Renata Viganò: Agnese geht in den Tod

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Renata Viganò: Agnese geht in den Tod
ET (D)
2014
Ausgabe
Gebundene Ausgabe
Originaltitel
L'Agnese va a morire
ET (Original)
1949
ISBN-13
9783942374460

Informationen zum Buch

Seiten
316

Sonstiges

Originalsprache
italienisch
Übersetzer/in
Pressestimmen
»Männlicher Krieg durch die Augen einer an ihm partizipierenden Frau.«
Sabine Witt, Resistenzia Literarisch
Erster Satz
Als Agnese an einem Septemberabend einen Berg nasser Wäsche auf der Schubkarre vom Waschplatz im Dorf nach Hause schob, begegnete ihr auf dem schmalen Feldweg ein Soldat.

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Ihre Tarnung ist ihre stärkste Waffe: Eine einfache Frau wird zur Partisanin.

September 1943: Italien atmet auf. Mussolini ist abgesetzt, das Waffenstillstandsabkommen mit den Alliierten unterzeichnet. Doch dann erklärt Italien Deutschland den Krieg und wird von den Nationalsozialisten besetzt. Als die alternde Wäscherin Agnese einen einheimischen Soldaten bei sich aufnimmt, verpfeifen die Nachbarn sie an die Besatzer. Ihr Mann wird abgeholt und stirbt noch auf dem Weg ins KZ. In einem Racheakt erschlägt Agnese einen Deutschen. Damit nimmt das Schicksal seinen Lauf: Agnese muss fliehen und schließt sich den Partisanen an. Als Botin auf dem Fahrrad übermittelt sie Nachrichten, transportiert Sprengstoff und Lebensmittel. »La Responsabile« heißt die fürsorgliche Agnese bei ihnen. Der Winter 1945 bringt schließlich die Katastrophe: Die Partisanen sind vom Eis eingeschlossen, und Agnese gerät in eine deutsche Kontrolle …

Renata Viganò zeichnet in ihrem hierzulande lange vergessenen Roman von 1949 einen Lebensweg nach, der den Leser mit seiner Geradlinigkeit und Kompromisslosigkeit zutiefst ergreift.

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eine Wäscherin im Widerstand

„Agnese geht in den Tod“ erschien 1949, die Autorin wurde dabei von ihren eigenen Erfahrungen als Partisanin inspiriert. Der Roman wurde 1951 in der DDR übersetzt, von der BRD ignoriert und irgendwann eher vergessen. Das Buch ist nun frisch überarbeitet neu erschienen.

1943: Agnese ist Wäscherin und lebt arm, aber relativ zufrieden mit ihrem Mann in einem italienischen Dorf. Eines Tages wird ihr Mann – ein überzeugter Kommunist – von den deutschen Besatzern abgeholt. Voller Wut über die Verräter, die ihren Mann denunzierten, beschließt sie seine alten Freunde zu unterstützen und beginnt für die Partisanen zu arbeiten. Eine alte Bäuerin ist eine unauffällige Botin und warum sollte sie sich fürchten, sie hat doch schon das Liebste verloren?

Ihre Unterstützung der kämpfenden Truppe wird immer wichtiger. Die alltäglichen Schwierigkeiten und wie der Partisanenkampf sie alle physisch und psychisch auslaugt, das wird sehr glaubwürdig geschildert. Agnese ist für die Kämpfer die Mutterfigur, die im Hintergrund dafür sorgt, dass die Lage etwas erträglicher wird, die Vorräte organisiert und zur wichtigsten Figur im Botennetz wird. Ihre Unauffälligkeit ist dabei ihr großer Bonus. Dass die Situation auch an Agnese zehrt, wird dabei nicht ausgeblendet, der Leser sorgt sich um ihre Herzschmerzen, auch wenn sie selber sie ignoriert…

Agnese ist eine einfache Frau, die mit der Zeit an ihren Aufgaben wächst und aus der vollkommen unpolitischen Frau wird jemand der zuhört, wenn es um den kommunistischen Hintergrund des Widerstands geht, sich aber erster Linie ganz „der Sache“ widmet und konsequent für den Kampf eintritt. Die Politisierung Agneses kann ich nicht völlig nachvollziehen, allerdings fehlt mir da vielleicht auch einfach das Hintergrundverständnis um das damalige kommunistische Milieu.

„Agnese geht in den Tod“ gefiel mir ziemlich gut, inhaltlich beschreibt es ein mir eher unbekanntes Kapitel des 2. Weltkriegs, vor allem der Hintergrund der Hauptfigur setzt das Buch von sonstigen, eher intellektuell geprägten Widerstandsgeschichten ab. Zudem glänzt es durch eine realistische Beschreibung der äußeren Umstände, die Lagune, entweder heiß und trocken oder überflutet bzw. im Winter sogar zugefroren und eiskalt, nimmt einen wichtigen Platz in dem Roman ein. Ohne es explizit an etwas Bestimmten festmachen zu können, fühlte ich mich während der Lektüre teilweise an Anna Seghers erinnert, wer ihre Romane mag, dem kann ich diese Entdeckung also besonders ans Herz legen, aber auch sonst ist es ein Roman, den zu lesen sich lohnt.

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