Mechtild Borrmann: Grenzgänger

 
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Mechtild Borrmann: Grenzgänger
Verlag
ET (D)
2018
Ausgabe
Gebundene Ausgabe
ISBN-13
9783426281796

Informationen zum Buch

Seiten
288

Sonstiges

Originalsprache
deutsch
Erster Satz
Von Henriette Bernhard, geborene Schöning, soll hier die Rede sein.

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Handlungsort

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Die Schönings leben in einem kleinen Dorf an der deutsch-belgischen Grenze. Wie die meisten Familien hier verdienen sich auch die Schönings mit Kaffee-Schmuggel etwas dazu. Die 17jährige Henni ist, wie viele andere Kinder, von Anfang an dabei und diejenige, die die Schmuggel-Routen über das Hohe Venn, ein tückisches Moor-Gebiet, kennt. So kann sie die Kaffee-Schmuggler, hauptsächlich Kinder, in der Nacht durch das gefährliche Moor führen. Ab 1950 übernehmen immer mehr organisierte Banden den Kaffee-Schmuggel, und Zöllner schießen auf die Menschen. Eines Nachts geschieht dann das Unfassbare: Hennis Schwester wird erschossen.
Henni steckt man daraufhin 1951 in eine Besserungsanstalt. Wegen Kaffee-Schmuggels. Doch das ist nur ein Teil der Wahrheit.
Die jüngeren Geschwister, die Henni anstelle der toten Mutter versorgt hatte, kommen in ein kirchliches Heim. Wo der kleine Matthias an Lungenentzündung verstirbt. Auch das ist nur ein Teil der Wahrheit.

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Erschütternd

Inhalt:
Henni gerät im jugendlichen Alter in eine sehr schwierige Situation. Ihre Mutter ist gestorben, ihr Vater ist schwer traumatisiert vom Krieg und nicht in der Lage, sich um seine vier Kinder zu kümmern. Henni sieht keine andere Möglichkeit, als sich den Kaffeeschmugglern anzuschließen. Nur mit dem dadurch verdienten Geld gelingt es ihr, sich und ihre Geschwister zu versorgen und zu verhindern, dass sie in ein Heim gegeben werden. Leider passiert bei einer Tour ein fürchterliches Unglück, das zur Folge hat, dass Henni in einer Besserungsanstalt untergebracht wird und die Geschwister in einem Kinderheim landen. Das ist der Anfang eines schrecklichen Leidensweges, denn die Kinder werden menschenunwürdig behandelt und für ihr Leben gezeichnet.

Meine Meinung:
„Grenzgänger“ war für mich das erste Buch von Mechthild Borrmann, aber gewiss nicht das letzte. Die klare und einfache Sprache hat mich sofort in ihren Bann gezogen. Von Anfang an ist man mitten drin in der Geschichte und leidet mit den Protagonisten. Glücklicherweise gibt es auch einige Situationen, in denen man sich mit freuen kann. Trotz aller Tragik lockern humorvolle Szenen das Geschehen auf, was das Lesen erträglicher macht. Die Handlung wird in verschiedenen Zeitebenen und aus unterschiedlichen Perspektiven erzählt, sodass sich die Geschichte stückweise zu einem erschütternden Gesamtbild zusammenfügt. Die Anhörung und die Verhandlung um die Geschehnisse in den Heimen findet in den 70er Jahren statt. Es wird deutlich, dass die Kinder von damals, die mittlerweile erwachsen sind, immer noch an dem leiden, was sie damals erlebt haben. Die Zustände in dem katholischen Kinderheim haben mir die Tränen in die Augen getrieben. Es ist wirklich erschütternd, was den armen Kinderseelen angetan wurde - von „gottesfürchtigen“ Erzieherinnen. Die Personen sind fiktiv, die Geschehnisse allerdings sind wirklich passiert und lassen den Leser fassungslos und entsetzt zurück. Die Autorin hat Zeitzeugen interviewt und ihnen durch die Aufarbeitung dieses Tabuthemas Gehör verschafft.
Die Charaktere sind authentisch und liebevoll gezeichnet. Henni ist ein tolles Mädchen, das genau weiß, was es will. Die Sorge um ihre Geschwister treibt sie an und lässt sie über sich hinauswachsen. Als erwachsene Frau vor Gericht ist sie noch immer um das Wohl ihrer Geschwister besorgt, was ihr zum letztendlich Verhängnis wird.
Auch alle anderen Haupt- und Neben-Protagonisten haben mich überzeugt.
So sehr man sich ein Happy End wünscht, man weiß doch, dass es keines geben kann.

Fazit:
Ein erschütternder, sehr emotionaler Roman, der noch lange nach dem Lesen nachwirkt.

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