Michel Bussi: Die Frau mit dem roten Schal

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Michel Bussi: Die Frau mit dem roten Schal
ET (D)
2015
Ausgabe
Taschenbuch (Broschiert)
Originaltitel
N'oublier jamais
ET (Original)
2014
ISBN-13
9783352006760

Informationen zum Buch

Seiten
368

Sonstiges

Originalsprache
französisch
Übersetzer/in
Erster Satz
Sehr geehrter Monsieur Calmette,

in der Nacht vom 12. auf den 13. Juli 2014 brach von der Klippe bei Ètigues, drei Kilometer westlich der Gemeinde Yport, Gestein mit einem Volumen von etwa 45 000 Kubikmetern ab.

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Handlungsort

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Jamal sieht zuerst nur den roten Schal. Dann die verzweifelte junge Frau, die am Rand der Klippen steht. Er will sie retten, wirft ihr den Schal zu. Doch die Frau springt. Und niemand glaubt ihm seine Geschichte, denn es sind bereits zwei Frauen zu Tode gekommen, nach exakt dem gleichen Muster. Verzweifelt versucht Jamal zu beweisen, dass er nichts mit dem Tod der Frau zu tun hat, aber alles spricht gegen ihn. Und schon bald weiß er selbst nicht mehr, was wahr ist und wem er noch vertrauen kann …

Ein hochspannendes und emotionales Spiel zwischen Schein und Wirklichkeit.

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Gute Idee, aber ...

Nur wenige Sekunden sind es, die Jamals Leben komplett auf den Kopf stellen. Beim Joggen in einem normannischen Badeort trifft er auf eine bildschöne junge Frau, die in einem zerrissenen Kleid am Klippenrand steht, einen roten Schal in den Händen, und offenbar kurz davor ist, hinunterzuspringen. Jamal versucht, sie von dem tödlichen Sprung abzuhalten, will sie mit Hilfe des Schals auf sichereren Boden ziehen, doch vergebens, sie stürzt, zig Meter tief auf den Kiesstrand.

Jamal ist völlig außer sich. Doch es kommt noch schlimmer - bevor er überhaupt eine Chance hat, das traumatische Erlebnis zu verarbeiten, findet er sich plötzlich unter Mordverdacht gestellt. Die Beweislage spricht unmissverständlich gegen ihn, auch wenn es da Indizien gibt, die so eigentlich gar nicht existieren dürften. Je mehr sich die Schlinge für ihn zuzieht, umso stärker beginnt er an seinem Verstand zu zweifeln und fragt sich, ob er am Ende wirklich in geistiger Umnachtung die junge Frau getötet hat.

Gleichzeitig erhält er immer wieder detaillierte Hinweise auf zwei sehr ähnliche Todesfälle, die sich zehn Jahre zuvor ereignet haben, einer sogar am gleichen Ort. Todesfälle, die der damalige Ermittler nie ganz ad acta gelegt hat. Jamal spürt immer mehr, dass er in dieser Sache sich auf niemanden verlassen kann, und versucht, auf eigene Faust so viel wie möglich herauszufinden, aber je mehr er erfährt, umso rätselhafter wird das Ganze.

Als unschuldiger Mordverdächtiger allein auf weiter Flur zu stehen, ist eine üble Extremsituation, die man keinem wünscht, schon gar nicht dem einbeinigen Sportler, der sich in seinem jungen Leben schon gegen so einige Widrigkeiten behaupten musste und dabei dennoch nie seinen Humor, seine Phantasie und sein Faible für versponnene Geschichten verloren hat.

Jamal wird übel mitgespielt (wie übel genau, kristallisiert sich erst mit der Zeit heraus), und es ist ziemlich nervenaufreibend, mitzuverfolgen, wie sich immer wieder Spuren unerklärlicherweise im Sand verlaufen, die er für hieb- und stichfest gehalten hatte, und wie er immer wieder an seinen wenigen vermeintlichen Verbündeten zweifeln muss. Lange Zeit fragt man sich, wie zur Hölle das alles so sein kann, wie es ist, und stellt irgendwann dann notgedrungen auch Jamals Zuverlässigkeit als Erzähler in Frage. Das hat der Autor ziemlich gewieft angestellt.

So viel zu den Vorzügen des Buches, das schnell in seinen Bann zieht, so dass man immer wieder nur noch ein weiteres kurzes Kapitelchen lesen möchte und plötzlich schon die Hälfte hinter sich hat.

Leider gab es aber auch einiges zu bemängeln. Die Dialoge klingen häufig hölzern (inwieweit das der Übersetzung geschuldet ist, kann ich natürlich nicht beurteilen), die Beschreibung der Figuren wirken gerne schablonenhaft, und bei aller Spannung erscheint die Story ab einem gewissen Punkt wie aus einem Hollywood-Popcornthriller abgekupfert, mit heftigen Gewaltausbrüchen und der üblichen attraktiven Dame, die für ein bisschen erotisches Prickeln zwischendurch sorgt (und die Frage aufwirft, wieso zwei einander bis kurz zuvor noch völlig unbekannte Menschen, von denen mindestens einer unter extremem Druck steht, in solchen Thrillern immer mir nichts, dir nichts in die Kiste hüpfen müssen. Das ging hier ein bisschen sehr schnell.)

Als sich erste Hinweise auf eine mögliche Auflösung andeuten, merkt man außerdem, wie konstruiert und übertrieben der Plot ist, streckenweise sogar regelrecht unglaubwürdig. Wer darüber hinwegsehen kann bzw. mag (oder noch nicht so viele Thriller gelesen und gesehen hat), kann sich damit sicherlich trotzdem gut unterhalten und wird am Ende mit einem Knalleffekt belohnt, der wiederum so nicht vorherzusehen war.

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