Tristan vom Wahn: Kopfschlächter: Die sieben Todsünden

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Tristan vom Wahn: Kopfschlächter: Die sieben Todsünden
Verlag
ET (D)
2013
Ausgabe
Taschenbuch
ISBN-13
9783845909387

Informationen zum Buch

Seiten
151

Sonstiges

Originalsprache
deutsch
Erster Satz
"Duuff" - dumpf ist der SChlag, mit dem der Bolzen die Schädeldecke durchschlägt.

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10 % Rinderblut. 90 % Druckerschwärze. 100 % Hart. Tristan vom Wahn sinnt in seinem Debütroman über die Alltäglichkeit des Seins und Tötens nach. Sein Protagonist Hartmut arbeitet als Kopfschlächter tagein, tagaus in einem Schlachthof. Gehirne, Blut und Tod sind sein Geschäft und tief im Inneren seine Leidenschaft. Eine Besessenheit, die auch nach Feierabend Befriedigung sucht und in den Abgründen der Menschen fündig wird ... denn Todsünden gibt es überall. Dieser Roman ist schwarz, sachlich, emotionslos und mit einem Wort: krass. Nichts für schwache Nerven, aber starke Persönlichkeiten. Dieses Buch wurde NICHT geschrieben, um sich über andere zu erheben, um sich zu bereichern, um Rache zu nehmen, um über das Fleisch zu urteilen, um sich gehen zu lassen, um Seiten mit erlesenen Worten zu füllen oder um sich zu messen. Dieses Buch MUSSTE geschrieben werden.

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Spritzendes Blut und Gedärm - ohne Emotionen vorgetragen

"Kopfschlächter" bietet einen Querschnitt durch die sieben Todsünden unserer abgestumpften Konsumgesellschaft im Rahmen eines Schlachthofes:

Superbia (Hochmut): Von Rindern und Kälbern
Avaritia (Geiz): Von Pferden und Hunden
Ira (Zorn): Von Schafen und Lämmern
Luxuria (Wollust): Von Kaninchen und Rammlern
Acedia (Faulheit): Von Hühnern und Truthähnen
Gula (Völlerei): Von Säuen und Ferkeln
Invidia (Neid): Vom Schächten

Erzählt wird die Geschichte von Hartmut, dem Kopfschlächter. Als langjähriger Mitarbeiter des Schlachthofes kennt er sich mit den verschiedenen Methoden, ein Lebewesen vom lebendigen in den verwursteten Zustand zu überführen, bestens aus. Und manchmal macht er auch vor Menschen nicht Halt. Hartmut hat nur wenige Freunde und sein Leben besteht vor allem aus seiner blutigen Arbeit und regelmäßigen Besuchen seiner Stammkneipe und des gegenüberliegenden Bordells.

Das Buch ist eine Mischung aus der derben Sprache eines Charles Bukowski und den Splatterromanen von Carlton Mellick III. Tristan vom Wahn arbeitete während seines Studiums in Wirtschafts- und Sozialpsychologie unter anderem in der Fleischverwertung, weshalb er in diesem Bereich über einen nicht geringen Erfahrungsschatz verfügt. So wird der Leser nicht nur mit widerlichen Splatterszenen konfrontiert, sondern auch mit jeder Menge Fakten über die deutsche (Massen)Fleischindustrie. Blut zeigt das Titelbild und Blut quillt aus den Seiten - könnte man jedenfalls meinen. Kaum eine Seite vergeht, in der nicht gleichermaßen schonungslos wie auch emotionslos über diesen Alltag berichtet wird.

Der Autor hält der Gesellschaft einen Spiegel vor und das Lesen schmerzt nicht nur wegen der grausamen Szenen. Es ist die Scheinheiligkeit, die uns alle so sorglos in den Tag hinein leben lässt und die uns dazu veranlasst, all' jene, die den Finger auf diese schmerzende, zumeist unsichtbare Wunde drücken, abfällig als Gutmenschen und Moralapostel zu bezeichnen. Doch Hartmut ist alles andere als ein Gutmensch. Er ist ein Mensch, jenseits der Gesellschaft. Schmutziger Sex, Körpersäfte, Fäkalien, abgetrennte Gliedmaßen - das macht sein Leben aus.

Die Menschen engagieren sich für Waisenhäuser in Afrika, verschließen jedoch die Augen vor dem Elend der Obdachlosen, die vor der eigenen Haustür erfrieren. Sie kaufen Bio und glauben, damit könnten sie die Welt retten. Hartmuts Gedanken überraschen oft durch knappe und klare Erkenntnisse. Und nicht selten konnten sie mich zum Grinsen bringen (Als Beispiel sei hier der Zusammenhang von Schwanzlänge und Rassismus genannt - sehr interessant, wie unsere aktuellen Parteien hierbei abschneiden).

Obwohl mir die hier geschilderten Szenen eines Schlachthofes schon öfter in Medien begegneten (meistens in den verschiedenen Undercover-Aufnahmen von Tierschützern) und ich somit wusste, dass dies der grausamen Realität entspricht, war ich meistens eher unbeteiligte Zuschauerin. Ich kann nur vermuten, dass es an der Art des Splatterromans liegt. Wenn Blut und Gedärm manchmal nur so spritzt und die Erzählweise außerdem noch eher emotionslos gehalten ist, hat das diese Wirkung auf mich. Ein paar Tippfehler haben sich eingeschlichen, aber: Egal, ob es sich um Tarantino oder Carlton Mellick III handelt. Und "Kopfschlächter" von Tristan vom Wahn steht den Werken dieser beiden Künstler nur wenig nach.

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