Margaret Atwood: Hexensaat

 
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Margaret Atwood: Hexensaat
Verlag
ET (D)
2017
Ausgabe
Gebundene Ausgabe
Originaltitel
Hag-Seed
ET (Original)
2016
ISBN-13
9783813506754

Informationen zum Buch

Seiten
320

Sonstiges

Originalsprache
englisch
Übersetzer/in
Erster Satz
Die Lichter werden gedimmt.

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Alles ist Illusion – Margaret Atwoods Verneigung vor dem großen Bühnenmagier William Shakespeare

Felix ist ein begnadeter Theatermacher und in der Szene ein Star. Seine Inszenierungen sind herausfordernd, aufregend, legendär. Nun will er Shakespeares „Der Sturm“ auf die Bühne bringen. Das soll ihn noch berühmter machen – und ihm helfen, eine private Tragödie zu vergessen. Doch nach einer eiskalten Intrige seiner engsten Mitarbeiter zieht sich Felix zurück, verliert sich in Erinnerungen und sinnt auf Rache. Die Gelegenheit kommt zwölf Jahre später, als ein Zufall die Verräter in seine Nähe bringt.

In ihrem brillanten Roman schafft die große kanadische Autorin Margaret Atwood mit der Figur des Theaterdirektors Felix ein würdiges Pendant zu Shakespeares Prospero aus „Der Sturm“, jenes Zauberers, der als ein Selbstporträt des alternden Barden aus Stratford-on-Avon gilt.

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Shakespeare reloaded

Dem Theaterregisseur Felix wird auf ziemlich unkollegiale Weise ohne Vorankündigung und mit fragwürdigem Grund die Stellung gekündigt. Er ist zutiefst verletzt und zieht sich daraufhin in fast einsiedlerischer Manier in eine abgelegene Hütte zurück. Lediglich seine verstorbene Tochter Miranda leistet ihm in seiner Fantasie Gesellschaft. Nach etwa zwölf Jahren erfährt Felix von einem Job als Bildungsbeauftragter an der örtlichen Justizvollzugsanstalt, bewirbt sich und bekommt die Stelle. Nun kann er wieder als Regisseur tätig sein und arbeitet zusammen mit den Häftlingen erfolgreich Inszenierungen für Shakespeare-Dramen aus. Als der Besuch zweier Minister angekündigt wird, die sich ein Bild von der Arbeit der Theatertruppe machen wollen, stellt Felix fest, dass es sich bei den Besuchern um genau die zwei Männer handelt, die ihm zwölf Jahre zuvor seinen Job genommen haben. Felix sieht die Chance gekommen sich zu rächen, und er beschließt, das mittels des Stückes „Der Sturm“ in die Tat umzusetzen.

„Hexensaat“ ist kein Mainstream-Roman nach dem üblichen Schema. Shakespeares Stück spielt die wesentliche Rolle – das Covermotiv ist nicht ohne Hintergedanken auf der Rückseite nochmals mit dem Titel „Der Sturm“ abgebildet. Margaret Atwood erzählt die Geschichte des Regisseurs mit viel Situationskomik und beginnt mit einem geschickten Schachzug, indem sie die Aufführung des Gefängnisensembles im Prolog vorwegnimmt und an der spannendsten Stelle abbricht. Damit weckt sie beim Leser Neugier und Erwartungen und lässt reichlich Platz für Spekulationen. Der Schwerpunkt wird bald deutlich, denn besonders in Bezug auf Felix lassen sich viele Gemeinsamkeiten mit Shakespeares Helden entdecken. Seinen Charakter lernt man im Verlauf der Handlung hinreichend gut kennen, doch sein ganz persönliches Schicksal stellt über weite Strecken nur die Rahmenhandlung dar. Auch den Darstellern, die nicht nur als Schauspieler sondern auch als Menschen interessant sind, wird bedeutend weniger Aufmerksamkeit gewidmet. Sie bleiben als Charaktere weitgehend oberflächlich. Ebenso geht die Handlung abseits der Theaterthematik zu wenig in die Tiefe.

Auf „Hexensaat“ muss man sich einlassen, sowohl in stilistischer als auch inhaltlicher Hinsicht. „Der Sturm“ wird auf unkonventionelle Art neu inszeniert und eröffnet dabei ganz neue Sichtweisen. Es ist sozusagen eine Interpretationshilfe auf sehr unterhaltsame Art, die den Wunsch erweckt, auch andere Stücke auf diese Weise kennen zu lernen. Doch wie erlebt jemand das Buch, der sich nicht für Shakespeare oder für das Theater interessiert? Der es einfach deshalb liest, weil er Atwood-Fan ist? Wenn man den „Sturm“ in der Originalfassung nicht kennt, könnte es schwierig werden (daher sei hier auf die Inhaltsangabe am Ende von „Hexensaat“ verwiesen), aber vielleicht macht für einige Leser gerade das den Reiz aus. Für meinen Geschmack war es nicht zu viel Shakespeare, aber definitiv zu wenig vom Ensemble und der Handlung um Felix. Für das Shakespeare-Projekt beim Knaus Verlag ist das Buch auf jeden Fall ein Gewinn.

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Gelungene Adaption

Der erfolgreiche Regisseur Felix, der nach einer Intrige, die im seine Karriere kostet und in die Einsamkeit und komplette Zurückgezogenheit treibt, bekommt nach 12 Jahren die Chance an seinen Widersachern Rache zu nehmen. Dies tut er dann auch mit und während einer Gefängnis-Theateraufführung.

Der Roman folgt dem Handlung aus Shakespeares Sturm auf mehreren Ebenen und verbindet zeitgenössige Ideen und Szenen mit einer Aufführung des Sturms an sich. Felix tritt hier immer mehr als Prosperos in Erscheinung, seine Erlebnisse, Erfahrungen und sein Lebenslauf gleichem dem der Dramenfigur in gewisser Weise.
Durch die Inszenierung des "Sturms" mit den Gefängnisinsassen erfährt man durch die Autorin viele interpretative Ansätze zu Shakespeares Drama und der Tiefe seiner Figuren.
Leider bleiben die Hauptpersonen im Roman eher fern und sind mit weniger tiefe ausgestattet. Selbst Felix und sein Schicksal bleiben recht vage und sind eher schemenhaft gezeichnet. Ein Makel den sicher die Adaptionen eines Dramas in ein belletristisches Werk oft hat und dem es schwer zu begegnen ist.
Einige Dinge bleiben, wie im Original "Der Sturm" offen, doch hier hätte besonders gegen Ende entweder mehr Mut zum offenen Ende oder ein Müh mehr Tiefe dieser Geschichte gut getan.

Trotz allem hat mich Fr. Atwood gut unterhalten und einige Punkte zum weiteren Nachdenken aufgemacht. Ein Buch das zu großen Teilen glaubhaft und in wunderbarer Verbindung zum Original steht.

Ich kann es empfehlen!

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