Mary Basson: Die Malerin

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Mary Basson: Die Malerin
Verlag
ET (D)
2017
Ausgabe
Taschenbuch
Originaltitel
Saving Kandinsky
ET (Original)
2014
ISBN-13
9783746633381

Informationen zum Buch

Seiten
448

Sonstiges

Originalsprache
englisch
Übersetzer/in
Erster Satz
Das Licht der Morgensonne breitete sich rosig über die Berghänge aus.

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München, 1902: Gegen alle Widerstände will die junge Gabriele Münter, genannt Ella, Malerin werden. Sie nimmt Unterricht bei Wassily Kandinsky und verliebt sich in ihn, sie wird seine Muse ebenso wie seine Gefährtin auf der Suche nach neuen Ausdrucksformen. Doch während Kandinsky schon bald als Meister der Abstraktion und Begründer des Blauen Reiters zu Weltruhm gelangt, ringt Ella zeitlebens mit ihrer Rolle als Frau in der Kunst. Und dann bricht Krieg aus, und ihre Liebe droht tragisch zu scheitern …

Nach der wahren Geschichte der großen Malerin Gabriele Münter, die mit ihrer Hingabe an die Kunst und an die Liebe allen Gefahren ihrer Zeit trotzte.

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Die Rettung Kandinskys

Die junge Ella verliebt sich beim Malen in der bayerischen Natur in ihren Lehrer, den verheirateten Wassily Kandinsky. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts kann eine solche Verbindung nur die Missbilligung der Gesellschaft erregen - doch Ella und Wassily sind nicht nur Lebensgefährten, sondern sie zeigen gemeinsam mit Franz Marc und anderen Künstlern des Blauen Reiters der Welt eine neue Kunstform.
Doch der erste Höhenflug und die berauschende Freude hält nicht ewig an - schon gar nicht mit den politischen Veränderungen in Europa. Doch die dunkelste Zeit, die pure Ernüchterung, folgt mit den Nationalsozialisten, die den Expressionismus als "entartete Kunst" verunglimpfen. Aber es wird auch Gabriele Münters Stunde: sie nimmt all ihren Mut zusammen und engagiert sich mit all ihren Möglichkeiten für die Kunst. Ella wird Kandinsky retten...

Die Stärke der Autorin ist die gut recherchierte Darstellung der Ursprünge des deutschen Expressionismus' und ganz besonders der Künstlervereinigung Der Blaue Reiter. Mich hat dabei vor allem das Leben und die Kunst von Gabriele Münter interessiert, denn auch wenn sie sich - in einer Zeit, in der Frauen kaum ein selbstbestimmtes Leben zugestanden wurde - einen eigenen Namen als Künstlerin gemacht hat, ist sie gleichzeitig wohl auf ewig mit Kandinsky verbunden. Ironischerweise wurde sie nach etlichen Beziehungsjahren nicht seine zweite Ehefrau, was Ella zum Glück nicht davon abhielt, seine Werke für die Welt zu retten. Mary Basson schildert das Leben der beiden, was alleine durch die korrekte Einbettung in die historischen Fakten eindringlich daherkommt. Verstärkt wird dies noch mit dem sehr detaillierten Blick auf Gabriele Münter - ihre Zweifel, Unsicherheiten und Ängste stellt die Autorin glaubhaft dar.

Allerdings hätte das Buch vor allem zu Beginn mehr Schwung vertragen können, denn die Beziehung zwischen Ella und Wassily kommt etwas farblos daher. Ich bin mir sicher, dass ihre jahrelange Beziehung, die sie entgegen all der Konventionen gelebt haben, ziemlich leidenschaftlich war - nicht ohne Grund war Ella sehr verletzt, als Kandinsky plötzlich jeden Kontakt zu ihr verweigert hat.
Mit Ellas mutiger Mission nimmt auch das Buch Fahrt auf und zeigt das Leben einer außergewöhnlichen Frau, die über sich hinauswächst.

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In Kandinskys Schatten

München, 1902: Die junge Ella will trotz aller Konventionen, die den Frauen den Weg in die Kunst als Künstlerin versperren, Malerin werden. So wird sie die Schülerin von Wassily Kandinsky, deren Verhältnis aber bald das der normalen Schüler-Lehrer-Basis überschreitet. Gefangen in einer Romanze mit dem Künstler Kandinsky versucht Ella ein selbstbestimmtes Leben zu führen in einer Zeit, in denen Frauen eigentlich ein anderer Platz zugeschrieben war.

Der Plot beginnt zwar am Anfang des 20. Jahrhunderts aber streckt sich über den ersten und zweiten Weltkrieg bis hin in die 50er Jahre. Im Mittelpunkt der Geschichte steht immer die Künstlerin Gabriele Münter. Durch ihre romantische Beziehung zu Kandinsky geht es in dem Roman aber auch um ihn, die Künstlervereinigung der Modernen Kunst "Der Blaue Reiter", die Etablierung und später das Verbot der Modernen Kunst und sogar deren Verfolgung im Nationalsozialismus. So verspricht der Roman vor allem im letzten Drittel spannende Episoden.

Die Protagonistin blieb für mich im Roman leider ein wenig blass. Ihre Zerissenheit zwischen ihrem Leben und dem Ideal wird teilweise herausgearbeitet, aber da die Geschichte eher episodenhaft als zusammenhängend erzählt wird, bleibt die Darstellung von ihr selbst eher schal, was ich ein wenig schade fand. Auf der anderen Seite werden ihr so wahrscheinlich keine oder kaum Charakterzüge zugedichtet, die sie gar nicht hatte.

So zieht sich der Roman in der ersten Hälfte auch ein wenig. Die Beziehung oder Nicht-Beziehung zwischen Ella und Kandinsky und die damit einhergehende Ächtung der Gesellschaft wird mal mehr mal weniger beschrieben. Die Leidenschaft, die zwar erwähnt wird, springt dabei nicht über. Auch hier bleibt die Erzählung blass. Erst in der zweiten Hälfte und mit dem Beginn des Nationalsozialismus' und die Einführung von "entarteter Kunst" lässt das Buch ein wenig lebhafter erscheinen. Die Beschreibungen der Episoden sind detail- und erlebnisreicher, so dass der Leser zum Ende hin noch mal positiv überrascht wird.

Ein netter, aber kein besonders packender Roman über Garbiele Münter und Kandinsky und die moderne Kunst, der sich leicht lesen lässt.

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Berührende Künstlerinnengeschichte

INHALT
Gabriele Münter (1877-1962), genannt Ella, ist gerade einmal Mitte zwanzig, als sie den angesehenen und elf Jahre älteren Künstler und Lehrer Wassily Kandinsky kennenlernt. Das Genie und die Tiefgründigkeit des späteren Expressionisten faszinieren sie ab dem ersten Moment. Und bald schon wird sie Kandinskys Musterschülerin und Muse. Ihre Verbindung ist explosiv, künstlerisch kongenial und doch für die damalige Zeit moralisch fragwürdig. Denn Kandinsky ist mit einer anderen verheiratet, lebt aber mit Gabriele in wilder Ehe zusammen – was zum Beginn des 20. Jahrhunderts als skandalös galt. Infolge nahm der Druck von außen und innen, ausgelöst durch die Weltkriege, Kandinskys Freiheitsliebe und Labilität sowie Gabrielles unerfüllten Ehewunsch, merklich zu und die amour fou bekam erste Risse…

MEINUNG
In Mary Bassons biografischen Roman „Die Malerin“ wird das tragische Leben der Künstlerin Gabriele Münter, die bis zum Schluss im Schatten ihrer Jugendliebe Wassily Kandinsky stand, äußerst realistisch beleuchtet. Das liegt zum einen daran, dass Basson im Milwaukee Art Museum arbeitet, in dem sich die größte Gabriele-Münter-Sammlung Nordamerikas befindet, und zum anderen an ihrem bildreichen und emotional packenden Erzählstil. Als Kennerin der Materie weiß sie nicht nur Gabriele Münters reiches Œuvre fachgerecht zu beschreiben, sondern auch deren innere Zerrissenheit zwischen Künstlertum und Familienidyll glaubhaft einzufangen. An der Seite des „Übermalers“ Kandinsky verlor Münter mehr und mehr ihre Individualität und reiste mit ihm fortwährend durch die Welt. Seine Sprunghaftigkeit und seine depressiven Schübe setzten ihr zu. Kandinskys Flucht vor den Nationalsozialisten führte zum endgültigen Bruch. Nur mithilfe ihrer Schwester vermochte sie nach der gescheiterten Beziehung weiterzuleben. An ihre Vorkriegserfolge konnte sie danach leider nicht mehr anknüpfen.

Gabriele Münter war eine talentierte Malerin und zugleich die unbekannte Expressionistin an der Seite von Kandinsky. Fluch und Segen lagen nah beieinander. Die Dramatik dieser Verbindung, vor allem ihre emotionale Abhängigkeit vom russischen Maler und Begründer der Künstlervereinigung „Der Blaue Reiter“, bildet Basson derart frappierend authentisch ab, dass man als Leser stets mit Gabriele mitleidet und ihren Werdegang mit Spannung und Neugier verfolgt. Mein persönliches Highlight war Gabrieles Einsatz und Rettung von Kandinskys Werken vor dem Naziregime. Obschon beide nicht mehr zusammen waren, setzte sie in den 30er-Jahren ihr Leben aufs Spiel und rettete Kandinskys Bilder vor der Zerstörung als sog. entartete Kunst. Hiermit hat die unscheinbare, scheue Frau eine Größe offenbart, die der Nachwelt nicht verborgen bleiben sollte.

Einzig die Abbildungen, zu den im Fließtext beschriebenen Malereien, haben mir gefehlt. Diese hätten m. E. jede angeführte Bildbeschreibung noch eindrucksvoller bzw. plastischer wirken lassen.

FAZIT
Berührendes Künstlerinnenschicksal, das zur Beschäftigung mit der Person und Künstlerin Gabriele Münter einlädt.

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Die Malerin im Schatten von Kandinsky

Mary Basson befasst sich in ihrem Roman „Die Malerin“ mit dem Leben der Malerin Gabriele Münter. Obwohl mir die Städtische Galerie im Lenbachhaus bekannt ist, war mir der Name Gabriele Münter nicht geläufig. Das hängt wohl auch damit zusammen, dass sie nicht so im Rampenlicht stand wie ihr langjähriger Lebensgefährte Wassily Kandinsky.
Der Schreibstil der Autorin ist ansprechend und packend.
Ella besuchte zwar eine Kunstschule, aber der Zugang zu staatlichen Kunstakademien blieb ihr als Frau verwehrt. Als sie Wassily Kandinsky kennenlernt, ist sie noch jung. Er ist älter als sie, als Künstler angesehen und verheiratet. Ella ist fasziniert von diesem Mann und verliebt sich in ihn. Sie wird seine Schülerin und Muse. Die beiden machten aus ihrer wilder Ehe kein Geheimnis, was zu jener Zeit ein Skandal war. Auch wenn sie viel reisen, wird ihr Zuhause in Murnau zum Zentrum der Avantgarde. Hier leben und arbeiten sie, entwickeln ihre Kunst weiter und streiten und lieben sich. Ella würde Kandinsky gerne heiraten, aber er ist unstet und labil. Dann kommt der Krieg und sie werden getrennt. Ein furchtbare Zeit für Ella, denn sie glaubt, dass ihr Geliebter tot ist und trauert. Doch als sie sich noch einmal sehen bricht er endgültig mit ihr, er heiratet eine andere. Dank der Unterstützung ihrer Schwester kommt sie aus dem Loch heraus, in dass sie hineinfiel nach dem Bruch.
Mir ist Ella sehr nahe gekommen, ich habe mit ihr gelitten.
Vor dem Krieg war Gabriele Münter erfolgreich, aber in der Zeit mit Kandinsky verlor sie ihre Eigenständigkeit, obwohl sich die beiden sich als Künstler ebenbürtig waren. Es gelingt ihr nicht, an frühere Erfolge anzuknüpfen. Als sie die Sammlung des Blauen Reiters und damit die Bilder Kandinskys vor den Nazis rettet, beweist sie, was für eine außergewöhnliche Frau sie ist.
Eine wundervolle Geschichte über eine Künstlerin, der viel zu wenig bekannt ist.

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Eine Frau des 20. Jahrhunderts

Auch wenn sie bereits im 19. Jahrhundert geboren wurde und heranwuchs - alle signifikanten Ereignisse im Leben der Malerin Gabriele Münter fielen definitiv in das darauffolgende, das so tragische 20. Jahrhundert.

Tragisch war auch das Leben der Künstlerin - nicht nur, aber auch, weil sie als Frau (noch) nicht die Rolle einnehmen konnte, die ihr Zustand. In den ersten Jahren ihres eigenen künstlerischen Schaffens stand sie klar im Schatten von Kandinskys, der ihr Lehrer und bald auch ihr Geliebter war - jahrelang hielt er sie hin, was die von ihr ersehnte Heirat anging, um dann zum Ende des Ersten Weltkrieges den Kontakt komplett abzubrechen. Erst Jahre später erfuhr Gabriele Münter, dass er damals bereits anderweitig verheiratet war.

Die folgenden, zunächst tragischen, dann zurückgezogenen Jahre der Gabriele Münter waren weniger spektakulär, doch ebenfalls interessant - und eben ein wichtiger Teil ihres Lebens.

Die Autorin Mary Basson fühlt sich aus meiner Sicht gut sowohl in das Leben der Künstlerin als auch in ihr Umfeld sowie in die gesamte Epoche (bzw. die Epochen), die den Rahmen bildet ein - im Gegensatz zu einigen anderen Bänden der "Künstlerreihe" aus dem Aufbau-Verlag wird hier den Künstlern ein Charakter verliehen, also Gewicht gegeben. Gabriele Münter, über die ich schon vorher einiges wusste, ist mir ein wenig näher gerückt - ich habe Lust darauf bekommen, mehr über sie zu recherchieren, ebenso über die Menschen um sie herum.

Kein sensationelles Buch, eher ein leiseres, in dem die Leidenschaft Münters in Bezug auf Kandinsky sehr herausgestellt wird - ob es wirklich so war? Da es ein Roman ist, in dem die Autorin alle Freiheiten hat und sie definitiv auch nutzt, kann sie es sich erlauben. Dafür ist die Lektüre auch spannender als die vieler Biographien und wird sicher auch Lesern Spaß machen, die vor einem Sachbuch zurückschrecken würden. Dennoch hätte ihm eine Zeittafel, ein Namensverzeichnis mit Erläuterungen zu den Personen aus meiner Sicht gut angestanden.

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Ellas Kampf

Die junge Gabriele „Ella“ Münter liebt die Malerei des Expressionismus und lernt mit Mitte zwanzig auf der Münchner Malschule „Phalanx“ im Jahr 1902 den russischen Maler Wassily Kandinsky kennen, der bereits ein berühmter Künstler ist und auch als Lehrer fungiert. Ella selbst bleibt der Zugang zu staatlichen Kunstinstitutionen verschlossen, denn Frauen waren als Künstlerinnen damals nicht anerkannt. Zwischen Ella und ihrem wesentlich älteren Lehrer entspinnt sich schon bald eine sehr enge Beziehung, die weit über die des Lehrers und seiner Schülerin hinausgeht. Da Kandinsky noch verheiratet ist, leben die beiden in wilder Ehe zusammen, was zur damaligen Zeit einem Skandal glich. Ella ist von Kandinsky fasziniert, der zugleich Genie und unberechenbar ist, seine Stimmungsschwankungen machen das Zusammenleben in Murnau nicht leicht. Als der Krieg ausbricht, werden die beiden getrennt. Lange Zeit glaubt Ella, dass ihre große Liebe Kandinsky bereits tot ist und gibt sich ihrer Trauer hin. Aber dann treffen die beiden doch noch einmal aufeinander und Kandinsky bricht endgültig mit Ella, hat er doch inzwischen eine andere Frau geheiratet. Ellas Welt stürzt zusammen wie ein Kartenhaus und nur mit Hilfe ihrer Schwester gelingt es ihr, sich langsam davon zu erholen und ihren eigenen Weg als Künstlerin zu gehen, die auch noch Kandinskys Werke aus der Periode des „Blauen Reiters“ vor den Nazis versteckt und so für die Nachwelt rettet.
Mary Basson hat mit ihren Buch „Die Malerin“ einen sehr fesselnden und eindringlichen autobiografischen Roman über die Künstlerin Gabriele Münter vorgelegt, deren Leben und Wirken sie äußerst spannend, bildhaft und realitätsnah unter die Lupe nimmt. Der Schreibstil fesselt von der ersten Seite an, das Buch lässt sich kaum aus der Hand legen. Die Autorin, die selbst in einem Museum arbeitet, die die größte Münter-Sammlung in Amerika beheimatet, hat sich ausgiebig mit der Künstlerin befasst und gewährt dem Leser detailreich sowie mit fachlichem Wissen ausführlich Einblicke in deren Leben und die verschiedenen Werke, die ebenso beschrieben werden. Ebenfalls eindrucksvoll berichtet die Autorin über die Zeit des Nationalsozialismus, wo gerade die Gemälde von Kandinsky und seiner Malerkollegen aus der Künstlergruppe §Der Blaue Reiter“ als entartete Kunst verurteilt, verboten und zum Teil sogar zerstört wurden. Nur durch das beherzte Engagement von Gabriele Münter ist ein Großteil der Werke erhalten geblieben und steht heute im Münchner Lenbachhaus einem kunstliebenden Publikum zur Verfügung.
Bei den Charakteren hat sich die Autorin sehr mit den Eigenheiten der einzelnen Protagonisten beschäftigt und ihnen Individualität und damit auch Authentizität verliehen. Ella ist eine sympathische, aber auch zerbrechliche Frau, die mit Leidenschaft für die Kunst lebt und der Welt ein wenig entrückt ist. Sie ist außergewöhnlich talentiert, kann in der damaligen Gesellschaft aber leider nicht den Erfolg ernten, der ihr eigentlich zustünde. Sie ist geduldig und kritisch, ebenso hilfsbereit und zu einer geradezu zerstörerischen Liebe fähig, die sie fast in den Abgrund reist. Kandinsky ist ein Egomane, dessen Leben sich nur um seine Malerei und deren Entwicklung dreht sowie um deren Erfolg. Er duldet keine erfolgreicheren neben sich und hält auch Ella immer klein. Er leidet unter Stimmungsschwankungen, ist äußerst labil und seine Depressionen machen das Leben mit ihm zu einem Spießrutenlauf. Der Kunstkritiker Johannes Eichner ist ein sehr netter Mann, hilfsbereit und zuvorkommend, mit genügend Geduld und Empathie ausgestattet, um Ella Halt zu geben und sie bei ihrem gefährlichen Vorhaben zu unterstützen.
„Die Malerin“ ist ein sehr fesselndes und spannendes autobiografisches Buch über eine außergewöhnliche Frau in einer gefährlichen Zeit. Die Autorin hat ein wunderbares Portrait der Künstlerin Gabriele Münter abgebildet, das dem Leser noch lange im Gedächtnis bleiben wird. Sowohl Historienfans als auch Kunstliebhaber werden an diesem Buch ihre Freude haben. Absolute Leseempfehlung!

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