Laline Paull: Das Eis

 
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Laline Paull: Das Eis
Verlag
ET (D)
2018
Ausgabe
Gebundene Ausgabe
Originaltitel
The Ice
ET (Original)
2017
ISBN-13
9783608503524

Informationen zum Buch

Seiten
448

Sonstiges

Originalsprache
englisch
Übersetzer/in
Erster Satz
Sie waren reich.

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Handlungsort

Region
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Die Eisdecke in der Arktis schmilzt unaufhörlich. Raffgierige Unternehmen wittern ihre Chance und wetteifern um einen Platz im ewigen Eis. Als ein Kreuzfahrtschiff im arktischen Wasser eine Leiche entdeckt, ist schnell klar, um wen es sich handelt: Tom Harding, Polarforscher und einer der besten Kenner der Arktis, der drei Jahre zuvor nach einem Unfall im Eis verschwand. Der Letzte, der ihn lebend gesehen hat, ist sein bester Freund und Geschäftspartner Sean Cawson. Die Männer planten gemeinsam die Eröffnung einer exklusiven arktischen Lodge, die sich gleichzeitig dem Schutz des Nordmeers verpflichtete. Als die Untersuchungen zu Hardings Tod beginnen, wächst der Druck auf Cawson. Waren ihre Vorstellungen von Naturschutz und Profitgier letztlich doch zu verschieden?

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Wichtiges Thema, mittelmäßige Umsetzung

Denken wir uns in eine nahe Zukunft - das arktische Eis ist weitgehend geschmolzen. Mit einem der vielen Kreuzfahrtschiffe kommen Passagiere, die auf die Sichtung eines inzwischen extrem seltenen Eisbären hoffen, doch sie finden etwas ganz anderes: eine menschliche Leiche.

Tom Harding kam drei Jahre zuvor ums Leben - sein Körper wurde nun von einem Gletscher freigegeben. Der Polarforscher und Umweltaktivist verschwand damals spurlos, von der gemeinsamen Expediton kam nur sein bester Freund Sean Cawson zurück. Ihre Freundschaft basierte vor allen Dingen auf der starken Faszination, die sie für die Arktis empfunden haben - wenngleich sich ihre Intentionen deutlich unterschieden haben: während Tom vom Willen, das ewige Eis zu retten, beseelt ist, will Sean diese Welt vor allem erobern. Ihr gemeinsamer Plan war die exklusive Midgard Lodge, die nebenbei auch für das Verständnis für die Arktis werben und ihren Schutz forcieren sollte.

Als nun die Todesumstände von Tom untersucht werden, gerät sein Freund zunehmend unter Druck und es stellt sich die Frage, ob ihre Vorstellungen vielleicht doch weiter auseinander gingen als ursprünglich gedacht…

Laline Paull hat hier eine spannende wie interessante Geschichte vorgelegt, die nicht nur unterhalten möchte, sondern uns auch eine Warnung sein dürfte. Eine Warnung vor dem, was mit unserer Erde geschieht, wenn wir die globale Erwärmung weiterhin so gekonnt ignorieren.
Die Freunde aus Kindertagen, Tom und Sean, können dabei sinnbildlich für zwei im Grunde gegensätzliche Positionen stehen - der eine mit einem hehren Ziel, der andere, der allen voran eine wirtschaftliche Möglichkeit und erstrebenswerten Erfolg für sich sieht.

Einen großen Teil des Romans nimmt die Untersuchungen der Todesursache in Anspruch, denn die Frage, die über allem steht, ist, ob Tom einem Unfall zum Opfer fiel oder ob es eine Fremdeinwirkung gab. Ein anderer großer Part sind die Beschreibungen der Arktis und die Botschaft, die uns die Autorin zu unserer Umwelt mitgeben möchte. Letztlich war auch das der Teil des Buches, der mich zum Nachdenken gebracht hat: unser Weg des gnadenlosen Kapitalismus’ und der Verdrängung von unwiderruflichen Schäden, die unser Planet bereits genommen hat, lässt die Zukunft aktuell sehr düster erscheinen. Können wir diese Entwicklung noch stoppen oder wenigstens verlangsamen?

Die Figuren tun ihr Übriges, denn anhand der unterschiedlichen Freunde Tom und Sean kann Paull die Geschichte und den erzählten Konflikt aufziehen. Dabei hat Sean denkbar schlechte Karten: gleich zu Beginn zeigt er sich als ziemlicher Opportunist, dem eigentlich nur eines wichtig ist - Renommée und Geld. Kein Wunder also, dass der Kerl ziemlich unsympathisch erscheint.

Der Minuspunkt, der allerdings schwer wiegt, ist, dass die Geschichte streckenweise behäbig, mitunter sogar sehr langatmig daherkommt. Ja, das Thema ist wichtig und trägt zu der so dringend benötigten Debatte um eine Kehrtwende bei, aber das macht das Buch leider nicht flüssiger lesbar. Schade, denn ich hätte einem solchen Roman eine wirklich große Leserschaft gewünscht!

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Ich möchte KEIN Eisbär sein

im - nicht mehr so - kalten Polar: damit stelle ich mich gegen den Wunsch, den die schweizer Gruppe Grauzone 1981 besang. Inzwischen ist so einiges passiert, gerade auch in Bezug auf die Erderwärmung: Gletscher kalben noch und nöcher, das Polarmeer ist bedroht und die langfristige Existenz der Eisbären gleich dazu. Umso mehr Touristen gibt es, die einen Blick auf sie in ihrer eigentlichen Umgebung erhaschen wollen - und leider gibt es auch noch genügend, die zu gern auf sie schießen und anschließend mit einem selbst erlegten Eisbärenfell prahlen würden - ganz und gar ohne Rücksicht auf Einzelschicksale,

So war Tom Harding nicht und er konnte auch seinen Freund Sean Cawson von seiner Haltung und Einstellung überzeugen. Mit der Unterstützung durch internationale Investoren waren sie dabei, eine exklusive Lodge für Touristen, die zudem ein weltweites Symbol für den Umweltschutz sein sollte, zu erschaffen. Doch Tom kehrte von einer gemeinsamen Tour nicht zurück.

Erst vier Jahre später wird er gefunden - Sean ist inzwischen erfolgreich mit der Lodge und auch in weitere Geschäfte der Geldgeber involviert. Zudem hat er sich nach der Scheidung von seiner Frau und Gefährtin früherer Jahre mit einer jungen und sehr erfolgreichen Schönheit zusammengetan und es sieht so aus, als bekäme er alsbald den Ritterorden verliehen. Alles bestens also. Aber: Kann es sein, dass er tatsächlich seinen besten Freund in der ein oder anderen Art und Weise auf dem Gewissen hat?

Die Geschichte wird hauptsächlich aus der Sicht von Sean erzählt und zwar in der Sicht einer Retrospektive: Alles beginnt mit dem Auftauchen von Toms Leiche - danach werden die Ereignisse sozusagen von hinten aufgerollt.

Eine Erzählweise, die spannend, vielschichtig, aufschlussreich und klug daher kommt, dennoch manchmal ein wenig langatmig wirkt, manchmal malt die Autorin aus meiner Sicht auch ein wenig zu sehr in schwarz und weiß. Insgesamt ist dies ein überraschender, teilweise auch schockierender, dabei sehr zeitgemäßer Umweltroman. Nein, keine Ökogeschichte, finde ich! Es geht um das Schicksal unserer Erde mit all ihren Belangen, das hier exemplarisch an einem "Fall" aufgerollt wird. Laline Paull schreibt durchaus fesselnd, nur gelegentlich wird es des Guten ein wenig zu viel. Dennoch: ein sehr empfehlenswertes Buch, gerade auch als Geschenk an jüngere Menschen, die ja in Zukunft die Geschicke der Erde zu verantworten haben werden!

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Langatmig...

Die Arktis! Stille, Eis, Kälte und Gletscher.
Als die Passagiere des Kreuzfahrtschiffes "Vanir" gespannt darauf warten, einen Bären zu sehen, bricht ein Gletscher ein und gibt eine Leiche frei. Es ist der Körper von Tom Harding, der 4 Jahre zuvor spurlos verschwand. Der britische Umweltschützer war mit seinem Freund Sean Cawson am Midgardfjord unterwegs, als ein Unfall geschah. In einer Gerichtsverhandlung will die Familie von Tom endlich Gewissheit…was geschah damals?

Den Start in die Geschichte fand ich sehr gelungen und ist auch ein Stück weit wegweisend für die ganze Geschichte. Laline Paull zeichnet das Bild einer verwöhnten und anspruchsvollen Gesellschaft. Hier zu Beginn in Form von Passagieren auf dem Kreuzfahrtschiff, die mit einer Sammelklage drohen, wenn nicht sofort ein Bär vor ihre Kameralinse spaziert. Unglaublich und traurigerweise auch realitätsnah.
So spiegelt dann auch die weitere Geschichte unsere Gesellschaft wieder. Einer Gesellschaft die, die Natur ausbeutet, ausnutzt und schröpft bis zum Gehtnichtmehr.
Diese aufrüttelnde Seite ist jedoch nur ein Teil der Story. Auf der anderen Seite geht es um den Leichenfund und die Untersuchung was vor 4 Jahren mit Tom geschehen ist. Und diese waren leider sehr langatmig und ich habe mich des öfteren beim groben Ueberlesen ertappt. Schade finde ich, dass gerade die Themen Umweltschutz, Klimawandel und Artenschutz hinter diesen persönlichen und langatmigen Belangen der Freunde und Angehörigen des Toten zeitweise völlig ins Abseits geraten.
Denn gerade die Passagen, die Szenen dort im ewigen Eis beschreiben sind ausdrucksstark und authentisch beschrieben. Die Handlung rund um den Tod von Tom ist leider nicht sehr fesselnd.
Der Schreibstil ist wie gesagt ausdrucksstark, hätte jedoch unbedingt gestrafft werden müssen. Sehr ermüdend und nach dem 4, 5 Mal von mir übersprungen worden, sind die Eingangsabschnitte zu den verschiedensten Polarexpeditionen. Hätte man meiner Meinung nach weg lassen können.
Die Figuren sind alle irgendwie sonderbar. Sean, der Wasser predigt und Wein trinkt, mir sehr unsympathisch. Seine Erinnerungen an die Zeit, als Tom noch gelebt hat, gähnend langweilig. So wie auch der Rosenkrieg, den er mit seiner Exfrau führt. Er ist fremd gegangen, hat seine Frau und Tochter belogen, und wundert sich, dass die nicht gut auf ihn zu sprechen sind. Dass, ich hier nicht unbedingt Mitleid hatte, ist wohl verständlich. Leider ist Sean mit seiner überheblichen Art die Hauptfigur und mehr und mehr hat er mich nur noch genervt.
Dann die Freunde Ruth, Joe und Radiance.... und nicht zu vergessen Martine, der Scheidungsgrund von Sean und Exfrau. Sie sind exzentrisch und doch sehr auf ihr Geld und die Macht fixiert. Sehr klischeehaft empfand ich die Charakterisierung der Figuren, sogar von Tom, dem Umweltschützer.
Mich hat dieses Buch nicht gerade vom Hocker gehauen. Obwohl ich die Grundidee toll finde. Ein ganz klares Plus ist das Setting, die Szenen in der Arktis toll!

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