Max Barry: Logoland

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Max Barry: Logoland
Verlag
ET (D)
2003
Ausgabe
Taschenbuch
Originaltitel
Jennifer Government
ET (Original)
2003
ISBN-13
9783453869479

Informationen zum Buch

Seiten
400

Sonstiges

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Handlungsort

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In Max Barrys Vision von morgen läuft der globale Kapitalismus und Konsumterror Amok. Die Welt wird von einigen wenigen amerikanischen Konzernen beherrscht, die aggressiv um die Vormachtstellung am Markt kämpfen, wobei ihnen jedes Mittel recht ist. Der Regierung, die inzwischen zu pleite ist, um Verbrechen aufzudecken, sind dabei praktisch die Hände gebunden. Angestellte werden nach ihrem Arbeitgeber benannt, Steuern sind verboten, selbst Polizei und die amerikanische Waffenlobby sind längst privatisiert und korrupt. Ohne Cash kein Service. Es gibt Premium Highways für die Reichen, Produktwerbung in den firmengesponserten Schulen und die 911-Notrufnummer hilft nur bei gültiger Kreditkarte.

Die freie Marktwirtschaft kennt keine Grenzen oder Skrupel, und so ist es kein Wunder, als zwei Marketingangestellte von Nike die Idee zu einer gnadenlosen Promotionaktion haben. Um die Street Credibility eines neuen $ 2.500 teuren Turnschuhs zu steigern, wollen sie bei dessen Markteinführung 10 Teenager erschießen lassen. Da sie die Morde nicht selbst begehen wollen, ködern sie Hack Nicke, einen kleinen leichtgläubigen Vertriebsangestellten. Mit der Aussicht auf einen Job im Marketing unterschreibt dieser einen Vertrag mit tödlichen Folgen. Als er kalte Füße bekommt, geht er zur Polizei, die ihm anbietet, den Job gegen Bezahlung für ihn auszuführen. Doch auch die Polizei will sich die Hände nicht selber schmutzig machen und sublizenziert den Auftrag an die amerikanische Waffenlobby. Ein sauberes Lizenzgeschäft, wäre da nicht Agentin Jennifer Government, die dem Konsumwahn den Rücken gekehrt hat und den Kampf gegen eine Welt aufnimmt, in der nur die Karriere zählt.

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Logoland ist irgendwann dank der begeisterten Rezension hier auf Literaturschock in meinem Regal gelandet und nachdem ich es jetzt endlich einmal gelesen habe, kann auch ich nur meiner Begeisterung freien Lauf lassen.

Die geschilderte Konsumwelt rückt tatsächlich immer näher (Ich erinnere mich mit Grausen an die Nachricht von der Einführung des McDonalds-Abiturs in Großbritannien) und Barry ist in seiner Dystopie gerade noch soweit von der Realität entfernt, dass man es tatsächlich noch Dystopie und nicht nur eine überzogene, satirische Realitätsbeschreibung nennen kann. Zwar trägt man heute durchaus noch seinen eigenen Nachnamen und nicht den des Arbeitgebers, der Kampf der Payback- und Bonus-Angebotskarten um uns Kunden hat aber bereits begonnen. Auch der Einfluss der Werbung und der Wahlmöglichkeit zwischen einzelnen Marken, deren Produkte sich primär im Image unterscheiden, ist vermutlich mittlerweile auch noch ein ganzes Stück gewachsen, seit Max Barry sein Buch 2003 veröffentlicht hat.

Der Stil selber hat allerdings durchaus etwas von einem Werbeclip oder Musikvideo. Viele schnelle Schnitte, ich hatte gerade am Ende manchmal schon leichte Probleme mich zu orientieren und den Personen den passenden Handlungsort zuzuordnen. Da half es nicht gerade, dass so einige von ihnen rund um die Welt jetteten. Die Figuren waren mir allesamt nicht sonderlich nah, aber das brauchten sie auch nicht zu sein, ich benötigte hier keinen eindeutigen Sympathieträger, sondern sie erfüllten einfach alle nur eine bestimme Funktion im System, oder gerade im Kampf gegen das System und waren mehr Symbole eines Lebensstils als völlig realistische Personen.

Nach Ende des Buches ist man wieder dankbar dafür, dass der Notarzt kommt, ohne vorher die Kreditkartennummer oder zumindest die Nummer der Krankenversicherungskarte schon am Telefon wissen zu wollen und Verbrechen tatsächlich noch verfolgt werden, weil es im öffentlichen Interesse liegt und ohne dass man explizit dafür zahlen muss. „Logoland“ präsentiert einem auf amüsante und mitreißende Weise eine völlig kapitalistische Welt – eine Welt die sich wohl keiner von uns wünscht..

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Eine Zukunftsvision, die uns nicht sehr absurd vorkommen dürfte: Große Firmen regieren die an Nordamerika angegliederten Länder (unter anderem Russland, Australien und Südamerika) und die Regierung ist nur noch Alibiinstitution. Immer agressivere Marketingstrategien werden entwickelt, Unfall- und Krankenhilfe steht nur denjenigen mit entsprechender Kreditkarte zur Verfügung und die arbeitende Bevölkerung wird nach ihrem Arbeitgeber benannt.

John Nike, der Marketingmanager von Nike, ist einer der Skrupellosesten dieser Welt. Er geht im wahrsten Sinne über Leichen und seine neueste verkaufsfördernde Idee ist die Ermordung von 14 Teenagern während des Sportschuhkaufs. Hierzu überrumpelt er den unwissenden, naiven Hack Nike, der jedoch bald von Gewissensbissen geplagt wird und das Vorhaben der Polizei meldet. Doch auch die Polizei ist in dieser Welt käuflich: Sie übernimmt den Auftrag - und delegiert ihn direkt an die Waffenlobby Amerikas, die NRA. Derweil tritt Jennifer Government, eine alte Feindin John Nikes, auf den Plan. Doch leider kommt sie zu spät: 10 Teenager überleben die Attentate nicht.

Max Barry hat eine beängstigende Zukunftsvision geschrieben, denn schon heute regiert Geld unsere Welt. Die Werbestrategien großer Unternehmen werden zunehmend agressiver, Korruption nimmt immer weiter zu und Ansehen erlangt nur der, der über Leichen zu gehen vermag. Doch obwohl das Thema sehr düster sein sollte, schaffte es der Autor, einen Roman zu schreiben, der sich sehr flott und amüsant lesen lässt. Vor allem die - oft mehr als absurden - Situationen sind herzhafte Lacher wert. Die Kapitel sind angenehm kurz gehalten, so dass man immer denkt "Eins geht noch" - und plötzlich hat man das Buch durchgelesen. Knallhart und doch am Ende völlig unspektakulär ist es für jeden zu empfehlen, der sich auch nur ein bißchen für Satire interessiert.

Das Buch soll übrigens verfilmt werden und da George Clooney sich die Rechte gesichert hat, darf man sehr gespannt darauf sein.

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