Renate Ahrens: Alles, was folgte

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Renate Ahrens: Alles, was folgte
Verlag
ET (D)
2017
Ausgabe
Gebundene Ausgabe
ISBN-13
9783426281666

Informationen zum Buch

Seiten
331

Sonstiges

Originalsprache
deutsch
Erster Satz
Beim Aufwachen denke ich als Erstes an den Hasen.

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Mit dem Fall der Mauer gerät auch das Leben der 44-jährigen Hamburgerin Katharina Elbracht ins Wanken: Sie erhält ein Bündel Briefe aus Ostberlin, aus dem hervorgeht, dass die Frau, die sie ihr Leben lang ›Mutter‹ genannt hat, in Wahrheit ihre Tante war. Zutiefst erschüttert beginnt Katharina die Geschichte ihrer Familie zu enthüllen. Dabei stößt sie auf eine junge Liebe, die mit Swing-Musik begann und vom Krieg zerstört wurde, auf zwei Schwestern, die durch die Mauer getrennt wurden und einen lebenslangen, geheimen Pakt schlossen, und auf die Spur ihres Vaters, der 1945 als verschollen galt. Ihre Recherchen führen Katharina durch halb Deutschland und bis nach Irland, wo ihr unbekannter Vater einsam und zurückgezogen leben soll. Eines Tages steht sie vor einem alten Haus und streckt die Hand Richtung Klingel aus ...

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Eine deutsch-deutsche Geschichte

Deutschland, Anfang 1990. Die Mauer ist gefallen, doch für Katharina beginnt quasi damit eine Zeit der emotionalen Erschütterungen. Denn die 44jährige Hamburgerin bekommt einen dicken Umschlag aus Ostberlin: laut der darin enthaltenen Briefe handelt es sich bei ihrer vor zwei Jahren verstorbenen Mutter in Wahrheit um ihre Tante, die sie adoptiert hat.

Plötzlich offenbart sich der (Kriegs-)Fotografin, von der man zurecht annimmt, dass sie schon vieles gesehen und erlebt hat, nach und nach die eigene Familienbiographie, die im grausamen 20. Jahrhundert mehrfach gehörig Schaden genommen hat.

Katharina entdeckt eine zarte Liebe, die mit einer verbotenen Musik begann und die der Ausbruch des Krieges jäh zerstörte, erfährt von zwei Schwestern, die von der Teilung Deutschlands auf immer getrennt wurden, und gelangt schließlich sogar auf die Spur ihres Vaters. Dieser galt nach Ende des Zweiten Weltkrieges als verschollen, doch er soll sehr zurückgezogen in Irland leben. Nach all den Recherchen und den Fragen, die dennoch geblieben sind, macht sich Katharina auf und findet sich vor dem Haus ihres angeblichen Vaters... Was wird sie erfahren, wenn sie die Klingel drückt?

Katharina führt ein ungewöhnliches Leben, befand sich schon häufig an Schauplätzen der Geschichte, die die meisten von uns lieber nicht so nah erleben möchten. Eine wichtige Arbeit, die dazu dient, uns allen die Augen zu öffnen und die Zustände in anderen Ecken dieses Planeten aufzuzeigen. Allerdings leidet darunter Katharinas eigenes Leben, denn ihr Sohn wächst in erster Linie bei der Großmutter auf - eine durch die Welt reisende Mutter ist kein Fixpunkt im Alltag und das Verhältnis der beiden ist mehr schlecht als recht. Und nun wird auf einmal Katharinas eigene Vergangenheit, ja, ihre Herkunft in Frage gestellt oder besser gesagt über den Haufen geworfen...

Renate Ahrens, die selbst in Hamburg und in Irland lebt, hat mit "Alles, was folgte" einen einfühlsamen Roman geschrieben, der eine deutsch-deutsche Familienbiographie erzählt. Die Nachforschungen, die die Hauptfigur nach dem ersten Schock anstellt, haben mich gepackt; ich wollte schnellstmöglich wissen, wie es dazu kam, dass Katharina über 40 Jahren lang von der falschen Frau annahm, dass diese ihre leibliche Mutter ist. Sicher, der Zweite Weltkrieg hat zuhauf unbeschreibliches Unglück gebracht und die darauf folgende deutsche Teilung hat Menschen auseinander gerissen - all das sind Fakten, die wir kennen und zu denen es durchaus auch schon andere Romane gibt. Dennoch hat mir der vorliegende Roman imponiert, da die Autorin ein schwieriges wie trauriges Thema spannend und bewegend erzählt.
Auch über 70 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges ist die Verarbeitung solcher Themen und Schicksale auch in Romanform in meinen Augen sehr wichtig, da sie uns lehrt, welche allumfassend zerstörerische Kraft Hass und Krieg haben können.

Fazit: Ein wichtiges Thema - spannend und einfühlsam verpackt.

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Kriegstraumata

Ein Kriegstrauma können auch Menschen haben, die selbst gar keinen Krieg miterlebt haben, beispielsweise dadurch, dass sie von Nahestehenden vieles mitbekommen haben. Ich selbst habe beispielsweise vieles nacherleben und auch mitfühlen können durch Erzählungen meines Vaters - 16jährig eingezogen und schwer verwundet und meiner Mutter, deren Kindheit durch den 2. Weltkrieg geprägt war. Ich selbst möchte nie in die Nähe solcher Ereignisse geraten, es ist für mich das Schlimmste, was ich mir vorstellen kann.

Die Fotografin Katharina Ehlbracht, 1945 geboren, reagiert da ganz anders: Kriegsschauplätze sind sozusagen ihr täglich Brot, sie fotografierte in Vietnam, Nordirland, Südafrika und an anderen ausgesprochen gefährlichen Orten.

Anfang 1990, kurz nach der Öffnung der Mauer, erhält sie einen Umschlag mit Briefen von ihrer Mutter, aus dem hervorgeht, dass ihre Familiengeschichte eigentlich eine ganz andere ist, als sie es bisher annahm. Von einem Tag auf den anderen ist alles ganz anders. Gleich mehrere Kriegstraumata offenbaren sich nun und Katharina wird peu á peu bewusst, wie sehr die Menschen in ihrem Umfeld - und darüber hinaus - gelitten haben.

Ein spannendes und wichtiges Thema, das von Autorin Renate Ahrens überaus mitreißend und eindringlich beschrieben wird. Katharina ist längst nicht die Einzige, deren Geschichte durch die Öffnung der Grenzen und die darauf folgende Wiedervereinigung neu geschrieben wurde, wenn es auch in vielen Fällen sicher nicht so dramatisch zuging wie in dem ihrigem.

Ich konnte das Buch nicht aus der Hand legen, so spannend las sich für mich Katharinas Geschichte, der zudem eine Parallelgeschichte mit Rückblenden zugeordnet ist - aber ich will nicht zu viel verraten.

Sehr enttäuscht war ich allerdings davon, dass die Autorin zahlreiche vielversprechende und gut gezeichnete Charaktere einführt, deren Bedeutung für die Geschichte nur angerissen wird, die quasi nur einen Kurzauftritt haben, obwohl hinter ihnen ebenfalls spannungsreiche Entwicklungen stehen - wie vielschichtig diese sind, nun, da muss der Leser seine Phantasie entwickelt und seine eigene(n) Geschichte(n) schaffen. Das fand ich ein bisschen schade, denn in der zweiten Hälfte des Romans häufen sich diese Andeutungen, mir kam es so vor, als ob die Autorin mir etwas verspricht, was sie dann nicht einlöst.

Da ich die Geschichte so sehr genoss, fand ich es besonders schade. Trotz der erwähnten Einschränkung also eine dicke Empfehlung von mir an alle, die gern über die jüngste deutsche Vergangenheit lesen und bereit sind für einen spannenden, mitreißenden, dramatischen, allerdings auch sehr traurigen Familienroman!

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Der Krieg hat so viel verändert

Katharina Ehlbracht verdient seit fast 30 Jahren ihr Geld mit Bildern von aktuellen Kriegsschauplätzen und ist schon sehr oft mitten in der Gefahr gewesen. Sie war so ziemlich bei allen großen Kriegen dabei und hatte bisher immer das Glück auf ihrer Seite.
Ihr Sohn ist sozusagen mehr bei der Oma aufgewachsen, als bei ihr, weil sie ja viel auf Reisen war und der Vater ins Ausland abgehauen ist. Kein Wunder das sie kein besonders gutes Verhältnis haben. Ihr jetziger Partner ist selbst Alleinerziehender Vater einer Tochter, weil die Mutter Alkoholikerin ist und zwischen ihn und Katharina gibt es viel Streit, weil sie Grundverschiedene Einstellungen zum Leben haben.

Anfang 1990, kurz nachdem die Mauer gefallen ist, bekommt sie eine Postsendung, die viele Briefe ihrer Mutter enthält und aus denen geht hervor, das sie adoptiert ist. Ihre Mutter die vor zwei Jahren gestorben ist, wäre eigentlich ihre Tante gewesen. Ihre ganze Familiengeschichte kommt ins bröckeln und alles ist anders wie sie immer gedacht hat.

Wir lesen von Oskar, der sein ganzes Leben an den folgen seiner Kriegsgefangenschaft leidet und nie über den Verlust seiner damaligen Freundin hinweggekommen ist.

Mir hat die Geschichte wirklich gut gefallen und Renate Ahrens hat ein wichtiges Thema angesprochen, den solche Schicksale gibt es viel zu viele. Krieg zerstört alles.

Ich persönlich fand es nur ein bisschen Schade, das viele Protagonisten mal kurz eingeführt wurden, aber dennoch eigentlich Randfiguren blieben. Der Schreibstil war zwar flüssig und wirklich gut zu lesen, aber mir fehlte dennoch einiges an Emotionen, auch wenn die Geschichte schon traurig ist. Mit Katharina wurde ich nicht wirklich warm, es war mir alles etwas zu Oberflächlich erzählt und ich konnte nicht so richtig in der Geschichte Fuß fassen.

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