Mascha Vassena: Das Mitternachtsversprechen

Mascha Vassena: Das Mitternachtsversprechen

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Mascha Vassena: Das Mitternachtsversprechen
Verlag
ET (D)
2016
Ausgabe
Taschenbuch
ISBN-13
9783492309349

Informationen zum Buch

Seiten
320

Sonstiges

Originalsprache
deutsch
Erster Satz
Sie wussten, dass sie nicht vom Weg abweichen durften.

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Turin 1948. Die drei Schwestern Teresa, Lidia und Aurora haben das im Krieg zerstörte »Caffè Molinari« ihrer Eltern wieder aufgebaut und führen es dank des geheimen Familienrezepts für Giandujapralinen zu neuem Glanz. Doch als die Journalistin Vera beinahe siebzig Jahre später nach Turin reist, um mehr über das Leben ihrer Großmutter Teresa zu erfahren, stößt sie hinter der traditionsreichen Fassade des Kaffeehauses auf ein schreckliches Geheimnis. Stück für Stück enthüllt sie das Rätsel um die Familie Molinari, bis sie zu dessen bitteren Kern vordringt ...

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Verschwunden

Die Journalistin Vera möchte eine Reportage über starke Frauen machen. Ihre Großmutter Teresa ist in ihren Augen ein solch starke Frau. Sie beschließt, ihre Großtante Lidia in Turin zu besuchen, um mehr über Teresa zu erfahren. Als sie in alten Unterlagen ihrer Großmutter ein Foto mit drei jungen Frauen, offensichtlich Schwestern, findet, ist sie überrascht. Auch ihre Mutter weiß nur von zwei Schwestern. Was hat es mit der dritten Frau auf sich?
Veras Recherchen führen weit in die Vergangenheit, als die Schwestern 1948 das zerstörte »Caffè Molinari« ihrer Eltern wieder aufgebaut und betrieben haben. Das Caffè ist berühmt für die Gianduja-Pralinen, die nach einem alten Familienrezept hergestellt werden.
Der Autorin gelingt es in ganz besonderer Weise, den Leser in die Geschichte hineinzuziehen. Alles ist sehr schön und bildhaft beschrieben, so dass ich mich nach Turin versetzt fühlte.
Vera ist eine sympathische Frau. Doch sie hat das Verschwinden ihrer Zwillingsschwester Viola nie verarbeitet. Überängstlich wacht sie daher über ihren Sohn Finn. Bei ihrem Aufenthalt in Turin lernt sie Mattia kennen, ein Kollege, der ihr bei ihren Recherchen hilft. Veras Großtante Lidia und ihr Sohn Maurizio halten sich in vielem sehr bedeckt. Besonders Lidia will zunächst nicht über Aurora sprechen. Doch so nach und nach ergibt sich aus den Rückblenden in die Vergangenheit ein Bild und ein düsteres Familiengeheimnis tritt zutage.
Die drei Schwestern Teresa, Lidia und Aurora könnten unterschiedlicher nicht sein. Lidia die Älteste hat die Verantwortung für ihre Geschwister übernommen, obwohl sie selbst noch so jung ist. Das Caffè Molinari sorgt für den Lebensunterhalt und ist Lidia so wichtig, dass sie ihm alles unterordnet und das auch von ihren Geschwistern erwartet. Sie wirkt sehr hart. Teresa ist die Besonnene, die tut, was zu tun ist. Die Familie ist ihr wichtig, aber sie hat auch Träume und braucht einen Anstoß, um sie zu verwirklichen. Aurora ist wie ein flatterhafter Schmetterling. Sie sonnt sich in der Bewunderung ihrer Verehrer und ist dabei sehr egoistisch und rücksichtslos. Der kleine Bruder Alessandro bleibt oft auf der Strecke, denn im Caffé ist so viel zu tun. Alle Charaktere sind sehr gut und vielschichtig dargestellt. Auch wenn ich mit vielen Personen nicht warm wurde, konnte ich ihre Gedanken und Beweggründe nachvollziehen.
Ich habe mir alles Mögliche vorgestellt, was mit Aurora geschehen sein könnte. Am Ende war es ganz anders und ich war wirklich überrascht. Was Vera dort in Turin erfährt und erlebt, hat Auswirkungen auf ihr eigenes Leben. Schade finde ich nur, dass das Schicksal von Viola im Dunkeln blieb.
Mir hat diese etwas düstere Familiengeschichte gut gefallen.

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Was passierte mit Aurora Molinari?

Die alleinerziehende Vera arbeitet als Journalistin, genauer gesagt als Radiomoderatorin. An jedem Sonntag strahlt ihr Sender einen Dokumentarbericht über das Portrait einer ungewöhnlichen Frau aus. Nach Veras Ansicht würde ihre Großmutter Teresa perfekt in diese Sendung passen, denn sie hatte sich zu einer Zeit der Wissenschaft verschrieben, als Frauen in der Forschung die absolute Ausnahme waren und noch nicht ernst genommen wurden. Teresa ist gestorben als Vera 5 war und sie hat nicht viele Erinnerungen an ihre Großmutter, weswegen sie auf die Mithilfe ihrer Mutter angewiesen ist. Als die Beiden in einer alten Kiste stöbern, die seit Jahren auf dem Dachboden steht, finden sie ein Bild der Schwestern Molinari. Es zeigt die 3 Schwestern Lidia, Teresa und Aurora. Veras Mutter ist sprachlos – sie wusste nicht, dass ihre Mutter mehr als 1 Schwester hatte. Von einer weiteren Schwester namens Aurora hat sie noch nie etwas gehört. Zum einen wittert Vera hier eine gute Geschichte für ihre Radiosendung, zum anderen ist nun ihr Interesse geweckt selbst nach Turin zu fliegen und herauszufinden, was mit Aurora passiert ist und warum sie bisher nie Erwähnung fand.

Vera fliegt nach Turin und deckt dort die unglaubliche Geschichte ihrer eigenen Familie auf …..

Mascha Vasssena führt den Leser in ihrem Buch „Das Mitternachtsversprechen“ ins Turin des Jahres 1948. Drei Jahre nach Ende des Krieges öffnet das „Caffè Molinari“ zum ersten Mal wieder seine Türen. Geführt wird das Caffè, nach dem Tod der Eltern, von den 3 Schwestern Molinari. Lidia, die Älteste, hat das Szepter fest in der Hand. Sie ist sozusagen die Managerin des Caffès und kümmert sich um die Finanzen. Teresa ist für die Herstellung der berühmten Gianduja-Pralinen zuständig, die nach einem alten Familienrezept hergestellt werden. Die jüngste Schwester Aurora hat noch nicht so recht begriffen, dass das Caffè sie fortan ernähren muss und sie betreut den Bereich der „Kundenbindung“, indem sie mehr mit den jungen Männern flirtet als ihrer Arbeit nachzugehen. Weiterhin gibt es noch den sehr viel jüngeren Bruder Alessandro, der sich im täglichen Geschäft mit kleineren Arbeiten nützlich macht.

In der Gegenwart, im Jahr 2015, verfolgt der Leser das Leben der Journalistin Vera. Sie ist alleinerziehende Mutter und hat panische Angst, dass ihrem Sohn Finn etwas passieren könnte. Dieses Trauma wurde in ihrer eigenen Kindheit durch ein schreckliches Ereignis ausgelöst.

In Turin wird Vera von ihrer Großtante Lidia und ihrem Sohn Maurizio herzlich empfangen und natürlich wohnt sie bei ihrer Familie, über dem heute noch existierenden Caffè Molinari. Lidia hat auch heute noch das Heft fest in der Hand und wird von ihrem Sohn unterstützt. In Bezug auf die Radiosendung wendet Vera sich an ihren italienischen Kollegen Mattia, der sie bereitwillig bei der Recherche über ihre Großmutter Teresa unterstützt.

Vera beginnt mit den Interviews ihrer Großtante Lidia, um mehr über das Leben ihrer Großmutter Teresa zu erfahren. Wie hat sie gelebt und ist sie damals nur wegen des Studiums nach Deutschland gegangen? Wie kam es überhaupt, dass sie sich auf einmal der Forschung zugewandt hatte?

Ganz nebenbei lässt Vera in diese Interviews auch Fragen über ihre unbekannte Großtante Aurora einfließen. Anfänglich unterbricht Lidia abrupt jedes Gespräch, in dem Vera auf Aurora zu sprechen kommt. Nach und nach beginnt sie jedoch zu erzählen, was genau damals passiert ist.

„Das Mitternachtsversprechen“ ist ein Buch, das man ungerne aus der Hand legt, bis man es beendet hat. Die Autorin schafft es von der ersten Seite an, den Leser an die Geschichte zu fesseln. In Büchern mit historischem Erzählstrang, fasziniert mich immer dieser am meisten, aber auch die Erzählungen aus Veras Leben in der Gegenwart, sind absolut authentisch und nachvollziehbar beschrieben. Auf den ersten Blick sind alle Protagonisten ohne Fehl und Tadel – aber auch nur auf den ersten Blick. Das Ende war total überraschend aber es machte die ganze Geschichte rund. Mascha Vassena hat für dieses Buch einen rundherum gelungenen Abschluss gefunden.

Ich spreche nicht sehr oft Buchempfehlungen aus – hier gibt es die Ausnahme von der Regel!

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(Aktualisiert: 07 November 2016)
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Familiengeschichte mit Twist

Inhalt:

Die Journalistin Vera reist nach Turin, um ihre Großtante zu interviewen für eine Reportage über Frauen, die nach dem zweiten Weltkrieg ungewöhnliche Berufe ergriffen und ihren Weg in einer von Männern geprägten Welt gemacht haben, so wie einst ihre Großmutter.

Während sie zu Hause alte Dokumente sichtet, entdeckt Vera, deren Zwillingsschwester spurlos verschwand als sie Kinder waren, dass es noch eine dritte Schwester gegeben hatte, deren Existenz totgeschwiegen wurde, und von der auch ihre Mutter nicht wusste.
Das ist ein zusätzlicher Anreiz, und so macht sie sich auf den Weg nach Turin, um Antworten zu erhalten, aber sie stößt auf eine Mauer des Schweigens.

Meine Meinung:

Mit ihrem Roman: Das Mitternachtsversprechen ist es Mascha Vassena gelungen, einen spannenden Familienroman zu schreiben, der mehr als 70 Jahre überbrückt.

Der Stil ist leicht und flüssig, und man wird sofort in die Geschichte reingesogen, startet diese doch mit dem plötzlichen Verschwinden Veras Zwillingsschwester, und Veras daraus resultierendem Trauma das sie auch nach all diesen Jahren voll im Griff hat. Obwohl sie versucht, dagegen anzukämpfen, gelingt ihr das nur bedingt, denn sie ist überfürsorglich mit ihrem eigenen, 11-jährigen Sohn, den sie quasi permanent überwacht, und der nur bei ihrem geschiedenen Mann Freiheiten hat.
Vera wundert sich über die Parallelen: Aurora, die dritte Schwester, verschwand spurlos, und ihr Verschwinden wurde nie aufgeklärt, genau wie das Verschwinden von Veras Schwester. Könnte eine oder gar beide noch am Leben sein?

Vera ist entschlossen, zumindest Licht in das Dunkel der 'dritten' Schwester zu bringen, aber ihre Großtante Lidia ist äußerst zugeknöpft und erzählt ihr kaum etwas.

In dem Roman gibt es drei Erzählstränge: Die Zeit unmittelbar nach dem zweiten Weltkrieg; die Zeit um und nach Violas Verschwinden; und die Jetzt-Zeit. Diese Erzählstränge sind durch einen Wechsel im Schriftsatz nicht nur inhaltlich, sondern auch optisch gut voneinander zu unterscheiden, was ich als sehr angenehm empfand.

Die Perspektiven wechseln, so dass wir nach und nach in die Geschichte eingeführt werden, wobei der Leser immer ein bisschen mehr weiß als Vera. Trotzdem ist es absolut nicht vorhersehbar, und die Auflösung ist sowohl überraschend, als auch gelungen.

Gefallen hat mir vor allem der Teil in den 1940er Jahren, der uns mit den Problemen konfrontiert die drei junge Frauen, Vollwaisen noch dazu, und ein kleiner Junge, um den sich niemand so richtig kümmern kann -- zumindest, was seine emotionalen Bedürfnisse angeht, in dieer Zeit des politischen Umbruchs. Wer mehr darüber wissen möchte, kann den Artikel über Laura Polizzi lesen, der einen sehr guten Einblick gewährt.

Auch im Buch bekommt man definitiv einen Eindruck vom damaligen Leben, wenngleich es nicht direkt gesagt wird, aber es kommt deutlich rüber.

Wer also ein bisschen Mystery gemixt mit Familiengeschichte und Zeitgeschichte mag, kann mit diesem Roman nichts falsch machen. Ich kann ihn auf jeden Fall empfehlen; Stil, Plot, Charaktere: alles stimmt.

Abschließend möchte ich mich bei Leserunden.de bedanken für die Organisation und Durchführung, sowie bei Mascha Vassena für die Begleitung der Leserunde.

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Mascha Vassena - Das Mitternachtsversprechen

Eine weitere schöne Geschichte, die man mit gutem Gewissen weiterempfehlen kann !

Vera, die als Journalistin arbeitet und alleinerziehende Mutter ist, will eine Dokumentation über ihre Großmutter machen. Dafür reist sie nach Italien, um vor Ort bei ihren Verwandten zu recherchieren. Kurz vor ihrer Abreise findet sie ein Foto, auf dem drei Schwestern drauf sind, Veras Großmutter Teresa, ihre Tanta Lidia und noch eine Schwester, von deren Existenz keiner wusste. Nun sucht Vera nicht nur Material über ihre Großmutter, sondern auch noch Informationen über die Dritte der Molinari Schwestern... Allerdings will ihre Tante nicht über das Thema reden und Vera bekommt das Gefühl, eine sorgsam und längst vergessene Geschichte wieder aufzuwühlen....

Ein weiterer Handlungsstrang erzählt uns die Geschichte der drei Molinari Schwestern, die gemeinsam das Cafè ihrer Eltern, das Caffè Molinari, nach dem Krieg wiedereröffnen. Die drei völlig unterschiedlichen Schwestern müssen sich in dieser schweren Zeit behaupten und arbeiten hart, um ihren Lebensunterhalt im Cafè zu verdienen, obwohl die Vorstellung von ihrem Leben zumindest bei zwei Schwestern in ganz andere Richtungen gehen. Dann verschwindet plötzlich die Jüngste spurlos und eine taucht nicht wieder auf...

Dieser zweite Handlungsstrang hat mich völlig gefangen genommen und absolut begeistert. Vera dagegen, hat bei mir weniger Eindruck hinterlassen, zu ihr habe ich leider nicht so richtigen Zugang gefunden. Auch Veras Schwester ist verschwunden, als sie klein war und so hat Vera nun mit sich, ihren Erinnerungen und Ängsten zu kämpfen. Aber so richtige Symphatie und richtiges Verständnis wollte sich bei mir einfach nicht einstellen. Auch wie sich das Erlebte nun im Umgang mit ihrem Sohn wiederspiegelt, wollte sich bei mir nicht so fügen. Es wirkte auf mich eher erzwungen und aufgesetzt...
Aber das ist meine eigene Empfindung und hat dem Lesevergnügen auf keinen Fall geschadet. Die Geschichte liest sich prima und die Seiten fliegen nur so dahin. Die anderen beiden Bücher von Mascha werde ich auch auf jeden Fall lesen !

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