Sabine Bode: Das Mädchen im Strom

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Sabine Bode: Das Mädchen im Strom
ET (D)
2017
Ausgabe
Gebundene Ausgabe
ISBN-13
9783608962000

Informationen zum Buch

Seiten
350

Sonstiges

Originalsprache
deutsch
Erster Satz
Als Gudrun noch sehr klein war, hatte sie den Hüten ihrer Mutter Namen gegeben.

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Handlungsort

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Sie ist das hübscheste, frechste und mutigste Mädchen an den Stränden des Rheins – und sie ist Jüdin. Die Geschichte der Gudrun Samuel ist die Geschichte einer ganzen Generation junger Frauen, die die Naziherrschaft und der Krieg zur Flucht gezwungen haben. Ein beeindruckendes und mitreißendes Zeugnis einer Epoche.

Als Mädchen ist sie im Rhein hinter den Kohleschleppern hergeschwommen. Sie hatte den jungen Männern in Mainz die Köpfe verdreht. Doch als die Nazis an die Macht kommen und die junge Jüdin Gudrun Samuel sich entscheidet, mit gefälschten Papieren Deutschland zu verlassen, wird sie gefasst und kommt in Gestapo-Haft. Ihr gelingt die Flucht, aber sie ist nun nicht mehr das Mainzer Mädchen Gudrun, sondern die Flüchtende Judy: in der transsibirischen Eisenbahn und im Judenghetto von Shanghai. Sie überlebt den Krieg, doch die Odyssee geht weiter. »Das Mädchen im Strom« ist ein ergreifender Roman über das einzigartige Schicksal einer Frau im 20. Jahrhundert.

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Das Mädchen im Strom

Gudrun ist die Tochter des wohlhabenden Kaufmanns Wilhelm Samuel und wächst in den 1920er und Anfang der 30er Jahre behütet in Mainz auf. Als Mädchen ist sie ein echter Wildfang, verdreht den Jungs den Kopf, raucht und schwimmt im Rhein den Schleppkähnen hinterher...
Doch als die Nationalsozialisten die Macht ergreifen, muss sie als Jüdin schon bald ihre Schule verlassen und ihr Vater verliert nicht nur seine Verdienstgrundlage, sondern auch die Wohnung der Familie. Als Gudrun ihre Liebe, den drei Jahre älteren Martin, dessen Mutter und Bruder glühende Anhänger Hitlers sind, nur noch heimlich treffen kann, versucht sie, mit gefälschten Papieren das Land zu verlassen. Doch die junge Frau wird gefasst und kommt in Gestapo-Haft.
Gudrun kann quasi im letzten Moment entkommen und flüchtet als Judy unter anderem mit der Transsibirischen Eisenbahn und lebt eine Zeit lang im jüdischen Ghetto von Shanghai. Gudrun überlebt den Krieg und die Verfolgung - dennoch ist und bleibt es eine wahre Odyssee, bei der sie diverse Schicksalsschläge wegstecken muss...

Von Sabine Bode kenne ich zwei der Sachbücher, die sich mit den Kriegskindern bzw. Kriegsenkeln beschäftigen - in meinen Augen großartige Bücher, da sie Teilen einer Generation eine Stimme gegeben haben, die sich bis dato vor allem in Schweigen geübt haben. Daher war es für mich klar, dass ich den neuen Roman der Journalistin und Sachbuchautorin lesen möchte!

Leider kommt "Das Mädchen im Strom" in meinen Augen nicht an die bisherige Leistung Bodes heran: ohne Frage erzählt die Autorin hier von einem bewegenden Leben und hat sich dabei an realen Schauplätzen (wie Shanghai) orientiert, über die bislang noch nicht viel zu lesen war. All die Fakten, die Bode schildert, und ihr Können, sehr authentisch einen Leidensweg stellvertretend für den von Millionen von Verfolgten zu erzählen, habe ich auf keiner Seite in Frage gestellt. Sabine Bode weiß, wovon sie schreibt. Für mich war es die Art und Weise, wie sie von alldem erzählt, die mir nicht wirklich zugesagt hat. Für mich war die Geschichte zu oberflächlich, ja, zu distanziert erzählt. Ich muss eine Hauptfigur nicht sympathisch finden, aber Gudrun ist eine bemerkenswerte Kämpfernatur, die in meinen Augen mehr Nähe verdient hätte.
So ist es weniger die Geschichte an sich als vor allem der Briefkontakt Gudruns mit ihrer früheren besten Freundin Margot, der den spröden Blickwinkel auf die wichtigste Protagonistin aufweicht. Er zeigt vor allem, mit welchen Schrecken die Überlebenden ihr ganzes Leben zu kämpfen hatten. Das Erlebte, all die Grausamkeiten, prägen den Rest des Lebens - das wird hier ganz deutlich.

Fazit: Die Grundlage des Romanes ist bemerkenswert, die Lebensgeschichte der Gudrun Samuel bewegend. Doch die Umsetzung als Roman lässt leider etwas zu wünschen übrig. Zu distanziert, zu spröde wird hier erzählt - so dass ich mich nicht nur einmal gefragt habe, ob nicht ein Sachbuch richtiger gewesen wäre. Für alle LeserInnen, die sich für das Thema interessieren, kann ich das Buch dennoch empfehlen.

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