Michèle Halberstadt: Meine amerikanische Freundin

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Michèle Halberstadt: Meine amerikanische Freundin
Verlag
ET (D)
2015
Ausgabe
Taschenbuch
Originaltitel
Mon amie américaine
ET (Original)
2014
ISBN-13
9783548287850

Informationen zum Buch

Seiten
160

Sonstiges

Originalsprache
französisch
Übersetzer/in
Erster Satz
Ich brauchte dringend Honigpastillen.

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Handlungsort

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Sie sind enge Freundinnen, obwohl die eine in Paris, die andere in New York lebt. Doch dann verändert ein Anruf aus Manhattan plötzlich alles: Molly liegt im Koma. Als sie aufwacht, halbseitig gelähmt und mit eingeschränktem Gedächtnisvermögen, zieht sie sich dorthin zurück, wo kaum jemand sie noch erreicht. Alle Versuche der Erzählerin, die starke, kämpferische Molly mit dem sprühenden Geist ins Leben zurückzuholen, laufen ins Leere. Ein einfühlsamer Roman über die starken Bande der Freundschaft – und den Schmerz ihres Verlustes.

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Meine amerikanische Freundin

Molly und die Erzählerin dieser Geschichte sind beste Freundinnen. Beide arbeiten in der Filmbranche. Molly lebt als Single in New York, die Erzählerin mit Mann und Kindern in Paris. Trotz der großen Entfernung sind sich die zwei Frauen sehr nah. Als in Paris die Nachricht eintrifft, dass Molly im Koma liegt, spürt man die Verzweiflung der Erzählerin ganz deutlich. Sie schreibt ihre Gefühle auf. Hierdurch erfährt der Leser was die Frauen verband und verbindet und wie sich durch das Unglück ihre Verbindung verändert.

Die Geschichte ist beklemmend. Durch die Schilderung aus der Sicht der besten Freundin, erlebt man Mollys Koma hautnah, ist dabei, wenn sie nach einigen Monaten wieder daraus erwacht und leidet mit, als feststeht, dass sie halbseitig gelähmt ist und es wohl auch bleiben wird.

Mit nur 152 Seiten ist „Meine amerikanische Freundin“ ein sehr kurzes Buch, aber das Schicksal von Molly und auch die Gefühle ihrer Freundin wirken durch die tagebuchartige Schilderung sehr intensiv auf den Leser. Hier wird deutlich, wie schwer es ist, eine Freundschaft auch in jeder Lebenssituation zu leben und sie lebendig zu halten. Verändert sich ein Mensch sehr stark, so ändert sich auch das Verhalten des Anderen ihm gegenüber. So kommt in der Geschichte zum Ausdruck wie ein solches Schicksal den Betroffenen selbst, aber auch seine Mitmenschen verändern kann und verändern wird.

„Meine amerikanische Freundin“ regt zum Nachdenken an und sollte für jeden Leser sicherlich ein Anlass sein, über eigene Freundschaften einmal intensiv nachzudenken.

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Eine harte Zeit für die Freundschaft

Die Ich-Erzählerin und Molly sind Freundinnen, die eine lebt mit ihrer Familie in Paris, die andere als überzeugte Single in New-York. Als Molly plötzlich im Koma liegt, schreibt ihre Freundin in Paris alles auf, was ihr durch den Kopf geht und was sie der Freundin gerne sagen würde. Sie erinnert sich an ihre starke Freundschaft, wie gut sie sich verstanden haben, was sie füreinander bedeutet haben. Die kleine Tochter fragt warum die beiden Frauen Freundinnen sind. Unerklärlich, antwortet die Mutter und doch denkt sie den ganzen Tag über die Frage nach.
Auf der anderen Seite wird Molly beschrieben, wie sie mit ihrem Schicksalsschlag umgeht, wie sie sich in einem neuen Leben einrichtet und das alte Leben für immer aufgibt. Die Freundin aus Paris beobachtet die Verwandten und Bekannten von Molly, wie jeder reagiert und stellt auch ihre eigene Reaktionen in Frage. Sie verschweigt der Freundin ihr eigenes Leben, will sie nicht mit schlechten Neuigkeiten belasten, ihr aber auch nicht mit positiven Geschehnissen vor Augen führen, dass bei der Freundin in Paris das gewohnte Leben weitergeht.

Die einzelnen Etappen wurden meiner Meinung nach zu schnell abgehakt, was die Geschichte stellenweise etwas oberflächlich macht. Auch das Ende kam mir zu abrupt.

Das Buch ist kurz, flüssig und leicht zu lesen, der Erzählstil ist knapp und nüchtern. "Die amerikanische Freundin" regt zum Nachdenken an, über Freundschaft, was sie ausmacht und was sie aushalten kann. Ich habe das Buch gerne gelesen und kann es jedem empfehlen.

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Was muss passieren, damit eine wunderbare Freundschaft an Bedeutung verliert?

Dieses 152 seitenarme Büchlein ist das Tagebuch, das eine Französin geschrieben hat, seitdem sie wusste, dass ihre in Amerika lebende Freundin im Koma liegt. Für die Tagebuchschreiberin, deren Name für uns Leser bis zuletzt unbekannt bleibt, ist die im Koma liegende Molly nicht nur irgendeine Freundin, sondern ihre allerbeste. Und deshalb kann ich auch sehr gut nachvollziehen, dass sie mit so einem Zustand, der zwischen Leben und Tod zu sein scheint, irgendwie versuchen muss umzugehen, vor allem, wenn es sich da um diese wunderbare Freundin handelt. Sie möchte, solange Molly im Koma liegt, alles festhalten, was sie beschäftigt, all ihre Sorgen, Ängste, aber auch Hoffnungen - und das nicht nur die Freundin, sondern auch ihre eigene Familie betreffend. Die Gründe dafür sind einleuchtend: dass ist ihre Art, mit der Situation umzugehen, und sie hat auch die Hoffnung, dass Molly nach dem Erwachen alles lesen kann, was in der Zwischenzeit so vor sich gegangen ist. Da ist ein Tagebuch, damit man nichts vergisst, eine optimale Lösung - auch weil sie ja nicht wissen, wie lange Molly im Reich der tief Schlafenden verbringen wird ...

~ Ich würde am liebsten eine Nachricht aufnehmen für alle, die in der Klinik anrufen und nach dir fragen: "Molly ist zur Zeit leider nicht da. Sie hat sich vorübergehend von ihrem Körper getrennt. Am besten, Sie suchen in Ihren Erinnerungen nach ihr." ~
(S. 93)

In dem Tagebuch wird nun alles festgehalten, was die Erzählerin beschäftigt: die Gedanken und vor allem die Ängste, die sie um Molly hat, teilweise bekommen wir auch Einblick in ihr Familienleben mit ihren beiden Kindern und ihrem Mann Vincent, mit dem es auch problematisch wird ...
Das ist natürlich alles sehr berührend und manchmal auch traurig zu lesen. Die Erinnerungen mit der Freundin, die im Tagebuch verewigt werden, hinterlassen ein ganz eigenes, ungutes, vielleicht auch unbekanntes, Gefühl beim Leser, weil man eben schon ahnt, dass nach dem Erwachen nichts mehr so sein wird, wie es mal war.

~ Du bist die Kranke, und ich bin die mit der Angst. ~
(S. 87)

Auch vor Anschuldigungen und Vorwürfen ist Molly durch die Tagebuchschreiberin nicht gefeit. Man kann sich als Mensch, der so etwas nicht durchgemacht hat, kaum vorstellen, wie es ist, seine beste Freundin im Koma liegen zu sehen, absolut machtlos zu sein und vor bangendem Hoffen, dass die Freundin nicht stirbt, nicht zu verzweifeln ...

~ Du hast immer gesagt, du würdest mit dem Rauchen aufhören, sobald du ein Kind bekämst, nur eine Schwangerschaft könnte dich auf deine drei Schachteln am Tag verzichten lassen.
Du hast nicht daran gedacht, dass man auch durch eine Krankheit abstinent werden kann.
Auf der Intensivstation gibt es keinen Raucherbereich. ~
(S. 14)

Und dass Molly doch aufwacht, aber halbseitig gelähmt, weiß man ja schon durch die Buchrückseite, aber eben nicht, in welche Richtung sich diese Freundschaft dann bewegen wird. Mit den Veränderungen, die mit einer Hemiplegie einhergehen, nicht nur die Bewegungsfreiheit, sondern auch die psychische Verfassung betreffend, hat die Tagebuchschreiberin nicht gerechnet. Und es fällt schwer und stimmt ziemlich nachdenklich, sich als Leser diese Veränderungen einer einst so wichtigen und großartigen Freundschaft bewusst zu machen ...

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