Matt Haig: Ziemlich gute Gründe, am Leben zu bleiben

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Matt Haig: Ziemlich gute Gründe, am Leben zu bleiben
Verlag
ET (D)
2016
Ausgabe
Gebundene Ausgabe
Originaltitel
Reasons to stay alive
ET (Original)
2015
ISBN-13
9783423280716

Informationen zum Buch

Seiten
304

Sonstiges

Originalsprache
englisch
Übersetzer/in
Erster Satz
Vor dreizehn Jahren wusste ich, dass dieses Buch gar nicht möglich war.

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Handlungsort

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Ein Buch, das es eigentlich gar nicht geben dürfte. Denn mit gerade mal 24 Jahren wird Matt Haig von einer lebensbedrohlichen Krankheit überfallen, von der er bis dahin kaum etwas wusste: einer schweren Depression. Es geschieht auf eine physisch dramatische Art und Weise, die ihn buchstäblich an den Rand des Abgrunds bringt. Dieses Buch beschreibt, wie er allmählich die zerstörerische Krankheit besiegt und langsam ins Leben zurückfindet. Eine bewegende, witzige und mitreißende Hymne an das Leben und an das Menschsein – ebenso unterhaltsam wie berührend.

»Ich habe dieses Buch geschrieben, weil letztendlich doch etwas dran ist an den uralten Klischees: Die Zeit heilt alle Wunden, und es gibt ein Licht am Ende des Tunnels, auch wenn wir es zunächst nicht sehen können. Und manchmal können Worte einen Menschen tatsächlich befreien.« Matt Haig

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Eine gelungene Mischung aus Autobiographie, Ratgeber und Sachbuch

Inhalt:
Matt Haig erkrankte im Alter von 24 Jahren an einer schweren Depression mit Angststörung, die sein Leben komplett aus der Bahn warf. In diesem Buch berichtet er über seine Erfahrungen mit dieser tückischen Krankheit. Aber er gibt auch Tipps, wie man damit umgehen kann und zählt medizinische und gesellschaftliche Fakten auf.

Meine Meinung:
Das Buch ist in 5 Teile gegliedert: 1. Fallen 2. Landen 3. Aufstehen 4. Leben 5. Sein. Ich finde, man kann darin sehr schön die verschiedenen Entwicklungsstufen eines an einer Depression Erkrankten sehen.

Matt Haigs unterhaltsamer Schreibstil besticht durch eine Leichtigkeit mit der nötigen Prise Humor, die dafür sorgt, dass man sich von diesem erdrückenden Thema nicht unterkriegen lässt. Dabei erzählt er sehr persönlich von seinen schwarzen Gedanken, seiner Mutlosigkeit, von der schweren Entscheidung, welche Socken er anziehen soll, von seinen immensen Schwierigkeiten im Alltag, aber auch davon, dass es einen Weg aus dem Tunnel gibt, dass am Ende ein Licht ist, zu dem man sich Schritt für Schritt vorkämpfen muss und auch kann.

Der Autor hat meine volle Hochachtung dafür, dass er uns Lesern gegenüber so offen und ehrlich über ein Thema spricht, das von vielen belächelt wird bzw. mit einem Tabu belegt ist. Man kann diese Krankheit nicht sehen, man kann sie nicht messen. Deshalb bekommen viele Betroffene immer wieder zu hören „Stell dich nicht so an, reiß dich zusammen!“ oder ähnliche sinnlose Phrasen. Man kann sich als Nicht-Betroffener kaum vorstellen, was in einem depressiven Menschen vorgeht. Hier gibt uns Matt Haig einen intensiven Einblick. Wobei natürlich die Krankheit bei jedem anders aussieht und wir nur die Depression von Matt Haig kennenlernen, aber man kann sich doch zumindest ein Bild davon machen, in welche Richtung das geht und wie sehr die Erkrankten leiden.

Besonders gut haben mir die Dialoge seines damaligen Ichs mit seinem heutigen Ich gefallen, wobei das heutige versucht, das damalige zu überzeugen, dass es sich lohnt zu kämpfen, dass es einen Weg aus dem schwarzen Loch heraus gibt (sonst gäbe es ja das heutige Ich nicht in dieser Form). Diese Dialoge sind zum einen ganz witzig, zum anderen steckt aber auch so viel Weisheit in ihnen.

Auch die ziemlich guten Gründe, am Leben zu bleiben, die der Autor von anderen Betroffenen im Internet gesammelt hat, finde ich beeindruckend. Da sind sehr viele tiefgründige Dinge dabei, aber auch so banale wie Sonnenaufgänge. Denn für jeden einzelnen schönen Moment lohnt es sich zu leben. Und diese Momente wird es in jedem Leben immer wieder geben, auch wenn man momentan nicht so recht dran glauben kann.

Fazit:
Ich möchte dieses Büchlein allen selbst Betroffenen, Angehörigen und Menschen, die sich einfach für andere interessieren, ans Herz legen. Sicher wird jeder den ein oder anderen Satz daraus als für sich wertvoll empfinden.

Ich danke dem dtv für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars.

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(Aktualisiert: 19 April 2016)

#1 Rezensent
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Depression, die unsichtbare Krankheit

Matt Haig hat ein Buch geschrieben, das es eigentlich gar nicht geben dürfte. Mit 24 litt er unter starken Depressionen und er hätte damals nicht vermutet, heute noch am Leben zu sein. Das Problem an dieser düsteren, meistens unsichtbaren Krankheit ist, dass sie noch immer verharmlost und verschwiegen wird. Man redet nicht darüber. Allzu schnell gilt man als "schwach" und erhält Ratschläge wie "Reiß' dich mal zusammen."

Selbstmord gilt in den meisten Ländern als eine der häufigsten Todesursachen.

Der Autor nimmt Betroffene und Interessierte gleichermaßen an die Hand und führt sie durch seine sehr persönlichen Erfahrungen mit dieser düsteren Krankheit. Man fühlt sich nicht mehr alleine damit. Man merkt: Es gibt noch andere, denen es ähnlich geht. Depressionen sind nichts, wofür man sich schämen muss. Sie sind eine Erfahrung, die jeder machen kann. Egal ob groß oder klein, ob männlich oder weiblich, ob alt oder jung, schwarz oder weiß, hetero oder homosexuell, arm oder reich.

Matt Haig spendet Trost mit seinem Buch. Er zeigt: Es ist zu schaffen und er zeigt in seiner wunderbaren Erzählweise noch etwas Wichtiges: "Ich glaube, wenn wir genau hinhören, bietet das Leben immer Gründe, nicht zu sterben."

Es ist ein ehrliches, sehr persönliches Buch, das oft schmerzt und genau deshalb so wichtig ist. Der sympathische Autor hat es geschafft, er hat seine Depression und die Angsttörungen überlebt. Nun hilft er anderen, macht Mut, einen Weg aus der Düsternis zu finden.

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