M. L. Stedman: Das Licht zwischen den Meeren

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M. L. Stedman: Das Licht zwischen den Meeren
Verlag
ET (D)
2013
Ausgabe
Gebundene Ausgabe
Originaltitel
The Light Between Oceans
ET (Original)
2013
ISBN-13
978-3809026198

Informationen zum Buch

Seiten
444

Sonstiges

Originalsprache
englisch
Übersetzer/in

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1926, Janus Rock. Auf einer abgelegenen Insel im Westen Australiens arbeitet Tom Sherbourne als Leuchtturmwärter. Mit seiner Frau Isabel führt er ein erfülltes Leben fern einer Welt im Umbruch. Nur eines trübt ihr Glück: Ein Kind bleibt ihnen verwehrt. Bis sie eines Morgens am Strand ein Ruderboot entdecken, in dem die Leiche eines Mannes liegt – und ein neugeborenes Baby. Während Tom die Küstenwache alarmieren will, schließt Isabel das kleine Mädchen in die Arme – und für immer in ihr Herz. Gegen Toms Willen nehmen sie das Kind als ihr eigenes an und nennen es Lucy. Zwei Jahre später kehren sie aufs Festland zurück – und müssen erkennen, dass ihre Entscheidung das Leben eines anderen Menschen zerstört hat …

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Leuchttürme, Moral und Schuld

„Das Licht zwischen den Meeren“ hütet Tom auf seiner Leuchtturminsel vor Australien. Nach seinen Erlebnissen im ersten Weltkrieg ist er froh über Ruhe, Frieden und Einsamkeit. Beim Landurlaub lernt er eine Frau kennen und beide leben zufrieden auf der Insel, zu ihrem Glück fehlt nur ein Kind. Nach mehreren Fehlgeburten taucht eines Tages ein Findelkind in einem Boot auf der Insel auf und die beiden beschließen, das Kind als ihr eigenes anzunehmen und auszugeben. Erst 2 Jahre später erfahren sie, wie das Kind wirklich zur Insel kam und welche Schuld sie sich durch ihr Schweigen aufgeladen haben – doch jetzt ist es zu spät, eine gute Entscheidung über das Schicksal des Kindes zu fällen, es gibt nur noch verschieden schlechte Alternativen…

Stedman hat eine stimmungsvolle Geschichte geschrieben, in der man die Einsamkeit auf der Insel ebenso spürt wie die Gezeiten und Naturgewalten, denen die Figuren dort ausgeliefert sind. Und doch werden alle äußeren Schwierigkeiten zu Kleinigkeiten vor den Gewissensbissen und der inneren Qual, die sich aus einer falschen (war sie so falsch, war sie nicht eher verständlich?) Entscheidung ergeben. Als Leser tun einem fast alle Figuren leid, sie alle sind eher Opfer als Täter und das macht die ganze Angelegenheit so schwierig und traurig.

Ein manchmal melancholischer Roman über Leuchttürme, Moral und Schuld.

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Tom Sherbourne arbeitet nach seiner Rückkehr aus dem 1. Weltkrieg als Leuchtturmwärter. Die Einsamkeit, die geregelten Abläufe und die Nähe zur Natur und dem Meer sind ihm gerade recht, der immer noch daran zu knabbern hat, dass er im Krieg Menschen getötet und am Ende ohne einen Kratzer überlebt hat, während viele seiner Kameraden starben. Sein jüngster Posten ist Janus Rock, eine kleine Felsinsel 150 Meilen vor der australischen Küste. Zunächst ist er dort alleine, schließlich gesellt sich Isabel zu ihm, die sich in den Kopf gesetzt hat, ihn zu heiraten, obwohl er sie gewarnt hat, sich das gut zu überlegen.

Das einzige, was das Glück der beiden trübt, ist ihre Kinderlosigkeit, und so erscheint es Isabel wie ein Wink des Schicksals, als eines Tages ein Boot mit einem toten Mann und einem noch lebenden Baby angespült wird. Tom will den Vorfall ordnungsgemäß melden, doch Isabel überredet ihn, das kleine Mädchen zu behalten und es auf der Insel großzuziehen, und bald hat das Kind, das sie Lucy genannt haben, auch ihn um den Finger gewickelt, obwohl Tom immer wieder unter Gewissensbissen leidet, weil er die Sache verschwiegen hat.

Eines Tages stellt sich heraus, dass die Mutter des Kindes tatsächlich am Leben ist und verzweifelt nach ihrer Tochter sucht. Was soll Tom nun machen? Die Entscheidung wird ihm letztendlich abgenommen werden ...

Was für ein wunderbares Buch!

Das Setting und die Ausgangssituation fand ich sowieso schon reizvoll, hatte aber nicht mit Stedmans wunderschöner Sprache gerechnet. Sie malt mit Worten poetische, eindringliche Bilder von Mensch und Natur, vom Meer, dem Sternenhimmel und der Arbeit eines Leuchtturmwärters, die aber nie schwülstig oder überladen wirken, und rührt mit leiser Hand an ganz tiefe Emotionen.

Vielleicht kommt die Eheschließung zwischen Tom und Isabel ein wenig zu plötzlich, aber es war anrührend, zu beobachten, wie die Liebe zwischen den beiden wächst, bis das Glück mit Lucys Ankunft zumindest für Isabel vollkommen scheint, und dann unter den wachsenden Belastungen, die quälenden Fragen, die immer dringender werden, je mehr über Lucys tatsächlichen Hintergrund bekannt wird, zu zerbrechen droht.

Auch die "andere Seite" kommt zu Wort, Lucys leibliche Mutter, die über dem Verlust von Mann und Kind beinahe den Verstand verloren hat. Dass Lucys ungewöhnliches Schicksal aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet wird, hat mir besonders gut gefallen, weil dadurch umso deutlicher wird, dass jeder der Beteiligten eigentlich nur das Beste für Lucy will, was aber unweigerlich bedeutet, dass jemand anders verlieren wird, im schlimmsten Falle auch Lucy selbst.

Ein Buch wie das Meer, das den Leser sanft und lieblich umspült und ihm im nächsten Moment stürmisch aufgewühlt den Boden unter den Füßen wegreißt, immer wieder zu überraschen vermag und eine unwiderstehliche Faszination ausübt. Eine zutiefst berührende Geschichte über Sehnsüchte und Träume, Enttäuschungen und Verlust, Trauer, Wut, den Krieg und die vielen Facetten der Liebe.

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