Brigitte Kanitz: Onkel Humbert guckt so komisch

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Brigitte Kanitz: Onkel Humbert guckt so komisch
Verlag
ET (D)
2014
Ausgabe
Taschenbuch
ISBN-13
9783442381913

Informationen zum Buch

Seiten
320

Sonstiges

Originalsprache
deutsch
Erster Satz
Wo bin ich?

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Handlungsort

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Maja Glück würde sich an ihrem 30. Geburtstag am liebsten verkriechen, denn nichts läuft in ihrem Leben so wie geplant. Zu dumm, dass ihre Mutter eine Überraschungsparty organisiert hat … Um diese zu überstehen, trinkt Maja ordentlich einen über den Durst – und stolpert so unglücklich über einen Gartenzwerg, dass sie erst im Krankenhaus wieder zu sich kommt. Doch etwas ist anders: Plötzlich hört sie Stimmen, die ihr die unglaublichsten Dinge erzählen. Als sie schon meint, verrückt zu werden, klärt ihr Onkel Humbert sie auf: Maja hat den Fluch der Familie geerbt. Sie kann Gedanken lesen …

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Onkel Humbert guckt so komisch

Maja Glück ist nicht gerade erfolgreich, ihre finanzielle Situation ist angespannt, sie hat einen eher unattraktiven Job in einem Getränkeladen und mit Männern will es auch nicht wirklich klappen. Außerdem lebt sie seit kurzem wieder unter einem Dach mit den Eltern und hat auf ihren dreißigsten Geburtstag nun überhaupt keine Lust. Da hat sie aber nicht mit der Überraschungsparty gerechnet, die sie zu Hause erwartet. Da sich keine Fluchtmöglichkeit ergibt, beschließt Maja sich dem Genuss von Alkohol zu widmen und findet sich kurz darauf im Krankenhaus wieder, nachdem ihr Kopf Bekanntschaft mit einer Tischkante gemacht hat.
In der Klinik jedoch fühlt Maja sich ganz schrecklich. Von überallher hört sie Stimmen und das obwohl niemand spricht. Erst ihr Onkel Humbert klärt die Nichte auf, denn er kennt sich bestens aus. Maja hat den Familienfluch geerbt. Sie kann die Gedanken der anderen Menschen hören, die sich in ihrer Nähe befinden, genau wie ihr alter verschrobener Onkel.

Dieser „Fluch“ führt natürlich dazu, dass Maja Zeugin ganz besonderer Enthüllungen wird. Allerdings ist das nicht immer angenehm und außerdem ist es mit dem bloßen Hören der Gedanken lange nicht getan. Man muss schließlich auch verstehen, was mit diesen Gedanken tatsächlich gemeint ist und darf sie nicht aus dem Zusammenhang reißen. Darin aber ist Maja ein wahrer Profi und so kommt es in „Onkel Humbert guckt so komisch“ zu so manchem lustigen Ereignis. Davon nicht verschont bleibt auch der nette Herr Doktor Friedenslieb, in den sich Maja während ihres Krankenhausaufenthaltes verliebt.

Die Geschichte wird dem Leser aus der Sicht von Maja präsentiert und dieser erlebt so alles aus der Perspektive einer jungen Frau, die sich vom Leben benachteiligt fühlt, aber dennoch versucht etwas aus ihrem Leben zu machen. Vor allen Dingen aber setzt Maja sich für die Belange anderer ein, auch wenn diese das nicht immer auf Anhieb merken.

Eine lustige und wahrlich schräge Geschichte, die man nicht so ernst nehmen sollte, denn erst dann kann man sie in vollen Zügen genießen. Für Trübsinn bleibt hier keine Zeit, denn Maja Glück beansprucht die Lachmuskulatur der Leser und Leserinnen und verspricht unterhaltsame Stunden mit den Gedanken anderer Menschen.

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Da würde jeder komisch gucken!

Maja Glück ist auf einem absoluten Tiefpunkt im Leben angekommen. Sie steht kurz vor ihrem 30. Geburtstag, hat ihren Job verloren, ihr Freund hat sie betrogen und sie musste wieder bei ihren Eltern einziehen, weil sie sich keine eigene Wohnung leisten kann. So hat sie sich ihr Leben nicht vorgestellt!
Und dann plant ihre Mutter auch noch eine Überraschungsparty zu ihrem Geburtstag. Da Maja momentan nicht mehr viele Freunde hat, die haben sich alle für den Exfreund entschieden, ist die Gästeliste eine bunte Mischung aus naher und entfernter Familie sowie Bekannten bis zurück in Majas Grundschulzeit – dabei wollte sie damals schon nichts mit dem unangenehm riechenden Hans-Peter zu tun haben!
Und dann ist da natürlich noch Onkel Humbert, das schwarze Schaf der Familie. Der alte Mann ist berüchtigt, da er sich immer völlig unberechenbar verhält, in den unmöglichsten Momenten anfängt, Marschmusik anzustimmen und einen beunruhigend durchdringenden Blick hat!

Was es damit auf sich hat, erfährt Maja, als sie auf der Party ungeschickt über einen Gartenzwerg stolpert, sich den Kopf anschlägt und anschließend im Krankenhaus aufwacht. Zuerst wundert sie sich noch, wie freizügig sich die Krankenschwester vor ihr über den knackigen Hintern des Doktors auslässt, doch schnell klärt Humbert sie auf: Maja hat den Familienfluch geerbt, sie kann nun die Gedanken ihrer Mitmenschen hören! Und dagegen hilft oft nur Singen – das erklärt einiges an Onkel Humberts Verhalten, der sich mit dem Fluch oder der Gabe, je nachdem wie man es sehen mag, schon einige Jahrzehnte herumschlägt.

Maja ist erst einmal völlig überfordert mit allem, was sie nun unfreiwillig zu hören bekommt! Wer will schon genau wissen, wie aktiv das Sexleben der eigenen Eltern noch ist? Oder was der angebetete Chef Kurt Krause im Getränkemarkt wirklich von ihr denkt?
Doch die Sache hat auch etwas Gutes. Maja bekommt mit, wie ihr unsympathischer Schwager gemeinsam mit Hans-Peter und Kurt Krause einen Immobiliendeal plant, der ihr ruhiges hübsches Städtchen für immer verändern würde.
Maja ist fest entschlossen, das nicht zuzulassen. Aber wie soll sie die Pläne des Trios vereiteln, sie kann ja mit niemandem darüber reden, woher sie überhaupt von deren Ideen weiß?

Für mich war es das erste Buch der Autorin, aber sicherlich nicht das letzte. Auch wenn ich eigentlich gar nicht so der Fan von lustigen Romanen bin, hat mir dieses hier richtig Spaß gemacht und ich habe mich öfter beim leise vor mich hin lachen erwischt – aber immerhin nicht beim Singen!

Maja ist eine sympathisch-schusselige Protagonistin, mit der man richtig gut mitfühlen kann, sie ist so herrlich normal, abgesehen natürlich von ihrer Gabe! Auch die Nebenfiguren haben Spaß gemacht, sowohl die drei Fieslinge als auch die vielen anderen skurrilen Gestalten die das Städtchen und den Roman bevölkern, allen voran natürlich Onkel Humbert!

Tauschen würde ich mit ihm oder Maja aber wirklich nicht wollen, denn wie Humbert sehe ich das Ganze doch eher als einen Fluch, da bleibe ich lieber in seliger Unwissenheit, was meine Umgebung so denkt!

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Onkel Humbert guckt so komisch – recht hat er!

Im Leben von Maja Glück läuft es momentan überhaupt nicht rund, daher würde sie an ihrem 30. Geburtstag am liebsten im Bett bleiben. Doch ihre Familie hat eine Überraschungsparty für sie geplant, bei der sie so unglücklich über den Gartenzwerg Karl Dall stolpert, daß sie erst im Krankenhaus wieder zu sich kommt und dort plötzlich Stimmen hört. Stimmen? Nein, klärt Onkel Humbert sie auf, Maja hat den Familienfluch geerbt und kann, wie er, Gedanken lesen. Nun wird ihr langsam klar, warum er immer so komisch guckt, ebenso seine Vorliebe für laut geschmetterte Märsche. Mit ihrer neuen Fähigkeit kommt sie einem Komplott gegen das beschauliche Schaunbeck auf die Spur, ebenso der Erbschleicherei in der Familie ihrer Freundin. Oder doch nicht? Bei den vielen Gedanken muß man ja seltsam werden …

Ich habe mich mit meinem ersten Buch von Brigitte Kanitz köstlich amüsiert, und ganz ehrlich, auch wenn es manchmal von Vorteil wäre, wenn man Gedanken lesen könnte, ich verzichte gerne auf diese Fähigkeit. Oftmals ist es besser, wenn man nicht weiß, was das Gegenüber gerade von einem denkt, viele Gedanken sind zu peinlich und man würde sie manch vertrauter Person nicht zutrauen. Genauso geht es auch Maja – wenn zu viele Gedanken auf sie einstürmen, hilft nur noch das laute Singen eines Liedes. Was sich natürlich in der Öffentlichkeit sehr gut macht. Kein Wunder, daß alle Onkel Humbert für etwas seltsam halten.

Die Situationskomik in dem Buch hat mich einige Male zum Lachen gebracht und ich hatte ziemliches Kopfkino. Lediglich das Ende des Buches war mir etwas zu lang geraten, aber dann wird doch noch alles gut. Das beschauliche Schaunbeck mit dem italienischen Café und der urigen Kneipe, die als Treffpunkt für konspirative Treffen bzw. der Konfliktbewältigung dient, sowie die Bewohner des Ortes werden sehr liebevoll beschrieben.

Maja Glück kann teilweise anstrengend sein, jedenfalls für all die, die nicht wissen, daß sie Gedanken lesen kann – also, praktisch für alle. Mit ihrer neuen Gabe ist sie etwas überfordert und so kommt nicht nur Bolle, der jüngst zu Pfingsten reist, des Öfteren zum Einsatz. Nur gut, daß Onkel Humbert sie versteht und ihr ein paar wertvolle Tipps geben kann. Die auf sie einstürmenden Gedanken sind ihr nicht egal, sondern sie versucht, jedem zu helfen bzw. Unheil von Schaunbeck fernzuhalten, dabei schießt sie allerdings manches Mal übers Ziel hinaus.

Und als ob die vielen Gedanken sie nicht schon genug auf Trab halten würden, verwirrt sie auch noch der attraktive Arzt Dr. Carlo Friedenslieb, der irgendwie wie Orlando Bloom aussieht und ein extrem knackiges Hinterteil hat – wie Maja aus den Gedanken der anderen Frauen erfährt.

Wer eine kurzweilige und lustige Lektüre sucht, ist mit diesem Buch gut bedient. Ich werde in jedem Fall die anderen Bücher der Autorin ebenfalls noch lesen.

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Die Gabe, die keiner will

Beschreibung
Maja und ihr Onkel Humbert haben etwas gemein: sie können, nein sie müssen Gedanken lesen. Dieser alte Famielenfluch wurde von den Vorfahren sehr gewinnbringend eingesetzt. Während Humbert nicht draus machen kann oder will, ist Maja zunächst so überfordert, dass sie quasi sofort ihren Job verliert. Doch Maja gibt nicht auf, und will ihre "Gabe" zum Nutzen der Gemeinschaft einsetzen, auch wenn diese das erst nicht so recht verstehen will. Außerdem gilt es, bei all den verstörenden und unfreiwillig aufgefangenen Gedanken einen klaren Kopf zu bewahren.

Bewertung
Brigitte Kanitz' Roman ist eine wunderbar liebevolle Komödie und steckt voller Überraschungen, Peinlichkeiten, Witz und Charme. Maja, die Hauptfigur ist in keiner Weise besonders, weder besonders talentiert, noch besonders untaltentiert. Trotzdem, oder gerade deshalb, kann man sich so gut mir ihr identifizieren. Ihren Neid auf die erflogreiche Schwester und ihren Frust über ihren Freundeskreis, der sich von ihr abgewandt hat, alles nicht weltbewegendes, aber für mich als Leser relevante Themen des Alltags. Und ihre Gabe will man genau so wenig haben wie sie! Fazit: eine gelungene Würdigung der Gewöhnlichkeit.

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