Marie Fitzgerald: Die Symphonie des Augenblicks

Marie Fitzgerald: Die Symphonie des Augenblicks

 
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Marie Fitzgerald: Die Symphonie des Augenblicks
Verlag
ET (D)
2017
Ausgabe
Gebundene Ausgabe
Originaltitel
Nos nuits deviendront des jours
ET (Original)
2016
ISBN-13
9783866124349

Informationen zum Buch

Seiten
288

Sonstiges

Originalsprache
französisch
Übersetzer/in
Erster Satz
Sobald die Dunkelheit einsetzt, fühle ich mich nicht mehr wohl.

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Handlungsort

Stadt
Kontinent
Handlungsorte
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Mit heiterer Gelassenheit wartet der 80-jährige, blinde Klavierlehrer Claude auf den Tod. In der Zwischenzeit muntern ihn nicht nur Chopin und Beethoven auf – da ist auch dieser Obdachlose, der vor seinem Haus Quartier bezogen hat. Kurzerhand gesellt Claude sich mit Baguette und Wein zu ihm. Alain hat zwar alles verloren, aber die Freundschaft zu Claude gibt ihm neuen Mut. Als er beobachtet, wie Claudes hübsche Nachbarin Carole von ihrem Mann geschlagen wird, beschließen die beiden, sie zu retten. Dafür brauchen sie jedoch die Hilfe von Corentin, Claudes hochbegabtem Klavierschüler. Da der über jede Sekunde froh ist, die er nicht mit seinen ehrgeizigen Eltern verbringen muss, zögert er nicht lang. Gemeinsam begeben sich die vier auf eine ganz besondere Reise und erkennen, dass es nie zu spät ist, um dem Glück zu begegnen.

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Es gibt immer Licht am Ende des Tunnels

Der 80-jährige Pianist Claude ist bereits seit seiner Kindheit blind und lebt allein. Bis auf die Gemeindefrau, die ihn ein paarmal die Woche besucht, hat er nur noch Kontakt zu dem 17-jährigen Corentin, den er im Klavierspiel unterrichtet. Seine beiden Neffen hält er auf Abstand, denn sie warten wie die Aasgeier darauf, dass er endlich das Zeitliche segnet und sie seinen Besitz aufteilen können. Corentin ist ein sehr intelligenter Junge, der von seiner ehrgeizigen Mutter zu den Klavierstunden gedrängt wird, während er sich lieber mit seinen Freunden treffen würde. Dem Druck seiner Mutter ist er allerdings nicht gewachsen. Der obdachlose Alain hat sein Lager auf der Bank vor Claudes Haus aufgeschlagen, nachdem er schwer vom Schicksal gebeutelt wurde und alles verlor. Carol, die Nachbarin von Claude, leidet unter einem aggressiven und handgreiflichen Ehemann, gegen den sie sich nicht zur Wehr setzen kann. Eines Tages leistet Claude Alain auf der Bank Gesellschaft, als sie miterleben, wie Carol wieder den Handgreiflichkeiten ihres Mannes ausgesetzt ist. Schnell ist der Entschluss gefasst, sie aus dessen Fängen zu befreien und Corentin soll dabei helfen. Alle vier zusammen machen sich auf eine Reise in den Süden, währenddessen lernen sie voneinander und auch viel über sich selbst.
Marie Fitzgerald hat mit ihrem Buch „Die Symphonie des Augenblicks“ einen wunderschönen, poetischen und lebensbejahenden Roman vorgelegt. Der Schreibstil ist flüssig und gleichzeitig einfühlsam. Durch die vier verschiedenen Erzählperspektiven, in denen jeder einzelne Protagonist die Dinge auf seine eigene Weise berichtet, angereichert mit Gedanken und Gefühlen, bekommt der Leser einen wunderbaren Rundumblick der Situation und lernt die einzelnen Charaktere sehr gut kennen. Die Autorin gibt dem Leser ebenfalls Einblick über die verschiedensten Themenbereiche wie eheliche Gewalt, ehrgeizige Eltern, Obdachlosigkeit und körperliches Handikap. So ernst diese Themen sind, lässt die Autorin in ihrer Geschichte doch auch immer wieder Hoffnung und Stärke durchschimmern.
Die Charaktere sind individuell ausgearbeitet und liebevoll platziert. Jeder der Hauptprotagonisten wirkt aufgrund seiner Eigenheiten, seiner Lebensumstände und seinem Alter entsprechend sehr authentisch und lebensnah, so dass der Leser sich in jeden von ihnen auf wunderbare Weise einfühlen kann. Claude ist ein Mann, der dem Ende seines Lebens zugeht. Dass er seit seiner Kindheit blind ist, hat nicht nur sein Gehör geschärft. Claude schaut hinter die Fassaden, hört die Zwischentöne und geht intuitiv richtig auf die Menschen ein. Er ist ein sehr lieber Kerl, der trotz seines Handikaps ein großes Herz für andere besitzt und jedem Hilfe bietet, der sie sucht oder nötig hat. Alain ist durch Schicksalsschläge zum Obdachlosen geworden, doch bisher fehlt ihm die Kraft, sich aus dieser Situation zu befreien, zumal es ihm auch durch die Gesellschaft schwer gemacht wird, wieder Fuß zu fassen. Carol ist eine sympathische Frau, die sich in ihrer eigenen Ehe immer mehr zurücknimmt, um ihrem Mann zu gefallen und jedem Anlass aus dem Weg zu gehen, seinen Unwillen zu erwecken. Durch die gewalttätigen Exzesse ihres Ehemannes hat sie sich immer mehr in sich zurückgezogen und an Selbstvertrauen verloren. Corentin ist trotz seiner recht hohen Intelligenz ein typischer Teenager, der gern mit Freunden abhängen möchte und sich ausprobieren will. Seine Eltern haben sein Leben für ihn allerdings schon vorausgeplant und ihr Ehrgeiz übt auf Corentin einen großen Druck aus, die Erwartungshaltung erfüllen zu müssen.
„Die Symphonie des Augenblicks“ ist ein wunderschöner Roman über das Leben, die Hoffnung und neue Freunde. Er gewährt dem Leser Einblick in verschiedene Schicksale, wie sie heutzutage überall vorkommen und zeigt auf, wieviel man mit Aufeinanderzugehen, Einfühlungsvermögen und eine helfende Hand viel bewirken kann. Absolute Leseempfehlung!

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Ein toller Roman

Meinung

Ich habe mich schon sehr auf das Buch gefreut, denn die Inhaltsangabe verspricht eine ganz ulkige Zusammensetzung von Charakteren auf ihrer Mission, eine Frau vor ihrem prügelnden Ehemann zu retten.

Wir lernen kennen: Claude, einen alten Mann, der schon seit seiner Kindheit blind ist. Alain, ein Obdachloser, der vor Claudes Haus auf einer Bank sitzt. Corentin, der fast 18 ist, einen sehr hohen Intelligenzquotienten hat, über den seine Mutter auch immerzu sprechen muss. Und Carole, die gar kein schönes Eheleben führt.

So ulkig und humorvoll die Inhaltsangabe klingt, erfährt man ja doch auch gleich, dass alle Charaktere wirklich schwere Schicksale haben. Bis auf Corentin, der jetzt kein so drastisches Päckchen zu tragen hat, es aber dennoch auch nicht leicht hat. Ich war wirklich froh, dass das Buch auch so viele nachdenkliche Szenen hatte. Gerade die Aspekte Obdachlosigkeit und Gewalt in der Ehe haben mich sehr berührt und zum Nachdenken angeregt.

Alain sagt selbst, dass er Obdachlose früher als "Penner" bezeichnete und jetzt, wo es ihm selbst so geht, er es "obdachlos" nennt. Gerade bei ihm sieht man auch durch die Reaktion von anderen Leuten, wie schwierig es ist, aus dieser Rolle, in die man unverschuldet geraten kann, wieder rauskommen soll. Gerade, wenn einem sowieso schon der Antrieb fehlt.

Bei Carole hat es mich erwischt, wie sie Szenen aus ihrem Leben beschreibt. Wie sie sich selbst verbiegt, um ihrem Mann alles Recht zu machen und bloß nicht in sein Visier zu gelangen. Das hat mich wirklich mitgenommen!

Claude ist die treibende Kraft der Geschichte: er erkennt, dass es Corentin schlecht geht und er geht vorurteilsfrei auf Alain zu und lockt ihn mit etwas Hinterlist aus der Reserve. Claude hat mir wirklich am besten gefallen: ein toller, liebenswerter Charakter, der selbst viel Hilfe benötigt, mit seiner Blindheit aber so gut es geht zurechtkommt und anderen Menschen diese Hilfe gerne zurückgibt.

Die Geschichte ist locker und leicht zu lesen, ein schöner Schreibstil. Geschrieben wird aus den verschiedenen Perspektiven, wo ich hervorheben möchte, dass ich Corentins Perspektive von der verwendeten Sprache immer sehr lustig fand. Die Autorin hat es gut hinbekommen, dass sich Corentin jugendlich anhört/-fühlt.

Fazit

Mir hat das Buch wirklich sehr positiv gefallen. Ich mochte alle Charaktere sehr gerne und habe großen Anteil an ihrem Schicksal genommen, aber auch viel Hoffnung aus der Geschichte mitgenommen. Man kann aus dieser Geschichte mitnehmen, dass man anderen vorurteilsfreier und offener begegnen sollte. Mehr zuhören und auch mehr helfen. Umgekehrt bedeutet es aber auch für einen selbst: Wenn man die richtigen Menschen kennen lernt -und wenn es der Obdachlose von schräg gegenüber ist! können diese einem zu einem besseren Leben verhelfen!

Einziger kleiner Kritikpunkt, für den es aber kein Abzug der Bewertung gibt: das Büchlein hat man schnell an einem freien Sonntag Nachmittag durchgelesen. Dafür ist mir persönlich ein Preis von 20€ zu viel, allerdings bin ich auch Studentin. Ich setze also Preis und Dauer des Lesevergnügens in Relation, weniger die Qualität (die hier sehr gut ist) ;)

Allerdings war ich davon jetzt auch nicht betroffen, denn ich darf mich herzlich beim Verlag für mein Rezensionsexemplar bedanken!

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