Alessandro Baricco: Oceano Mare

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Alessandro Baricco: Oceano Mare
Verlag
ET (D)
2000
Ausgabe
Taschenbuch
Originaltitel
Ocenao Mare
ET (Original)
1993
ISBN-13
9783492233224

Informationen zum Buch

Seiten
277

Sonstiges

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Handlungsort

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Irgendwann und irgendwo an einem Meer eine Pension, in der sich eine skurrile Gesellschaft zusammengefunden hat: ein Maler, der das Meer mit Meerwasser malt, ein Wissenschaftler, der die Wellen erforscht, ein junges Mädchen, das zu zart ist, um zu leben, und zu lebendig, um zu sterben. Die illustre Schar der hier Gestrandeten und die besondere Atmosphäre verleihen diesem poetischen Märchen magische Anziehungskraft.

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In der Pension Almayer, irgendwo am Meer und irgendwie außerhalb der Zeit, treffen eine Reihe Leute zusammen, wie sie unterschiedlicher kaum sein könnten. Der Maler Plasson will das Meer porträtieren, steht deshalb jeden Tag mit seiner Staffelei am Strand und „malt“ mit Meerwasser. Der Gelehrte Bartleboom will für seine Enzyklopädie der Grenzen erforschen, wo das Meer aufhört und begibt sich mit Notizbuch und Meßwerkzeugen gleichfalls an den Strand. Ann Dereviá wurde von ihrem Mann nach ihrem Ehebruch quasi hierhin verbannt. Das Mädchen Elisewin, Tochter eines Barons und zu zart zum Leben und zu lebendig zum Sterben wie es mehrfach heißt, sucht Genesung am Meer und wird dabei von Pater Pluche begleitet. Und dann ist da noch Adams, der eigentlich nicht Adams heißt und wartet. Diese Gesellschaft lebt eine ganze Weile, auf sich selbst fokussiert in der Pension, deren Personal aus einer Reihe von Kindern besteht, die aber gleichzeitig alt – oder eher: alterslos – sind. An einem stürmischen Abend treiben die Kinder die Gäste aus der Pension, lösen damit aber auch einige Entscheidungen bei diesen aus.

Es ist ein bißchen schwierig, für dieses Werk eine Inhaltsangabe zu geben, denn eigentlich entfaltet sich die Erzählung nicht in den Handlungen, deren es nur recht wenige gibt, sondern in Stimmungen, Geräuschen, Farben, Träumen. Dabei unterscheiden sich die drei Abschnitte gestalterisch sehr voneinander. Im ersten Teil erfährt man im wesentlichen, was die Gäste in der Pension tun und teilweise auch, wie sie dorthin gekommen sind. Dabei entstand zumindest bei mir der Eindruck, daß alle Gäste an irgendeiner Form von Krankheit oder Störung leiden, mit dem Leben, so wie sie es geführt haben oder führen konnten, nicht klargekommen sind, und der Aufenthalt in der Pension Almayer auch eine Flucht aus der Realität darstellt. Diesen Effekt unterstützt Baricco dadurch, daß eine zeitliche Einordnung der Handlung kaum möglich ist, denn gereist wird zwar mit Kutschen, aber anderes wirkt dann wieder eher modern. Der deutsche Untertitel, der hier von einem Märchen spricht, scheint mir daher gut gewählt.

Der zweite Teil erzählt eine Geschichte, die zunächst nichts mit den Personen des ersten zu tun zu haben scheint, was aber natürlich nicht stimmt. Dieser Part ist ganz anders im Erzähltonfall, da auch das Umfeld ein völlig anderes ist. Nach einem Schiffbruch können nicht alle in die Rettungsboote, eine große Anzahl Menschen muß auf ein eilig zusammengezimmertes Floß, das von den Rettungsbooten geschleppt werden soll. Die Verbindung wird aber schnell gekappt, und das Floß und die Menschen darauf bleiben sich selbst überlassen. Angesichts knapper Vorräte und unsicherer Überlebensaussichten beginnt ein unmenschlicher Existenzkampf, dem viele zum Opfer fallen. Dabei kommen zwei Perspektiven zum Tragen, in sehr unterschiedlichem Umfang, aber sehr ähnlicher Intensität. Und das ist so gut gemacht, daß mich dieser Teil für das streckenweise doch arg metaphysische Geschwafel des ersten Abschnitts etwas entschädigte. Dieser zweite (leider auf den Gesamtumfang bezogen doch recht kurze) Teil ist dann auch der, der es rechtfertigt, auf der Rückseite von einem Hauch Conrad zu reden, der hier durchs Buch wehe.

Im dritten Teil werden dann im wesentlichen die „Biographien“ der Pensionsgäste aufgelöst und einzeln, wenn auch mit leichten Überschneidungen, zu einem jeweiligen Ende erzählt. Dabei wurden recht unterschiedliche, auf den gerade betrachteten Charakter zugeschnittene Erzählformen gewählt (der Maler z. B. durch Kurzbeschreibungen seiner Bilder, wie sie für einen Ausstellungskatalog verwendet werden könnten, der Pater durch seine Gebete usw.). Das wirkte auf mich in der Gestaltung, einen Charakter nach dem anderen „abzuarbeiten“ einigermaßen unrund und gekünstelt.

Während also der Inhalt wie die formale Gestaltung mir eher zu flach bzw. zu gekünstelt waren, ist es sprachlich durchaus schön. Baricco findet eine Reihe wunderbarer Bilder, in denen ich das wiedergefunden habe, was auch für mich die Faszination des Meeres ausmacht, ohne daß ich je versucht hätte, es in Worte zu fassen. So bleibt ein recht gemischter Eindruck, der sich auch in einer indifferenten, mittleren Bewertung niederschlägt.

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Eine wirre und verwirrende Ansammlung teilweise ziemlich phantastischer Gestalten und Geschichten, der man es stark anmerkt, daß es sich um Bariccos Erstlingswerk handelt. Da hat er wohl noch geübt... keine Empfehlung!

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Kaum ein anderes Buch hat mich so fasziniert. Unterschiedliche Menschen die anfänglich nichts gemeinsam haben, treffen sich an einem Ort um das zu finden, was sie in ihrem Leben gesucht haben.

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