung hinein. Die Autorin bedient sich einer leichten und verständlichen Sprache, ohne große Gefühlsregungen an den Tag zu legen, um den Leser in keiner Weise zu beeinflussen. Gleichzeitig beleuchtet sie die Geschichte aus verschiedenen Perspektiven, so dass man einen Rundum-Eindruck erhält, denn nichts hat nur eine Sichtweise, jemand anderes sieht die Dinge „in einem anderen Licht“. Die Handlung teilt sich zum einen auf in die Gegenwart und zum anderen werden die 70er Jahre zum Leben erweckt. Der Spannungsbogen wird gemächlich aufgebaut, steigert sich aber während der Handlung immer mehr, vor allem auch durch die verschiedenen Sichtweisen. Und gerade das macht das Besondere von Bursegs Schreibweise aus. Dazu verbindet sie die Themen Vergangenheitsbewältigung, Schuld, Verlust und Trauerverarbeitung miteinander, weckt damit sowohl die Neugier und das Interesse des Lesers, sich näher mit dem Thema zu beschäftigen.

Die Charaktere sind sehr unterschiedlich angelegt und platziert worden. Sie wirken wie aus dem Leben gegriffen, realistisch und zeitgemäß. Miriam hat den Verlust ihres Mannes noch nicht ganz verarbeitet, da bekommt sie eine Aufgabe, die sie völlig vereinnahmt und auch vom eigenen Kummer ablenkt. Sie ist sensibel, einfühlsam, aber auch hartnäckig und neugierig. Durch ihre intensive Recherchearbeit merkt man, wie sie ihre eigene Trauer in den Hintergrund schiebt und sich völlig konzentriert in die Arbeit stürzt. Dorothea lebt sehr zurückgezogen und ist medienscheu. Sie wirkt geheimnisvoll, doch das hat seine Gründe, die sie gern für sich behalten möchte. Bobo ist ein Lebenskünstler, ein Nachbar Miriams, der in ihr Gefühle weckt, die ihr ein schlechtes Gewissen verursachen. Die Nebenprotagonisten unterstützen mit ihren kleinen Geschichten ebenfalls die Authentizität der Geschichte.

„In einem anderen Licht“ ist ein zeitgenössischer Roman über die jüngste deutsche Nachkriegsgeschichte, die spannend erzählt wird und dem Leser die Möglichkeit gibt, alles von mehreren Seiten zu betrachten. Ein Buch das zum Nachdenken anregt und gleichzeitig zu fesseln weiß. Auf jeden Fall eine Leseempfehlung!

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In einem anderen Licht

Miriam hat den Verlust ihres Mannes, der vor zwei Jahren bei einem Auslandseinsatz als Journalist ums Leben gekommen ist, immer noch nicht verwunden. Aber sie muss sich um ihren kleinen Sohn kümmern und kämpft sich daher langsam wieder ins Leben zurück. Sie nimmt einen Job bei dem Magazin „Anabel“ an und findet auch wieder Freude an ihrer Arbeit. Die Organisation für eine Preisverleihung, die von einer Stiftung Hamburger der Reederswitwe Dorothea Sartorius ausgelobt wurde und die Zivilcourage würdigt, liegt in Miriams Händen. Sie erhält einen Brief mit dem mysteriösen Hinweis: „Fragen Sie Dorothea nach Marguerite.“ Erst wirft sie den Brief weg, doch schon bald kommt eine neue Nachricht. Miriams journalistische Neugier ist geweckt und sie spricht nach einigem Zögern Dorothea an, die sie bestärkt weiter zu forschen. Was Miriam dann herausfindet, ist schockierend.
Die Geschichte liest sich sehr angenehm. Der Autorin gelingt es sehr gut, die Geschichte hinüberzubringen, ohne je wertend zu sein.
Miriam war mir von Anfang an sympathisch. Ich konnte nachvollziehen, wie die Trauer sie übermannt und wie schwer es ihr nach dem Tod des geliebten Mannes füllt, wieder ins Leben zurückzufinden. So ist es nicht verwunderlich, dass sie Schuldgefühle bekommt, als Bo in ihr Leben tritt. Das alles ist sehr authentisch. Aber sie ist auch eine engagierte Journalistin, die beharrlich Spuren verfolgt. Dorothea hat immer mit dem Geheimnis ihrer Vergangenheit gelebt, aber es muss sie dennoch belastet haben. Dennoch war sie mir sympathisch.
Von Anfang an hat mich die berührende und auch spannende Geschichte gepackt. Ich kann sie nur empfehlen.

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