Luiza Sauma: Luana

 
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Luiza Sauma: Luana
ET (D)
2017
Ausgabe
Gebundene Ausgabe
ISBN-13
9783455000016

Sonstiges

Originalsprache
englisch
Übersetzer/in
Erster Satz
Lieber André, vor ein paar Wochen habe ich zum ersten Mal im Internet nach Dir gesucht.

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Handlungsort

Stadt
Kontinent
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Ipanema im Sommer 1985: Das sorgenfreie und wohlbehütete Leben von André findet ein jähes Ende, als seine Mutter bei einem Autounfall stirbt. Trost findet der Sechzehnjährige bei dem Dienstmädchen der Familie – und ihrer Tochter Luana, mit der er aufgewachsen ist, wenn ihre Leben auch kaum unterschiedlicher sein könnten: André wird wie sein Vater Medizin studieren, Luana wird das Dienstmädchen einer wohlhabenden Familie werden. Allen Widrigkeiten zum Trotz verlieben sich die Teenager, bis die jugendliche Unbeschwertheit an der Wirklichkeit zerbricht und André vor seinen eigenen Gefühlen und vor seinem Vater flieht. Dreißig Jahre später bekommt André, der mit seiner Frau und zwei Töchtern in London lebt, einen Brief von Luana. André reist nach Brasilien, in seine Heimat und Vergangenheit, um sich endlich der Verantwortung zu stellen, vor der er als junger Mann geflohen war. Doch er kommt zu spät. Denn die Zeit kann man nicht zurückdrehen, und André muss die schmerzhafte Erfahrung machen, dass manche Versäumnisse unwiederbringlich sind ...

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Sehnsucht und Schmerz

Wir tauchen ein in ein wundervolles Land, das leider nicht für alle so wunderschön ist. Andre wächst in Brasilien auf und hat einen jüngeren Bruder. Sein Vater ist Schönheitschirurg und verdient so viel Geld das sich die Familie das Dienstmädchen Rita mit ihrer Tochter Luana gut leisten können. Rita und Luana kümmern sich im Haushalt um alles und Rita ist fast wie eine Mutter zu den beiden Kindern. Luana kennt das Leben nicht anders, als für die Familie zu arbeiten und die Familie kennt es nicht anders, als das andere für sie die Arbeit machen. Als dann Andres Mutter bei einem tragischen Unfall ums Leben kommt, verliert er irgendwie den Boden unter den Füßen und kommt nur sehr schwer mit der Situation zu Recht.
Andres empfindet mehr für Luana, aber kann daraus etwas werden?
Andres Vater hat ein Geheimnis, aber da hatte ich ziemlich bald den richtigen Verdacht........................mehr will ich gar nicht verraten.

Mir hat das Buch sehr gut gefallen und der Wechsel zwischen Vergangenheit und Gegenwart und eben die Briefe von Luana haben die Geschichte für mich lebendig gemacht. Die Charaktere wurden lebensecht beschrieben und ich fand es toll, das Land und die Leute besser kennen zu lernen. Das Verhältnis zwischen Arm und Reich, wurde hier wirklich gut geschildert und ich konnte mir eine Vorstellung machen, wie sich die Menschen dort fühlen.

Einzig hätte ich mir gewünscht, etwas mehr über Luana zu erfahren, denn obwohl sie mit eine der Hauptrollen hatte, war sie mir einfach etwas zu Farblos. Ihre Gedanken, ihre Gefühle, die ich mir zwar vorstellen konnte, die sie aber viel besser schildern hätte können.
Die Geschichte also mal kurz aus ihrer Sicht, das hätte für mich das Buch noch schöner gemacht.

Eine schöne Geschichte, die einen Brasilien, die Menschen dort und Liebe und Sehnsucht näher bringt.

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Von der Vergangenheit eingeholt

Der Mediziner André Cabral lebt und arbeitet in London, als ihn ein Brief von Luana erreicht. Luana war vor dreißig Jahren genau wie ihre Mutter Dienstmädchen Rita im Haus seiner Familie. Erinnerungen werden wach. Seltsamerweise verfolgte ihn Luana in letzter Zeit in seinen Träumen.
Der Schreibstil ist gut lesbar und so bildhaft, dass ich mir alles sehr schön vorstellen konnte. Der Leser erfährt auch einiges über die brasilianische Lebensart.
Wir erfahren die Geschichte aus der Sicht Andrés und aus den Briefen von Luana. Die Zeiten wechseln zwischen der jetzigen Zeit und dem Jahr 1985. Luana hat sich informiert, wie Andrés Lebensweg verlaufen ist. Sie hat ihn also quasi im Auge behalten, während André doch viele Jahre alles verdrängt hat. Die Personen sind gut und authentisch dargestellt. Allerdings hätte ich gerne noch mehr über Luana erfahren.
André hat sein Leben in Ipanema hinter sich gelassen und nicht weiter daran gedacht. Aber seine Träume und dann der Brief von Luana, bringen das, was geschehen ist, wieder an die Oberfläche. Er ist in einer wohlhabenden Familie großgeworden. Der Vater war ein vielbeschäftigter Chirurg und selten zu Hause. Nach dem Tod der Mutter verlieren der sechszehnjährige André und sein zehn Jahre jüngerer Bruder Thiago den Halt. Der Vater flüchtet sich noch mehr in die Arbeit. Rita gibt den Jungen Trost, aber das ist für André nicht genug, er ist mit seiner Trauer und der Leere allein. So kommt es wie es kommen muss, er fühlt sich zu Luana hingezogen. Obwohl ihr beider Lebensweg vorgezeichnet ist und sich in total unterschiedliche Richtungen bewegen wird, denn Luna wird immer bei wohlhabenden Familien arbeiten müssen, während André in die Fußstapfen seines Vaters treten soll, verlieben sich die beiden ineinander. Aber es darf nicht sein, was nicht sein kann und schließlich flieht André vor seinen Gefühlen und seinem Vater und auch vor der Verantwortung.
Nun aber erreichen ihn Briefe von Luana und er muss sich dem stellen, vor dem er vor so vielen Jahren geflohen ist. Er ist zwar verheiratet und Vater von zwei Kindern, lebt aber seit einer Weile von seiner Frau getrennt. Nach dem Brief sind seine Gefühle sehr zwiespältig, aber er entschließt sich nach Brasilien zu reisen. Doch man kann nach so langer Zeit nicht einfach da weitermachen, wo es einst endete, und man kann auch nichts wieder gutmachen.
Die Geschichte der beiden hat mich sehr berührt. Hätte es eine Chance für sie gegeben? Hätten sie Standesunterschiede überbrücken können?
Die Geschichte entwickelt sich nicht so, wie ich es angenommen hatte, da es immer wieder überraschende Wendungen gibt. Dennoch ist das Ende sehr passend.
Dieser Roman hat mir gut gefallen.

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