Lisa O'Donnell: Die Geheimnisse der Welt

Lisa O'Donnell: Die Geheimnisse der Welt

 
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Lisa O'Donnell: Die Geheimnisse der Welt
Verlag
ET (D)
2015
Ausgabe
Gebundene Ausgabe
Originaltitel
Closed Doors
ET (Original)
2013
ISBN-13
9783832197797

Informationen zum Buch

Seiten
256

Sonstiges

Originalsprache
englisch
Übersetzer/in
Erster Satz
Ich spioniere Mrs. Connor nicht nach, ich gucke ihr nur beim Tanzen zu, weil ihre Fenster so niedrig sind, dass ich hochkomme.

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Handlungsort

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Der elfjährige Michael Murray kann zwei Dinge am allerbesten: Ballhochhalten und Geheimnisse bewahren. Seine Familie findet, dass er für Erwachsenendinge noch zu jung ist, also lauscht er an Türen. Es ist der einzige Weg, um irgendetwas mitzubekommen. Und Michael hat ein Geheimnis mitbekommen eines, das vielleicht die Prellungen im Gesicht seiner Mutter erklärt. Als das Flüstern zu Hause und in der Nachbarschaft zu laut wird, um es zu ignorieren, fragt sich Michael, ob hinter der ganzen Sache doch mehr steckt, als er dachte. Also macht er sich daran, die Wahrheit herauszufinden, in der Hoffnung, dass dann endlich alles wieder normal wird. Er darf dabei nur ein paar Dinge nicht vergessen: sich auf den bevorstehenden Talentwettbewerb im Dorf vorzubereiten, ein Auge auf seine Erzfeindin »Dirty Alice« zu haben und auf jeden Fall die wässrigen Eintöpfe seiner Granny zu vermeiden. Die Geheimnisse der Welt beschwört in einfühlsamer Weise die Ängste und Freiheiten der Kindheit. Es ist ein eindringlicher Roman über die Liebe, den Verlust der Unschuld und die Bedeutung der Familie in schwierigen Zeiten.

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Der zwölfjährige Michael Murray wächst zur Thatcher-Zeit auf einer schottischen Insel auf, in einer typischen Dorfstruktur, wo jeder jeden kennt, trainiert mit Hingabe Ballhochhalten mit seinem Fußball und versucht, möglichst wenig von den ungenießbaren Kuchen und wässrigen Eintöpfen seiner Oma essen zu müssen. Zu den Mädchen im gleichen Alter hat er ein zwiespältiges Verhältnis - eigentlich nerven sie ihn total, besonders die unordentliche "Dirty Alice" mit der großen Klappe, aber die hübsche Marianne fasziniert ihn auch.

Eines Tages gerät diese Welt, die trotz der Arbeitslosigkeit des Vaters ziemlich heil und sorglos für Michael war, durch einen schlimmen Vorfall aus dem Gleichgewicht. Die Familie ist schwer erschüttert, versucht aber nach außen hin, sich nichts anmerken zu lassen, und Michael erfährt nur häppchenweise, was geschehen ist. Als schließlich klar wird, dass Schweigen in dem Fall nicht Gold war, ist es schon zu spät, um zu verhindern, dass andere Menschen mit hineingezogen werden, und Michaels Familie muss sich zusätzlich zu dem schon vorhandenen Trauma auch mit Schuldgefühlen und der Frage, was das Richtige gewesen wäre, auseinandersetzen.

Lisa O'Donnell erzählt die Geschichte von Michael und seiner Familie in einer klaren, knappen Sprache und trifft dabei sehr gut den Tonfall und die Gedankenwelt eines Zwölfjährigen, der kein Kind mehr ist, aber auch, vor allem in den Augen der Eltern, noch lange nicht erwachsen. Neben den üblichen Themen, die einen Jungen in dem Alter so umtreiben, muss er auch mit dem Ereignis fertigwerden, das seine Familie urplötzlich getroffen hat. Offen miteinander reden fällt den Murrays sowieso nicht leicht, kein Wunder also, dass Michael vieles mit sich alleine ausmachen muss.

Es ist starker Tobak, der hier behandelt wird, doch der Autorin gelingt es, das heikle Thema weder zu trivialisieren noch eine deprimierende Psycho-/Sozialstudie daraus zu machen, nicht zuletzt durch die Wahl von Michael als Erzählstimme, der zwar unter der Gesamtsituation leidet, sich aber mindestens genauso viele Gedanken um ganz normale Alltagsdinge eines präpubertären Jungen macht. Ab und zu blitzt sogar ein Fünkchen Humor durch.

Erwähnenswert ist dabei auch die ausgezeichnete Übersetzung von Stefanie Jacobs.

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Solider Entwicklungsroman

Inhalt:

Auf einer schottischen Insel vor Glasgow lebt der 11jährige Michael mit seiner Familie; wir schreiben die 1980er Jahre und die Gesellschaft ist geprägt von Arbeitslosigkeit und wirtschaftlicher Schieflage. Als Michaels Mutter eines Abends verletzt und verstört nach Hause kommt, ist nichts mehr wie früher. Ab sofort prägen Geheimnistuerei und Zwistigkeiten innerhalb der Familie den Alltag, und Michaels Leben verliert seine Unbeschwertheit.

Meine Meinung:

Zunächst musste ich mich in die Erzählweise der Autorin einlesen, denn die Welt aus dem Blickwinkel eines 11jährigen Jungen zu erleben, ist für mich einerseits ungewöhnlich, andererseits musste ich auch viel zwischen den Zeilen lesen, um die Geschichte hinter der Geschichte zu begreifen. Rückblickend kann ich aber sagen, dass dieser Spagat der Autorin sehr gut gelungen ist.

Wir erleben mit Michael, wie die Erwachsenen mit einer Extremsituation, einem Schicksalschlag, umgehen. Er soll möglichst von den Ereignissen ausgeschlossen und vor dem Wissen bewahrt werden, aber wie das so mit einem aufgeweckten Jungen ist, natürlich bekommt er mit, dass etwas Furchtbares mit seiner Ma passiert ist und reimt sich im Laufe der Zeit nach und nach das Wesentliche zusammen, clever wie er trotz seiner kindlichen Art ist.

Die Auflage, über nichts zu reden und über allem Stillschweigen zu bewahren, bringt Michael in ein Netz aus Lügengespinsten, das sich vor allem über seine Freundschaften erstreckt. Man spürt beim Lesen direkt das Unwohlsein, dass sich über einen längeren Zeitraum auf Michaels Leben legt. Gleichzeitig erleben wir seine erwachende kindliche Sexualität mit und seine Interaktionen mit den Mädchen und Jungen in Schule und Nachbarschaft, die durchaus auchmal derb sind.

Dass Schweigen und Lügen keine Lösung sind und wie sehr Michael unter dieser Situation leidet, müssen die Eltern auf dramatische Art und Weise erfahren. Als alles ans Tageslicht kommt, erfährt die Handlung eine Wendung. Die Autorin hat es sehr schön dargestellt, wie sich die Konfliktsituation langsam auflöst und zum Guten wendet. Manches war mir in dieser Phase des Buches zwar ein bisschen dick aufgetragen und das Ende fand ich sogar ein wenig arg weich gespült, aber gefallen hat es mir trotzdem recht gut.

Michael auf diesem kleinen, schwierigen Stück Lebensweg zu begleiten und die Welt, aber auch sein Inneres aus seiner Perspektive zu sehen, war ein interessantes und manchmal auch emotionales Leseerlebnis. Mich hat Lisa O'Donnell mit ihrer Geschichte überzeugt, wenn auch nicht durchgehend mitgerissen.

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Schweigen ist nicht immer Gold

Inhalt:
Der elfjährige Michael lebt mit seinen Eltern und seiner Granny auf einer schottischen Insel vor Glasgow. In der Siedlung kennt jeder jeden, und Tratsch und Pubbesuche sind oft die liebsten Beschäftigungen der zum Großteil arbeitslosen Menschen zu Beginn der 1980er Jahre. Als Michaels Mutter Rosemary das Opfer eines Verbrechens wird, deckt die Familie den Mantel des Schweigens darüber. Michael macht es schwer zu schaffen, dass er zum einen nicht genau weiß, was passiert ist, und dass er zum anderen nicht darüber reden darf.

Meine Meinung:
Lisa O’Donnell katapultiert uns um mehr als drei Jahrzehnte zurück. Es gelingt ihr gut, das Leben einer Arbeiterfamilie in der Ära Thatcher darzustellen. Es unterscheidet sich doch in einigem von der heutigen Zeit und vor allem von der heutigen Zeit in Deutschland. Diesen Blick über den Tellerrand habe ich ziemlich genossen.

Erzählt wird die Geschichte von dem elfjährigen Michael, einem ganz normalen Kind, das seinen Platz im Leben noch finden muss und die Geborgenheit der Familie nicht missen möchte. Sein Leben besteht aus Schule mit allem Drum und Dran, seinen Freunden, mit denen er Fußball spielt oder auch mal heimlich „Nacki-Hefte“ anschaut, den Mädchen, die er mal hübsch, dann wieder doof findet, und natürlich seiner Familie, die er über alles liebt. Umso mehr leidet er darunter, dass es seiner Mutter plötzlich so schlecht geht und sie sich auch nicht mehr so auf ihn einlassen kann, wie er das gewohnt ist. Alleingelassen lauscht er hinter der Tür und reimt sich aus den aufgeschnappten Brocken mit Hilfe eines Lexikons zusammen, was seiner Mutter zugestoßen ist. Und er versteht nicht, warum es ein Geheimnis bleiben soll.

Die kindlich-naive Sprache des Jungen fand ich recht ermüdend - ich konnte mich bis zum Schluss nicht ganz damit anfreunden. Es wird aber dadurch gut seine bruchstückhafte Sicht auf die Welt, wie er sie sich zusammenreimt, dargestellt. Vieles muss und kann man auch zwischen den Zeilen lesen. Wir begleiten die Familie über einige Monate - eine Zeitspanne, in der der kleine Michael einen großen Schritt Richtung Erwachsenwerden macht.

Subtil und doch eindringlich beschreibt die Autorin, welche Auswirkungen das Verbrechen an Michaels Mutter auf die ganze Familie hat, die zwiespältigen Gefühle der Beteiligten, die Auswirkungen des Schweigens, die Lawine, die dadurch ins Rollen kommt und nicht aufzuhalten zu sein scheint. Man kann sich in alle Protagonisten gut hineinversetzen und ihre Handlungen nachvollziehen, wenn man sie auch nicht immer gutheißen kann.

Mir persönlich war das Ende dann zu überspitzt und kitschig. Der Vollständigkeit halber möchte ich aber erwähnen, dass meine Mitleserinnen in der Leserunde es gut fanden, so wie es ist.

Ganz konnte mich Lisa O’Connor leider nicht für ihren neuen Roman einnehmen. Ich gebe 3,5 Sterne, aufgerundet 4.

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Einen Einblick in das Leben einer Arbeiterfamilie



im Schottland der frühen 1980er Jahre erhalten die Leser dieses Buches: Maggie Thatcher und ihre überaus restriktive Innenpolitik, der Falklandkrieg, Nicoles Grand Prix d'Eurovision-Sieg für Deutschland mit "Ein bisschen Frieden" - das waren die Themen, über die man sprach, um nur einige zu nennen.

Für den 11jährigen Michael Murray, aus dessen Perspektive erzählt wird, standen eher andere Themen im Vordergrund: vor allem die familiäre Situation - er wächst als Einzelkind in recht einfachen Verhältnissen auf, Arbeitslosigkeit ist hier nicht nur ein Politikum, sondern auch ein persönliches Thema. Doch obwohl der Vater ganz gern mal einen hebt, die Mutter von höheren Weihen träumt und ein im Familienverbund nicht unumstrittendes Hochschulstudium aufnimmt und die in der Familie lebende Großmutter überall ihren Senf hinzugibt, ist das Zusammenleben recht stabil - bis, ja bis der Mutter ein großes Unglück zustößt, das sie komplett verändert und über das man - das gilt auch für Michael, der nichts Genaues weiß - mit niemandem sprechen darf.

Dieses Geheimnis erfordert von den Murrays ein Zusammenstehen, ein Füreinander-Einstehen, das oft genug auf die Probe gestellt wird. Werden sie es gemeinsam durchstehen können, sich gegen die Nachbarn, das Umfeld behaupten können.

Das ist das große Thema dieses Buches, doch natürlich gibt es noch viele kleine, denn Michael muss sich natürlich dem Problem Vorpubertät stellen, einem Phänomen, das jeden in dem Alter ausgiebig auf Trab hält - und da ist er keine Ausnahme.

Ein warmherziges, manchmal etwas anstrengend zu lesendes Buch über das Leben eines jungen Menschen, der versucht, sich durchzuschlagen, einfach zu überleben. Der Blick ins Leben der schottischen Arbeiterklasse der 1980er scheint ausgesprochen treffend, auch wenn es für mich manchmal in Bezug auf die (vor)pubertäre Problematik ein bisschen zu viel war.

Trotzdem: ein ungewöhnliches und durchaus lesenswertes Buch, das ich gerne weiterempfehle!

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Hinter verschlossenen Türen

Isle of Bute, zu Beginn der 80er Jahre im Schottland der Thatcher Ära. Im Örtchen Rothesay lebt Michael, fast 12 Jahre alt, mit seiner Familie in einfachen Verhältnissen. Sein Vater Brian ist arbeitslos, wie so viele Männer in der öden Sozialbau-Siedlung, in der nur der örtliche Pub sowie Klatsch und Tratsch ein wenig Abwechslung bieten. Aus der Erzählperspektive des heranwachsenden Michael erfahren wir von seinen Geheimnissen. Tagebuchartig erzählt er uns von ersten Knutschereien, von versteckten „Nackiheftchen“ und seiner heimlichen Zuneigung zu der schönen Miss Connor, die er manchmal durchs Fenster beobachtet, wie sie tanzt. Und von der Freundin seiner Mutter, die sich manchmal mit einem verheirateten Nachbarn trifft. Doch auch die Erwachsenen haben Geheimnisse. Was passierte Michaels Mutter, als sie eines Abends verletzt nach Hause kommt? Doch wie immer, wenn über „Erwachsenendinge“ gesprochen wird, wird Michael aus dem Zimmer geschickt. Es bleibt ihm nur übrig, heimlich an der Tür zu lauschen und soviel wie nur möglich aufzuschnappen, von dem was geredet wird, wenn er nicht dabei ist. Auf seine Fragen erntet Michael nur Schweigen, so lauscht und beobachtet er weiter ...

Seine Mutter wurde im Park belästigt und überfallen, möchte die Tat aber aus Scham und Angst vor dem Gerede der Leute im Dorf nicht anzeigen. In der Folge wird Michaels Vater im Dorf als Schläger verdächtigt und zum Außenseiter. Obwohl er den Pub von nun an meidet, schaut er immer öfter ins Glas

Auch Michaels Mutter verändert sich, sie nimmt Kurse an der Volkshochschule und bildet sich weiter, aber vor dem was ihr geschehen ist gibt es auf diese Weise kein Entkommen.

Als eine weitere Frau Opfer des Sittenstrolchs wird, ist Michael wild entschlossen, die ganze Wahrheit ans Tageslicht zu bringen. Das schafft er auch, Stück um Stück. Und mit jeder kleinen Erkenntnis versteht er mehr von dem, was seine Eltern beschäftigt und wird mit jedem Schritt ein Stückchen erwachsener.

Mir hat der Roman sehr gut gefallen. In authentischer Weise wird eine sexuelle Gewalttat aus der Sicht eins Kindes erzählt, das, wie in den 80ern üblich, nicht aufgeklärt ist und sich seine Erfahrungen auf diesem Gebiet hart „erarbeiten“ muss – durch Belauschen der Erwachsenen, durch eigene Erfahrungen. Trotz aller Schwierigkeiten hält Michaels Familie auch in den schwersten Zeiten zueinander, was für alle Beteiligten, besonders für Michael, sehr wichtig ist. Am Ende entlässt uns die Autorin mit einem durchaus positiven und hoffnungsvollen Gefühl – ein einfach schöner Roman über das unvermeidliche Ende der Kindheit.

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Ganz zauberhaft und eigen!

Lisa O`Donnell - Die Geheimnisse der Welt - Dumont-Verlag

Eine kleine schottische Insel, Thatcher Aera

Der 11jährige Michael wohnt mit seinen Eltern und seiner Granny auf einer schottischen Insel, in der kleinen Gemeinde kennt sich jeder. Man tratscht gerne, trinkt gerne und lacht gerne darüber.
In Michaels Mikrokosmos hat Essen seinen besonderen Rang. Kuchen, Schokolade, Pralinen und deftige Eintöpfe, die seine Granny leider nicht zu seiner Zufriedenheit kocht, einfach ärgerlich..auch die knallharten Scones lässt er schon mal gerne verschwinden..unhöflich möchte er ja nicht sein, dazu liebt er seine Granny viel zu sehr.
Sein Dasein um seine Familie und zu seinen Freunden hält er für ganz selbstverständlich wichtig und es ist für ihn deswegen auch ganz ok, an der Tür zu lauschen oder Nachforschungen anzustellen - meistens zieht das eine das andere mit sich. Die Erwachsenen reden manchmal komisches Zeug, aber wozu gibt es Wörterbücher..? Ist ihm ein Begriff unbekannt, schlägt er es nach, den Sinn muss er sich manchmal trotzdem zusammenreimen.
Sein Vater ist, wie so viele, arbeitslos und die Mutter geht putzen.
Nach der Arbeit ist es schon finster und so, wie man eine Haustür nicht abschließt, weil man allen vertraut, nimmt Rosemary eines Abends die Abkürzung durch den dunklen Park.
Ein Fremder nutzt die arglose Idylle der kleinen Insel aus, blutüberströmt schafft es Rosemary nach Haus.
Für das, was seiner Mutter passiert und die geflüsterten Worte in seinem Zuhause findet Michael diesmal keine Erklärung in seinem schlauen Buch. Er weiß nur, das plötzlich alles anders ist und
seine "Probleme" nicht mehr Nr 1 in diesem Hause sind. Alles was er sich erhofft und erträumt muss eine Weile warten. Die Planänderung ist die, herauszufinden, was Ma fehlt, warum sie da ganz allein in ihrem Zimmer sitzt und weint. Michael hat eine große Zuversicht, das alles wieder gut wird, aber das es diesmal etwas mehr braucht, als einen süßen Kuchen.

Herzerwärmender Roman mit einem kleinen Helden, der es schafft, den Leser immer wieder zum Lächeln zu bringen, so auch seine Mutter Rosemary. Ganz zauberhaft und eigen! Eine klare Buchempfehlung! Danke, für so viele kleine Geheimnisse!

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Wenn ein Ereignis dein gesamtes Leben verändert...

Von Lisa O' Donnell habe ich schon so viel Positives gehört und Optik und Klappentext des Buches sprachen mich so an, dass ich es einfach wagen musste und unvoreingenommen zu lesen begann.

Die Geschichte spielt in Großbritannien der 80er Jahre und es geht um den 11-jährigen Michael Murray. Michaels beste Fähigkeiten sind Fußbälle hochhalten und Geheimnisse für sich behalten. Doch dann passiert etwas Schreckliches, dass sein Leben und das seiner Familie für immer verändert. Werden die Murrays aus dieser Krise wieder herauskommen? Und kann er das Familiengeheimnis für sich behalten?

Die Ereignisse werden uns über Michael als Ich- Erzähler näher gebracht, was eine besondere Sicht auf die Dinge bietet, da Michael nun mal noch ein Kind ist.

Der Einstieg in die Lektüre fiel mir erst einmal schwer, da ich mich an die kindliche Erzählweise erst gewöhnen musste, denn wenn man dauernd liest: "Er sagt, sie sagt, Granny sagt, Dad sagt,'', dann kann das auch mal nerven, aber im Verlauf der Geschichte gewöhnt man sich schnell daran. Zudem wird die Spannung nur langsam aufgebaut, etwas Geduld ist also gefragt.

Das Besondere an dem Buch war für mich, dass es in den 80ern spielt, als die Menschen in Großbritannien unter wirtschaftlichen Repressalien zu leiden hatten und die Kinder noch anders erzogen wurden als heute. Das musste ich mir öfter ins Gedächtnis rufen, um das Geschilderte auch zu verstehen und nachvollziehen zu können.

Michael ist als Charakter ein typisches Kind seiner Zeit, eben ein Junge, der auch mal etwas Verbotenes oder Unanständiges tut. Manchmal empfindet man ihn als kleinen Rotzbengel, aber im Grunde seines Herzens ist er ein lieber Junge, den man gern hat.

Total niedlich fand ich wie Michael seine Umgebung wahrnimmt, denn er weiß ganz genau was richtig und was falsch ist, aber dennoch möchte er nicht wie der brave Luke werden, was auch richtig ist, denn sonst würde er ja an Persönlichkeit missen lassen.

Die Handlung an sich dreht sich um ein Verbrechen, dass Michaels Mutter wiederfahren ist und wie die gesamte Familie versucht das zu verarbeiten. Das ist keine leichte Kost, aber immens interessant.

Der Autorin gelang es in meinen Augen sehr gut die Gesellschaft der damaligen Zeit glaubwürdig zu zeichnen und das Leben der einfachen Arbeiterschicht zu schildern. Doch nicht nur das, denn auch das Leben in einer kleinen Gemeinde ist realistisch dargestellt.

Fazit: Ein Buch, welches zum Nachdenken animiert. Lesenswert, ich empfehle es gern weiter!

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