Lana Lux: Kukolka

 
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Lana Lux: Kukolka
Verlag
ET (D)
2017
Ausgabe
Gebundene Ausgabe
ISBN-13
9783351036935

Informationen zum Buch

Seiten
375

Sonstiges

Originalsprache
deutsch
Erster Satz
An den Anfang erinnere ich mich nicht.

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Handlungsort

Kontinent
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Ukraine, 90er Jahre. Große Party der Freiheit. Manche tanzen und fressen oben auf dem Trümmerhaufen der Sowjetunion, andere versuchen noch, ihn zu erklimmen. Auch Samira. Mit sieben Jahren macht sie sich auf die Suche nach Freiheit und Wohlstand. Während teure Autos die Straßen schmücken, lebt Samira mit ein paar anderen Kids in einem Haus, wo es keinen Strom, kein warmes Wasser und kein Klo gibt. Aber es geht ihr bestens. Sie hat ein eigenes Sofa zum Schlafen und eine fast erwachsene Freundin, die ihr alles beibringt. Außerdem hat sie einen Job, und den macht sie gut: betteln. Niemand kann diesem schönen Kind widerstehen, auch Rocky nicht. Er nennt sie Kukolka, Püppchen. Wenn Kukolka ihn lange genug massiert, gibt er ihr sogar Schokolade. Alles scheint perfekt zu sein. Doch Samira hält an ihrem Traum von Deutschland fest. Und ihr Traum wird in Erfüllung gehen, komme, was wolle. 
Lana Lux hat einen gnadenlos realistischen Roman über Ausbeutung, Gewalt und Schikane geschrieben, über ein Leben am Rande der Gesellschaft, geführt von einer Heldin, die trotz allem schillernder nicht sein könnte.

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Keine leichte Kost

Samira hat keine Eltern und wächst in einem ukrainischen Kinderheim auf. Als ihre beste Freundin Marina von Deutschen adoptiert wird, hat sie nur einen Wunsch: Aus dem Heim weg und auch nach Deutschland gehen. Samira ist 7, als sie aus dem Heim wegläuft und von Rocky aufgesammelt wird. Er gibt ihr ein Dach über dem Kopf und eine Aufgabe: Betteln und klauen. Samira macht ihren Job gut und wird von Rocky gemocht. Doch Deutschland bleibt weiterhin in ihrem Kopf und als es so weit ist und sie nach Deutschland kann, landet sie in einem Sumpf aus Missbrauch, Drogen und Prostitution.

Wie soll man solch ein Buch bewerten? Es ist wahnsinnig gut geschrieben, es liest sich einfach flüssig weg. Die Charaktere sind gut gezeichnet, man kann sich jede Person und jeden Ort einfach gut vorstellen. Doch immer wieder fragte ich mich, ob ein kleines Mädchen ein solches Vokabular benutzen würde, ob es wirklich sein kann, dass ein kleines Kind solche Sachen erlebt und es wirklich Menschen gibt, die ein Kind so ausnutzen und missbrauchen. Wenn man jedoch bedenkt, dass Samira keine wirkliche Kindheit hatte und schnell erwachsen werden musste, dann kann man auch ihr Verhalten und ihre Ausdrucksweise nachvollziehen. Trotzdem habe ich in Gedanken die Protagonisten immer wieder angeschrieen: "Das Kind ist doch erst 12/13/14!".

Für dieses Buch braucht man starke Nerven, denn die beschriebenen Szenen sind teilweise nicht ohne, vor allem die Sexszenen. Wie tief die Abgründe im Herzen mancher Menschen sind, kann man für gewöhnlich nur erahnen - hier werden sie aufgezeigt.

Ob ich eine Leseempfehlung abgeben kann, weiß ich nicht so richtig. Ich glaube, das Thema muss einen wirklich interessieren - es ist definitiv kein Buch, dass man einfach so zur Unterhaltung liest.

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Eine erschütternde Lebensgeschichte am Rande der Gesellschaft

Die Geschichte des neunjährigen Romamädchens Samira ist eine bis ins Mark erschütternde, weil diese gnadenlos realistisch erzählt wird.

Worum geht's?
Samira ist 9 Jahre alt, als sie aus dem ukrainischen Waisenhaus "Sonnenschein" flieht, um ein besseres Leben führen zu können. Doch die Flucht und das folgende Leben als Bettlerin und Sängerin auf der Straße ist alles andere als leicht. Rocky gibt Samira und all den anderen Straßenkindern gegen Geld ein Zuhause. Für den schmierigen sowie spielsüchtigen Ersatzvater ist Samira wegen ihrer Schönheit wie ein Sechser im Lotto. Fortan erbettelt und ersingt das kleine "Zigeunermädchen" am meisten Geld und darf in Rockys abgeranzter Wohnung sogar auf dem Sofa schlafen. Doch Samira will raus aus diesen menschenunwürdigen Lebensumständen und ihre Freundin Marina in Deutschland besuchen. Der Mann, der ihr das ermöglichen wird, heißt Dima und ist auf Anhieb in die puppenhafte Erscheinung von Samira vernarrt. Bald nimmt er sie zu sich und kauft ihr Kleider und vieles mehr. Doch um welchen Preis? Denn hinter seiner hilfsbereiten wie verständnisvollen Art steckt Kalkül. Er will Samira gefügig machen und schafft sie zwar nach Deutschland, aber geradewegs in die Zwangsprostitution.

Meinung
Lana Lux' Roman ist nichts für schwache Gemüter, weil er die ungeschönte Wahrheit in der Figur Samiras abbildet und damit den Opfern von Ausbeutung und Gewalt ein Gesicht gibt. In frappierend realistischer und damit derber Sprache nähert sich die Autorin ihrer Protagonistin an. Alles kommt klar und verletzend brutal zur Sprache, so dass der Leser mehr als einmal kräftig schlucken muss, um das ungerechte und abscheuliche Leid zu ertragen. So bunt und aufgeweckt das Buchcover daherkommt, so erschütternd ist der Buchinhalt. Samiras Lebensgeschichte ist eine negative Endlosspirale, die aufhorchen lässt, gerade im ach so sicheren und zivilisierten Westeuropa. Unwillkürlich fragt man sich, wie solch inhumane Zustände noch Bestand haben können. Traurigkeit und Hilflosigkeit stellen sich ein. Auch wenn ich das ein oder andere Mal arg mit dem Plot und Samiras Schicksal zu kämpfen hatte, so habe ich das Buch doch beenden können und bin froh, dass es solch wachrüttelnde Literatur noch gibt.

Fazit
Ein durchweg authentisches Buch, das mitreißt und zugleich schockiert. Diese Lektüre geht unter die Haut.

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