Elli H. Radinger: Minnesota Winter

Elli H. Radinger: Minnesota Winter

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Elli H. Radinger: Minnesota Winter
Untertitel
Eine Liebe in der Wildnis
ET (D)
2013
Ausgabe
Gebundene Ausgabe
ISBN-13
9783352008672

Informationen zum Buch

Seiten
304

Sonstiges

Originalsprache
deutsch
Erster Satz
Ich rannte durch den Wald.

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Der Aussteiger Greg Howard ist die Erfüllung ihres Traums vom Leben in der Einsamkeit inmitten wilder Tiere. Spontan bricht Elli Radinger alle Brücken in Deutschland ab und zieht nach Minnesota zu einem Mann, den sie kaum kennt. Sie lebt mit ihm in einer Blockhütte im Revier von Wölfen und Bären und stürzt sich in Abenteuer, die sie an ihre Grenzen bringen – körperlich und emotional. Sie lernt das Überleben bei bis zu minus 30 Grad, baut Kanus und geht mit ihrem Traummann auf Entdeckungsreise in ein unbekanntes Amerika. Aber das Leben in der Wildnis ist hart und hinterlässt bald tiefe Risse im romantischen Lebenskonzept. Nach einem gewalttätigen Ausbruch von Greg nutzt Elli die Gelegenheit zur Flucht.

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Ein Traum von Wildnis

Die Wolfsexpertin Elli trifft an ihrem letzten Abend auf einem Kongress in den USA Greg, der sonst in der Wildnis Minnesotas lebt. Auch wenn sie nur kurz die Gelegenheit haben, einige Sätze zu wechseln, so geht Elli der Mann trotzdem nicht mehr aus dem Kopf. Zum Glück hat Elli ihm ihre Adresse in Deutschland notiert - und schon bald treffen die ersten Briefe ein. Bei dem Briefwechsel, der sich nun entwickelt, stellt Elli fest, das Greg im Grunde ihren Traum lebt: frei, in einer selbstgezimmerten Holzhütte in der Wildnis - inmitten von Bären und Wölfen… Elli, die sich schon immer im Winter wohlfühlte und zudem die Einsamkeit sehr schätzt, beschließt binnen weniger Tage, ein Leben mit dem ihr fast unbekannten Mann zu wagen und zieht zu ihm in die North Woods. Auch wenn sie sportlich ist und die Natur und die Tierwelt der Gegend einzuschätzen weiß, so muss Elli sich dennoch in das ungewohnte Leben einfinden, lernen, bei 30 Grad minus Trinkwasser zu holen, Kanus zu bauen und körperlich durchaus sehr anstrengende Aufgaben zu verrichten. Doch sie genießt die Zeit fernab des Trubels und größerer technischer Errungenschaften und erfreut sich an der traumhaften Landschaft, der Ruhe und der absoluten Nähe zur Natur. Als sie dann auch noch zum ersten Mal Wölfe nahe der Cabin sieht, ist es um sie geschehen: das ist das Leben, von dem sie immer geträumt hat! Aber bald entstehen auch erste seltsame Situationen mit Greg, ihrem Wildnis-Traummann. Auch wenn Elli diesen Mann liebt und ihren Traum nicht in Gefahr sehen will, so muss sie doch feststellen, dass Greg um einiges anders ist als sie selbst…

"Minnesota Winter. Eine Liebe in der Wildnis" ist mein erstes Buch der Autorin Elli H. Radinger, auch wenn ich schon ein-, zweimal über ihre Wolfsbücher gestolpert bin. So hatte ich jedenfalls keinen Vergleich und vielleicht ist das auch gut so, da es sich bei diesem Buch um einen autobiographischen Roman handelt, in dem selbstverständlich Wölfe vorkommen, aber auf denen eben nicht das Hauptaugenmerk liegt. In diesem Buch geht es stattdessen um den Traum Elli Radingers, ein Leben in der Wildnis zu führen und wie er letzten Endes scheiterte.
Die Autorin schafft es in meinen Augen sehr gekonnt, von ihren damaligen Erfahrungen zu berichten und schildert ihre damalige Eindrücke und Gefühlslagen so behutsam, dass ich mir bei der Lektüre sehr gut vorstellen konnte, was in dieser Frau damals vorgegangen sein muss. Gemeinsam mit Elli war ich baff, angesichts der wunderschönen, größtenteils unberührten Natur und den Begegnungen mit ihren tierischen Bewohnern. Bemerkenswert fand ich auch, wie schnell sich Elli und ihr Körper an das raue Leben gewöhnt: aber sicherlich konnte die Autorin schon ganz gut einschätzen, was sie da so ungefähr erwartet. Und sie ist eben auch bereit, für ihren großen Traum einiges zu geben, nicht nur auf dem heimischen Sofa zu liegen und es sich vorzustellen. Hiervor habe ich den größten Respekt! Dass Elli den Mut hatte, diesen Traum zu leben und dafür vieles aufgibt, finde ich wirklich großartig.
Aber nicht nur die Naturbeschreibungen haben mich fasziniert, sondern auch die Menschen, auf die Elli während ihrer Zeit in der Wildnis Minnesotas trifft. Menschen, die ein einfaches und mehr oder weniger einsames Leben führen und dadurch ein anderes Verhältnis zu ihrer Umwelt haben. So begegnet Elli Menschen, die sich für sie interessieren und sehr freundlich, ja, manchmal regelrecht besorgt sind.
Was mich aber am allermeisten berührt hat, sind die teilweise sehr persönlichen Einblicke in die Gedanken der jüngeren Elli, die in den North Woods schon bald lernen muss, dass sie eine ganze Menge aufgeben muss, wenn sie dieses Leben dauerhaft führen möchte. Die begreift, dass der Mann, der bereits 14 Jahre dort in seiner Blockhütte lebt, es nicht kennt, Kompromisse zu finden… Elli muss sich in diesen Monaten entscheiden, welches Leben sie führen möchte und sich fragen, ob sie wirklich alles hinter sich lassen kann, selbst ihre Hündin, um sich ihren größten Traum zu erfüllen.

"Minnesota Winter" war für mich ein sehr packendes, ehrliches und schönes Buch, das perfekt in diese Jahreszeit passt und mich über meine Träume hat nachdenken lassen. Wie viel sind sie einem wert? Welche (realistischen) Träume schmerzen am meisten: die ungelebten oder die gescheiterten? Aber auch weil mich die Natur in einigen Gegenden der USA besonders beeindruckt, wird dieses Buch noch einige Zeit in mir nachhallen.

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Der Traum vom Leben in der Wildnis

Anfang der 1990er Jahre lernt Elli Radinger bei einem Kongress in Minnesota den Wildnisguide Greg Howard kennen, der einen bleibenden Eindruck bei ihr hinterlässt: Greg lebt zurückgezogen in einer einsamen Cabin inmitten der Wälder von Minnesota am Timber Lake nahe der kanadischen Grenze und steht damit für Ellis großen Traum von einem Leben in der Wildnis. Kaum zurück in Deutschland kommt es zu einem regen Briefwechsel zwischen Elli und Greg, sodaß Elli wenige Wochen nach ihrem ersten Zusammentreffen beschließt, Greg für ein paar Wochen zu besuchen – sie kann sich durchaus dauerhaft ein Leben an Gregs Seite vorstellen. Einziger Wermutstropfen: sie muß ihre geliebte Hündin Lady zunächst in Deutschland zurücklassen.
Ziemlich schnell zeigt das Wildnisleben Elli die Grenzen ihrer körperlichen Leistungsfähigkeit auf (vorallem im Winter); dennoch verbringt sie im Großen und Ganzen wunderbare und verliebte Wochen in einer berauschend schönen Landschaft. Allerdings zeigt Gregs Traummannfassade allmählich Risse …

Wie schon in dem Buch „Wolfsküsse“ zeigt Elli Radinger auch mit diesem Buch wieder, wie schön und bildhaft sie erzählen kann. Die Naturbeschreibungen und ihre Wildbeobachtungen und – kontakte sind einfach herrlich. Die Ruhe und Einsamkeit, die sie am Timber Lake erfährt, sind sehr verlockend, allerdings verschweigt sie auch nicht die körperlichen Strapazen, die die romantischen Vorstellungen von einem Leben in der unberührten Wildnis etwas trüben. Besonders gut gefallen hat mir die Wolfsbeobachtung von Elli und Greg, als sie die Nacht in dem Aussichtsturm der Cabin verbringen, in der sich auch Gregs Bibliothek befindet.

Das Buch beginnt mit einem Prolog, der einen spannenden Ausblick auf das Ende des Buches gibt und dem Leser sehr schnell klar macht, daß die Beziehung zwischen Greg und Elli kein glückliches Ende finden wird. Ich bin mir nicht sicher, ob es mir nicht besser gefallen hätte, wenn dieser Ausblick nicht direkt am Anfang gestanden hätte: so war ich von Anfang an mißtrauisch gegenüber Greg und er hatte kaum eine Chance, bei mir Pluspunkte zu sammeln. Auf der anderen Seite wird durch den Prolog schon sehr viel Spannung aufgebaut.

Das Leben in der Wildnis war schon immer der große Traum der Autorin, so daß sie vor den ersten negativen Entwicklungen in ihrer Beziehung zu Greg noch die Augen verschliesst bzw. hofft, daß sich ihre gemeinsame Liebe als stark genug erweist, daß auch Greg sich mehr auf Elli und ihre Wünsche und Bedürfnisse einlassen wird. Ein Streitpunkt, der zwischen den Beiden steht, ist Ellis Hündin Lady, die sie bei einem Leben an Gregs Seite in Minnesota natürlich zu sich holen möchte – Greg hasst allerdings alle domestizierten Tiere. Unter dieser ablehnenden Haltung leidet Elli sehr und ist daher zwischen ihrem Leben in Deutschland und dem Leben in Minnesota hin- und hergerissen.

Greg kann charmant und sehr zärtlich sein, schreibt Elli Gedichte und läßt ihr Grüße über das Radio ausrichten, wenn er als Wildnisguide unterwegs ist; dann aber wiederum nimmt er keinerlei Rücksicht auf ihre Gefühle und Wünsche, zeigt sich hartherzig, wenn es um Ellis Hündin geht und ist in keiner Weise an ihrem Leben in Deutschland interessiert.
Der Autorin wird immer klarer, daß ihr Traum vom einsamen Wildnisleben und einer harmonischen Beziehung mit Greg immer unrealisierbarer wird. Kraft zieht sie aus der Natur und den Tieren, denen sie rund um den Timber Lake begegnet. Aber auch ihre Erlebnisse und Naturbeobachtungen, die sie mit Greg macht, als die Beiden in den Urlaub fahren, sind einfach nur atemberaubend.

Auch wenn das Ende des Buches für Elli schmerzhaft ist, ist es doch auch versönlich und bedeutet einen neuen Lebensabschnitt für sie, und sie hat, wenigstens eine Zeit lang, ihren Traum vom Leben in der Wildnis verwirklichen können.

Das Buch ist hervorragend geeignet, an kalten Winterabenden auf dem Sofa mit einer heißen Tasse Tee oder Kakao vor dem knisternden Kamin gelesen zu werden. Und ich freue mich sehr auf weitere Romane der Autorin, in denen sie mich hoffentlich wieder in einsame und faszinierende Naturwelten entführen wird.

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Wie weit kann man gehen?

Kurz vor ihrem 40. Geburtstag lernt Elli Radinger in den USA Greg kennen. Er lebt ein Aussteigerleben in einer selbstgebauten Blockhütte in der unberührten Wildnis von Minnesota – und damit den Traum, den Elli selber schon lange hat. Die beiden verlieben sich und Elli lässt sich auf ein Abenteuer ein, indem sie zu ihm in die Wildnis zieht und sich dort ganz auf das raue Leben des Naturburschen einlässt.

Schnell wird klar, dass dies sie an ihre Grenzen bringen wird: zuerst an die körperlichen, denn das Leben in der Wildnis ohne Strom, fließend Wasser und mehrere Kilometer von der nächsten befahrbaren Straße entfernt ist kein Zuckerschlecken. Und Greg erwartet tatkräftige Mithilfe von seiner neuen Mitbewohnerin, körperliche Schwäche lässt er nicht gelten. Doch auch emotional ist der Minnesota Winter eine Herausforderung. Obwohl Greg durchaus charmant und liebevoll sein kann, zeigen sich auch bald andere Seiten an ihm. Er hat strikte, teilweise geradezu radikale Einstellungen zu vielen Grundsatzthemen und ist nicht bereit, von seinen Ansichten auch nur das geringste bisschen abzuweichen. Kompromisse gibt es bei ihm nicht, es zählt nur seine Ansicht.

Elli ist bald hin- und hergerissen zwischen ihrer Liebe zu diesem Mann und vor allem der Liebe zu der wunderbaren Landschaft, in der er lebt und den Einschränkungen, die seine Ansichten und Einstellungen ihr auferlegen. Geradezu exemplarisch hierfür ist Gregs strikte Ablehnung von Hunden, während Elli sich nach ihrer in Deutschland zurückgebliebenen Hündin Lady sehnt und sie schrecklich vermisst.

Irgendwann muss Elli sich die Frage stellen, ob es das wirklich wert ist – und sie entscheidet sich gegen Greg. Doch ihren großen Traum vom Leben in der Wildnis erfüllt sie sich später dann doch!

Das Buch beginnt mit einem Prolog, der beinahe einen Thriller erwarten lässt. Dementsprechend hat man als Leser schon von Anfang an gewisse Vorbehalte gegen Greg, die sich im Verlauf des Buches immer weiter bestätigen. Dennoch konnte ich Ellis Entscheidungen durchaus nachvollziehen. Wenn man verliebt ist, ist man ja zumindest eine Zeitlang bereit, über vieles hinwegzusehen und Greg hat ja auch durchaus ein paar positive Seiten. An seiner Seite erlebt Elli die wilde Natur und Tierwelt Nordamerikas auf ganz besondere Weise und diese beeindruckenden und berührenden Schilderungen ließen mir immer wieder deutlich werden, warum sie das so lange mitgemacht hat.

Es handelt sich hier um einen autobiografischen Roman, wer einen neuen Wolfsratgeber erwartet, wird vielleicht enttäuscht sein. Mich hingegen konnte die Autorin wieder absolut fesseln und begeistern und ich bewundere sie für die tiefen Einblicke in ihr privates Innerstes, die sie uns Lesern mit diesem Buch erlaubt!

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Elli H. Radinger - Minnesota Winter

Inhalt:

Der hohe Norden ist nicht jedermanns Sache. Dennoch lässt Elli H. Radinger ihr gemütliches Leben in Deutschland hinter sich und zieht zu einem bisher noch fast unbekannten Mann in die Wildnis. Für Elli ist es die Erfüllung eines Lebenstraumes: Eine Hütte im Nirgendwo, umgeben von praktisch unberührter Natur.

Doch bald schon zeigt der anfängliche Traummann sein wahres Gesicht und Elli muss sich entscheiden...

Meine Meinung:

Nachdem ich schon "Wolfsküsse" von Elli H. Radinger gelesen habe, war ich natürlich neugierig auf Radingers neues Buch: Minnesota Winter - so der schöne Titel des Buches. Ein weiteres Mal hat Radinger mich nicht enttäuscht.

Radingers Sprache ist klar wie ein frischer Wintermorgen, sie kommt direkt zur Sache und verzichtet auf grosse Ausschweifungen. Geanu das mag ich an ihr. Diese Art zu schreiben hat mich auf einer Leseflaute geholt, ich bin somit zu grosser Dankbarkeit verpflichtet.

Bereits der Prolog lässt einem die Haare zu Berge stehen und man stürtzt sich direkt in die Geschichte. In diesem autobiografischen Buch erzählt Radinger von einer wichtigen Zeit ihres eigenen Lebens und das so intensiv, dass man meint, persönlich dabei zu sein.

Man leidet mit Elli mit, geniesst mit ihr die Natur und erlebt unvergessliche Begegnungen mit den wilden Tieren. Ich hatte wirklich das Gefühl, dass die Mücken auf mich losgehen würden, so gut schafft Radinger es, ihre Erlebnisse zu beschreiben.

Umso eindringlicher sind die Erlebnisse mit Greg. Anfänglich Ellis Traummann, wird er nicht nur dem Leser immer suspekter. Den Schluss des Buches habe ich gelesen, ohne dabei zu atmen. Ich musste einfach wissen, wie es nun ausgehen würde. Als ich die Buchdeckel schloss, zitterten meine Hände noch immer...

Fazit:

Ein weiteres grossartiges Buch aus der Feder von Elli H. Radinger. Vor allem Leser von Biografien werden hier eine tolle Mischung aus Liebe, Realität und Natur finden.

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Die Distanz zwischen Traum und Realität

Elli H. Radinger hat mit »Minnesota Winter« einen abenteuerlichen Liebes-Wildnis-Roman geschaffen, der auch gleichzeitig ihre Autobiografie darstellt. Die (damals) in Deutschland lebende Autorin beschreibt darin ihre Liebe zur Natur und den Tieren (allen voran den Wölfen) und wie sie es geschafft hat, sich ihren Traum vom Leben in der Wildnis, im Einklang mit der Natur, zu erfüllen. Dass das Ganze auch mit einer Menge Entbehrungen einhergehen würde, war ihr erst nicht derart bewusst.

~ Wenn die Existenz auf die Basis reduziert wird, erlangen andere Dinge Bedeutung, und wir beginnen, uns selbst zu entdecken. ~
(S. 299)

Manch einer hat ja manchmal diese Anwandlung, einfach seine Sachen zu packen, wegzugehen und mitten im nirgendwo in einer Waldhütte weit abseits der Gesellschaft, und ebenso weit entfernt von Straßen- und Menschenlärm, zu leben. Dass dieses Vorhaben nicht ausschließlich romantisch ist und so ein Leben mitunter sehr anstrengend werden kann, hat die Autorin am eigenen Leib erfahren müssen. In Ellis Fall kam nämlich ein Mann hinzu, der ihr die erste Zeit des Ausstiegs zwar noch erleichtert und sehr schön gemacht hat, aber im Laufe des weiteren Kennenlernens hat sich herausgestellt, dass ebenjener Mann ziemlich engstirnig, verurteilend, kontrollsüchtig und intolerant ist, worunter Elli, je mehr Zeit sie mit ihm verbracht hat, richtig gelitten hat. Aber nicht nur das, zum Ende hin hat ihr Wildnismann sogar seine gewaltbereite Seite gezeigt ...

Wenn ich mir vorstelle, kilometerweit von der nächsten Zivilisation entfernt zu sein und ich mich mit einem unberechenbaren Mann in einer kleinen Waldhütte aufhalten würde, ohne großartige bzw. schnelle Fluchtmöglichkeit, wird mir ganz mulmig zumute. Wie sich Elli in dieser Situation gefühlt hat, kann ich mir also denken - und das wird, wie ich finde, in diesem Buch auch hervorragend von ihr rübergebracht.

~ Ich glaube, der Verlust eines Traums, der Vorstellung, wie das Leben hätte sein können, ist stets wie ein kleiner Tod, den wir betrauern müssen, um danach wie Phoenix aus der Asche zu steigen und neu zu beginnen. ~
(S. 291)

Teilweise konnte ich die Autorin aber auch nicht verstehen. Ihr Wildnismann Greg kommt hierin nämlich abwechselnd lieb und dann wieder wie ein Monster oder wenigstens wie ein äußerst unguter/unangenehmer Zeitgenosse rüber, und ich hatte so den Eindruck als würden Gregs negative Seiten deutlich überwiegen, dennoch hat Elli ihm immer und immer wieder eine Chance gegeben. Ein bisschen hatte ich das Gefühl, als wäre sie masochistisch. Wer gibt sich denn noch länger mit einem Mann wie Greg, der sie so respektlos behandelt, ab? - Leben in der Wildnis hin oder her. Da wäre ich mir selbst viel zu wichtig, als dass ich das ignorieren oder drüber hinwegsehen könnte. Bei der allerersten schlechten Behandlung hätte ich schon meine Sachen gepackt und ihn verlassen. Sich so etwas auf Dauer gefallen zu lassen bzw. zu warten, bis der Mann komplett ausgereizt ist, das wäre mir nicht eingefallen ...

Jedenfalls ist es wirklich spannend zu lesen gewesen, wie Elli das alles durchgestanden und überlebt hat, ohne Schaden davonzutragen. So ein Leben in der Einsamkeit und Stille der Wildnis hat schon was Reizvolles, das muss auch ich gestehen, aber dass das auch Schattenseiten hat, muss man sich auch erst mal bewusst machen und eingestehen. Wer mit dem Gedanken spielt, auszusteigen, für den ist das Buch bestimmt was; für alle anderen, die Fans abenteuerlicher (realer) Geschichten sind, die sind mit »Minnesota Winter« wahrscheinlich ebenfalls gut beraten.

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