Gaile Parkin: Kuchen backen in Kigali

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Gaile Parkin: Kuchen backen in Kigali
Verlag
ET (D)
2010
Ausgabe
Taschenbuch
Originaltitel
Baking Cakes in Kigali
ET (Original)
2011
ISBN-13
9783548282824

Informationen zum Buch

Seiten
352

Sonstiges

Originalsprache
englisch
Übersetzer/in
Erster Satz
Genau so, als würde man einen Eimer Wasser auf ein Herdfeuer gießen - erst der elementare Schock, dann ein zorniges Zischen und schließlich ein nach der glühenden Hitze umso abrupteres Erkalten -, genau so erlosch durch das Foto, das sie nun betrachtete, in ihr jede freudige Erregung.

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Das Land ist von der Grausamkeit der Geschichte gezeichnet. Jeder in Kigali hat einen geliebten Menschen verloren oder ist selbst Opfer geworden. Dennoch gibt es den Willen zur Versöhnung. Angel erlebt ihn jeden Tag. Zu ihr geht jeder, der für ein Fest, eine Taufe, eine Hochzeit, eine Heimkehr oder sogar eine Scheidung einen besonderen Kuchen braucht. Bei einer Tasse Tee bespricht sie die Details von Farbe und Dekor. Man kommt ins Erzählen, und Angel hört die traurigen Geschichten. Über die Gespräche und das Kuchenbacken werden alte Wunden geheilt. Angel erkennt, wie viel Trauer in jedem Einzelnen steckt und wie viel es dennoch zu feiern gibt. Gaile Parkins berührender Roman über die tiefe Bedeutung von Versöhnung ist ein Lesevergnügen voller Wärme und Charme.

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Hakuna matata

Angel, eine begnadete Kuchenbäckerin aus Tansania, muss sich nach dem Tod ihrer beiden Kinder um ihre fünf Enkel kümmern. Da ihr Mann in Ruanda nach dem Bürgerkrieg mehr verdienen kann, sind sie nach Kigali gezogen. Hier ist sie bekannt dafür, dass sie für besondere Anlässe wie Hochzeiten, Geburtstage, Taufen, Abschiede, Wiedersehensfeiern u.Ä. die schönsten Torten und Kuchen backt. Die Kuchenbestellung erfolgt stets bei einigen Tassen Tee; dabei erzählen die Kunden ihre Geschichten, die mal traurig und mal fröhlich sind, aber immer sehr interessant. Oft wird dabei über Themen wie AIDS, Politik, Bürgerkrieg, Völkermord, Tradition und Moderne gesprochen. Angel bezeichnet sich zwar selbst als „keine gebildete Person“, ist aber überaus weise, und da sie ein großes Herz am rechten Fleck hat, erhalten ihre Mitmenschen von ihr Hilfe in allen Lebenslagen. Das geht von guten Ratschlägen bis zur Organisation der Hochzeit eines jungen Paares, das seine Familien verloren hat.

Gaile Parkin beschreibt sehr ausführlich und detailliert, was einem zuweilen langatmig vorkommt, aber auf der anderen Seite vielleicht der "afrikanischen Mentalität“ entspricht und so doch sehr gut zu diesem Buch passt. Der Name „Angel“ ist ausgezeichnet gewählt, ist sie doch wie ein (Schutz-)Engel für die Bewohner ihrer Wohnanlage. „Hakuna matata“ ist ein Spruch aus der afrikanischen Sprache Swahili, der wörtlich übersetzt „Es gibt keine Probleme“ heißt. Zumindest gibt es keine Probleme, für die Angel nicht eine Lösung hätte.

Fazit: Kuchen backen in Kigali ist ein leises Buch, das nachdenklich macht und uns auffordert, mehr auf unsere Mitmenschen zu achten.

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Warmherzig, amüsant und gelegentlich ironisch

Warmherzig, amüsant und gelegentlich ironisch: was für eine wunderbare Kombination!

Gaile Parker gewährt uns mit dem Roman über Angel aus Tansania, die nun mit ihrer Familie in Kigali, Ruanda lebt, gemeinsam mit ihrem Mann die fünf verwaisten Enkel großzieht und durch Kuchenbacken nicht unwesentlich zum Familienunterhalt beiträgt, einen Einblick in das Leben in einem afrikanischen Land. Angel backt Kuchen zu den unterschiedlichsten Anlässen wie Geburtstag, Heimkehr, Taufe, Flucht und Hochzeit ... die 14 Kapitel, in die das Buch eingeteilt ist, sind jeweils nach dem Anlass, zu dem der Kuchen bestellt wurde, benannt. Gleichzeitig kann der Leser die Geschicke von Angel, ihrer Familie, ihren Freunden und Nachbarn verfolgen. Angel fungiert nicht nur als Bäckerin, sondern auch als Lebensberaterin - sie verhilft einer amerikanischen Ehfrau, die ihren Mann nach Ruanda begleitet und nun vollkommen von ihm abhängig ist, zu einem Beruf und zu neuem Selbstbewusstsein und einem kleinen Mädchen zu einem schönen Namen: ihr ist es zu verdanken, dass es statt des eigentlich vorgesehenen Namens Gutgenug Perfect getauft wird. Angel verhindert und stiftet Beziehungen, je nach Bedarf. Auch trägt sie zur Aufklärung des ein oder anderen Mißverständnisses bei - köstlich die Geschichte um ihren Nachbarn, der Kardamom haben möchte und Kondome bekommt.

Auch Trauriges wie Krankheit und Tod - Angel und ihr Mann haben bereits beide Kinder verloren - und Lehrreiches wie die Darstellung der Wertvorstellungen findet Eingang in den Roman - dies alles wird mit virtuosen Farbigkeit und Leichtigkeit erzählt, so dass der Leser gar nicht genug bekommen kann.

Die Autorin hat fern von Kitsch und Geschwätzigkeit ein Kleinod geschaffen, das sowohl inhaltlich als auch emotional bereichert und den Rezipienten mit einem wohligen Gefühl im Bauch zurücklässt. Als einziger kleiner Wermutstropfen ist das wenig sorgfältige Lektorat zu erwähnen - leider ist das ganze Buch von Tipp-, Rechtschreib- und Übersetzungsfehlern durchzogen, die durch eine genauere Bearbeitung sicher hätten vermieden werden können.

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