Nicole C. Vosseler: Die Farben der Erinnerung

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Nicole C. Vosseler: Die Farben der Erinnerung
Verlag
ET (D)
2017
Ausgabe
Taschenbuch
ISBN-13
9783442483945

Informationen zum Buch

Seiten
416

Sonstiges

Originalsprache
deutsch
Erster Satz
Die Nacht ist still, geschmeidig wie Olivenöl

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Handlungsort

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Als Kind verlor Gemma ihre Eltern bei einem Brand – ein tragisches Unglück, das sie auch als Erwachsene noch verfolgt. Ihr zurückgezogenes Leben in New York gerät jäh aus dem Gleichgewicht, als sie anonyme Post erhält: einen Umschlag mit Zeilen eines viktorianischen Gedichts und einem antiken Schmuckstück. Mit Hilfe des charismatischen Oxford-Professors Sisley Ryland-Bancroft begibt sich Gemma auf eine Spurensuche nach dem Absender, die sie über zwei Kontinente führt und großer Gefahr aussetzt. Denn ohne es zu ahnen, ist sie dabei, ein Geheimnis aufzudecken, das seit Jahrhunderten gehütet wird und der Schlüssel zu ihrer eigenen Vergangenheit sein könnte …

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Überzeugende Unterhaltung!

Gemma arbeitet in der New York Public Library. Schon sehr früh hat die 34jährige ihre Eltern bei einem Brand in Italien verloren - ein Trauma, dass Gemma noch heute stark belastet und ihr nicht unwesentliche Zwänge beschert hat. Kein Wunder also, dass die junge Frau sehr zurückgezogen in ihrer Wohnung am Washington Square lebt.
Doch dann gerät ihr sorgsam getaktetes Leben ins Schwanken: jemand schickt ihr einen Umschlag mit einem ungewöhnlichen Schmuckstück und einem viktorianischen Gedicht, das sie an die Arbeit ihres Vaters erinnert...
Gemma nimmt all ihren Mut zusammen und begibt sich nach Großbritannien. Gemeinsam mit dem Oxford-Professor Sisley Ryland-Bancroft versucht sie das Rätsel zu lösen - unwissend, dass sie nicht nur den Absender einer ungewöhnlichen Sendung sucht, sondern einem weitaus größeren Geheimnis auf der Spur ist. Doch ihre Recherchen führen nicht nur in unterschiedliche Länder und durch zwei Kontinente, nein, sie scheinen auch Gemmas Vergangenheit erleuchten zu können...

Nicole C. Vosseler ist für mich eine Autorin, die ich einfach lesen muss - ganz egal, was für ein Genre sie sich mit ihrem aktuellsten Roman gerade vorgenommen hat. Mit "Die Farben der Erinnerung" hat sie zwei Außenseiter in den Fokus gerückt, die sie sehr liebenswert und charismatisch ausstattet und die manchmal vielleicht eigentümliche Macken haben, aber deshalb niemals ihre Glaubhaftigkeit verlieren.
Was mich bei Nicole C. Vosseler aber wirklich noch jedes Mal überzeugt hat, ist die Tatsache, dass sie mit Sprache umzugehen weiß. Sehr einfühlsam beschreibt sie ihre Figuren, schildert mit einer Detailtreue, die die gründliche Recherche verdeutlicht und die mir niemals zuviel wird, die jeweilige Szenerie und bewahrt dabei stets das Gefühl für einen gelungenen Erzählbogen.

Diesen Roman habe ich nicht nur wegen seiner Hautfiguren sehr gerne gelesen, mich hat auch die Atomsphäre der einzelnen Zeitebenen überzeugt. Dass sich diese dann nach und nach gekonnt ineinander fügen, ist ein weiteres Argument für einen tollen Roman!

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Kulturhistorische Schnitzeljagd

Als sie ein kleines Kind war, starben Gemmas Eltern bei einem schrecklichen Brand. Sie hat als Einzige überlebt und wuchs dann bei ihrer Großmutter auf. Das Trauma damals hat sie tief erschüttert und so bewahrt sie sich ihr seelisches Gleichgewicht auch heute nur mit einigen Marotten und vor allem einer Mauer um sich herum. Doch sie hat sich in ihrem Leben eingerichtet, liebt ihren Job und kommt so ganz gut zurecht.

Bis sie eines Tages mysteriöse anonyme Briefe erhält und dann ein merkwürdiges Schmuckstück. Schnell kommt ihr der Verdacht, dass dies etwas mit ihren Eltern, insbesondere ihm Vater zu tun haben muss und sie fängt an, Nachforschungen zu betreiben. Diese führen sie zunächst nach Oxford, wo sie den jungen und sympathischen, aber ebenfalls leicht exzentrischen Professor Sisley Ryland-Bancroft kennenlernt. Gemma steckt ihn mit ihrer Neugierde an und so machen sich die beiden nun zusammen auf eine kunsthistorische Schnitzeljagd um die halbe Welt – Dan Brown lässt grüßen!

Immer wieder eingestreut werden zwei weitere Handlungsebenen in der Vergangenheit. Ob und wie diese mit der Gegenwartshandlung um Gemma zusammenhängen, ergibt sich erst nach und nach, zumindest bei dem einen Handlungsstrang, bei dem anderen blieb die Verbindung für mich relativ vage und ich habe mich entsprechend schwergetan, diese Kapitel in den Gesamtkontext zu setzen, wenn ich sie auch davon losgelöst durchaus gerne gelesen habe, da es darin um zwei hochinteressante Personen geht, die auch real existiert haben.

Insgesamt war das Buch für mich als kleine Kunstbanausin eine ziemliche Herausforderung. Gemma und Sisley sind brillante Köpfe, die ganz erstaunliche Schlüsse ziehen und somit auf Ideen und Spuren kommen, die sich mir niemals erschlossen hätten. So blieb mir als Leserin nur, ihnen passiv staunend nachzueilen.

Die Motive und Auflösungen am Ende blieben für mich persönlich nur schwer nachvollziehbar und somit etwas unbefriedigend. Eine Figur, die sich eigentlich total in etwas verrannt hatte, gibt überraschend schnell auf, eine andere erklärt zwar ausführlich, was sie warum getan hat, aber es ist für mich einfach nicht schlüssig. Aber ich muss ja nicht immer alles verstehen, was Buchfiguren so tun oder nicht tun und als unbeteiligter Leser ist es ja auch immer einfacher, die logische Lösung zu sehen und sich dann zu wundern, warum die Charaktere da nicht draufgekommen sind.

Ich habe das Buch trotz meiner Kritikpunkte gerne gelesen, auch wenn es für mich diesmal leider kein Highlight war, freue ich mich schon jetzt auf das nächste Buch der Autorin!

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Grün ist die Hoffnung

Gemma arbeitet in der New York Library. Bei einem Aufenthalt in Italien, wo ihr Vater als Professor für italienische Renaissance forschte, hat sie als kleines Kind ihre Eltern verloren und wurde von ihrer Großmutter aufgezogen. Seit dem schlimmen Schicksalsschlag leidet Gemma noch heute unter Alpträumen und lebt aufgrund ihrer Ticks sehr zurückgezogen. Eines Tages erhält sie einen anonymen Brief, der einen handgemachten Ohrring und einige Gedichtzeilen enthält, die von Robert Browing stammen. Aufgrund dieser Zeilen setzt sich Gemma mit dem englischen Spezialisten für Browning in Verbindung, Professor Sisley Bancroft. Gemma reist nach England, um sich mit ihm zu treffen. Sisley bietet Gemma an, gemeinsam Nachforschungen anzustellen. Die Reise führt die beiden von Frankfurt über Florenz über Waco in den USA nach Hawaii – überall erhalten sie neue Hinweise auf ein Geheimnis, das es zu ergründen gilt und das mit der „Frau in Grün“ zusammenhängt, einem Gemälde im Frankfurter Museum. Doch jemand ist ihnen bereits auf den Fersen, der die gleichen Spuren verfolgt. Werden Gemma und Sisley das Geheimnis ergründen?
Nicole C. Vosseler hat mit ihrem Buch „Die Farben der Erinnerung“ einen sehr fesselnden teils historischen Roman vorgelegt, in dem es nicht nur um gut gehütete Geheimnisse, sondern auch um eine familiäre Tragödie geht. Der Schreibstil ist wunderbar flüssig, bildgewaltig und packend. Schnell taucht der Leser ein in die spannende Welt der Literatur und Kunst, die hier von der Autorin auf meisterliche Weise miteinander verbunden werden. Die Geschichte wird anhand von drei Zeitebenen erzählt, die jeweils eine andere Perspektive bieten. Der Hauptteil der Handlung berichtet von Gemma und der gegenwärtigen Suche, eine Zeitebene gibt dem Leser Einblick in das Leben des Schriftstellerehepaars Robert und Elizabeth Barrett Brownings, eine andere erzählt vom kurzen Leben und Schicksal der jungen Lucrezia di Cosimo de‘ Medici. Durch die verschiedenen Erzählperspektiven erhält der Leser einen Rundumblick der Geschichte, dabei lässt die Autorin ihm genügend Raum für eigene Spekulationen und Schlussfolgerungen, um auf die Spur des Geheimnisses zu kommen. Durch geschickte Wendungen wird der Leser immer wieder überrascht und zum Umdenken animiert. Gleichzeitig malt die Autorin während der Handlung mit ihren Worten wunderbare Bilder, die gleich einem Kinofilm vor dem inneren Auge des Lesers ablaufen und es wirken lassen, als wäre er mit den Protagonisten gemeinsam auf der Jagd nach dem Unbekannten.
Die Charaktere sind sehr liebevoll und detailliert ausgearbeitet. Sie ergänzen sich durch ihre individuellen Eigenheiten auf wunderbare Weise und geben einem das Gefühl, sie persönlich kennenlernen zu wollen. Gemma ist eine Frau, die schon als kleines Kind einen sehr harten Schicksalsschlag verkraften musste. Seitdem lebt sie sehr zurückgezogen, denn sie hat über die Jahre Eigenheiten und Ängste entwickelt, die es ihr schwer machen, anderen Menschen näher zu kommen. Sie hat ihrem Leben eine gewisse Struktur gegeben, um im Alltag zu bestehen, was für Außenstehende eher als seltsam eingestuft wird. Gemma ist überaus misstrauisch, aber auch eine mutige und sympathische Protagonistin, der man gerne folgt und die man im Verlauf der Geschichte immer besser versteht. Sisley ist ein ebenso ein besonderer Mensch. Er hat den Ruf eines Genies und ist bei seinen Studenten sehr beliebt. Gleichzeitig hat auch er Schwierigkeiten, die Menschen näher an sich heranzulassen. Er wirkt eher schüchtern, doch wenn es um sein Fachgebiet geht, kommt er aus sich heraus. Sisley ist hilfsbereit und besitzt ein sehr ausgeprägtes Einfühlungsvermögen, gleichzeitig hat er das Herz am rechten Fleck. Auch die anderen Protagonisten lassen das Leserherz mit ihren „Auftritten“ höher schlagen, steigern sie doch die Spannung in der Suche um das Geheimnis zusätzlich.
„Die Farben der Erinnerung“ ist eine geheimnisvolle Jagd, bei dem der Leser nicht nur dazu aufgefordert wird, an der Entschlüsselung eines Geheimnisses mitzuwirken, sondern auch die Entwicklung der Charaktere hautnah miterleben darf. Durch die regelrechte Schnitzeljagd über mehrere Kontinente bekommt der Leser nicht nur eine Einführung der Gemäldeinterpretation, sondern erfährt viele kleine Details über das Leben der Brownings. Dieser Roman ist ein absolutes Highlight und wird viele begeistern, die Geheimnisse und Spannung lieben und auch die Verbindung zur Vergangenheit schätzen. Nicole C. Vosseler hat hier ein Meisterwerk abgeliefert, wie es besser nicht geht – Chapeau! Absolute Leseempfehlung für ein Highlight, das man, einmal begonnen, nicht mehr aus der Hand legen kann!

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Die Farben der Erinnerung

Die Autorin Nicole C. Vosseler entführt uns in ihrem Roman "Die Farben der Erinnerung" nach New York und zu der 34-jährigen Gemma, die vor fast 30 Jahren ihre Eltern bei einem Brand in Italien verloren hat. Durch dieses Kindheitstrauma und die dadurch hervorgerufenen Ängste ist ihr Leben sehr eingeschränkt. Gemma ist ständig auf Sicherheit bedacht und muß alles unter Kontrolle haben. Ihre Arbeit in der New York Public Library gibt ihr die gewünschte Sicherheit. Dort geht sie auf in ihrer Arbeit. Aber plötzlich auftauchende E-Mails und ein anonym zugestelltes Päckchen mit einem besonderen Schmuckstück bringen sie durcheinander. Irgendwie erinnert sie das Schmuckstück an etwas. Hat die Sache etwas mit der Arbeit ihres verstorbenen Vaters zu tun, der Spezialist für die italienische Renaissance war? Sie bittet Dr. Sisley Ryland-Bancroft in Oxford um Hilfe. Als dieser ihr anbietet, mit ihr Recherchen durchzuführen, beginnt eine Entdeckungstour, die die zwei Wissbegierigen quer durch Europa und Amerika führen.

Die Autorin Nicole C. Vosseler ist mir bereits bekannt aus ihrem Roman "Der englische Botaniker". Auch diesem Roman merkt man an, daß die Autorin eine umfangreiche Recherchearbeit geleistet hat.

Neben den Protagonisten Gemma und Sisley bekommt der Leser Eindrücke in das Leben von Lucrezia, Herzogin von Ferrara, und dem Maler Sandro Allori und dem Dichter-Ehepaar Robert Browning und Elizabeth Barrett.

Sehr geschickt werden die verschiedenen Zeitebenen miteinander verwoben.

Was mir sehr gut gefallen hat, ist, daß mit Gemma und Sisley zwei Personen auftreten, die es im Leben immer schwer hatten, Gemma wegen ihrem Kindheitstrauma und Sisley wegen seiner Hochbegabung. In dieser Geschichte wachsen beide über sich hinaus und ergänzen einander hervorragend, da jeder auf den anderen achtet und ihn unterstützt.

Auch wenn ich mich mit Kunst nicht auskenne, war es eine Freude zu sehen, wie durch kleine Puzzleteile und entsprechende Rückschlüsse ein großes Rätsel gelöst werden kann, wie in der Kunst und auch durch die Literatur ganz neue Welten eröffnet werden.

Wer gerne in die Welt der Kunst und der Literatur abtauchen möchte, kann mit diesem Roman nichts falsch machen.

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Herzogin der Farben

Nicole C. Vosseler - Die Farben der Erinnerung

New York/ Florenz
Als Gemma 4 Jahre alt war, verliert sie in einer einzigen Nacht ihr Zuhause und ihre Eltern. Die Brandursache blieb wegen fehlenden Verdachts ungeklärt, die italienischen Behörden legten den Fall ad acta.
30 Jahre später:
New York City, der Pool der "Stadtneurotiker" lässt Gemmas Trauma nicht verhungern und ein Psychiater füttert ihre Neurosen. Wie perfekt für einen Woody Allen, doch das Drama reicht weit über die Stadtgrenzen hinaus und ist so tief und unergründlich wie der East-River.
Gemmas Leben muß in geregelten Bahnen verlaufen und sprüht nicht gerade soziale Funken, ihre Beziehungschronik nicht erwähnenswert. So pendelt sie zwischen zwei sicheren Rückzugsorten, ihrer Wohnung und ihrem Arbeitsplatz, einer großen Bibliothek, der Publik Library. Ein Schild aus Stille und Frieden. Doch gibt es das?

Eines Tages bekommt Gemma seltsame E-Mails, es sind Gedichte.

"Ihr Herz war - wie soll ich´s sagen - zu leicht zu erfreuen,
zu leicht beeindruckt;
sie liebte, worauf ihr Auge fiel
und ihr Blick schweifte weit umher."

Der Name des Absenders ist ihr wohlbekannt, sie selbst hat ihn vor 30 Jahren abgelegt. Da muss sich jemand einen sehr schlechten Scherz erlauben, ist es doch der Name ihre toten Vaters.
Nachdem Gemma die Replik eines uralten Perlenohrrings in ihrer Post findet, kontaktiert sie einen Literatur-Professor in Oxford.
Es muss ewas mit ihrer Vergangenheit zu tun haben. Ihre Neugier und nie gestillte Sehnsucht nach Familie, wiegt noch mehr, als die Panik, die eine gute Bekannte ist. Sie nimmt all ihren Mut zusammen, und nimmt den nächsten Flug nach London. In Professor Ryland-Bancroft spiegeln sich verwandte Ängste, die beiden verstehen einander nach wenigen Worten.
Die Dichter-Zeilen entstammen der "Last Duchess" von Robert Browning, welcher ein bekannter Poet der viktorianischen Epoche war. Ein Gemälde der "Dame in Grün", der ungeküssten Braut aus dem 16.Jahrhundert inspirierte ihn dazu.
Von besagter Dame geht eine surreale Faszination aus, sie ist der rote Faden, ist Seele und Gewissen des Romans.
Lucrezia ist für mich der Ausgangs- und Angelpunkt, die Brücke zwischen den Welten, ihr Geist befeuert das Buch und es lenkt seine Leser. Es ist, als hätte sie immer gewusst, dass ihr eines Tages Gerechtigkeit widerfährt. (Als das Buch zu Ende war, die Hand die letzte Seite umschlug, da war es gleich einem letzten Atemzug.)

Zwei Fremde gehen auf eine atemberaubende Spurensuche, die bis zu den Medici und ins viktorianische Zeitalter führt. Sie bereisen Europa und Amerika, nicht ahnend das sie verfolgt werden.

Gemmas Psyche ist wie ein verlassener Bahnhof, die Abteile verstaubt, die Geleise ins Nichts führend. Doch die geheimnisvolle Post ändert alles und Gemma wächst über sich hinaus. Auch Sisley hat zu kämpfen, denn der Professor fühlt sich außerhalb der altehrwürdigen College-Mauern höchst unwohl. Die Begegnung der beiden Phobiker ist schicksalsträchtig und liefert humorvolle Szenen. (Siehe, die zwei gebuchten Einzelzimmer, die sich als ein Doppelzimmer herausstellen..)

Ein kleiner Stein wird zum großen Fels. Es ist zum Mitfiebern und man wünscht den Gefährten viel Erfolg und ein gutes "Schuhwerk": Die beiden sind wie Ritter, denen der Panzer, der sie schützen soll, im Weg ist. Es ist ein wunderbares Leseerlebnis, wie die "Rüstung" von Tag zu Tag leichter wird.

Spannend wie ein Krimi, gefühlvoll wie ein Liebesroman und poetisch wie ein klassisches Drama. Dieser Roman wurde mit viel Liebe zum Detail geschrieben,
gut recherchiert und fiktioniert.
Mit Herzblut geschrieben - weitergereicht an Leser - die noch träumen und schwelgen können.
Nicole Vosseler steht für genussvolles Lesen.

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spannende Schnitzeljagd

Als Gemma ein kleines Kind war, sind ihre Eltern bei einem Brand ums Leben gekommen. Der Vater, Professor mit Spezialgebiet für die italienische Renaissance, war einer kleinen historischen Sensation auf der Spur. Jetzt, nach 30 Jahren, erhält Gemma seltsame E-Mails mit versteckten Hinweisen und sie beschließt, nach Europa zu reisen um Antwort auf all ihre Fragen zu finden. Ihre Suche beginnt in England, wo sie in dem jungen Oxford-Professor Sisley eine verwandte Seele findet, der sich kurzentschlossen anbietet, ihr zu helfen.

Überraschend musste ich feststellen, dass Nicole Vosselers neues Buch ein bisschen an Dan Browns Bücher erinnert, denn in „Die Farben der Erinnerung“ kommt es alsbald zu einer Schnitzeljagd, bei der vor allem kunsthistorische und literarische Werke die Hinweise liefern, die Sisley und Gemma über Italien zurück in die USA und einmal quer durchs Land führen. Sie landen schließlich in Hawaii zu einem spannenden Showdown und einer großen Auflösung aller Rätsel.

Passend zu den drei unterschiedlichen Zeitebenen und dem kulturellen Hintergrund der Protagonisten ist der Schreibstil anspruchsvoll und intensiv und besticht durch schöne Metaphern und stimmungsvolle Beschreibungen von Menschen und Gefühlen. Vor allem Gemma und Sisley sind es, die einem schnell ans Herz wachsen. Beide sind auf ihre Art ungewöhnlich, ja fast schrullig, und haben zur inneren Stabilität Rituale und Gewohnheiten angenommen, die es ihnen etwas schwermachen, sich aus dem routinierten Alltag hinaus in das Abenteuer einer ungeplanten Entdeckungsreise zu begeben. Herzerwärmend ist es zu lesen, wie die beiden sich gegenseitig stützen und ihre Phantasie befeuern. Das Wachsen einer zarten innigen Zuneigung zwischen den beiden zu beobachten macht mindestens so viel Spaß, wie der Jagd nach der Wahrheit zu folgen.

Im Nachhinein betrachtet ist das Cover dieses Buches für mich fast etwas irreführend, denn es handelt sich keineswegs um eine profane Liebesgeschichte sondern hat, ganz im Gegenteil, viel mehr von einem Thriller. Die gelegentlichen Sprünge in die Vergangenheit sind kurz und vor allem, um die Storyline in der Gegenwart zu untermauern.

Ein sehr gelungenes Buch, in welchem Nicole Vosseler ihr literarischen Talent ausspielen und mit einigen überraschenden Wendungen und starken Charakteren überzeugen kann.

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Ist Grün die Farbe der Erinnerung

" Die Farben der Erinnerung" von Nicole C. Vosseler ist eine spannende Jagd in die Vergangenheit die ein wenig an Dan Browns Bücher erinnern. Also sehr vielversprechend in der Handlung.
Gemma hat vor fast dreißig Jahren ihre Eltern auf tragische Weise verloren. Seit dem ist ihr Leben von Zwängen geprägt. Nur durch einen durch strukturierten Tagesablauf schafft sie es ihren Alltag zu bewältigen.
Als sie von einem unbekannten Absender mehrere E-Mails bekommt, in denen es um versteckte Hinweise geht, gerät ihr Leben aus den Fugen.
Nachdem sie Dr. Sisley Ryland-Bancroftvon in Oxford kontaktiert hat und dieser sich bereit erklärt, ihr zu helfen, beginnt für beiden eine Cach-Tour. Es geht quer durch Europa und weiter bis nach Amerika. Stück für Stück versuchen sie das Puzzle zusammen zu fügen.
Durch drei unterschiedliche Zeitebenen kommen sie des Rätsels Lösung immer näher. Doch wer hat Gemma die Hinweise geschickt? Gemmas Vater, Clifford Bernstein, Professor für Geschichte am Vassar College mit Schwerpunkt auf der italienischen Renaissance, ist vor dreißig Jahren bei seinen Nachforschungen auf etwas gestoßen. Um was es sich handelt können Gemma und Sisley lange Zeit nur erahnen.
Erschwerend kommt hinzu, dass es noch jemanden gibt, der auf der Fährte nach dem Verlorenem ist und so bleibt es nicht aus, dass ihre Reise immer gefährlicher wird.

Meine Meinung:
Dies war mein erstes Buch von Nicole C. Vosseler und ich bin sehr erstaunt über den anspruchsvollen Schreibstil gewesen. Es ist zu merken mit wieviel Leidenschaft die Autorin die Geschichte von Gemma und Sisley zu Papier gebracht hat. Die beiden Hauptprotagonisten sind zwei Aussenseiter, die gerade wegen ihres " anders sein", mehr und mehr zueinander finden. Jeder hat für den anderen mehr Verständnis als sie aus ihrem normalen Umfeld bekommen würden. Dadurch können sie sich in vielen Bereichen ergänzen. Und genau das hat sie mir so sympathisch gemacht.
Die eine, der anderen beiden Zeitebenen führt den Leser in die Zeit des Dichterehepaar Elizabeth Barrett und Robert Browning im 19. Jahrhunderts. Und in der anderen geht es um Lucrezia, die Dame in grün.
Für mich ein gelungener Roman mit vielen Überraschungen und sehr gut recherchierten historischen Hintergrundwissen, welches mich oft hat staunen lassen.

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