Ronald H. Balson: Karolinas Töchter

Ronald H. Balson: Karolinas Töchter

 
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Ronald H. Balson: Karolinas Töchter
Verlag
ET (D)
2017
Ausgabe
Taschenbuch
Originaltitel
Karolina's twins
ET (Original)
2016
ISBN-13
9783746632971

Informationen zum Buch

Seiten
448

Sonstiges

Originalsprache
englisch
Übersetzer/in
Erster Satz
Der Schriftzug auf der milchverglasten Tür lautete schlicht ERMITTLUNGEN.

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Chicago, 2013: Die hochbetagte Lena macht sich auf die Suche nach den Töchtern ihrer Freundin, die seit dem Zweiten Weltkrieg verschwunden sein sollen. Doch warum beginnt sie ihre Suche erst jetzt? Was für ein Geheimnis verbirgt sie?

Polen, 1939: Lenas Vater kämpft gegen die deutschen Besatzer – bis er mit der ganzen Familie verhaftet wird. Nur die Tochter Lena bleibt zurück, gemeinsam mit ihrer Freundin Karolina kämpft sie fortan im Ghetto ums Überleben. Doch während Lena sich dem Widerstand anschließt, verliebt sich Karolina – in einen Deutschen.

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Sehr eindringlich und spannend

Lena Woodward emigrierte am Ende des Zweiten Weltkrieges in die Vereinigten Staaten von Amerika und hat dort ein gutes Leben in Chicago geführt. Doch dann ist etwas wieder an die Oberfläche gelangt: ein altes Versprechen, das nach all den Jahren noch unerfüllt ist. Die achtzigjährige Lena weiß, dass es nun an der Zeit ist, dies endlich zu ändern, und engagiert den Privatdetektiv Liam Taggert und dessen Ehefrau, die Anwältin Catherine Lockhart. Sie erzählt den beiden ihre Geschichte, die im besetzten Polen seinen Anfang nimmt und eng mit ihrer Freundin aus Kindertagen, Karolina, verknüpft ist. All die Jahre hat Lena die Erinnerung an die aufgeweckte, hübsche und sportliche Karolina bewahrt - und dennoch sind Fragen unbeantwortet geblieben, die es nun gilt zu beantworten. Doch was ist Lena bereit zu geben, damit die Wahrheit endlich ans Licht kommt?
Während Lena ihren Frieden mit dem alten Versprechen machen will, muss sie gleichzeitig gegen ihren eigenen Sohn Arthur kämpfen. Der hält ihre Erinnerungen für ein Hirngespinst und will sie entmündigen lassen - die Zeit drängt folglich.

Dem Autor ist meines Erachtens ein sehr eindringlicher Blick auf die jungen Frauen Lena und Karolina geglückt. Es hat mich sehr berührt, zu lesen, wie die beiden ums Überleben in dieser so extrem feindlichen Zeit kämpfen. Nachdem Lena ganz alleine auf sich gestellt ist, trifft sie zum Glück Karolina und die beiden unterstützen sich nach Kräften, halten sich aneinander fest. Doch natürlich können sie die Maschinerie des Nazis nicht aufhalten - und so kommt es zu einem Versprechen, das Lena all die Jahre nicht eingelöst hat und das sie nun endlich in Angriff nehmen möchte.

Die schlimmen Erinnerungen Lenas werden immer wieder von den juristischen Versuchen, die Anschuldigungen Arthurs gegen seine Mutter zu entkräften, unterbrochen. Gibt es zum Beispiel Zeugen, die Lenas Schilderungen vor Gericht bestätigen können? Auch diese Ebene ist spannend erzählt - ich könnte mir vorstellen, dass dies auch daran liegt, dass Ronald H. Balson nicht nur Schriftsteller, sondern auch Anwalt ist.

Dennoch ist die frühere Ebene für mich noch spannender, was nicht nur an dem Geheimnis liegt, das Lena und Karolina verbindet. Mich hat vor allem die einfühlsame Art und Weise, mit der der Autor von den Erlebnissen der beiden jungen Frauen erzählt, beeindruckt und teilweise ganz schön mitgenommen.

Ein eindringliches Buch, von dessen Art es viel mehr geben sollte. Das eine sind historische Fakten und Sachbücher, das andere ist die Tatsache, dass man auch mit Romanen die Erinnerung wachhalten kann. Und das ist dem Autoren hier sehr gut geglückt, finde ich.

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Karolinas Zwillinge

"Karolinas Töchter" von Ronald H. Balson basiert auf einer wahren Geschichte und erschien (2017, broschiertes TB) im Aufbau-Verlag. Im Original ist der Titel ""Karolinas Twins"; der Roman wurde aus dem Amerikanischen übersetzt von Max Stadler.
Der Autor ist selbst Rechtsanwalt und es geht um ein Versprechen, das Lena Woodward, geb. Scheinmann, einst einer Freundin gab.

"Chicago, 2013:
Die hochbetagte Lena macht sich auf die Suche nach den Töchtern einer Freundin, die seit dem Zweiten Weltkrieg verschwunden sein sollen. Doch warum beginnt sie ihre Suche erst jetzt? Was für ein Geheimnis verbirgt sie?

Polen, 1939:
Lenas Vater kämpft gegen die deutschen Besatzer - bis er mit der ganzen Familie verhaftet wird. Nur die Tochter Lena bleibt zurück, gemeinsam mit ihrer Freundin Karolina kämpft sie fortan im Ghetto ums Überleben. Doch während Lena sich dem Widerstand anschließt, verliebt sich Karolina - in einen Deutschen."(Quelle: Buchrückentext)

Lena Woodward, geb. Scheinmann, wendet sich vertrauensvoll an die Rechtsanwältin Catherine und ihren Partner Liam, der Privatdetektiv ist, da sie von beiden über einen Freund hörte: Sie möchte ein Versprechen einlösen, das sie einst Karolina, ihrer besten Freundin gab - und die beiden Mädchen wiederfinden, die gegen Ende des 2. Weltkrieges verschwunden sind.
Um zu klären, ob Catherine sich dem Fall der alten Dame widmen kann und Liam in die Ermittlungen einsteigt, erzählt Lena die ganze Geschichte, die sie über Jahrzehnte in sich vergraben hatte: Es entwickelt sich mehr und mehr ein sehr freundschaftliches Verhältnis zwischen Lena und Catherine, die ein Kind erwartet - das einzig von Arthur Woodward, dem Sohn Lenas und Erben des großen Vermögens, das der Vater hinterließ, gestört wird: Dieser behauptet, dass seine Mutter an Demenz leidet und an Wahnvorstellungen leidet, da er die reale Existenz der Geschichte um die beiden Töchter Karolinas anzweifelt. Damit wird es ein juristischer Fall und Lena bleibt nicht viel Zeit, um ihre Geschichte Catherine anvertrauen zu können.....

Lena erzählt in der Ich-Form vom Erstarken des NS-Regimes und dem Einfall der Deutschen in Polen (1.9.1939); sie möchte ihren Vater ehren, der Widerstandskämpfer war und engagiert sich ebenfalls im Widerstand: Als Näherin arbeitet sie in einer Fabrik, bis diese geschlossen wird und die weiteren Stationen kann man sich vermutlich vorstellen, die hier historisch belegt beschrieben werden: Deportationen; das Glück von Lena, nicht selektiert zu werden, da sie arbeitsfähig ist, die Lügen der Umsiedlung der Juden; die Exekutionen und all das Grauen, das dieses dunkelste Kapitel deutscher Geschichte und den Holocaust in die Welt brachte: Ich habe kürzlich Sam Pivniks "Der letzte Überlebende" gelesen und viele weitere Romane und Sachbücher zu der NS-Zeit: Diesen Roman und die Geschichte Lenas, die stellvertretend für so viele Opfer steht, würde ich ebenfalls in die Reihe der literarischen "Stolpersteine" stellen - und finde ihn sehr aktuell, da in ganz Europa der Rechtspopulismus erstarkt.

Der Stil des Autors ist flüssig zu lesen; die historischen Hintergründe in der Erzählung Lenas fließen in den Roman mit ein und die Stärke, die Lena in all der schrecklichen Zeit besitzt, wird glaubhaft beschrieben: Nicht alle Juden ließen sich wie Opferlämmer zur Schlachtbank führen; auch in den deutschen Reihen gab es Kollaborateure, die teils mit ihrem Leben bezahlten. Leider gelang es anderen, sich mit neuen Identitäten jahrzehntelang in z.B. Südamerika zu verstecken, wie man seit den Recherchen Beate Klarsfelds weiß.

Fazit:

Ein sehr lesenswerter Roman, der auf wahren Fakten beruht und dem ich sehr gerne eine absolute Lese- und Weiterempfehlung gebe.

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Das Einlösen eines alten Versprechens

Die fast 80-jährige polnische Jüdin Lena Woodward lebt seit vielen Jahren in den USA. Sie hat ihrer besten Freundin Karolina vor sehr langer Zeit versprochen, deren während des 2. Weltkrieges verschwundene Zwillingstöchter Rachel und Leah ausfindig zu machen, sobald der Krieg ein Ende hat. Deshalb engagiert sie den Detektiv Liam Taggart und dessen Frau, die Anwältin Catherine Lockhart, die beiden zu finden, um ihren Seelenfrieden wiederzufinden und endlich das Versprechen an Karolina einzulösen. Damit die beiden die Suche auch beginnen, erzählt Lena ihnen ihre Lebens- und Leidensgeschichte. Doch Lena hat in ihrer eigenen Familie einen Widersacher, denn ihr Sohn Arthur glaubt nicht an das Versprechen und möchte seine Mutter entmündigen lassen. Wird Lena ihr Versprechen an Karolina noch einlösen können?
Ronald H. Balson hat mit seinem Buch „Karolinas Töchter“ einen sehr emotionalen und spannenden historischen Roman vorgelegt, der dem Leser sehr ans Herz geht. Der Schreibstil ist einnehmend flüssig und gefühlvoll, das Buch lässt sich kaum aus der Hand legen, so sehr weiß der Autor mit seiner Geschichte zu fesseln. Die Rahmenhandlung spielt zwar in der Gegenwart, doch die Hauptgeschichte erzählt über eine schmerzliche Vergangenheit und Schicksale, die viele Menschen zur Zeit des 2. Weltkrieges leider erleben mussten. Hier wird die Jagd der SS-Schergen ebenso thematisiert wie die Repressalien gegenüber der jüdischen Bevölkerung oder das Leben im Ghetto. Durch die unterschiedlichen Erzählperspektiven sowie der bildhaften Beschreibungen bekommt die Geschichte eine ganz eigene Dynamik mit viel Spannung und einer Vielzahl von Emotionen, die den Leser während der Lektüre immer wieder mitfiebern lassen. Erst nach und nach gibt der Autor dem Leser das Geheimnis um Karolina und ihre Töchter preis gleich einem Puzzle, dass es zu vollenden gilt. Auch die andere Seite der Medaille wird beleuchtet, denn neben der schlimmen Kriegszeit gilt es in der Gegenwart, Ignoranz und Widerstand durch die eigene Familie zu ertragen und sich ihr zu widersetzen.
Die Charaktere sind sehr liebevoll angelegt und vermitteln aufgrund ihrer Individualität und ihrer Eigenheiten sehr viel Authentizität und Lebendigkeit. Der Leser kann mit ihnen mitfühlen, mitleiden und auch Freude empfinden. Das ganze Gefühlsbarometer wird hier bedient. Lena ist inzwischen fast 80 Jahre alt, eine elegante und kultivierte alte Dame, die in ihrem Leben schon viel Leid ertragen musste und doch nicht daran verzweifelt ist, sondern sich durchgekämpft hat. Sie will unbedingt eine alte Schuld begleichen, die ihr schon jahrelang auf der Seele liegt. Karoline war Lenas beste Freundin, die beiden sind gemeinsam durch schlimme Zeiten gegangen, haben sich gegenseitig gestützt und sich geholfen, um zu überleben. Liam und Catherine sind ein Ehepaar, das sich mit schwierigen Fällen beschäftigt. Sie besitzen Empathie, Kampfgeist und den nötigen Jagdinstinkt, um aussichtslose Dinge anzugehen. Arthur ist Lenas Sohn und ein arroganter Schnösel mit wenig Verständnis für seine Mutter. Um seinen Willen zu kriegen geht er eindeutig zu weit und will seiner Mutter das Recht auf eigene Entscheidungen absprechen. Die anderen Protagonisten steuern ebenfalls dazu bei, dass die Handlung hochemotional und spannend bleibt.
„Karolinas Töchter“ ist ein Roman, der Familiengeschichte, Geheimnisse und historische Ereignisse in sich vereint und auf besonders schöne Weise erzählt wird, so dass die Geschichte sich in das Herz des Lesers schleicht und dort noch lange nachhallt. Absolute Leseempfehlung für ein wunderbares Highlight!

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Nach langen Jahren

nämlich über 70 sucht Lena, selbst in gesegnetem Alter, in Chicago die Töchter ihrer Freundin, die sie im zweiten Weltkrieg aus den Augen verloren hat und zwar in Ostpolen, dem Land ihrer Herkunft. Ihre amerikanische Anwältin und deren Mann, ein erfolgreicher Detektiv, der die Suche aufnehmen soll, haben so ihre Zweifel, aber Lena lässt nicht locker, obwohl sich ihr eigener Sohn gegen sie stellt.

Diese Geschichte ging mir durch bis ins Mark und hat mich an für mich maßgebliche, die Augen öffnende und damit bahnbrechende mediale Konfrontationen mit der Verfolgung der Juden wie den Vierteiler "Holocaust", der Ende der 1970er Jahre im deutschen Fernsehen lief oder Spielbergs großartigen Film "Schindlers Liste" aus den 1990ern erinnert - eine ähnlich epochale Wirkung hat diesen eindringliche, dabei trotz aller Emotionalität immer auch pragmatisch bleibende Buch auf mich. Ich möchte es allen jungen Leuten (das sind für mich alle unter 40) zeigen, sie mit der Nase drauf stoßen und sagen: "lest"! Und dann überlegt Euch, ob Ihr zusehen wollt, wie in Europa friedlichen, hilfesuchenden Menschen die Tür vor der Nase zugeknallt wird. So wie in Ostpolen der 1930er und 40er Jahre ist es noch nicht, aber es bewegt sich in die Richtung und das gilt es zu vermeiden. Dieses Buch vermittelt so viel mehr als historische Wahrheiten, es zeigt Menschlichkeit, Mitgefühl, aber auch Mut und Stärke, die aus der Verzweiflung geboren wurde.

Ein Buch über die Kraft der Frauen - eines, das ich sowohl schockierend als auch ermutigend fand. Geschockt haben mich - obwohl mir als Historikerin hinlänglich bekannt - die individuellen Erlebnisse, die Dramen, die sich unter dem nationalsozialistischen Regime, aber auch in dessen Nachfolge ereigneten. Mut machten mir die Frauen, die trotz Schwäche und Verzweiflung nie aufgaben, auch wenn die Lage noch so hoffnungslos schien.

Ein Buch, das sich schnell wegliest, das man aber dennoch nicht vergisst. Ich jedenfalls werde die Geschichte für immer in meiner Erinnerung und in meinem Herzen behalten!

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Ein gegebenes Versprechen

2013: Lena, fast 80 Jahre alt, beauftragt den Detektiv Liam und seine Frau, die Anwältin Catherine, ihr zu helfen ein altes Versprechen einzulösen: Die Zwillingstöchter ihrer Freundin Karolina sind in den Wirren des zweiten Weltkrieges verloren gegangen und Lena hatte ihrer Freundin damals versprochen diese nach dem Krieg zu suchen.
Während Lena Catherine ihre Lebensgeschichte erzählt versucht zeitgleich ihr Sohn Arthur seine Mutter für dement erklären zu lassen, denn er ist überzeugt, es hat weder Karolina, noch diese Kinder je gegeben.
Lenas Leben im von Nazi-Deutschland überrannten Polen ist dramatisch!
Nachdem ihre komplette Familie verhaftet und deportiert worden war muss sich das junge Mädchen alleine durchschlagen.
In einer Fabrik trifft sie Karolina, ihre Freundin aus Kindertagen wieder, und beide durchleiden gemeinsam Hunger, Kälte und die stetigen Repressalien der Deutschen. Die beiden geben sich gegenseitig Halt und Schutz!
Es gibt Freunde und Feinde, sowohl bei den Deutschen, als auch bei den Polen! Sie treffen Nazi-Deutsche, die ihnen helfen wollen - aber auch auf Polen, die um den eigenen Vorteil willen zu Verrätern werden!
Auch mit dem Widerstand kommt Lena in Kontakt....
Als die Deportationen beginnen wird Karolina schwanger und Kinder haben in einem Lager keine Chance.
Auf dem Weg nach Auschwitz-Birkenau treffen die beiden eine folgenschwere Entscheidung....

Karolinas Töchter erzählt den Holocaust aus der Sicht einer "Überlebenden" aus Polen.
Lena ist eine Kämpferin. Nach dem Verlust ihrer Familie wird sie sehr schnell erwachsen und sie muss ihr Leben als Jüdin in einem polnischen Ghetto alleine meistern!
Die Beschreibungen des Alltags im Ghetto werden sehr eindringlich geschildert und man kann sich vieles (leider) sehr gut vorstellen.
Unterbrochen werden Lenas Erzählungen immer wieder von Catherines juristischem Kampf gegen Lenas Sohn Arthur und dessen schmierigem Anwalt!
Das amerikanische Rechtssystem ist ein ganz anderes als das deutsche, aber der Autor (selbst auch Rechtsanwalt) schafft es die juristischen Sachverhalte gut nachvollziehbar zu beschreiben.
Nach und nach erfährt der Leser gemeinsam mit Catherine die dramatischen Ereignisse dieser Zeit und auch das Geheimnis um Karolina und ihre Töchter.
Durch die immer wieder unterbrochenen Erzählungen von Lena ist der Schreibstil der Geschichte sowohl rational, als auch sehr emotional!
Das Schicksal der polnischen Juden ist eigentlich allgemein bekannt, aber in dieser Geschichte wird sie einem sehr nahe gebracht, denn man ist stets bei Lena und Karolina im Ghetto, auf der Flucht, im Lager....
Aber auch der juristische Teil der Geschichte ist sehr spannend! Zeitgleich mit dem Kampf im Gerichtssaal erfährt man von Liams Suche nach dem Verbleib der Zwillinge und nach Zeugen, die nach über 70 Jahren Lenas Geschichte bestätigen könnten.
Das "Finale" ist, wie ich finde, typisch amerikanisch. Eine Art Showdown auf die letzte Minute mit Happy-End!
Das tut der gesamten Geschichte aber keinen Abbruch, denn sie ist durchgängig wunderbar und fesselnd zu lesen.
Das weite Teile der Geschichte auf Tatsachen beruhen hat mich überrascht und bewegt!
Alle die von "Die Nachtigall" begeistert waren, dürfte auch diese Buch sehr gefallen!

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Ein Versprechen einlösen

Während des zweiten Weltkrieges gingen die Zwillingstöchter von Karolina, Rachel und Leah, verloren. Lena Woodward gab ihrer Freundin das Versprechen, dass sie nach den Mädchen suchen wird, sobald der Krieg vorbei ist. Nun geht sie auf die achtzig zu und will ihr Versprechen endlich einlösen. Sie kontaktiert den Detektiv Liam Taggart und besteht darauf, dass seine Frau, die Anwältin Catherine Lockhart, anwesend ist, wenn sie ihm den Fall schildert. Weder Liam noch Catherine haben großes Interesse, aber Lena ist sehr überzeugend.
Die Jüdin Lena Scheinmann wurde in Schlesien geboren und hat Schlimmes während des Krieges erlebt. Sie musste sehen, wie sie zurechtkommt, nachdem man ihre Familie verhaftet und weggebracht hat. Daher arbeitete sie in einer Fabrik, wo sie ihre frühere Freundin Karolina wiedertrifft. Sie sind füreinander da und so ist das Leben unter der deutschen Besatzung besser zu ertragen, obwohl die Not groß ist. Es gibt auf beiden Seiten Menschen, die ihnen helfen wollen, aber genauso gibt es auf beiden Seiten welche, die aus egoistischen Gründen andere anschwärzen.
Als Leser erfahren wir Lenas Lebensgeschichte von ihr persönlich, indem sie dem Detektiv und seiner Frau alles erzählt. Aber Lenas Sohn Arthur will nicht, dass seine Mutter dieser Geschichte nachgeht. Er ist überzeugt, dass alles nur ein Hirngespinst ist, und deshalb greift er zu drastischen Mitteln. Seine Mutter soll entmündigt werden.
Es ist sehr bedrückend zu lesen, wie Karoline und Lena ums Überleben kämpfen müssen. Dazu kommt die ständige Angst, dass man doch noch dran ist, wie so viele andere. Aber genauso hat mich bedrückt, wie einer alten Frau, die ein Versprechen einlösen möchte, das Leben schwergemacht wird. Ich habe aber auch mitgelitten als Catherine und Liam für ihre Mandantin gekämpft haben und Lena dabei einiges über sich ergehen lassen muss.
Am Schluss lüftet sich das Geheimnis um Karolinas Töchter und im allerletzten Moment kommt es doch noch zu einem versöhnlichen Ende.
Es ist eine sehr emotionale und gleichzeitig spannende Geschichte.

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